Johannes Konrad von Bodmann, Kantor und Domherr der Domkirchen zu Konstanz und Basel, bekundet in Gegenwart des Notars und der Zeugen, daß er seinen Diener Johann Goldschmid vor einiger Zeit zum Verkauf etlicher Pferde nach Mailand schickte. Die dafür erlöste Summe von 350 fl rh wurde bei Stefan Gabler, Geschäftstäger der Fugger in Mailand niedergelegt, damit Goldschmid oder sein Herr das Geld in Augsburg in Empfang nehmen könnten, wofür ihm ein besiegeltes und unterschriebenes Chirograph (bestimmte Urkundenform) ausgestellt wurde. Goldschmid starb vor seiner Rückkehr in Mailand. Nachdem Bodmann die Auslieferung des Geldes gefordert, aber bisher nicht erhalten hat, bestimmt er zu seinen Geschäftsträgern Wilhelm von Bodmann, Komtur des Johanniterordens zu Nörd lingen, und Jakob von Klingenberg, Domherr zu Augsburg und Konstanz, die für ihn die Summe samt Schadenersatz und Zinsen fordern sollen, und erteilt ihnen alle Geschäfts- und Handlungsvollmachten.
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Johannes Konrad von Bodmann, Kantor und Domherr der Domkirchen zu Konstanz und Basel, bekundet in Gegenwart des Notars und der Zeugen, daß er seinen Diener Johann Goldschmid vor einiger Zeit zum Verkauf etlicher Pferde nach Mailand schickte. Die dafür erlöste Summe von 350 fl rh wurde bei Stefan Gabler, Geschäftstäger der Fugger in Mailand niedergelegt, damit Goldschmid oder sein Herr das Geld in Augsburg in Empfang nehmen könnten, wofür ihm ein besiegeltes und unterschriebenes Chirograph (bestimmte Urkundenform) ausgestellt wurde. Goldschmid starb vor seiner Rückkehr in Mailand. Nachdem Bodmann die Auslieferung des Geldes gefordert, aber bisher nicht erhalten hat, bestimmt er zu seinen Geschäftsträgern Wilhelm von Bodmann, Komtur des Johanniterordens zu Nörd lingen, und Jakob von Klingenberg, Domherr zu Augsburg und Konstanz, die für ihn die Summe samt Schadenersatz und Zinsen fordern sollen, und erteilt ihnen alle Geschäfts- und Handlungsvollmachten.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 52 a U 273
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 52 a Archivalien aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg
Archivalien aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg >> II. Südwürttemberg >> 1. Urkunden
1500 Dezember 4
Urkunden
Lateinisch
Schaden: durch einige Löcher und Flecken besch., geringer Textverlust
Ausstellungsort: Konstanz
Zeugen: 1) Johannes Bletz von Rot(h)enstein, Dekan der Kirche zu Konstanz 2) Johannes von Kreuzlingen, Dr. beider Rechte und Einwohner zu Konstanz
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Not.Instr., lat., begl. durch Johannes Will von Scheer, ksl. Notar und Schreiber zu Konstanz.
Ausstellungsort: Konstanz
Zeugen: 1) Johannes Bletz von Rot(h)enstein, Dekan der Kirche zu Konstanz 2) Johannes von Kreuzlingen, Dr. beider Rechte und Einwohner zu Konstanz
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Not.Instr., lat., begl. durch Johannes Will von Scheer, ksl. Notar und Schreiber zu Konstanz.
Früherer LO: GNM Nr. 3284; ZR: 1781 4s
Bletz von Rot(h)enstein, Johannes, Dekan
Bodmann, Johannes Konrad von
Bodmann, Wilhelm von; Johanniterkomtur
Gabler, Stefan, Geschäftsträger
Goldschmid, Johann
Klingenberg, Jakob von, Domherr
Kreuzlingen, Johannes von, Dr.
Will, Johannes, Notar
Augsburg A
Basel [CH]; Domkirche
Fürth FÜ
Konstanz KN
Konstanz KN; Dom
Mailand [I]
Nördlingen DON
Rot(h)enstein : Burg bei Rottweil RW
Scheer SIG
Notariatsinstrument
Pferdeverkauf
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:22 MEZ