Wendelin Dürr (Durer/Durre), Kleriker Würzburger Diözese und offener, kaiserlicher Notar, setzt auf Verlangen des Jost König, Keller zu Weinsberg und Vertreter Kurfürst Philipps von der Pfalz, ein Notariatsinstrument über den Schaftrieb in den Marken Bretzfeld, Bitzfeld, Schwabbach, Siebeneich und Rappach auf. Grund dafür ist, dass dieses Recht einst den Herren von Weinsberg zu eigen war und nun an den Pfalzgrafen übergegangen ist, wohingegen die Brüder Eberhard und Dieter von Neudeck (Nideck) den Schaftrieb in die genannten Marken unternommen haben. Jost König bringt dafür 12 Zeugen aus den betroffenen Orten vor: 1) Siegfried Treff, 70 Jahre; 2) Hans Ram, 70; 3) Peter Schilling, 56; Hans Eber 35; 5) Kraft Kiderer, 45; 6) Heinz Stefan, 38; 7) Wendel Kober, 60; 8) Hans Glatz, 60; 9) Kunz Henn, 78; 10) Hans Sped, 50; 11) Adam Bermann, 46; 12) Kunz Frei, 75. Aus den Zeugenaussagen ergibt sich, dass ihnen keine Gerechtigkeit am Schaftrieb in den genannten Marken bekannt sei, die den Herren von Neudeck zustünde, dass diesen aber teilweise temporär das Recht dazu gewährt worden sei. Die Gerechtigkeit selbst habe bei den Herren von Weinsberg gelegen, dann bei Margarethe von Savoyen (Sophai) und schließlich bei Kurfürst Philipp von der Pfalz. Dies werde auch dadurch ersichtlich, dass von diesen Weiden zur Pacht an Hans Mall, Eberlin Schäfer, Seiden Contzlin und Klaus Schäfer verliehen gewesen seien. Mehrfach sei bereits in der Vergangenheit ein Übertreten des erlaubten Schaftriebs ein Problem gewesen, unter anderem sei es deshalb auch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Erwähnung finden dabei außerdem auch Beringer und Herolt von Neudeck, Eberhard von Gemmingen als Pfandherr zu Langenbeutingen (Butingen), Hans Trost genannt Stadtpfeifer als Schäfer zu Bethwang (Betwangen) und jetzt zu Kochersteinsfeld, Trautwein als Keller zu Weinsberg, Johannes Siglinger als ehemaliger Keller daselbst, Albrecht von Neudeck, Martin Göler als Vogt zu Löwenstein und Klebsattel als Keller zu Löwenstein, Kunz Kiderer als Schäfer und die Ortschaften Weißlensburg, "Lindelberg", Schwöllbrunn. Mit Wendelin Dürr, der diese Aussagen eigenhändig aufgezeichnet und mit seinem Namen und notariellem Zeichen versehen hat, waren der Pfarrer Burkhart Thierberg und Hans Schneider, beide aus Bitzfeld, zugegen.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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