Landgestüt Celle (Bestand)
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NLA HA, Hann. 147
Nds. Landesarchiv, Abt. Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Staatliche Bestände >> 1.12 Preußische Provinz Hannover >> 1.12.7 Landwirtschaft, Domänen, Forsten >> 1.12.7.1 Obere Provinzialbehörden
(1661) 1701-1936, 1985
Geschichte des Bestandsbildners: Geschichte des Landgestüts
Das Landgestüt Celle wurde am 27.07.1735 von König Georg II. gegründet. Ziel der Gründung war die staatliche Förderung und Lenkung der Pferdezucht im Kurfürstentum Hannover, die sich vorwiegend in bäuerlicher Hand befand.
Von 1745 bis 1799 unterstand das Landgestüt Celle dem Oberstallmeisteramt, das als zentrales Verwaltungsamt für die kurfürstlichen Ställe und Gestüte fungierte und in den 1760er Jahren in Oberhofmarstalldepartement umbenannt wurde. Das Oberhofmarstalldepartement wiederum war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts der Königlichen Domänenkammer unterstellt.
Während zunächst 12 Hengste für das neu gegründete Gestüt angeschafft und während der Decksaison auf die Ämter des Landes verteilt wurden, konnte ihre Zahl schon bald erhöht werden. Rückschläge erlitt die hannoversche Landespferdezucht durch den Siebenjährigen Krieg sowie insbesondere durch die französische Invasion und die preußische Besetzung, die eine erhebliche Verminderung des Pferdebestandes mit sich brachten. Im Jahr 1803 wurde ein Teil der Beschäler nach Sachsen und Mecklenburg evakuiert. Einige Pferde gelangten sogar bis nach England. Allerdings kehrte nur ein Drittel der Hengste aus der Evakuierung zurück. Mit ihnen versuchte das Landgestüt nach 1805 einen mühsamen Wiederaufbau der Zucht.
Geschichte des Bestandsbildners: Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts ist ein allmähliches Aufblühen der hannoverschen Pferdezucht und damit auch des Landgestüts zu bemerken. Starke Konkurrenz erhielten die Landbeschäler in diesen Jahren durch die vielen Privathengste, deren Deckeinsatz von staatlicher Seite durch zahlreiche Verordnungen eingeschränkt und kontrolliert werden sollte.
Um 1870 hatte sich die Hannoveraner Zucht unter maßgeblicher Beteiligung des Landgestüts weitgehend konsolidiert. Die Zahl der Celler Beschäler verdoppelte sich zwischen 1870 und 1925 von 200 auf 500 Hengste, so dass im Jahr 1925 ein zweites Landgestüt in Osnabrück gegründet wurde. Es beschickte die Deckstationen der Regierungsbezirke Hannover, Osnabrück und Hildesheim, während Celle für die Regierungsbezirke Stade und Lüneburg zuständig war. Vor allem im Zuge der zunehmenden Motorisierung der Landwirtschaft kam es seit den 1950er Jahren zu einem deutlichen Rückgang der Pferdezucht, dem im Jahr 1960 das Landgestüt Osnabrück zum Opfer fiel. Das Landgestüt Celle jedoch hat seine entscheidende Lenkungsfunktion in der Hannoverschen Warmblutzucht bis heute beibehalten können.
Bestandsgeschichte: Die während des Zweiten Weltkriegs unter der Zugangsnummer 15/1941 ins Staatsarchiv Hannover gelangten Akten des Landgestüts Celle in einem Umfang von 0,3 lfd Metern und 20 Nummern waren nur ein dürftiger Rest einer ursprünglich wesentlichen größeren Registratur. Trotz des geringen Umfang, waren sie angesichts des Verlusts der Akten der Domänenkammer betreffend das Landgestüt Celle (Hann. 31) durch Bombenschaden, als besonders wertvoll eingeschätzt worden. Ergänzend sei auf den kleinen Bestand Hann. 31 hingewiesen, der Akten der Jahre 1805 bis 1813 enthält.
Bestandsgeschichte: Im Jahr 2017 gelangte über das Stadtarchiv Celle der vermeintlich verlorene Aktenbestand als Akzession 2017/100 mit einem Umfang von ca. 25 lfd. Metern (1160 Nummern) in das NLA Hannover. Die Gliederung und Verzeichnungen des im Stadtarchiv Celle als Bestand N 16 verwahrten Akten wurden zunächst in Arcinsys überführt; 2018/2019 erfolgte dann eine Nacherschließung mit einer wesentlich genaueren Verzeichnung der Akten.
Zwei Akten, die eindeutig nicht zur Provenienz des Landgestüts Celle gehören, wurden im Mai 2019 an das Stadtarchiv Celle zurückgegeben (Signaturen: Hann. 147 Acc. 2017/100 Nr. 168/1 und Nr. 168/2, alte Signaturen: Bestand N 16, 168 Bd. 1 und Bd. 2). Die entsprechenden Datensätze in Arcinsys wurden gelöscht.
Bearbeiter: Dr. Schnath (1953), Dr. Claudia Kauertz (2003), Christiane Drewes (2019)
Zusatzinformationen: Hinweis: teilweiser Pilzbefall des Zugangs 15/1941 sowie einzelner Akten der Acc. 2017/100
Das Landgestüt Celle wurde am 27.07.1735 von König Georg II. gegründet. Ziel der Gründung war die staatliche Förderung und Lenkung der Pferdezucht im Kurfürstentum Hannover, die sich vorwiegend in bäuerlicher Hand befand.
Von 1745 bis 1799 unterstand das Landgestüt Celle dem Oberstallmeisteramt, das als zentrales Verwaltungsamt für die kurfürstlichen Ställe und Gestüte fungierte und in den 1760er Jahren in Oberhofmarstalldepartement umbenannt wurde. Das Oberhofmarstalldepartement wiederum war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts der Königlichen Domänenkammer unterstellt.
Während zunächst 12 Hengste für das neu gegründete Gestüt angeschafft und während der Decksaison auf die Ämter des Landes verteilt wurden, konnte ihre Zahl schon bald erhöht werden. Rückschläge erlitt die hannoversche Landespferdezucht durch den Siebenjährigen Krieg sowie insbesondere durch die französische Invasion und die preußische Besetzung, die eine erhebliche Verminderung des Pferdebestandes mit sich brachten. Im Jahr 1803 wurde ein Teil der Beschäler nach Sachsen und Mecklenburg evakuiert. Einige Pferde gelangten sogar bis nach England. Allerdings kehrte nur ein Drittel der Hengste aus der Evakuierung zurück. Mit ihnen versuchte das Landgestüt nach 1805 einen mühsamen Wiederaufbau der Zucht.
Geschichte des Bestandsbildners: Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts ist ein allmähliches Aufblühen der hannoverschen Pferdezucht und damit auch des Landgestüts zu bemerken. Starke Konkurrenz erhielten die Landbeschäler in diesen Jahren durch die vielen Privathengste, deren Deckeinsatz von staatlicher Seite durch zahlreiche Verordnungen eingeschränkt und kontrolliert werden sollte.
Um 1870 hatte sich die Hannoveraner Zucht unter maßgeblicher Beteiligung des Landgestüts weitgehend konsolidiert. Die Zahl der Celler Beschäler verdoppelte sich zwischen 1870 und 1925 von 200 auf 500 Hengste, so dass im Jahr 1925 ein zweites Landgestüt in Osnabrück gegründet wurde. Es beschickte die Deckstationen der Regierungsbezirke Hannover, Osnabrück und Hildesheim, während Celle für die Regierungsbezirke Stade und Lüneburg zuständig war. Vor allem im Zuge der zunehmenden Motorisierung der Landwirtschaft kam es seit den 1950er Jahren zu einem deutlichen Rückgang der Pferdezucht, dem im Jahr 1960 das Landgestüt Osnabrück zum Opfer fiel. Das Landgestüt Celle jedoch hat seine entscheidende Lenkungsfunktion in der Hannoverschen Warmblutzucht bis heute beibehalten können.
Bestandsgeschichte: Die während des Zweiten Weltkriegs unter der Zugangsnummer 15/1941 ins Staatsarchiv Hannover gelangten Akten des Landgestüts Celle in einem Umfang von 0,3 lfd Metern und 20 Nummern waren nur ein dürftiger Rest einer ursprünglich wesentlichen größeren Registratur. Trotz des geringen Umfang, waren sie angesichts des Verlusts der Akten der Domänenkammer betreffend das Landgestüt Celle (Hann. 31) durch Bombenschaden, als besonders wertvoll eingeschätzt worden. Ergänzend sei auf den kleinen Bestand Hann. 31 hingewiesen, der Akten der Jahre 1805 bis 1813 enthält.
Bestandsgeschichte: Im Jahr 2017 gelangte über das Stadtarchiv Celle der vermeintlich verlorene Aktenbestand als Akzession 2017/100 mit einem Umfang von ca. 25 lfd. Metern (1160 Nummern) in das NLA Hannover. Die Gliederung und Verzeichnungen des im Stadtarchiv Celle als Bestand N 16 verwahrten Akten wurden zunächst in Arcinsys überführt; 2018/2019 erfolgte dann eine Nacherschließung mit einer wesentlich genaueren Verzeichnung der Akten.
Zwei Akten, die eindeutig nicht zur Provenienz des Landgestüts Celle gehören, wurden im Mai 2019 an das Stadtarchiv Celle zurückgegeben (Signaturen: Hann. 147 Acc. 2017/100 Nr. 168/1 und Nr. 168/2, alte Signaturen: Bestand N 16, 168 Bd. 1 und Bd. 2). Die entsprechenden Datensätze in Arcinsys wurden gelöscht.
Bearbeiter: Dr. Schnath (1953), Dr. Claudia Kauertz (2003), Christiane Drewes (2019)
Zusatzinformationen: Hinweis: teilweiser Pilzbefall des Zugangs 15/1941 sowie einzelner Akten der Acc. 2017/100
25,3
Bestand
Literatur: Bade, B., Das Landgestüt Celle und seine Hengste, Bad Homburg 1982; Ders., 250 Jahre Landgestüt, Celle 1985; Hahn-Butry, Jürgen (Hrsg.), Hannovers Edles Warmblut, Neuhaus/Oste 1949; Niedersächsisches Landgestüt Celle (Hrsg.), Passion - 275 Jahre Pferde, Zucht und Kultur, Celle 2010; Schlie, Arnold und Hans Löwe, Der Hannoveraner - Geschichte und Zucht des edlen Hannoverschen Warmblutpferdes, München 1985; Schmidt, Heike, Die Bedeutung des Pferdes und der Pferdezucht vom 17. bis zum 19. Jahrhundert im Kurfürstentum/Königreich Hannover, Diss. Hannover 1997 (Mikrofiche-Ausgabe 1998); Stapenhorst, H., 200 Jahre Landgestüt, Celle 1935; Stenglin, Christian Freiherr von und Dr. Walter Hartwig, 100 Jahre Hannoversches Stutbuch. Eine Jubiläumsschrift, Verden (Aller) 1988; Das Landgestüt Celle und die hannoversche Zucht (ohne Jahr).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ