Nachlass Stork, Friedrich Konrad (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Freiburg, T 1 (Zugang 1989/0036)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Nachlässe und Familienarchive >> Nachlässe und Vorlässe
1921-1939, 1948-1988
Überlieferungsgeschichte
Geb. 30. Dezember 1914 in Schallstadt, gest. 2. November 1988 ebd. Landwirt und Weingutsbesitzer in Schallstadt. Gründungsmitglied des FDP-Ortsvereins Schallstadt. 1948 Stellv. Bürgermeister und Gemeinderat in Schallstadt sowie Mitglied des Kreisrates und des Kreistages Freiburg, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg 1956-1976.
Inhalt und Bewertung
Persönliche Unterlagen; Korrespondenz; Parteiangelegenheiten (FDP); Unterlagen aus der Zeit als Landtagsabgeordneter (v.a.: Verwaltungsausschuss; Petitionsausschuss; Landwirtschafts- und Ernährungsausschuss, Ausschuss für Landesplanung und Raumordnung); Unterlagen zur Verwaltungsreform (1960er/70er Jahre); Kommunalpolitik in Schallstadt; Tätigkeit in landwirtschaftlichen Organisationen (u.a. Reichsnährstand)
Biographie: Friedrich Konrad Stork kam am 30. Dezember 1914 als Sohn des Friedrich Stork und der Frieda Regina Stork, geb. Hiss, in Schallstadt zur Welt. Sein Vater fiel jedoch bereits 1916 im Ersten Weltkrieg und auch die Mutter verlor Friedrich Konrad bereits im Jahr 1921. Nach dem Tod der Eltern kümmerte sich zunächst sein Großvater, der Weinbauer und Politiker Johann Albert Stork, der von 1913 bis 1923 auch Bürgermeister von Schallstadt und Mitglied des Badischen Landtags in Karlsruhe war, um seinen Enkel. Nach dessen Tod im Jahr 1929 übernahm Altrößlewirt Max Burggraf die Vormundschaft und Vermögensverwaltung für den 14-jährigen Friedrich Konrad. Aufgrund der Notverordnungen Heinrich Brünings konnte Stork dabei jedoch nicht auf Rentenbezüge und Schulbeihilfen zählen, die gestrichen worden waren. Dennoch besuchte er die Volksschule, die Landwirtschaftliche Berufsschule und die Landwirtschaftsschule, die er sehr gut abschloss. Nach der erfolgreich bestandenen bäuerlichen Werkprüfung im Jahr 1935 übernahm er das großväterliche Weingut mit Landwirtschaft, wurde jedoch bereits 1936 zum ersten Mal zu dem verkürzten, zwischen 1936 und 1937 abzuleistenden Wehrdienst eingezogen. Im selben Jahr wurde Friedrich Konrad Stork im damaligen, so genannten Reichsberufswettkampf in der Gruppe "Winzer mit Fachschule" Landessieger. 1938 heiratete er Hilda Margaretha Bolz aus Königschaffhausen, die den Weinbaubetrieb in der Abwesenheit ihres Gatten während des Krieges tatkräftig weiterführte. Aus dieser Ehe gingen die drei Söhne Werner, Günther und Fritz sowie die Tochter Elfriede hervor. Bereits am 26. August 1939 wurde Friedrich Konrad Stork bei der Mobilmachung zum Kriegsdienst zum IR 13 in Ludwigsburg berufen; im Laufe des Kriegseinsatzes trug er an der West- und Ostfront viermal Verwundungen davon. Nach seinem letzten Einsatz zur Verteidigung der Stadt Breslau geriet er nach der Kapitulation der deutschen Truppen in russische Gefangenschaft in Bessarabien, aus der er jedoch im Juli 1945 auf dramatische Weise zurückkehren konnte. Bereits kurz nach dem Krieg, im November 1948, wurde Friedrich Konrad Stork für die FDP, deren Schallstadter Ortsverein er mitbegründete, in den Gemeinderat von Schallstadt und in den Freiburger Kreistag gewählt; letzterem gehörte er bis 1979 an. Im Gemeinderat engagierte sich Friedrich Konrad Stork bis 1972 und übte während dieser Zeit auch ununterbrochen das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters von Schallstadt aus. Im Kreistag des Landkreises Freiburg bzw. des neuen Landkreises Freiburg-Hochschwarzwald war Stork Referent für das Schulwesen bzw. Mitglied des Schulausschusses, wobei er sich einerseits für die landwirtschaftlichen und gewerblichen Berufsschulen andererseits für die Übernahme und den Ausbau der Gymnasien durch den Landkreis einsetzte. Zu Storks Leistungen in der örtlichen Politik gehörten u.a. sein Erfolg bei den langwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn um den Wiederaufbau der zerstörten Brücke am Hockenbuch oder auch die Rebumlegung Leutersberg/Schanzbuck sowie am Batzenberg. Außerdem setzte er sich für den Bau ausreichend breiter Wirtschaftswege und die Anlage eines Höhenwegs über den Batzenberg von Schallstadt nach Kirchhofen ein. Friedrich Konrad Stork regte ebenfalls die Feier eines Weinfestes auf dem Batzenberg an, das zum ersten Mal im Jahr 1960 stattfand. Um eine Bereinigung der Feldflur auf der Gemarkung Schallstadt bemühte sich Friedrich Konrad Stork ebenso wie um die Förderung der Heilbäder in Bad Krozingen, Badenweiler und Bad Bellingen, die er selbst auch gerne benutzte. Auch im Bereich von Verkehr und Verkehrsführung in und um die Gemeinden Wolfenweiler und Schallstadt engagierte er sich. So unternahm er ab 1957 intensive Bemühungen zur Verlegung der B 3 durch das Schneckental, um die Abgas- und Geräuschbelästigung der Anwohner in Schallstadt und Wolfenweiler zu minimieren, darüberhinaus versuchte er in zähen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die neue Bahnstrecke durch das Schallstadter Neubaugebiet und eine Untertunnelung des Batzenbergs zu verhindern. 1969 führte Friedrich Konrad Stork erste Gespräche mit dem Ziel eines Zusammenschlusses der beiden früheren Gemeinden Wolfenweiler und Schallstadt im Zuge der Gemeindereform. Von 1953 bis 1974 war Friedrich Konrad Stork Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, von 1965 bis 1979 stellvertretender Kreisvorsitzender, von 1956 bis 1976 zudem Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. In der Südweststaatsfrage positionierte er sich bereits seit Beginn der 1950er Jahre als Verfechter eines Zusammenschlusses der Länder Baden und Württemberg. Seit 1965 fungierte Stork außerdem als einer der Stellvertreter des Landrats in dessen Eigenschaft als Kreistagsvorsitzender. Auch nach dem Ende seiner aktiven politischen Betätigung engagierte sich Friedrich Konrad Stork auf ehrenamtlicher Basis weiterhin z.B. für die Verlegung der B 3 durch das Schneckental. Dieses vielfältige Engagement Storks neben der Arbeit im heimischen landwirtschaftlichen Betrieb fand entsprechende Anerkennung: So erhielt Friedrich Konrad Stork 1969 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland sowie 1974 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, durch das Land Baden-Württemberg die Staatsmedaille in Gold für hervorragende Leistungen im Weinbau im Jahr 1965 sowie 1980 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Dazu kamen 1976 die Erinnerungsmedaille des Regierungspräsidenten von Freiburg, außerdem zahlreiche Ehrungen wie z.B. das grüne Band des Badischen landwirtschaftlichen Hauptverbandes und die Silberne Ehrennadel des Badischen Weinbauverbandes. Friedrich Konrad Stork starb am 2. November 1988 nach längerer Krankheit in Schallstadt.
Überlieferungsgeschichte und Erschließung des Bestandes: Erste Kontakte zwischen dem Staatsarchiv Freiburg und Friedrich Konrad Stork reichen ins Jahr 1980 zurück, als der damalige Archivdirektor Bernd Ottnad Stork auf das Interesse des Archivs an den sein politisches und gesellschaftliches Engagement dokumentierenden Unterlagen hinwies. Der endgültige Abschluss der Übergabe der Unterlagen zog sich indessen bis ins Jahr 1998 hin. Die Unterlagen waren in dieser Zeit in Storks Haus teilweise in einem Verschlag unter der Dachschräge, teilweise in einem Schrank auf dem Dachboden selbst gelagert, was vor allem hinsichtlich der klimatischen Bedingungen nicht ideal war. Die archivwürdigen Unterlagen wurden von Oberarchivrätin Eva Gießler gesichtet. Einige wenige Unterlagen wie ein Gedenkblatt für den gefallenen Friedrich Stork oder ein Brief über die Besetzung des Rheinlandes 1936 wurden offenbar an das Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg abgegeben. Der übrige Nachlass konnte trotz des gleichzeitigen Interesses auch des Kreisarchivs Freiburg für das Staatsarchiv Freiburg eingeholt werden, da sich beide Archive gegen eine Aufteilung des Nachlasses entschieden und das Staatsarchiv Freiburg in diesem Fall bereits früher in die Verhandlungen eingetreten war. Frau Gießler entnahm auch Unterlagen aus dem Nachlass Friedrich Konrad Storks und bildete einen weiteren Nachlass Johann Albert Stork, des Großvaters des jetzigen Nachlassers, der allerdings lediglich 0,3 lfd. m umfasst. Nach einer ersten, vorläufigen Verzeichnung von Eva Gießler-Wirsig erfolgte die endgültige Erschließung des Bestandes im Rahmen eines Erschließungsprojekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg durch Stefanie Albus-Kötz im November 2011, in deren Zuge auch eine Nachbewertung des Bestandes vorgenommen wurde. Kassiert wurde neben Dubletten und Kopien bereits im Nachlass enthaltener Schreiben vor allem Informationsmaterial der FDP, welches sich nicht direkt auf Friedrich Konrad Stork bezog, ebenso Veröffentlichungen des Informationsdienstes der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag. Kassiert wurde ebenfalls die bisherige Archivalieneinheit T 1 (Zugang 1989/0036)_27 aus dem Nachlass Friedrich Konrad Storks mit Unterlagen zur Kreisreform, da sie lediglich Kopien, gedruckte Pläne und Landtagsdrucksachen umfasste, die im äußersten Fall mit wenigen Unterstreichungen, aber keinesfalls mit substantiellen persönlichen Kommentaren oder Meinungsäußerungen Friedrich Konrad Storks versehen waren. Ebenso enthielt die Archivalieneinheit T 1 (Zugang 1989/0036)_34 lediglich allgemeines Informationsmaterial der FDP, Rundschreiben des Landesverbands der FDP Baden-Württemberg und Parteiinformationen der Presse- und Informationsstelle bzw. des Pressedienstes der FDP ohne Anmerkungen Friedrich Konrad Storks und ist deshalb im Rahmen eines Nachlasses nicht archivwürdig. Schließlich kassierte die Bearbeiterin zwei Archivalieneinheiten T 1 (Zugang 1989/0036)_35 bzw. T 1 (Zugang 1989/0036)_35a mit so genannten "Rednerschnellbriefen" der FDP, ebenfalls ohne Anmerkungen Storks. Bibliotheksgut aus dem Nachlass Stork wurde zum Teil in die Dienstbibliothek des Staatsarchivs Freiburg abgegeben: Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Alb - Oberschwaben - Bodensee Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Hohenlohe-Odenwald 8 Hefte des Mitteilungsblatts des badischen Waldbesitzverbands "Der Waldwirt" Staatliches Weinbauinstitut Freiburg im Breisgau 1920-1970 Programm des 7. Markgräfler Weinfests in Staufen (1. bis 4. September 1967) Junge Dorfgemeinschaft. Der Arbeitsabend, Folge 2, Druck Reichsnährstand Berlin Statuten des Bürger-Militair-Corps der großherzoglich-badischen Hauptstadt Freiburg Das Genfer Abkommen von 1949 in kurzer Zusammenfassung", 1952 Königsfeld, Federzeichnungen von Mechthild Weitbrecht", Stuttgart 1919. Dagegen wurde folgendes Bibliotheksgut komplett kassiert, da es bereits in der Amtsbibliothek des Staatsarchivs Freiburg vorhanden vertreten ist: Umkirch, Druck Johannes Krause 1973, Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Südlicher Oberrhein - Hochschwarzwald. Jahresbericht des Staatlichen Weinbauinstituts für das Jahr 1969 1250 Jahre Pfaffenweiler : Weindorf am Batzenberg vom 18.-21. August 1967. Eine Tonbandkassette mit einem Mitschnitt der Trauerfeier Friedrich Konrad Storks wurde bereits im September 2001 an das Audiovisuelle Archiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart abgegeben, ebenso der im Nachlass befindliche Farbfilm "Baden-Württemberg. Ein Land blickt in die Zukunft", Verlag Weineck, Kommission 14/1912 im Februar 2012. Der Bestand T 1 Nachlass Stork, Friedrich Konrad umfasst nun 91 Archivalieneinheiten oder 2,0 lfd. m und ist unter der Signatur T 1 (Zugang 1989/0036) nach den Maßgaben des baden-württembergischen Archivgesetzes sowie der Benutzungsordnung des Landesarchivs Baden-Württemberg zugänglich. Freiburg im Februar 2012 Stefanie Albus-Kötz
Sachverwandtes und Literatur: Wo Tradition sich mit der Moderne mischt, in: Die Zeit, 14.01.1977.
Geb. 30. Dezember 1914 in Schallstadt, gest. 2. November 1988 ebd. Landwirt und Weingutsbesitzer in Schallstadt. Gründungsmitglied des FDP-Ortsvereins Schallstadt. 1948 Stellv. Bürgermeister und Gemeinderat in Schallstadt sowie Mitglied des Kreisrates und des Kreistages Freiburg, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg 1956-1976.
Inhalt und Bewertung
Persönliche Unterlagen; Korrespondenz; Parteiangelegenheiten (FDP); Unterlagen aus der Zeit als Landtagsabgeordneter (v.a.: Verwaltungsausschuss; Petitionsausschuss; Landwirtschafts- und Ernährungsausschuss, Ausschuss für Landesplanung und Raumordnung); Unterlagen zur Verwaltungsreform (1960er/70er Jahre); Kommunalpolitik in Schallstadt; Tätigkeit in landwirtschaftlichen Organisationen (u.a. Reichsnährstand)
Biographie: Friedrich Konrad Stork kam am 30. Dezember 1914 als Sohn des Friedrich Stork und der Frieda Regina Stork, geb. Hiss, in Schallstadt zur Welt. Sein Vater fiel jedoch bereits 1916 im Ersten Weltkrieg und auch die Mutter verlor Friedrich Konrad bereits im Jahr 1921. Nach dem Tod der Eltern kümmerte sich zunächst sein Großvater, der Weinbauer und Politiker Johann Albert Stork, der von 1913 bis 1923 auch Bürgermeister von Schallstadt und Mitglied des Badischen Landtags in Karlsruhe war, um seinen Enkel. Nach dessen Tod im Jahr 1929 übernahm Altrößlewirt Max Burggraf die Vormundschaft und Vermögensverwaltung für den 14-jährigen Friedrich Konrad. Aufgrund der Notverordnungen Heinrich Brünings konnte Stork dabei jedoch nicht auf Rentenbezüge und Schulbeihilfen zählen, die gestrichen worden waren. Dennoch besuchte er die Volksschule, die Landwirtschaftliche Berufsschule und die Landwirtschaftsschule, die er sehr gut abschloss. Nach der erfolgreich bestandenen bäuerlichen Werkprüfung im Jahr 1935 übernahm er das großväterliche Weingut mit Landwirtschaft, wurde jedoch bereits 1936 zum ersten Mal zu dem verkürzten, zwischen 1936 und 1937 abzuleistenden Wehrdienst eingezogen. Im selben Jahr wurde Friedrich Konrad Stork im damaligen, so genannten Reichsberufswettkampf in der Gruppe "Winzer mit Fachschule" Landessieger. 1938 heiratete er Hilda Margaretha Bolz aus Königschaffhausen, die den Weinbaubetrieb in der Abwesenheit ihres Gatten während des Krieges tatkräftig weiterführte. Aus dieser Ehe gingen die drei Söhne Werner, Günther und Fritz sowie die Tochter Elfriede hervor. Bereits am 26. August 1939 wurde Friedrich Konrad Stork bei der Mobilmachung zum Kriegsdienst zum IR 13 in Ludwigsburg berufen; im Laufe des Kriegseinsatzes trug er an der West- und Ostfront viermal Verwundungen davon. Nach seinem letzten Einsatz zur Verteidigung der Stadt Breslau geriet er nach der Kapitulation der deutschen Truppen in russische Gefangenschaft in Bessarabien, aus der er jedoch im Juli 1945 auf dramatische Weise zurückkehren konnte. Bereits kurz nach dem Krieg, im November 1948, wurde Friedrich Konrad Stork für die FDP, deren Schallstadter Ortsverein er mitbegründete, in den Gemeinderat von Schallstadt und in den Freiburger Kreistag gewählt; letzterem gehörte er bis 1979 an. Im Gemeinderat engagierte sich Friedrich Konrad Stork bis 1972 und übte während dieser Zeit auch ununterbrochen das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters von Schallstadt aus. Im Kreistag des Landkreises Freiburg bzw. des neuen Landkreises Freiburg-Hochschwarzwald war Stork Referent für das Schulwesen bzw. Mitglied des Schulausschusses, wobei er sich einerseits für die landwirtschaftlichen und gewerblichen Berufsschulen andererseits für die Übernahme und den Ausbau der Gymnasien durch den Landkreis einsetzte. Zu Storks Leistungen in der örtlichen Politik gehörten u.a. sein Erfolg bei den langwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn um den Wiederaufbau der zerstörten Brücke am Hockenbuch oder auch die Rebumlegung Leutersberg/Schanzbuck sowie am Batzenberg. Außerdem setzte er sich für den Bau ausreichend breiter Wirtschaftswege und die Anlage eines Höhenwegs über den Batzenberg von Schallstadt nach Kirchhofen ein. Friedrich Konrad Stork regte ebenfalls die Feier eines Weinfestes auf dem Batzenberg an, das zum ersten Mal im Jahr 1960 stattfand. Um eine Bereinigung der Feldflur auf der Gemarkung Schallstadt bemühte sich Friedrich Konrad Stork ebenso wie um die Förderung der Heilbäder in Bad Krozingen, Badenweiler und Bad Bellingen, die er selbst auch gerne benutzte. Auch im Bereich von Verkehr und Verkehrsführung in und um die Gemeinden Wolfenweiler und Schallstadt engagierte er sich. So unternahm er ab 1957 intensive Bemühungen zur Verlegung der B 3 durch das Schneckental, um die Abgas- und Geräuschbelästigung der Anwohner in Schallstadt und Wolfenweiler zu minimieren, darüberhinaus versuchte er in zähen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die neue Bahnstrecke durch das Schallstadter Neubaugebiet und eine Untertunnelung des Batzenbergs zu verhindern. 1969 führte Friedrich Konrad Stork erste Gespräche mit dem Ziel eines Zusammenschlusses der beiden früheren Gemeinden Wolfenweiler und Schallstadt im Zuge der Gemeindereform. Von 1953 bis 1974 war Friedrich Konrad Stork Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, von 1965 bis 1979 stellvertretender Kreisvorsitzender, von 1956 bis 1976 zudem Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. In der Südweststaatsfrage positionierte er sich bereits seit Beginn der 1950er Jahre als Verfechter eines Zusammenschlusses der Länder Baden und Württemberg. Seit 1965 fungierte Stork außerdem als einer der Stellvertreter des Landrats in dessen Eigenschaft als Kreistagsvorsitzender. Auch nach dem Ende seiner aktiven politischen Betätigung engagierte sich Friedrich Konrad Stork auf ehrenamtlicher Basis weiterhin z.B. für die Verlegung der B 3 durch das Schneckental. Dieses vielfältige Engagement Storks neben der Arbeit im heimischen landwirtschaftlichen Betrieb fand entsprechende Anerkennung: So erhielt Friedrich Konrad Stork 1969 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland sowie 1974 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, durch das Land Baden-Württemberg die Staatsmedaille in Gold für hervorragende Leistungen im Weinbau im Jahr 1965 sowie 1980 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Dazu kamen 1976 die Erinnerungsmedaille des Regierungspräsidenten von Freiburg, außerdem zahlreiche Ehrungen wie z.B. das grüne Band des Badischen landwirtschaftlichen Hauptverbandes und die Silberne Ehrennadel des Badischen Weinbauverbandes. Friedrich Konrad Stork starb am 2. November 1988 nach längerer Krankheit in Schallstadt.
Überlieferungsgeschichte und Erschließung des Bestandes: Erste Kontakte zwischen dem Staatsarchiv Freiburg und Friedrich Konrad Stork reichen ins Jahr 1980 zurück, als der damalige Archivdirektor Bernd Ottnad Stork auf das Interesse des Archivs an den sein politisches und gesellschaftliches Engagement dokumentierenden Unterlagen hinwies. Der endgültige Abschluss der Übergabe der Unterlagen zog sich indessen bis ins Jahr 1998 hin. Die Unterlagen waren in dieser Zeit in Storks Haus teilweise in einem Verschlag unter der Dachschräge, teilweise in einem Schrank auf dem Dachboden selbst gelagert, was vor allem hinsichtlich der klimatischen Bedingungen nicht ideal war. Die archivwürdigen Unterlagen wurden von Oberarchivrätin Eva Gießler gesichtet. Einige wenige Unterlagen wie ein Gedenkblatt für den gefallenen Friedrich Stork oder ein Brief über die Besetzung des Rheinlandes 1936 wurden offenbar an das Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg abgegeben. Der übrige Nachlass konnte trotz des gleichzeitigen Interesses auch des Kreisarchivs Freiburg für das Staatsarchiv Freiburg eingeholt werden, da sich beide Archive gegen eine Aufteilung des Nachlasses entschieden und das Staatsarchiv Freiburg in diesem Fall bereits früher in die Verhandlungen eingetreten war. Frau Gießler entnahm auch Unterlagen aus dem Nachlass Friedrich Konrad Storks und bildete einen weiteren Nachlass Johann Albert Stork, des Großvaters des jetzigen Nachlassers, der allerdings lediglich 0,3 lfd. m umfasst. Nach einer ersten, vorläufigen Verzeichnung von Eva Gießler-Wirsig erfolgte die endgültige Erschließung des Bestandes im Rahmen eines Erschließungsprojekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg durch Stefanie Albus-Kötz im November 2011, in deren Zuge auch eine Nachbewertung des Bestandes vorgenommen wurde. Kassiert wurde neben Dubletten und Kopien bereits im Nachlass enthaltener Schreiben vor allem Informationsmaterial der FDP, welches sich nicht direkt auf Friedrich Konrad Stork bezog, ebenso Veröffentlichungen des Informationsdienstes der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag. Kassiert wurde ebenfalls die bisherige Archivalieneinheit T 1 (Zugang 1989/0036)_27 aus dem Nachlass Friedrich Konrad Storks mit Unterlagen zur Kreisreform, da sie lediglich Kopien, gedruckte Pläne und Landtagsdrucksachen umfasste, die im äußersten Fall mit wenigen Unterstreichungen, aber keinesfalls mit substantiellen persönlichen Kommentaren oder Meinungsäußerungen Friedrich Konrad Storks versehen waren. Ebenso enthielt die Archivalieneinheit T 1 (Zugang 1989/0036)_34 lediglich allgemeines Informationsmaterial der FDP, Rundschreiben des Landesverbands der FDP Baden-Württemberg und Parteiinformationen der Presse- und Informationsstelle bzw. des Pressedienstes der FDP ohne Anmerkungen Friedrich Konrad Storks und ist deshalb im Rahmen eines Nachlasses nicht archivwürdig. Schließlich kassierte die Bearbeiterin zwei Archivalieneinheiten T 1 (Zugang 1989/0036)_35 bzw. T 1 (Zugang 1989/0036)_35a mit so genannten "Rednerschnellbriefen" der FDP, ebenfalls ohne Anmerkungen Storks. Bibliotheksgut aus dem Nachlass Stork wurde zum Teil in die Dienstbibliothek des Staatsarchivs Freiburg abgegeben: Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Alb - Oberschwaben - Bodensee Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Hohenlohe-Odenwald 8 Hefte des Mitteilungsblatts des badischen Waldbesitzverbands "Der Waldwirt" Staatliches Weinbauinstitut Freiburg im Breisgau 1920-1970 Programm des 7. Markgräfler Weinfests in Staufen (1. bis 4. September 1967) Junge Dorfgemeinschaft. Der Arbeitsabend, Folge 2, Druck Reichsnährstand Berlin Statuten des Bürger-Militair-Corps der großherzoglich-badischen Hauptstadt Freiburg Das Genfer Abkommen von 1949 in kurzer Zusammenfassung", 1952 Königsfeld, Federzeichnungen von Mechthild Weitbrecht", Stuttgart 1919. Dagegen wurde folgendes Bibliotheksgut komplett kassiert, da es bereits in der Amtsbibliothek des Staatsarchivs Freiburg vorhanden vertreten ist: Umkirch, Druck Johannes Krause 1973, Baden-Württemberg. Regionales Aktionsprogramm für das Gebiet Südlicher Oberrhein - Hochschwarzwald. Jahresbericht des Staatlichen Weinbauinstituts für das Jahr 1969 1250 Jahre Pfaffenweiler : Weindorf am Batzenberg vom 18.-21. August 1967. Eine Tonbandkassette mit einem Mitschnitt der Trauerfeier Friedrich Konrad Storks wurde bereits im September 2001 an das Audiovisuelle Archiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart abgegeben, ebenso der im Nachlass befindliche Farbfilm "Baden-Württemberg. Ein Land blickt in die Zukunft", Verlag Weineck, Kommission 14/1912 im Februar 2012. Der Bestand T 1 Nachlass Stork, Friedrich Konrad umfasst nun 91 Archivalieneinheiten oder 2,0 lfd. m und ist unter der Signatur T 1 (Zugang 1989/0036) nach den Maßgaben des baden-württembergischen Archivgesetzes sowie der Benutzungsordnung des Landesarchivs Baden-Württemberg zugänglich. Freiburg im Februar 2012 Stefanie Albus-Kötz
Sachverwandtes und Literatur: Wo Tradition sich mit der Moderne mischt, in: Die Zeit, 14.01.1977.
1-91
Bestand
Stork, Friedrich Konrad - Nachlass
Stork, Friedrich Konrad
FDP; Stork, Friedrich Konrad
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:41 PM CET