Verkauf des Hauses des Witwe Magdalena Wolf in Unterartelshofen an Johann Georg Zahn aus Vorderviehberg
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E 49/II Nr. 1541
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
22.05.1787 - 21.07.1790
Enthält:
1787 Mai 22: Kaufprotokoll, Artelshofen.
Magdalena Wolf, Witwe des Zimmergesellen Erhard Wolf, Unterartelshofen, verkauft ihr dortiges Wohnhaus samt Pflanzbeet an Johann Georg Zahn von Vorderviehberg bei Hersbruck für 220 Gulden plus 11 Gulden Leikauf. Anzahlung: 125 Gulden sowie Übernahme von 75 Gulden Schulden bei Herrn v. Ebner. Die restlichen 20 Gulden sind nur dann fällig, wenn Verkäuferin sie nötig hat - etwa nach Verbrauch der 125 Gulden. Wohnrecht samt Holz und Licht für die Witwe, ablösbar mit 3 Gulden jährlich.
Zeuge auf Seite der Verkäuferin: Ihr Schwager Friedrich Wolf, Bauer von Großmainfeld. Auf Seite des Käufers: Sein Schwager Hans Maul, Artelshofen.
1787 Mai 31: Protokoll, Artelshofen.
Witwe Wolf verwahrt sich gegen die Behauptung des hiesigen Schutzverwandten Erhard Hufnagel, sie habe ihm das Haus so gut wie verkauft. Hufnagel und sein Schwiegervater Michael Leupold haben sie zwar immer wieder wegen des Hauses angesprochen, sie habe aber stets geäußert, das Haus allenfalls ihrer Patin Magdalena Meier, Tochter des hiesigen Untertanen Hans Meier, zukommen zu lassen. Inzwischen war der Witwe durch ihren Schwager Friedrich Wolf der jetzige Käufer empfohlen worden, der ein Schwager des hiesigen Hans Maul ist und allseits als verträglich und friedliebend gerühmt wird. Anwesend sind neben Friedrich Wolf auch Jacob Pickel und Hans Maul.
In der Folge wird Johann Jacob Solger, Stadtschreiber in Hersbruck, mit der Befragung der Beteiligten beauftragt, welche 1787 Juni 8 in der dortigen Stadtschreiberei stattfindet. Die Beauftragung eines Unabhängigen war deswegen nötig, weil Verwalter Johann Conrad Gröschel gegenüber Jakob Pickel geäußert haben soll, er wolle den Hufnagel nicht als Nachbar haben.
Befragt werden:
Magdalena Wolf, 65 bis 66 Jahre alt. Hans Maul (d.J.), etwa 38 bis 39 Jahre alt. Erhard Hufnagel, 40 Jahre alt. Michael Leupold, 66 Jahre alt. Christian Leupold, etwa 37 Jahre alt. Jakob Pickel, Maurermeister, etwa 58 Jahre alt.
1787 Juni 8: Begleitschreiben des obigen Protokolls des Johann Jacob Solger an seinen Sohn, den Hallerischen Sekretär Stefan Friedrich Solger. Persönlicher Eindruck: Der Kauf zwischen Wolf und Zahn ist rechtmäßig, während Hufnagel nur Behauptungen aufstellte. Grüße an Kriegsrat (Johann Sigmund) Haller und Gemahlin.
Nachspiel:
1790 Juli 4: Protokoll, Artelshofen.
Klage des Schneidermeisters Hans Meier, Enzendorf, im Namen seiner Stiefschwiegermutter Magdalena Wolf, ebenda, gegen Johann Georg Zahn, Artelshofen. Es stehen vom Hausverkauf noch 20 Gulden plus ca. 4 Gulden Zinsen sowie 3 Gulden Winkelgeld laut Kaufprotokoll von 1787 Mai 22 aus. Zahn, der einige Zeit lang nicht zu Hause war, konnte erst am 18. Juli befragt werden. er verwies auf den Passus des Kaufprotokolls, wonach die 20 Gulden nur dann fällig seien, wenn die Verkäuferin diese nötig habe. Davon war Zahn aber bislang nichts bekannt. Eine Verzinsung war nie ausgemacht. Das Winkelgeld anbetreffend muss gesagt werden, dass sie ohne Grund zu Meier gezogen ist; sie selbst äußerte wenig später, sie bereue es, dass sie sich habe verhetzen lassen.
Dabei:
1790 Juli 21: Schreiben Gröschels (nach Nürnberg).
Zahn will zur Herrschaft gehen und bat sich deswegen das beiliegende Protokoll aus.
1787 Mai 22: Kaufprotokoll, Artelshofen.
Magdalena Wolf, Witwe des Zimmergesellen Erhard Wolf, Unterartelshofen, verkauft ihr dortiges Wohnhaus samt Pflanzbeet an Johann Georg Zahn von Vorderviehberg bei Hersbruck für 220 Gulden plus 11 Gulden Leikauf. Anzahlung: 125 Gulden sowie Übernahme von 75 Gulden Schulden bei Herrn v. Ebner. Die restlichen 20 Gulden sind nur dann fällig, wenn Verkäuferin sie nötig hat - etwa nach Verbrauch der 125 Gulden. Wohnrecht samt Holz und Licht für die Witwe, ablösbar mit 3 Gulden jährlich.
Zeuge auf Seite der Verkäuferin: Ihr Schwager Friedrich Wolf, Bauer von Großmainfeld. Auf Seite des Käufers: Sein Schwager Hans Maul, Artelshofen.
1787 Mai 31: Protokoll, Artelshofen.
Witwe Wolf verwahrt sich gegen die Behauptung des hiesigen Schutzverwandten Erhard Hufnagel, sie habe ihm das Haus so gut wie verkauft. Hufnagel und sein Schwiegervater Michael Leupold haben sie zwar immer wieder wegen des Hauses angesprochen, sie habe aber stets geäußert, das Haus allenfalls ihrer Patin Magdalena Meier, Tochter des hiesigen Untertanen Hans Meier, zukommen zu lassen. Inzwischen war der Witwe durch ihren Schwager Friedrich Wolf der jetzige Käufer empfohlen worden, der ein Schwager des hiesigen Hans Maul ist und allseits als verträglich und friedliebend gerühmt wird. Anwesend sind neben Friedrich Wolf auch Jacob Pickel und Hans Maul.
In der Folge wird Johann Jacob Solger, Stadtschreiber in Hersbruck, mit der Befragung der Beteiligten beauftragt, welche 1787 Juni 8 in der dortigen Stadtschreiberei stattfindet. Die Beauftragung eines Unabhängigen war deswegen nötig, weil Verwalter Johann Conrad Gröschel gegenüber Jakob Pickel geäußert haben soll, er wolle den Hufnagel nicht als Nachbar haben.
Befragt werden:
Magdalena Wolf, 65 bis 66 Jahre alt. Hans Maul (d.J.), etwa 38 bis 39 Jahre alt. Erhard Hufnagel, 40 Jahre alt. Michael Leupold, 66 Jahre alt. Christian Leupold, etwa 37 Jahre alt. Jakob Pickel, Maurermeister, etwa 58 Jahre alt.
1787 Juni 8: Begleitschreiben des obigen Protokolls des Johann Jacob Solger an seinen Sohn, den Hallerischen Sekretär Stefan Friedrich Solger. Persönlicher Eindruck: Der Kauf zwischen Wolf und Zahn ist rechtmäßig, während Hufnagel nur Behauptungen aufstellte. Grüße an Kriegsrat (Johann Sigmund) Haller und Gemahlin.
Nachspiel:
1790 Juli 4: Protokoll, Artelshofen.
Klage des Schneidermeisters Hans Meier, Enzendorf, im Namen seiner Stiefschwiegermutter Magdalena Wolf, ebenda, gegen Johann Georg Zahn, Artelshofen. Es stehen vom Hausverkauf noch 20 Gulden plus ca. 4 Gulden Zinsen sowie 3 Gulden Winkelgeld laut Kaufprotokoll von 1787 Mai 22 aus. Zahn, der einige Zeit lang nicht zu Hause war, konnte erst am 18. Juli befragt werden. er verwies auf den Passus des Kaufprotokolls, wonach die 20 Gulden nur dann fällig seien, wenn die Verkäuferin diese nötig habe. Davon war Zahn aber bislang nichts bekannt. Eine Verzinsung war nie ausgemacht. Das Winkelgeld anbetreffend muss gesagt werden, dass sie ohne Grund zu Meier gezogen ist; sie selbst äußerte wenig später, sie bereue es, dass sie sich habe verhetzen lassen.
Dabei:
1790 Juli 21: Schreiben Gröschels (nach Nürnberg).
Zahn will zur Herrschaft gehen und bat sich deswegen das beiliegende Protokoll aus.
Archivale
Indexbegriff Person: Ebner, N
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Haller, Johann Sigmund
Indexbegriff Person: Hufnagel, Erhard
Indexbegriff Person: Leupold, Christian
Indexbegriff Person: Leupold, Michael
Indexbegriff Person: Maul, Hans d.J.
Indexbegriff Person: Meier, Hans
Indexbegriff Person: Meier, Hans (Enzendorf)
Indexbegriff Person: Meier, Magdalena
Indexbegriff Person: Pickel, Jakob
Indexbegriff Person: Solger, Johann Jacob
Indexbegriff Person: Solger, Stefan Friedrich
Indexbegriff Person: Wolf, Erhard
Indexbegriff Person: Wolf, Friedrich
Indexbegriff Person: Wolf, Magdalena
Indexbegriff Person: Zahn, Johann Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Güterbeschreibungen
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Haller, Johann Sigmund
Indexbegriff Person: Hufnagel, Erhard
Indexbegriff Person: Leupold, Christian
Indexbegriff Person: Leupold, Michael
Indexbegriff Person: Maul, Hans d.J.
Indexbegriff Person: Meier, Hans
Indexbegriff Person: Meier, Hans (Enzendorf)
Indexbegriff Person: Meier, Magdalena
Indexbegriff Person: Pickel, Jakob
Indexbegriff Person: Solger, Johann Jacob
Indexbegriff Person: Solger, Stefan Friedrich
Indexbegriff Person: Wolf, Erhard
Indexbegriff Person: Wolf, Friedrich
Indexbegriff Person: Wolf, Magdalena
Indexbegriff Person: Zahn, Johann Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Güterbeschreibungen
Artelshofen - Unteres Dorf
Enzendorf
Großmainfeld
Hersbruck, Stadtschreiberei
Vorderviehberg
Hauskauf
Kaufprotokoll
Pflanzbeet
Zimmergeselle
Anzahlung
Schuldenübernahme
Restschuld bedingte
Wohnrecht
Holz
Licht
Zeugen
Protokoll
Kaufabrede angebliche
Schutzverwandter
Stadtschreiber, Hersbruck
Altersangabe
Maurer, Artelshofen
Sekretär, Haller'scher
Kriegsrat
Klage
Schneidermeister, Enzendorf
Retsschuld
Zinsrückstand
Winkelgeld
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:02 PM CEST
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- E 49/II - Familienarchiv Holzschuher / Akten und Rechnungen (Archival tectonics)
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