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Klosteramt Blaubeuren (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Bezirksbehörden des Kirchenguts und der Universität >> Kloster- und Stiftsgutverwaltungen
1403-1818
Inhalt und Bewertung
Darin: Akten der Geistlichen Verwaltung (1460-1807). Ein Teil des Bestandes lag früher in: H 23 Abt. B (1,6 lfd. m).
Bestandsgeschichte: Das Benediktinerkloster Blaubeuren, seit 1447 unter württembergischer Vogtei, wuchs im 15. Jahrhundert immer enger in das Territorium der Grafschaft Württemberg hinein. Nach der Erhebung Württembergs zum Herzogtum 1495 wurde das Kloster als Bestandteil des Territoriums betrachtet und war fortan landständisches Kloster, der Abt war als Prälat auf den württembergischen Landtagen vertreten. Nach einem ersten Reformationsversuch 1535, der mit der Vertreibung der Mönche 1536 endete, konnte Württemberg erst nach 1555 die lutherische Lehre in allen Klosterorten einführen. 1556 wurde im Kloster die evangelische Klosterschule eröffnet, die Klostergüter waren einer neu gebildeten Klosteramtsverwaltung übertragen worden, da die Stadt Blaubeuren als österreichisches Lehen eine andere Rechtsstellung hatte. Die Verwaltung des umfangreichen Klosterbesitzes wurde mit Hilfe von Pflegen in Rottenacker, Tübingen und Esslingen ausgeübt. Das Klosteramt bzw. Klosteroberamt wurde vom evangelischen Abt und einem Amtmann geführt. Mit der Auflösung des Klosteroberamts 1806 und seiner Vereinigung 1807 mit dem Stadtoberamt wurde auch die Registratur gemeinsam weitergeführt. Daher finden sich in den Beständen des Oberamts Blaubeuren, die heute auf das Stadtarchiv Blaubeuren, das Staatsarchiv Ludwigsburg und das Hauptstaatsarchiv Stuttgart verteilt sind, auch Archivalien der Provenienz Klosteroberamt. Teile der Oberamtsregistratur, die in die Registratur des Landratsamtes des Alb-Donau-Kreises gelangt waren, wurden 1947 an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgegeben. Da diese Unterlagen noch geschlossen aus der alten Registratur des Klosteroberamts stammten, wurden sie an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgegeben, wo sie jetzt als Bestand A 478 L Klosteramt Blaubeuren verwahrt werden. Ein weiterer Teil dieses Bestandes lag hier früher unter der Signatur H 23 Abt. B.
Zur Verzeichnung des Bestandes: Die Akten des Bestands A 478 L Klosteramt Blaubeuren wurden 2000 von den Archivreferendarinnen und -referendaren Katharina Ernst, Stefanie Unger, Manfred Waßner und Christian Wolfsberger unter Anleitung von Dr. Peter Rückert verzeichnet und indiziert. Grundlage der Verzeichnungsarbeit war zunächst eine grobe, lückenhafte Zettelverzeichnung von K. O. Müller aus den 1960er Jahren, die in vielerlei Hinsicht unzulänglich war und auch nicht dem aktuellen Stand entsprach. Die Büschel 1-11 der früheren Verzeichnung waren zwischenzeitlich dem Bestand A 306 (Amtsprotokolle) eingegliedert worden. Es handelt sich dabei um Amtsprotokolle des Klosteramts Blaubeuren. Vier Urkunden, die dem Bestand wohl bereits im Staatsarchiv Ludwigsburg entnommen worden waren, konnten nicht mehr nachgewiesen werden. Die Archivalieneinheiten wurden neu nummeriert und verpackt. Wie oben beschrieben, ist der im Hauptstaatsarchiv verwahrte Bestand nur ein Teil der Überlieferung des Klosteramts. Ein zweiter Teil liegt im Stadtarchiv Blaubeuren im Bestand "OA - Oberamt Blaubeuren" unter der Signatur OA 54-91. Daneben finden sich dort auch 48 Faszikel bzw. 35 Büschel Rechnungen mit Beilagen derselben Provenienz. Diese Akten wurden 1999 vom Blaubeurer Stadtarchivar Jörg Martin verzeichnet und mit einem Repertorium erschlossen. Im hier vorliegenden Findbuch wurde nun der gewachsene Registraturkörper der Klosteramtsverwaltung rekonstruiert, indem die Blaubeurer Bestandsteile mit denen des Hauptstaatsarchivs virtuell vereinigt wurden. Die Akten aus dem Stadtarchiv Blaubeuren, die mit den Titelaufnahmen von Jörg Martin übernommen wurden, sind im Findbuch entsprechend gekennzeichnet. Dadurch wird die erhaltene Überlieferung als Ganzes in sinnvoller Ordnung benutzbar gemacht und der zwischenzeitlich zerstörte Archivkörper einer altwürttembergischen Behörde weitestgehend rekonstruiert. Neben der Überlieferung des Klosters Blaubeuren, die hier unter dem Bestand A 478 geführt wird, bieten vor allem die Bestände des Stadtoberamts Blaubeuren (A 322 L), der weltlichen und geistlichen Amtsverwaltung Blaubeuren (A 322, A 323), die Ämterregistratur des Kirchenrats (A 284), die Überlieferung der Blaubeurer Klosterpflegen Rottenacker (A 319 L) und Tübingen (A 534 L), sowie die einschlägigen Lagerbuchserien des Klosters bzw. der Geistlichen Verwaltung Blaubeuren (H 102/12, H 102/13) ergänzende Überlieferung. Das vorliegende Findbuch umfasst insgesamt 285 Ordnungsnummern, wovon 248 Büschel im Umfang von 4,4 lfd. m. im Hauptstaatsarchiv Stuttgart liegen, 37 Nummern liegen im Stadtarchiv Blaubeuren. Die Laufzeit der Akten des Bestandes datiert von 1460 bis 1818. Die Regesten der 24 Urkunden aus der Zeit von 1403 bis 1755, darunter drei doppelte Ausfertigungen, waren von Prof. Dr. Hans-Martin Maurer im Rahmen der Archivarsausbildung mit Referendaren und Anwärtern angelegt worden. Sie wurden von ihm redigiert und von dem Archivreferendar Michael Habersack unter Anleitung von Dr. Peter Rückert im September 2009 im Findbuch ergänzt. Durch die Erfassung der Urkunden und ihre Integration in die vorhandene Verzeichnungsstruktur ergab sich zugleich eine wesentliche Erweiterung der Indices. Das Findbuch wurde deshalb auf der Basis der aktuellen Archivsoftware Midosa 21 neu erstellt und gebunden. Stuttgart, im Dezember 2000 und im September 2009 Dr. Peter Rückert
Literatur: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Bd. 3, Stuttgart 1978. Hansmartin Decker-Hauff und Immo Eberl (Hg.): Blaubeuren, die Entwicklung einer Siedlung in Südwestdeutschland, Sigmaringen 1986. Der Alb-Donau-Kreis. Amtliche Beschreibung, Bd. 1, Sigmaringen 1989, insbesondere S. 654 ff. Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg, bearb. von Franz Quarthal (= Germania Benedictina V), Augsburg 1975. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Altwürttembergisches Archiv, 2. Aufl. bearb. von Hans-Martin Maurer, Stephan Molitor und Peter Rückert (= Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 32), Stuttgart 1999.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.