Verhör der Brigitha Mayer, gebürtig aus Schweiz, wegen Jacob Dann von Wannweil in puncto adulterii (= Ehebruchs), zur Zeit bei Hans Riele zu Mayeringen (Mähringen) in Diensten
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7653
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 22 Urgichten
1665 April 29
Regest: Anwesend Herr Stephan Grieninger, Hans Guetbroth, Schultheiß zu Wannweil, Johann Heß, Ratschreiber
1) Sie erzählt, als sie vor einem Jahr dem Dann, ihrem gewesenen Meister, im Frühling, Dung zu spreiten (= auseinanderzubreiten), in die Mark gegangen sei, sei sie vor Dann hergegangen. Im Hinausgehen habe er ihr ob dem Ofenbronnen einen Graben gezeigt, sie unversehens um den Leib genommen, hinter einem Busch niedergerissen. Wiewohl sie sich gewehrt, sehr geweint und gesagt habe, sie bleiben zu lassen, denn wenn sie schwanger werden sollte, wo sie mit dem Kind hin solle, habe er dennoch von ihr nicht lassen wollen, sondern geantwortet, sie solle schweigen, könne noch sein Weib werden. Er wolle schon machen, daß sie nicht schwanger werde, wie er denn mit ihr auch nichts Wirkliches habe vollbringen können. Es habe auch nicht lang gewährt. Er habe gesagt, sie solle nur schweigen, er wolle das Loch nach und nach größer machen.
2) Ihrem Meister sei hernach in dem ... (?) ein Kind gestorben. Er sei mit ihr auf seine Bonlanden-Wiese, um sie zu mähen und zu warben (= das abgemähte Gras auseinanderzubreiten), an einem Nachmittag hinausgegangen. Sie aber habe ein Wändlen (= Wännle) auf dem Kopf getragen. Unterwegs habe er ihr mit der einen Hand das Wännle abgenommen, mit der andern aber sie gehalten, gleich niedergerissen und sein membrum virile (= männliches Glied) entblößt. Wiewohl sie sich wieder sehr wehrte und schrie, habe er doch von ihr nicht lassen wollen, sondern hinter einer Eiche ... (?), aber wie zuvor mit ihr nichts vollbringen können.
3) Sie meine, ... (?) vor dem Ömbdet (Öhmd) selbigen Jahrs, wisse es so eigentlich (genau) nicht, sei sie mit Dann in das Holz in den Schönbuch gefahren. Sie sei auf dem Karren gesessen. Nachdem er zu dem Holz gekommen, habe er ihr 4 Büschel Reis (= Reiser, Reisig) auf den Karren geboten, sei dann hinaufgestiegen, habe sie gleich umgedrückt, und weil sie sich nicht wehren konnte, habe er abermal sein membrum virile entblößt und dieses dritte und letzte Mal die Notzucht mit ihr wirklich vollbracht. Daher habe sie auch gemeint, daß sie schwanger sei. Sie habe immer solches offenbaren wollen, aber er habe sie hoch bedroht, dann wolle er ihr den Kopf abhauen, könne sie auch als ein armes Mädle gut hinter sich treiben (= hindern). Sonst (= im übrigen) wisse sie den Ort außerhalb des Schönbuchs (= abgesehen vom Schönbuch), wo die Verübung vor sich gegangen, noch wohl, könne sie auch zeigen.
Was den Sohn des Georg alt Lutz betreffe, so sei derselbe zwar zu ihr auf die Buhlschaft gegangen (= habe mit ihr ein Liebesverhältnis gehabt), sei aber "mit diesen verbis formalibus soll sie wietig werden, nicht bei ihr gelegen" (etwa: sie solle, wie sie wörtlich sagte, die Tollwut kriegen, wenn er bei ihr gelegen sei).
1) Sie erzählt, als sie vor einem Jahr dem Dann, ihrem gewesenen Meister, im Frühling, Dung zu spreiten (= auseinanderzubreiten), in die Mark gegangen sei, sei sie vor Dann hergegangen. Im Hinausgehen habe er ihr ob dem Ofenbronnen einen Graben gezeigt, sie unversehens um den Leib genommen, hinter einem Busch niedergerissen. Wiewohl sie sich gewehrt, sehr geweint und gesagt habe, sie bleiben zu lassen, denn wenn sie schwanger werden sollte, wo sie mit dem Kind hin solle, habe er dennoch von ihr nicht lassen wollen, sondern geantwortet, sie solle schweigen, könne noch sein Weib werden. Er wolle schon machen, daß sie nicht schwanger werde, wie er denn mit ihr auch nichts Wirkliches habe vollbringen können. Es habe auch nicht lang gewährt. Er habe gesagt, sie solle nur schweigen, er wolle das Loch nach und nach größer machen.
2) Ihrem Meister sei hernach in dem ... (?) ein Kind gestorben. Er sei mit ihr auf seine Bonlanden-Wiese, um sie zu mähen und zu warben (= das abgemähte Gras auseinanderzubreiten), an einem Nachmittag hinausgegangen. Sie aber habe ein Wändlen (= Wännle) auf dem Kopf getragen. Unterwegs habe er ihr mit der einen Hand das Wännle abgenommen, mit der andern aber sie gehalten, gleich niedergerissen und sein membrum virile (= männliches Glied) entblößt. Wiewohl sie sich wieder sehr wehrte und schrie, habe er doch von ihr nicht lassen wollen, sondern hinter einer Eiche ... (?), aber wie zuvor mit ihr nichts vollbringen können.
3) Sie meine, ... (?) vor dem Ömbdet (Öhmd) selbigen Jahrs, wisse es so eigentlich (genau) nicht, sei sie mit Dann in das Holz in den Schönbuch gefahren. Sie sei auf dem Karren gesessen. Nachdem er zu dem Holz gekommen, habe er ihr 4 Büschel Reis (= Reiser, Reisig) auf den Karren geboten, sei dann hinaufgestiegen, habe sie gleich umgedrückt, und weil sie sich nicht wehren konnte, habe er abermal sein membrum virile entblößt und dieses dritte und letzte Mal die Notzucht mit ihr wirklich vollbracht. Daher habe sie auch gemeint, daß sie schwanger sei. Sie habe immer solches offenbaren wollen, aber er habe sie hoch bedroht, dann wolle er ihr den Kopf abhauen, könne sie auch als ein armes Mädle gut hinter sich treiben (= hindern). Sonst (= im übrigen) wisse sie den Ort außerhalb des Schönbuchs (= abgesehen vom Schönbuch), wo die Verübung vor sich gegangen, noch wohl, könne sie auch zeigen.
Was den Sohn des Georg alt Lutz betreffe, so sei derselbe zwar zu ihr auf die Buhlschaft gegangen (= habe mit ihr ein Liebesverhältnis gehabt), sei aber "mit diesen verbis formalibus soll sie wietig werden, nicht bei ihr gelegen" (etwa: sie solle, wie sie wörtlich sagte, die Tollwut kriegen, wenn er bei ihr gelegen sei).
2 S.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
2025-03-20T11:14:04+0100