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Eisenbahnbetriebsamt Thorn (Bestand)
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Tektonik >> TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN >> Westpreußen >> Die preußische Provinz bis 1920 >> Verkehrsverwaltung
Laufzeit: 1847 - 1896
Findmittel: Datenbank; Sammelfindbuch, 1 Bd.
Vorwort
1 Behördengeschichte
Nachdem die Eisenbahnkommission Thorn im Juni 1876 ihre Arbeit aufgenommen hatte, wurde diese in Folge des Erlasses vom 24. November 1879, der die "Organisation der Verwaltung der Staatseisenbahnen und der von Staate verwalteten Privatbahnen" zum Inhalt hatte, bereits wieder aufgelöst. An ihre Stelle erfolgte die Einsetzung des Eisenbahnbetriebsamtes Thorn. Weitere im Bezirk der Eisenbahndirektion Bromberg ressortierende Eisenbahnämter befanden sich in Berlin, Schneidemühl, Stolp, Danzig, Königsberg i. Pr., Bromberg und Stettin. Sie bestanden jeweils aus einem Eisenbahnbau- und Betriebsinspektor als Direktor, einigen Hilfsarbeitern sowie den erforderlichen technischen- und Verwaltungsbeamten. Ihre Verwaltungsbezirke wurden durch neue Eisenbahnbauten zunehmend erweitert. Das Eisenbahnbetriebsamt Thorn war bis zu seiner Auflösung im Jahre 1895 für folgende Strecken zuständig: Thorn-Insterburg, Thorn-Ottlotschin-Landesgrenze, Thorn-Graudenz-Marienburg mit Kornatowo-Kulm, Graudenz-Jablonowo, Jablonowo-Soldau, Garnsee-Lessen, Mocker-Katharinenflur sowie Karlsdorf-Fordon-Kulmsee-Schönsee.
Den Eisenbahnbetriebsämtern, die als Bezirksbehörden der Direktion untergeordnet waren, oblag die Erledigung aller Geschäfte der laufenden Bau- und Betriebsverwaltung, soweit diese nicht dem Ressortminister bzw. der Eisenbahndirektion vorbehalten waren. Innerhalb ihres Geschäftsbezirkes vertraten sie in den zu ihrer Zuständigkeit gehörenden Angelegenheiten selbständig die Verwaltung der sie angehörten, durch ihre Rechtshandlungen, Verträge, Prozesse, Vergleiche usw. Die Bahnpolizei fiel ebenso in ihren Zuständigkeitsbereich. Auch wenn die Eisenbahnbetriebsämter die ihnen übertragenen Geschäfte unter eigener Verantwortung führten, so hatten sie in besonderen Fällen die Genehmigung der zuständigen Eisenbahndirektion einzuholen und deren Aufträgen und Weisungen Folge zu leisten.
Die Vermittlung des geschäftlichen Verkehrs der Eisenbahnbetriebsämter erledigten Betriebskassen und Betriebsbüros. Für die Beaufsichtigung und Revision des Fahr- und Stationsdienstes waren Betriebskontrolleure und für den Expeditions- und Kassendienst Verkehrskontrolleure zuständig, die wiederum durch nachgeordnete Beamte, wie z. B. für den Stationsdienst durch Stationsaufseher und für den Zugdienst durch Zugführer, unterstützt wurden. Zum Teil unter, zum Teil neben den Eisenbahnbetriebsämtern bestanden für einzelne technische Dienstzweige besondere Dienststellen: Bahnunterhaltung und Bahnaufsicht, Stations- und Zugdienst, Betriebsmaschinendienst, Expeditionsdienst, Hauptwerkstättendienst, Materialienverwaltung, Telegrafenunterhaltungsdienst, Bau- und Kassenverwaltung.
Die Verstaatlichung der Privatbahnen und der Neubau weiterer Eisenbahnstrecken setzten dieser Verwaltungsstruktur Grenzen. Dementsprechend regelte der Erlass vom 15. Dezember 1894 die Auflösung der bisherigen Eisenbahndirektionen und Eisenbahnbetriebsämter. Für die Provinz Westpreußen resultierte daraus, die Errichtung von - dem Eisenbahnminister unmittelbar unterstellten - Eisenbahndirektionen in Bromberg und Danzig. Die Eisenbahnbetriebsämter wurden durch Betriebs-, Maschinen-, Verkehrs-, Werkstätten- und Telegrafeninspektionen (ab 1910 -ämter ) ersetzt.
2 Bestandsgeschichte
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wieder. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufenden Behördenschriftguts auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939 - 1944 wiederholen sollte.
Wann konkret und auf welchem Wege die vorliegende Überlieferung des Eisenbahnbetriebsamtes Thorn in das Geheime Staatsarchiv gelangte, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu beantworten. In einem 1912 publizierten Überblick des damaligen Archivdirektors Max Bär zu den Beständen des Staatsarchivs Danzig wurde dieser Bestand auch unter der Registraturnummer 238 aufgeführt. Des Weiteren ließ sich anhand der Altregistratur feststellen, dass im Juni 1938 das entsprechende Repertorium aus Danzig an das Geheime Staatsarchiv gesandt wurde; die Akten lagerten zu diesem Zeitpunkt bereits in Dahlem. Eine anschließende Bestandsrevision bestätigte, dass die nach dem Danziger Findmittel aufgeführten Akten der Repositur 238 H Eisenbahnbetriebsamt Thorn (92 Akten) sämtlich in Berlin vorhanden waren. Das Repertorium weist insgesamt jedoch 131 Akten auf. Wann und woher die nachträglich handschriftlich erfassten 39 Aktenbände kamen ist ebenso nicht nachvollziehbar; sie tragen nachweislich auch keine Danziger Signaturschilder. Ungeklärt ist außerdem, die Nichterwähnung dieses Bestandes in der Dahlemer Beständeübersicht von 1967.
Wie insgesamt bei den ursprünglich aus dem Staatsarchiv Danzig bzw. aus dem Registraturgut der Behörden der Provinz Westpreußen stammenden Unterlagen wurde auch diese Eisenbahnüberlieferung im Geheimen Staatsarchiv als Repositur innerhalb der XIV. Hauptabteilung unter Übernahme der Danziger Repositurnummer aufgestellt.
Für das vorliegende Findbuch wurde die bestehende Verzeichnung überarbeitet, klassifiziert und durch Indizes erschlossen. Die im Danziger Archiv vergebenen Signaturen wurden als Altsignaturen mit aufgenommen. Parallel zu den Erschließungsarbeiten erfolgte die magazintechnische Bearbeitung. Die Akten wurden umsigniert, mit neuen Signaturschildern versehen sowie in Archivkartons verpackt.
Bestandsumfang: 131 Verzeichnungseinheiten; ca. 4,3 lfm
Laufzeit: 1847 - 1896
Letzte vergebene Nummer:
Bestell- und Zitierweise
Die hier verzeichneten Archivalien werden im Magazin Dahlem verwahrt. Es sind daher die rosafarbenen Bestellscheine zu benutzen.
Die Akten sind wie folgt
zu bestellen: XIV. HA Rep. 238 H, Nr. #
zu zitieren: GStA PK, XIV. HA Westpreußen, Rep. 238 F Eisenbahnbetriebsamt
Thorn, Nr. #
Verweis auf andere Akten bzw. Bestände des GStA PK
- GStA PK, I. HA Rep. 178 B Preußisches Geheimes Staatsarchiv,
Nr. 700 Aufteilung der Akten des Danziger Staatsarchivs, 1932 - 1941
- GStA PK, I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive,
Nr. 2199 Aufteilung der Bestände des Staatsarchivs Danzig, 1919 - 1940
- GStA PK, XIV. HA Westpreußen, Rep. 180 Regierung zu Danzig,
Nr. 12995, Nr. 15562 Eisenbahnangelegenheiten. Voll- und Sekundärbahnen, 1891 - 1916
Nr. 13862 Betrieb der Ostbahn, 1889 - 1895
- GStA PK, I. HA Rep. 93 E Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Eisenbahnabteilung
Nr. 74 - Nr. 76 Umgestaltungen infolge der Organisation der Staatseisenbahnverwaltung. Abgrenzung von Verwaltungsbezirken der Direktionen. Betriebsämter, 1880 - 1891
Nr. 783 - Nr. 785 Einsetzung einer Eisenbahndirektion in Bromberg, 1876 - 1914
Nr. 786 - Nr. 789 Anlagekapital für die Eisenbahnstrecken im Direktionsbezirk Bromberg, 1876 - 1923
- GStA PK, XIV. HA Westpreußen, Rep. 238 D Eisenbahndirektion Bromberg,
Nr. 1 Einrichtung einer Eisenbahnkommission in Thorn, 1875 - 1882
- GStA PK, I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern,
Tit. 258 Nr. 1 Bd. 1 - Bd. 30 Anlegung der Eisenbahnen, 1837 - 1928
- GStA PK, I. HA Rep. 89 Geheimes Zivilkabinett
Nr. 29663 - Nr. 29665 Direktionsbezirk Bromberg und die Ostbahn, 1854 - 1909
- GStA PK, XI. HA Karten, PKB - Plankammer der Regierung zu Bromberg
Literaturauswahl
- Bär, Max: Die Behördenverfassung in Westpreußen seit der Ordenszeit. Mit einem Geleitwort von Bernhart Jähnig (Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V., Nr. 62). Danzig 1912. Nachdruck Hamburg 1989
- Bär, Max: Das K. Staatsarchiv zu Danzig, seine Begründung, seine Einrichtungen und seine Bestände. Leipzig 1912
- Bahr, Ernst: Die Entwicklung des westpreußischen Eisenbahnnetzes bis zum Ausgang des Ersten Weltkrieges. In: Westpreußen Jahrbuch 1959. Hrsg. von der Landsmannschaft Westpreußen. Leer
- Bufe, Siegfried: Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Egglham und München 1986
- Lehmann, Helmut: Eisenbahnen in Preußen. Düsseldorf 1998
- Letkemann, Peter: Archivalien zur Geschichte Westpreußens im Geheimen Staatsarchiv Berlin. In: Beiträge zur Geschichte Westpreußens. Zeitschrift der Coppernicus-Vereinigung zur Pflege der Heimatkunde und Geschichte Westpreußens e.V. Nr. 3. 1970, S. 138-153
- Schmidt, Helmut: Deutsche Eisenbahndirektionen. Grundlage I. Entwicklung der Direktionen 1835 - 1945. Berlin 2008
- Staatsarchiv Danzig - Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945. Generaldirektion der Staatlichen Archive Polens. Bearb. v. Czeslaw Biernat. aus dem Polnischen übers. v. Stephan Niedermeier (Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte. Bd. 16). München 2000
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.