Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bekennen: Vor ihnen im Rat sind die Ulmer Bürgerin Magdalena geborene Rauschnabel, Witwe des Ulmer Bürgers Valentin Schäler, sowie die Ulmer Bürger Alban Schäler und Wilhelm Rauschnabel als ihre und ihrer unverheirateten Kinder Rochius und Margarete Vormünder und Pfleger erschienen. Sie haben berichtet, dass der Witwe und ihren Kindern in Ulm ein Haus mit Hofstatt, Garten, zwei Nebenhäusern, Brunnen und Badestube auf dem Platz [Münsterplatz] gegenüber dem Ulmer Münster zwischen dem Stadel des Andreas ("Endriß") Kobolt sowie Haus und Hofstatt des Martin Pfausser gehört. Da ihnen dieser Besitz wenig Nutzen bringt, haben sie ihn um 2.500 Gulden Ulmer Stadtwährung an den Stadtammann Johann Wick verkauft. Nun hat dieser um die Beurkundung des Verkaufs gebeten. Dazu sind sie aber, da den beiden Kindern ihr väterliches Erbteil auf dem Besitz verschrieben ist, nicht in der Lage und bitten daher den Rat um eine Entscheidung dazu. Nach Untersuchung der Angelegenheit kommen die Ratsherren zu dem Schluss, dass der Verkauf gemäß den Bestimmungen des Ulmer Stadtrechts erfolgt ist, der dafür gezahlte Preis dem Wert des Besitzes entspricht und in vollem Umfang zum Nutzen der Witwe und ihrer Kinder angelegt wurde. Sofern daher der Verkauf dem Käufer unter dem Stadtgerichtssiegel beurkundet wird, erlangt er Rechtskraft.