Badedirektion Nenndorf (Bestand)
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NLA BU, H 185
Nds. Landesarchiv, Abt. Bückeburg (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Akten >> 1.2 Fachbehörden >> 1.2.3 Gesundheit und Soziales
1792-1898
Bestandsgeschichte: Auf Geheiß des Rintelner Universitätsprofessors Dr. Ludwig Schröter veranlaßte Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel im Mai des Jahres 1787 die Errichtung des ersten Badehauses an den Nenndorfer Quellen, deren heilende Wirkung bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt war. Mit der Eröffnung der ersten Saison 1787 erwuchs daraus das Heilbad und der Kurort Bad Nenndorf, der bereits 1790 als eigener Gutsbezirk von Groß Nenndorf abgezweigt und 1928 mit Groß und Klein Nenndorf zur Gemeinde Bad Nenndorf vereint wurde. Die positive Entwicklung des Bades wurde 1806 durch die französische Besetzung im Königreich Westphalen unterbrochen. Nach der Rückkehr des 1803 zum Kurfürsten erhobenen Landgrafen im Jahre 1814 setzte sich diese Entwicklung aber fort und verlief unter preußischer Verwaltung ab 1866 zunehmend erfolgreich, wobei der Kreis Rinteln zunächst zur Provinz Hessen-Nassau und ab 1932 zur Provinz Hannover gehörte.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente das Bad mit stark eingeschränktem Badebetrieb als Lazarett; mit Einzug der
amerikanischen Truppen kam der Badebetrieb schließlich völlig zum Erliegen. Nach der Evakuierung 1945 wurde in dem Bad ein Vernehmungslager der Allierten, 1947 das Zentralamt für Vermögensverwaltung der britischen Zone eingerichtet. Erst im August 1948 wurde der Kurbetrieb, 1950 die wissenschaftliche Forschung des 1936 eingerichteten Balneologischen Instituts wiedereröffnet und seither mit ständigen Neuerungen und Erweiterungen fortgeführt.
Nach dem mißlungenen Versuch, das Bad als eine Art Aktiengesellschaft zu führen und nach der Abtrennung des Badeortes 1790 von Groß Nenndorf, wurden schließlich Professor Schröter als Brunnenmedicus und der Bürgermeister von Rodenberg, Heinichen, als Burggraf, später mit der moderneren Bezeichnung Hofkommissar, sowie der Brunnenmeister Tegetmeyer am Gesundbrunnen zu Nenndorf angestellt. Die Verwaltung des
Bestandsgeschichte: Bades war der Oberfinanzkammer in Kassel bzw. dem Amt Rodenberg unterstellt, wobei die Brunnendirektion mit dem Brunnendirektor zunächst in Kassel, ab 1794 in Rinteln und ab 1866 in Fulda ansässig war.
Mit zunehmender Badefrequenz wuchsen auch die Verwaltungsaufgaben und der Personalbestand der Badeverwaltung. 1844 schließlich wurde der Badeinspektor Jakobi eingestellt. Der dem Hofkommissar unterstellte Inspektor nahm zugleich die Aufgaben des Rechnungsführers, Bauaufsehers, Bademeisters und Maschinisten wahr und wurde das eigentlich ausführende Organ der gesamten Badeverwaltung. Seit der Übernahme des Kurfürstentums Hessen-Kassel durch Preußen 1866 verstärkte sich die Tendenz, die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Privatwirtschaft zu überlassen, die Verwaltung blieb jedoch in staatlicher Hand. Die Zuständigkeit ging jetzt an das Landwirtschaftsministerium in Berlin bzw. an die Regierung in Kassel, seit 1932 in Hannover, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten, über. Der Ausbau der Badeanstalt wurde von dem preußischen Staatsminister Podbielski stark gefördert. Seit der Gründung des Landes Niedersachsen 1946 liegt die Aufsicht über die Badedirektion Nenndorf bei der Bezirksregierung Hannover, Dezernat 205 (Gesundheitswesen).
Der Bestand H 185 Badedirektion Nenndorf gliedert sich in die Abteilungen A (Rechnungsbücher) und B (Akten). Die
Abteilung A enthält Brunnenrechnungen, Badekontrollisten, Register und Rechnungsbücher der Jahre 1792-1898 und
umfaßt ca 5 laufende Meter. Er wurde im Jahre 1963 von Frau Edelkötter verzeichnet. Die Abteilung B enthält vor allem
das Kassenwesen der Badeanstalt sowie die Verwaltung und Instandhaltung der Liegenschaften, Immobilien und Ein-
richtungen des Zeitraums (1816) 1825-1891. Er umfaßt ca. 2,5 laufende Meter.
Das Archivmaterial, das in der Kurverwaltung, im Galeriegebäude des Bades Nenndorf, untergebracht
Bestandsgeschichte: war, ist bei dem Brand der Kurverwaltung im Jahre 1959 vernichtet worden. Damit muß die Überlieferung des 20. Jahrhunderts als verloren gelten. Die Verzeichnung der Abteilung B erfolgte im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für den gehobenen Archivdienst durch Frau Katia Schliwinski, das Findbuch wurde durch den Unterzeichneten erstellt.
Bückeburg, März
Bestandsgeschichte: 1993
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Ja
Zusatzinformationen: abgeschlossen
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente das Bad mit stark eingeschränktem Badebetrieb als Lazarett; mit Einzug der
amerikanischen Truppen kam der Badebetrieb schließlich völlig zum Erliegen. Nach der Evakuierung 1945 wurde in dem Bad ein Vernehmungslager der Allierten, 1947 das Zentralamt für Vermögensverwaltung der britischen Zone eingerichtet. Erst im August 1948 wurde der Kurbetrieb, 1950 die wissenschaftliche Forschung des 1936 eingerichteten Balneologischen Instituts wiedereröffnet und seither mit ständigen Neuerungen und Erweiterungen fortgeführt.
Nach dem mißlungenen Versuch, das Bad als eine Art Aktiengesellschaft zu führen und nach der Abtrennung des Badeortes 1790 von Groß Nenndorf, wurden schließlich Professor Schröter als Brunnenmedicus und der Bürgermeister von Rodenberg, Heinichen, als Burggraf, später mit der moderneren Bezeichnung Hofkommissar, sowie der Brunnenmeister Tegetmeyer am Gesundbrunnen zu Nenndorf angestellt. Die Verwaltung des
Bestandsgeschichte: Bades war der Oberfinanzkammer in Kassel bzw. dem Amt Rodenberg unterstellt, wobei die Brunnendirektion mit dem Brunnendirektor zunächst in Kassel, ab 1794 in Rinteln und ab 1866 in Fulda ansässig war.
Mit zunehmender Badefrequenz wuchsen auch die Verwaltungsaufgaben und der Personalbestand der Badeverwaltung. 1844 schließlich wurde der Badeinspektor Jakobi eingestellt. Der dem Hofkommissar unterstellte Inspektor nahm zugleich die Aufgaben des Rechnungsführers, Bauaufsehers, Bademeisters und Maschinisten wahr und wurde das eigentlich ausführende Organ der gesamten Badeverwaltung. Seit der Übernahme des Kurfürstentums Hessen-Kassel durch Preußen 1866 verstärkte sich die Tendenz, die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Privatwirtschaft zu überlassen, die Verwaltung blieb jedoch in staatlicher Hand. Die Zuständigkeit ging jetzt an das Landwirtschaftsministerium in Berlin bzw. an die Regierung in Kassel, seit 1932 in Hannover, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten, über. Der Ausbau der Badeanstalt wurde von dem preußischen Staatsminister Podbielski stark gefördert. Seit der Gründung des Landes Niedersachsen 1946 liegt die Aufsicht über die Badedirektion Nenndorf bei der Bezirksregierung Hannover, Dezernat 205 (Gesundheitswesen).
Der Bestand H 185 Badedirektion Nenndorf gliedert sich in die Abteilungen A (Rechnungsbücher) und B (Akten). Die
Abteilung A enthält Brunnenrechnungen, Badekontrollisten, Register und Rechnungsbücher der Jahre 1792-1898 und
umfaßt ca 5 laufende Meter. Er wurde im Jahre 1963 von Frau Edelkötter verzeichnet. Die Abteilung B enthält vor allem
das Kassenwesen der Badeanstalt sowie die Verwaltung und Instandhaltung der Liegenschaften, Immobilien und Ein-
richtungen des Zeitraums (1816) 1825-1891. Er umfaßt ca. 2,5 laufende Meter.
Das Archivmaterial, das in der Kurverwaltung, im Galeriegebäude des Bades Nenndorf, untergebracht
Bestandsgeschichte: war, ist bei dem Brand der Kurverwaltung im Jahre 1959 vernichtet worden. Damit muß die Überlieferung des 20. Jahrhunderts als verloren gelten. Die Verzeichnung der Abteilung B erfolgte im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für den gehobenen Archivdienst durch Frau Katia Schliwinski, das Findbuch wurde durch den Unterzeichneten erstellt.
Bückeburg, März
Bestandsgeschichte: 1993
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Ja
Zusatzinformationen: abgeschlossen
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 11:33 MESZ