Gut Barenaue (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
NLA OS, Dep 37 b
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.4 Adels- und Gutsarchive
1200-1953
Enthält: Akten (Dep 37b): Gesetze und Verordnungen: 13, 1668-1871. – Osnabrücker Ritterschaft und Landstände: 21, 1532-1930. – Lehnssachen: 3, 1641-1821. – Besitzverhältnisse, Inventare, Lagerbücher: 30, 1605-1938. – Exemtionen: 3, 1840-80. – Gutsverwaltung Barenaue, Blankenburg, Rothenburg, Hassebrock und Bruchhausen: 109, 1593-1955. Darin Rechnungen, Geld-, Korn-, Dienst- und Viehregister 1635-1934. – Bestallungen, Besoldung, Löhne: 29, 1719-1954. – Versicherungen: 4, 1865-1958. – Grundstückssachen: 14, 1523-1952. – Bausachen: 12, 1739-1941. – Kirchen- und Schulsachen, Armengelder: 11, 1482-1929. – Gerichtssachen: 2, 1767-1807. – Mühlensachen: 2, 1554-1891. – Forst- und Holzsachen, Grasverkäufe: 53, 1583-1948. – Jagd und Fischerei: 8, 1651-1934. – Markensachen: 20, 1546-1912. – Siedlung, Melioration, Wasserbau: 12, 1860-1948. – Wege- und Grenzsachen: 6, 1617-1868. – Eisenbahn, Kanalbau: 9, 1872-1925. – Kohlen- und Erzgruben: 3, 1695-1844. – Pacht- und Heuersachen: 25, 1642-1952. – Eigenbehörigkeit: 18, 1496-1848. – Allodifikationen, Ablösungen: 8, 1756-1885. – Zehnte: 2, 1426-1766. – Finanzsachen: 14, 1612-1938. – Steuern: 15, 1726-1942. – Militaria: 9, 1728-1839. – Prozesse: 46, 1530-1950. – Titel, Beförderungen, Auszeichnungen, Pfründen: 21, 1608-1895. – Ehepakten und Leibzucht: 6, 1507-1839. – Testamente, Nachlässe: 16, 1552-1899. – Erbauseinandersetzungen: 15, 1561-1858. – Verschiedene Familiensachen: 15, 1520-1934. – Güterverwaltung der Prinzessin Sophie Dorothea zu Ahlden: 10, 1699-1775. – Korrespondenzen: 39, 1612-1943. – Tagebücher und literarische Erzeugnisse: 26, 1675-1883. – Handakten und Exzerpte: 35, 1785-1940. – Historische Sammlungen, Urkundenabschriften: 18, (1200) 1510-1907. – Osnabrücker Schatzrechnungen: 88, 1690-1772. Karten (Dep 37K): Wirtschafts-, Forst- und Gemarkungskarten sowie Bauzeichnungen des Gutes Barenaue: 11, 1823-1935. – Topographische und militärische Karten von Europa: 4, 1862-1940.
Geschichte des Bestandsbildners: Am Südrande des Großen Dieven Moores gelegen, erhob sich aus dem Moorgrund schon im 14. Jahrhundert die Burg Barenau als Sitz des Geschlechts der von Bar. Von dieser Burg ist nur eine plastische Darstellung auf dem Deckel eines alten Kelches erhalten, die wirkliche Anlage vernichtete ein Brand im Jahre 1651. Die erfolgte Neuerrichtung war nach einem Jahrhundert baufällig und wurde zu einem anspruchlosen Wohnhaus umgebaut. So ließ Ludwig German von Bar von 1857/62 das jetzt noch erhaltene neue Herrenhaus in der Nähe der alten Rothenburg gelegen, errichten.
Der Grundbesitz erstreckte sich über das Gut Barenau hinaus auf die Güter Blankenburg, Rothenburg und Hassebrock, zeitweilig auf über Borgwedde, Bruchhausen und Hesepe.
Seit 1366 hatte das jeweils älteste Glied der Barenauer Linie der Herren von Bar das Amt des Erblanddrosten, also den Vorsitz in den ritterschaftlichen Verhandlungen im Fürstentum Osnabrück inne. Im 18. Jahrhundert von Seiten der Ritterschaft streitig gemacht, wurde nach langen Prozessen im Jahre 1788 die Würde des Erblanddrosten der Familie endgültig zuerkannt.
Barenau besaß die Landtagsfähigkeit mit den sich daraus ergebenden Rechten der hohen und niederen Jagd, Fischerei und ausgedehnte Markengerechtigkeiten. Das Gogericht auf der Angelbeke und zu Ostercappeln, ein Lehen der Herzöge von Sachsen, befand sich schon im 13. Jahrhundert im Besitz verschiedener Zweige der Familie von Bar; bis ins 16. Jahrhundert werden Mitglieder der Familie als Besitzer genannt.
Geschichte des Bestandsbildners: Mehrere Angehörige der von Bar'schen Familie haben bedeutende und einflussreiche Stellungen, auch außerhalb des Fürstbistums bekleidet, was sich besonders in der Gruppe der Handakten im Archiv widerspiegelt.
Heinrich Sigismund von Bar wird 1709 Verwalter des Privatvermögens der Herzogin Sophie Dorothee, der Gemahlin des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. (Vgl. dazu: die Güterverwaltung und Erbschaft der Herzogin Sophie Dorothee).
Georg Ludwig von Bar wird 1721 Domherr zu Minden und Probst des Stifts Levern und später zum geheimen Legationsrat zu Osnabrück ernannt. Er ist besonders wegen seiner literarischen Tätigkeit berühmt - Friedrich der Große soll ihn den besten französischen Dichter Deutschlands genannt haben - und war ein Freund J. Mösers-
Erich Ludwig German von Bar gelangte 1858 als Oberappellationsrat nach Celle und wurde 1858 zum Justizminister in Hannover ernannt.
Trotz verschiedener Besitzwechsel innerhalb der Familie, Erbstreitigkeiten und langwieriger Prozesse ist das Gut Barenau als Stammsitz der von Bar immer erhalten geblieben.
Bestandsgeschichte: Der in mehreren Akzessionen (1941, 1956, 1966, 1967) im Staatsarchiv deponierte Bestand umfaßt im wesentlichen das Guts- und Familienschriftgut der Linie zu Barenaue.
Geschichte des Bestandsbildners: Am Südrande des Großen Dieven Moores gelegen, erhob sich aus dem Moorgrund schon im 14. Jahrhundert die Burg Barenau als Sitz des Geschlechts der von Bar. Von dieser Burg ist nur eine plastische Darstellung auf dem Deckel eines alten Kelches erhalten, die wirkliche Anlage vernichtete ein Brand im Jahre 1651. Die erfolgte Neuerrichtung war nach einem Jahrhundert baufällig und wurde zu einem anspruchlosen Wohnhaus umgebaut. So ließ Ludwig German von Bar von 1857/62 das jetzt noch erhaltene neue Herrenhaus in der Nähe der alten Rothenburg gelegen, errichten.
Der Grundbesitz erstreckte sich über das Gut Barenau hinaus auf die Güter Blankenburg, Rothenburg und Hassebrock, zeitweilig auf über Borgwedde, Bruchhausen und Hesepe.
Seit 1366 hatte das jeweils älteste Glied der Barenauer Linie der Herren von Bar das Amt des Erblanddrosten, also den Vorsitz in den ritterschaftlichen Verhandlungen im Fürstentum Osnabrück inne. Im 18. Jahrhundert von Seiten der Ritterschaft streitig gemacht, wurde nach langen Prozessen im Jahre 1788 die Würde des Erblanddrosten der Familie endgültig zuerkannt.
Barenau besaß die Landtagsfähigkeit mit den sich daraus ergebenden Rechten der hohen und niederen Jagd, Fischerei und ausgedehnte Markengerechtigkeiten. Das Gogericht auf der Angelbeke und zu Ostercappeln, ein Lehen der Herzöge von Sachsen, befand sich schon im 13. Jahrhundert im Besitz verschiedener Zweige der Familie von Bar; bis ins 16. Jahrhundert werden Mitglieder der Familie als Besitzer genannt.
Geschichte des Bestandsbildners: Mehrere Angehörige der von Bar'schen Familie haben bedeutende und einflussreiche Stellungen, auch außerhalb des Fürstbistums bekleidet, was sich besonders in der Gruppe der Handakten im Archiv widerspiegelt.
Heinrich Sigismund von Bar wird 1709 Verwalter des Privatvermögens der Herzogin Sophie Dorothee, der Gemahlin des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. (Vgl. dazu: die Güterverwaltung und Erbschaft der Herzogin Sophie Dorothee).
Georg Ludwig von Bar wird 1721 Domherr zu Minden und Probst des Stifts Levern und später zum geheimen Legationsrat zu Osnabrück ernannt. Er ist besonders wegen seiner literarischen Tätigkeit berühmt - Friedrich der Große soll ihn den besten französischen Dichter Deutschlands genannt haben - und war ein Freund J. Mösers-
Erich Ludwig German von Bar gelangte 1858 als Oberappellationsrat nach Celle und wurde 1858 zum Justizminister in Hannover ernannt.
Trotz verschiedener Besitzwechsel innerhalb der Familie, Erbstreitigkeiten und langwieriger Prozesse ist das Gut Barenau als Stammsitz der von Bar immer erhalten geblieben.
Bestandsgeschichte: Der in mehreren Akzessionen (1941, 1956, 1966, 1967) im Staatsarchiv deponierte Bestand umfaßt im wesentlichen das Guts- und Familienschriftgut der Linie zu Barenaue.
Bestand
Literatur: v. Bar, Stammtafeln und Nachrichten von dem Geschlecht von Bar, Osnabrück 1841; F. Frensdorff, Verzeichnis der Schriften von Ludwig v. Bar, Prof. der Rechte an der Universität Göttingen, Göttingen 1916, Rudolf von Bruch, Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, Osnabrück 1930.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ