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Karl Friedrich (Fritz) Lorenz Silvester Kaufholz, kaiserlicher
Hofpfalzgraf (comes palatinus caesareus), Lizentiat beider Rechte (iuris
utriusque ...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1771-1780
1773 Dezember 20
Ausfertigung, Papier, unbesiegelt (Reste einer gelb-schwarzen Seidenkordel)
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: ... der geben ist Fulda den zwanzigsten tag monaths December nach Christi unseres lieben Herrn und Seeligmachers geburt im siebenzehen hundert drey und siebenzigsten jahre
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Karl Friedrich (Fritz) Lorenz Silvester Kaufholz, kaiserlicher Hofpfalzgraf (comes palatinus caesareus), Lizentiat beider Rechte (iuris utriusque licentiatus), fuldischer Hof- und Regierungsadvokat, bekundet, dass einst durch Kaiser Ferdinand III. an Johann Christian Freiherr von Boyneburg zu Dietzenbach und Breidenbach, Reichsrichter, kurmainzischer Geheimer Rat und Oberhofmarschall, das von Kaiser Leopold I. in einem Privileg von 1653 September 1 (Regensburg den ersten tag des monats September nach Christi unseres lieben Herrn und Seeligmachers geburt im sechzehen hundert und drey und fünfzigsten) bestimmte Pfalz- und Hofgrafenamt (comites palatinos) verliehen worden ist. Karl Kaufholz ist dieses Privileg durch den Enkel Johann Christians von Boyneburg, Franz Joseph Leopold Freiherr von Boyneburg und Lengsfeld, übertragen worden. Dadurch besitzt er das Recht, geeignete Personen zu Notaren, amtlichen Schreibern und Richtern zu erheben. Die genannten Ämter haben auf dem ganzen Gebiet des Heiligen Römischen Reichs Gültigkeit. Karl Kaufholz hat auf dessen Bitten hin den Juristen (iuris consultus) Franz Kaspar Heim vor den genannten Zeugen zum kaiserlichen Notar und Schreiber erhoben und ihm das Notarsamt verliehen, nachdem er sich von dessen Befähigung überzeugt hat. Karl Kaufholz hat Franz Heim den Amtseid abgenommen, ihn zur Treue gegenüber dem Kaiser, dessen Nachfolgern und dem Reich verpflichtet und ihm die Freiheiten, Rechte und Privilegien seines Amts übertragen. Darüber hinaus hat er ihm sein in dieser Urkunde abgebildetes Notarszeichen verliehen. Das Signet zeigt eine Säule, auf der eine Grille (heim) sitzt; hinter der Säule befinden sich gekreuzt ein Degen und ein Schlüssel. Die Notarsdevise lautet: Fide et iustitia fortitudo. Verstöße gegen dieses ausschließliche Notarsprivileg sind mit einer Strafe von 200 Mark lötigen Golds belegt, die zur Hälfte an die Reichskammer und den zuständigen Prinzipal fallen. Ankündigung des großen Notarssiegels Karl Kaufholz'. Ankündigung der Unterfertigung. Ausstellungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: Vorderseite, 1. Seite, 2. und 3. Seite, 4. und 5. Seite, 6. und 7. Seite, 8. und 9. Seite, 10. und 11. Seite, Rückseite)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: (Carolus Fridericus Lau/rentius Sylvester Kaufholz / comes palatinus caesareus iuratus manu propria
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: Iosephus Ehlen insignis / ecclesiae collegiatae ad sanctum / Stephanum Moguntiae cano/nicus manu propria
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: F[ridericus] Antonius Simon hochfürstlich / fuldaischer kantzlist qua testis manu propria)
Vermerke (Urkunde): Zeugen: Joseph Ehlen, Friedrich Anton Simon
Das in der Urkunde erwähnte Privileg Kaiser Leopolds I. von 1653 September 1 ist im Bestand Urk. 75 nicht erhalten geblieben.
Zum Notarszeichen: (heim) = Heimchen oder Heime als redender Begriff!
Auf S. 8 findet sich die Abbildung des an Franz Heim verliehenen Notarszeichens.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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