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Gut Barenaue (Bestand)
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Geschichte des Bestandsbildners: Am Südrande des Großen Dieven Moores gelegen, erhob sich aus dem Moorgrund schon im 14. Jahrhundert die Burg Barenau als Sitz des Geschlechts der von Bar. Von dieser Burg ist nur eine plastische Darstellung auf dem Deckel eines alten Kelches erhalten, die wirkliche Anlage vernichtete ein Brand im Jahre 1651. Die erfolgte Neuerrichtung war nach einem Jahrhundert baufällig und wurde zu einem anspruchlosen Wohnhaus umgebaut. So ließ Ludwig German von Bar von 1857/62 das jetzt noch erhaltene neue Herrenhaus in der Nähe der alten Rothenburg gelegen, errichten.
Der Grundbesitz erstreckte sich über das Gut Barenau hinaus auf die Güter Blankenburg, Rothenburg und Hassebrock, zeitweilig auf über Borgwedde, Bruchhausen und Hesepe.
Seit 1366 hatte das jeweils älteste Glied der Barenauer Linie der Herren von Bar das Amt des Erblanddrosten, also den Vorsitz in den ritterschaftlichen Verhandlungen im Fürstentum Osnabrück inne. Im 18. Jahrhundert von Seiten der Ritterschaft streitig gemacht, wurde nach langen Prozessen im Jahre 1788 die Würde des Erblanddrosten der Familie endgültig zuerkannt.
Barenau besaß die Landtagsfähigkeit mit den sich daraus ergebenden Rechten der hohen und niederen Jagd, Fischerei und ausgedehnte Markengerechtigkeiten. Das Gogericht auf der Angelbeke und zu Ostercappeln, ein Lehen der Herzöge von Sachsen, befand sich schon im 13. Jahrhundert im Besitz verschiedener Zweige der Familie von Bar; bis ins 16. Jahrhundert werden Mitglieder der Familie als Besitzer genannt.
Geschichte des Bestandsbildners: Mehrere Angehörige der von Bar'schen Familie haben bedeutende und einflussreiche Stellungen, auch außerhalb des Fürstbistums bekleidet, was sich besonders in der Gruppe der Handakten im Archiv widerspiegelt.
Heinrich Sigismund von Bar wird 1709 Verwalter des Privatvermögens der Herzogin Sophie Dorothee, der Gemahlin des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. (Vgl. dazu: die Güterverwaltung und Erbschaft der Herzogin Sophie Dorothee).
Georg Ludwig von Bar wird 1721 Domherr zu Minden und Probst des Stifts Levern und später zum geheimen Legationsrat zu Osnabrück ernannt. Er ist besonders wegen seiner literarischen Tätigkeit berühmt - Friedrich der Große soll ihn den besten französischen Dichter Deutschlands genannt haben - und war ein Freund J. Mösers-
Erich Ludwig German von Bar gelangte 1858 als Oberappellationsrat nach Celle und wurde 1858 zum Justizminister in Hannover ernannt.
Trotz verschiedener Besitzwechsel innerhalb der Familie, Erbstreitigkeiten und langwieriger Prozesse ist das Gut Barenau als Stammsitz der von Bar immer erhalten geblieben.
Bestandsgeschichte: Der in mehreren Akzessionen (1941, 1956, 1966, 1967) im Staatsarchiv deponierte Bestand umfaßt im wesentlichen das Guts- und Familienschriftgut der Linie zu Barenaue.
Bestand
Literatur: v. Bar, Stammtafeln und Nachrichten von dem Geschlecht von Bar, Osnabrück 1841; F. Frensdorff, Verzeichnis der Schriften von Ludwig v. Bar, Prof. der Rechte an der Universität Göttingen, Göttingen 1916, Rudolf von Bruch, Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, Osnabrück 1930.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.