Hofmarschallamt des Zaren Ferdinand von Bulgarien (Bestand)
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Hofmarschallamt des Zaren Ferdinand von Bulgarien
Staatsarchiv Coburg (Archivtektonik) >> IV. Nichtstaatliches Schriftgut >> B. Archive des Adels, adelige Standesherrschaft und Jurisdiktion >> 1.) Adelsarchive
1844-1947
Vorwort: 1984 und 1992 konnte das Staatsarchiv von dem Altmaterialhändler Gesierich, Fürth am Berg, Reste des schriftlichen Nachlasses von Edmund Weich, Hofmarschall des Zaren (Königs) Ferdinand von Bulgarien (1861-1948, Kg. 1887-1918) ankaufen. Angeblich waren sie von einer Müllhalde geborgen worden. Aus dieser Quelle stammte auch ein Mappe mit Dokumenten derselben Provenienz, die Frau Eva Herold, Bertelsdorf, im April 1993 dem Staatsarchiv übereignete.
1996 stellte dann Frau Barbara Brockardt weitere Teile der ehemaligen Hofmarschallamts-Registratur dem Staatsarchiv zur Verfügung, die die vorgenannten Unterlagen entscheidend ergänzen. Aus rechtlichen Gründen konnte dieser Zugang nicht mit dem bereits vorhandenen Material vereinigt werden. Deshalb wurde eine zweite Serie mit eigener Signatur gebildet.
Als Zar Ferdinand nach rund 32jähriger Regierung in Bulgarien am 3. Oktober 1918 abgedankt hatte, ging er nach Coburg ins Exil. Hier lebte er bis zu seinem Tode am 10. September 1948. Von Coburg aus unternahm er zahlreiche Reisen zu Besuchen, zu Kuraufenthalten, v.a. in Mergentheim, für die Behandlung seiner schweren Gicht und zu naturwissenschaftlichen, v.a. ornithologischen Forschungen nach Afrika und Südamerika. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre stand er wegen finanziellen Unterstützung in Unterhandlung mit der Reichsregierung. Nahezu den gesamten Schriftwechsel des Zaren, der häufig unter dem Pseudonym "Graf Murany" auftrat, führe nach dessen Weisungen und teilweise auch nach dessen Konzepten Hofmarschall Weich.
Hofmarschall Edmund Weich wurde 1887 in Wien geboren und kam im Alter von 20 Jahren zu Zar Ferdinand. Er stieg vom Fahrmeister zum Hausmarschall auf und ging 1918 mit dem Zaren in Exil nach Coburg. Hier wurde er Hofmarschall. Nach insgesamt 25jähriger Tätigkeit im Dienste des Zaren starb Weich im Frühjahr 1932 in Berlin, wo er sich in ärztlicher Behandlung befand. Er wurde auf dem Waldfriedhof in München beigesetzt. In Coburg hatte er im Haus Park Nr. 3 gewohnt, das ihm der Zar wenige Jahre nach seiner Niederlassung in Coburg geschenkt hatte. 1951 verkauft die Witwe das Anwesen an die katholische Kirchgengemeinde (vgl. Behrens, Joachim: Der Magier auf dem Throne. Coburg 1953, S. 47).
Die Korrespondenz Ferdinands war, soweit erkennbar, nach Jahrgängen und darin alphabetisch abgelegt. Am vollständigsten dürfe sie für 1927 erhalten geblieben sein. Da die ursprüngliche Ordnung auf dem Weg über die Müllkippe weitgehend zerstörd worden war, wurde wenigstens die chronologische Einteilung nach Jahren wiederhergestellt.
Akteninhalt
Die Akten enthalten die Korrespondenz, die Hofmarschall Edmund Weich namens des Zaren führte sowohl eingehende Originalschreiben als auch Entwürfe bzw. Durchschläge des Postausgangs, Telegramme, gedruckte Einladungen, kommerzielle Werbeschreiben, Rechnungen, Zeitungartikel usw. Nur ausnahmsweise befindet sich Privatkorrespondenz Weichs darunter. In der Regel handelt es sich um Glückwünsche, Kondolzenschreiben, Bittgesuche, Briefe zur wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation des Zaren, zu ornithologischen und naturwissenschaftlichen Fragen und um Korrespondenz mit wissenschaftlichen und kulturellen Vereinigungen. Nur ausnahmsweise werden in der deutschsprachigen Korrespondenz politische Fragen berührt; bei der bulgarischen ist keine Aussage möglich. Korrespondenzpartner sind Verwandte des Zaren und Standesgenossen, Ämter, Behörden und Reichsorgane, Vereine, kulturelle und wissenschaftliche Vereinigungen, Hoflieferanten, Zeitungsredaktionen, Bittsteller und Gratulanten aus dem Volk usw. Die Schriftstücke sind in Deutsch, seltener in Bulgarisch und ganz gelegentlich in Französich, Italienisch oder Latein abgefasst. Die Auswahl der in den Darin-Vermerken genannten Namen beschränkt sich auf die mit ausgesprochenem Coburg-Bezug bzw. auf allgemeiner bekannte Persönlichkeiten. Sie können auch in Korrespondenz-Jahrgängen vertreten sein, bei denen sie nicht eigens aufgeführt werden.
Der Bestand wurde 1998 von Dr. Rainer Hambrecht geordnet und verzeichnet. Der Import in die online-Beständedatenbank des Staatsarchivs erfolgte 2009. Die Bestellung und Angabe der Archivalien in Quellenzitaten erfolgt unter Angabe der Bestandssigle und der Bestellnummer, z.B. Koháry-Archiv 180.
Literatur:
Behrens, Joachim: Der Magier auf dem Throne. Coburg 1953.
1996 stellte dann Frau Barbara Brockardt weitere Teile der ehemaligen Hofmarschallamts-Registratur dem Staatsarchiv zur Verfügung, die die vorgenannten Unterlagen entscheidend ergänzen. Aus rechtlichen Gründen konnte dieser Zugang nicht mit dem bereits vorhandenen Material vereinigt werden. Deshalb wurde eine zweite Serie mit eigener Signatur gebildet.
Als Zar Ferdinand nach rund 32jähriger Regierung in Bulgarien am 3. Oktober 1918 abgedankt hatte, ging er nach Coburg ins Exil. Hier lebte er bis zu seinem Tode am 10. September 1948. Von Coburg aus unternahm er zahlreiche Reisen zu Besuchen, zu Kuraufenthalten, v.a. in Mergentheim, für die Behandlung seiner schweren Gicht und zu naturwissenschaftlichen, v.a. ornithologischen Forschungen nach Afrika und Südamerika. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre stand er wegen finanziellen Unterstützung in Unterhandlung mit der Reichsregierung. Nahezu den gesamten Schriftwechsel des Zaren, der häufig unter dem Pseudonym "Graf Murany" auftrat, führe nach dessen Weisungen und teilweise auch nach dessen Konzepten Hofmarschall Weich.
Hofmarschall Edmund Weich wurde 1887 in Wien geboren und kam im Alter von 20 Jahren zu Zar Ferdinand. Er stieg vom Fahrmeister zum Hausmarschall auf und ging 1918 mit dem Zaren in Exil nach Coburg. Hier wurde er Hofmarschall. Nach insgesamt 25jähriger Tätigkeit im Dienste des Zaren starb Weich im Frühjahr 1932 in Berlin, wo er sich in ärztlicher Behandlung befand. Er wurde auf dem Waldfriedhof in München beigesetzt. In Coburg hatte er im Haus Park Nr. 3 gewohnt, das ihm der Zar wenige Jahre nach seiner Niederlassung in Coburg geschenkt hatte. 1951 verkauft die Witwe das Anwesen an die katholische Kirchgengemeinde (vgl. Behrens, Joachim: Der Magier auf dem Throne. Coburg 1953, S. 47).
Die Korrespondenz Ferdinands war, soweit erkennbar, nach Jahrgängen und darin alphabetisch abgelegt. Am vollständigsten dürfe sie für 1927 erhalten geblieben sein. Da die ursprüngliche Ordnung auf dem Weg über die Müllkippe weitgehend zerstörd worden war, wurde wenigstens die chronologische Einteilung nach Jahren wiederhergestellt.
Akteninhalt
Die Akten enthalten die Korrespondenz, die Hofmarschall Edmund Weich namens des Zaren führte sowohl eingehende Originalschreiben als auch Entwürfe bzw. Durchschläge des Postausgangs, Telegramme, gedruckte Einladungen, kommerzielle Werbeschreiben, Rechnungen, Zeitungartikel usw. Nur ausnahmsweise befindet sich Privatkorrespondenz Weichs darunter. In der Regel handelt es sich um Glückwünsche, Kondolzenschreiben, Bittgesuche, Briefe zur wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation des Zaren, zu ornithologischen und naturwissenschaftlichen Fragen und um Korrespondenz mit wissenschaftlichen und kulturellen Vereinigungen. Nur ausnahmsweise werden in der deutschsprachigen Korrespondenz politische Fragen berührt; bei der bulgarischen ist keine Aussage möglich. Korrespondenzpartner sind Verwandte des Zaren und Standesgenossen, Ämter, Behörden und Reichsorgane, Vereine, kulturelle und wissenschaftliche Vereinigungen, Hoflieferanten, Zeitungsredaktionen, Bittsteller und Gratulanten aus dem Volk usw. Die Schriftstücke sind in Deutsch, seltener in Bulgarisch und ganz gelegentlich in Französich, Italienisch oder Latein abgefasst. Die Auswahl der in den Darin-Vermerken genannten Namen beschränkt sich auf die mit ausgesprochenem Coburg-Bezug bzw. auf allgemeiner bekannte Persönlichkeiten. Sie können auch in Korrespondenz-Jahrgängen vertreten sein, bei denen sie nicht eigens aufgeführt werden.
Der Bestand wurde 1998 von Dr. Rainer Hambrecht geordnet und verzeichnet. Der Import in die online-Beständedatenbank des Staatsarchivs erfolgte 2009. Die Bestellung und Angabe der Archivalien in Quellenzitaten erfolgt unter Angabe der Bestandssigle und der Bestellnummer, z.B. Koháry-Archiv 180.
Literatur:
Behrens, Joachim: Der Magier auf dem Throne. Coburg 1953.
Hofmarschallamt des Zaren Ferdinand von Bulgarien
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Alle Rechte des Freistaats Bayern, vertreten durch das beständeverwahrende Archiv, sind vorbehalten: http://www.gda.bayern.de/uploads/media/veroeffentlichungsgenehmigung_2010.pdf
22.05.2025, 13:53 MESZ