Johann Pistoris, Prior des Dominikanerklosters Luckau, klagt Heinrich Tunkel von Bernitzko, Landvogt der Niederlausitz, dass die Bauern des Dorfes Cahnsdorf zwei dem Kloster gehörige Stücke Gerste neben ihren Äckern mutwillig abgehütet haben. Auf seine Klage habe zunächst der Bürgermeister der Stadt Luckau, Tannenberg, den Schaden durch den Ratsdiener besichtigen lassen, darauf habe der jetztregierenden Bürgermeister Hindenburg mit dem Stadtschreiber selbst die Besichtigung vorgenommen und den Bauern befohlen, dem Kloster den Schaden zu bezahlen, "welchs die pauer baß anher nicht haben thun wollen, weyß ich nicht, ab sie es thun auß ubermuth aber ab sie den rath vorachten". Die Bauern unterstünden sich ferner, ihm zu verbieten, die Äcker eher zu pflügen und Mist zu fahren als sie, obwohl ihm vom verstorbenen Bürgermeister Tannenberg das Recht zuerkannt worden sei, 14 Tage vor ihnen mit dem Pflügen zu beginnen. Der Prior bittet daher den Landvogt, an den Rat zu schreiben, damit er die Cahnsdorfer veranlasse, den Schaden zu bezahlen und das Kloster am Pflügen und Mistfahren nicht zu hindern. "Datum Luckaw ahn tage Vincula Petri anno etc. XXXVIIIten."

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