Die RKG-Appellation richtet sich gegen einen Arrest, den der Appellat zur Sicherung der eventuellen Ansprüche des Stiftes Essen aus den noch nicht abgehörten Präsenzrechnungen seines Bruders, für dessen Amtsführung die gemeinsamen Eltern mit ihrem gesamten Besitz gebürgt hatten, sowie eigener Forderungen über 833 Rtlr. gegenüber seinem Neffen, dem Kanoniker Joseph Anton Devens (jun.), auf die Einnahmen aus dem Humanshof zu Rossenray (Quartier bzw. Bauerschaft) im kurköln. Amt Rheinberg, aus dem Besitz seines Bruders erwirkt hatte. Der Appellant verweist darauf, der Appellat hätte als damaliger Vormund seiner Nichten und Neffen die Präsenzrechnungen längst abrechnen können. Ein Verfahren um Gegenforderungen gegen ihn sei noch anhängig. Zudem seien für jegliche Schuldforderungen gegen ihn als Essener Bürger nicht der Kölner Offizial, sondern Essener Gerichte zuständig.
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Die RKG-Appellation richtet sich gegen einen Arrest, den der Appellat zur Sicherung der eventuellen Ansprüche des Stiftes Essen aus den noch nicht abgehörten Präsenzrechnungen seines Bruders, für dessen Amtsführung die gemeinsamen Eltern mit ihrem gesamten Besitz gebürgt hatten, sowie eigener Forderungen über 833 Rtlr. gegenüber seinem Neffen, dem Kanoniker Joseph Anton Devens (jun.), auf die Einnahmen aus dem Humanshof zu Rossenray (Quartier bzw. Bauerschaft) im kurköln. Amt Rheinberg, aus dem Besitz seines Bruders erwirkt hatte. Der Appellant verweist darauf, der Appellat hätte als damaliger Vormund seiner Nichten und Neffen die Präsenzrechnungen längst abrechnen können. Ein Verfahren um Gegenforderungen gegen ihn sei noch anhängig. Zudem seien für jegliche Schuldforderungen gegen ihn als Essener Bürger nicht der Kölner Offizial, sondern Essener Gerichte zuständig.
AA 0627, 652 - B 1700/5346
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1726-1729 (1698- 1728)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johannes von der Burg (Borg, Bourg), Kaufhändler und Buchbinder, Bürger der Stadt Essen, namens seiner Ehefrau Anna Katharina Ignatia von Devens, (Bekl.: Anna Katharina Ignatia zusammen mit ihrem Bruder Joseph Anton von Devens jun., Kanoniker zu Essen) Beklagter: Johann Joseph Wilhelm von Devens sen., Kanoniker, Offizial und Ehrenkaplan, Essen bzw. Steele, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1726 - Subst.: Lic. Johann Jakob Wahl Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Christian Wiegand 1726 - Subst.: Lic. Wilhelm Maximilian Brack Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kölner Offizial 1723-1725 - 2. RKG 1726-1729 (1698- 1728) Beweismittel: Acta priora (Q 23). Rationes decidendi (Bl. 137 - 140). Wegen einer Schuldforderung des Kanonikers Devens sen. an Kanoniker Devens jun. über 883 Rtlr. schwebt noch ein Prozeß vor den fürstl.-essenschen Kommissaren (21). Vormundschaftsrechnung des Offizials von Devens, 1707-1714 (33f.). Schenkung des Joseph Anton Devens an seine Schwester Anna Katharina Ignatia und ihre Kinder, nämlich seines Kindesteils (Filialquote), 1721 (51f). Entrichtung der Pacht durch Johann Humans gen. Sanders, 1710-1714 (87f.). Auszug aus dem Prozeß vor dem Rat der Stadt Essen Johann Joseph von Devens ./. Buchbinder von der Burg, 1723 (103f.). Quittung über die Ablegung der Vormundschaftsrechnung und des Status bonorum des Offizials Devens vor den Geschwistern Anna Katharina Ignatia, Joseph Anton und Johannes Josephus Devens, 1716 (108f.). Die Eheleute Johann Joseph von Devens und Margaretha Wolff lassen ihren Anteil am Humanshof sowie an dem Kapital bei Kapelman und Colterman, alles im Amt Rheinberg, pro cautione beim Gericht Rheinberg eintragen, nachdem ihr Oheim, der Offizial Devens, in seinem Prozeß mit Joseph Anton Kaution leisten mußte, 1725 (111f.). Revers der Vormünder der Waisen Dr. von Devens’, Rutger und J. J. G. von Devens, daß sie Herman Back versprochen haben, ihm den Humanshof zu verkaufen, wenn er ihnen innerhalb bestimmter Frist 1500 Tlr. erlege, 1707 (161). Beschreibung: 4 cm, 187 Bl., lose; Q 1-45. Q 6-18 (Bl. 26-56), 20-22 (59-71) und 24-39 (141-176) lagen bisher bei RKG 1326 (D 277/748); die bisher unter Signatur B 1700/5346 liegenden Bde. II und III wurden zu RKG 1326 (D 277/748) gelegt, wo sie bisher fehlten.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:32 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
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- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
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- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Bestand)
- 2. Buchstabe B (Gliederung)