Erbstreitigkeit um den Nachlaß des Essener Kanonikers Rutger von Devens (gest. 1722), besonders um das Gut Müllhoven (bei Borbeck, Essen), Häuser, Grundstücke und Gärten in und um Essen, aber auch um bewegliche Güter (Effekten). Der Appellant behauptet, der Alleinerbe zu sein. Die 1. Instanz in Essen war umstritten: während Johann Joseph von Devens die Sache vor der Kanzlei der Fürstäbtissin verhandelt haben will, weil sowohl der Erblasser als auch einer der beiden Exekutoren (sein Onkel Johann Joseph Wilhelm von Devens) Kanoniker in Essen waren, gelingt es der Gegenseite, vom Magistrat der Stadt ein für sie günstiges Urteil zu erwirken. Am RKG erfährt der Prozeß zahlreiche Verzögerungen, u. a., weil die fürstl. Kanzlei in Essen das Original des Testaments des Rutger von Devens „wegen darin enthaltenen Geistlichen fundationen, als des fidei Commissi halber“ lange nicht herausgibt. 1753 wird das Gut dem Appellaten zugesprochen, 1793 jedoch der appellierenden Partei, woran sich auch im Revisionsverfahren nichts ändert. 1797 ergeht trotz der inzwischen vorgelegten Armutszeugnisse für die Rechtsnachfolgerin des Appellaten das Mandatum executionis.
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Erbstreitigkeit um den Nachlaß des Essener Kanonikers Rutger von Devens (gest. 1722), besonders um das Gut Müllhoven (bei Borbeck, Essen), Häuser, Grundstücke und Gärten in und um Essen, aber auch um bewegliche Güter (Effekten). Der Appellant behauptet, der Alleinerbe zu sein. Die 1. Instanz in Essen war umstritten: während Johann Joseph von Devens die Sache vor der Kanzlei der Fürstäbtissin verhandelt haben will, weil sowohl der Erblasser als auch einer der beiden Exekutoren (sein Onkel Johann Joseph Wilhelm von Devens) Kanoniker in Essen waren, gelingt es der Gegenseite, vom Magistrat der Stadt ein für sie günstiges Urteil zu erwirken. Am RKG erfährt der Prozeß zahlreiche Verzögerungen, u. a., weil die fürstl. Kanzlei in Essen das Original des Testaments des Rutger von Devens „wegen darin enthaltenen Geistlichen fundationen, als des fidei Commissi halber“ lange nicht herausgibt. 1753 wird das Gut dem Appellaten zugesprochen, 1793 jedoch der appellierenden Partei, woran sich auch im Revisionsverfahren nichts ändert. 1797 ergeht trotz der inzwischen vorgelegten Armutszeugnisse für die Rechtsnachfolgerin des Appellaten das Mandatum executionis.
AA 0627, 1326 - D 277/748
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 2. Buchstabe D
1724 - 1797 (1704 - 1797)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johann Joseph von Devens, Essen, (Bekl.); seit 1727 Interessent: sein Enkel und Testamentsvollstrecker des Rutger von Devens, Johann Joseph Wilhelm von Devens. Ab 1753 Johann Josephs Sohn, der Weinhändler Johann Theodor von Devens. Interessent 1753: Franzisca Christina, Pfalzgräfin bei Rhein und Fürstäbtissin von Essen. Ab 1763 Interessenten: Maria, Witwe des Dionysius Molhoven, nun Frau des Dietrich Molhoven, sowie Adolf Niermann im Namen seiner Frau Catharina und seiner ehelichen minderjährigen Kinder. Ab 1771 Interessent: Christoph Leggewie für sich, seine Frau und seine Kinder. Nach dem Tode des Johann Theodor von Devens (ca. 1771) sein ältester Sohn Dr. med. Caspar Maria von Devens Beklagter: Johann von der Borg (Bourg, Burg, Bourgh), Kaufmann und Bürger in Essen, (Kl. im Namen seiner Frau Anna Catharina geb. von Devens, Schwester des Appellanten); ab 1768 der Notar Heinrich Theodor Bertram im Namen seiner Frau Sophia geb. von der Bourg; seit 1771 zusätzlich Diederich Kaldenhoff gen. Möllhoff Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigand 1724 - Subst.: Lic. J(ohann) Conrad Helffrich - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz 1727 - Lic. Heinrich Joseph Brack 1753 - Subst.: Dr. Heinrich Wilhelm Clarwasser - Lic. Johann Adam Bissing 1753 - Subst.: Lic. Lucas Andreas von Bostell - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brand 1753 - Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1763 - Subst.: Dr. Philipp Jacob Rasor - Für die Intervenienten Molhoven und Niermann: Dr. Johann Jacob Wickh 1763 - Subst.: Lic. Hermann Joseph Schick - Für Johann Theodor von Devens: Lic. Johann Paul Besserer 1768 - Subst.: Dr. Johann Jacob Wickh - Für die Fürstäbtissin von Essen: Lic. Ferdinand Wilhelm Helffrich [1763] 1769 - Subst.: Lic. Johann Ferdinand Wilhelm Brandt - Für Christoph Leggewie: Dr. Agelus Conrad Daniel Sipmann 1771 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach - Für Dr. med. Caspar Maria von Devens: Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1787 - Subst.: Lic. Johann Peter Paul Helffrich Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1724 - Subst.: Dr. J(ohann) R(udolf) Sachs - Dr. Johann Albert Ruland (seit 1768 von) 1753 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Für Heinrich Theodor Bertram: Dr. Conrad Gordian Seuter 1777 - Subst.: Lic. Johann Georg Carl Vergenius - Lic. Philipp Christoph Frech 1780 - Subst.: Lic. Philipp Jacob Emmerich - Für Anna Catharina Ignatia von der Bourg, geb. von Devens: Lic. Damian Ferdinand Haas 1765 - Subst.: Lic. Gabriel Niderer - Für Heinrich Theodor Bertram (Revisionsverfahren): Notar Johann Mayerschäfer 1793 - Subst.: Notar Johann Hermann Christoph Pistor - Subst.: Notar Johann Ludwig Gravelius 1796 - Dr. Caspar Tilmann Tils 1793 - Subst.: Lic. Jacob Abel - Subst.: Lic. Christian Jacob Dietz 1796 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Stadtmagistrat Essen 1722 - 2. RKG 1724 - 1797 (1704 - 1797) Beweismittel: Bd. I: Protokoll mit zahlreichen Zwischenurteilen; Bd. II: Auszug aus dem Testament des Rutger von Devens von 1720 (Q 8). Auszug aus den Essener Stadtstatuten Art. 15 - 17 (Q 12). Güter des Kanonikers Rutger von Devens (Q 22). Pfändungsvollstreckung bei Johann Joseph von Devens 1724 (Q 27). Erbkaufvertrag: Rutger von Devens kauft von Moritz Freiherr von Brempt und dessen Frau Isabella Theodora das zum Sattelhof Arenbögel gehörende Gut Müllhoven für 547 Rtlr., die er an die Erben Schaumburg, an die das Gut verpfändet war, zahlen muß, 1701 (Q 34). Bestätigung des Kaufvertrags durch den Abt von Werden 1707 (Q 35). Letztwillige Verfügung des Rutger von Devens 1722 (Q 37). Erbkaufbrief 1717: Wilhelm Petrus Joseph von Devens verkauft seinem jüngeren Bruder Johannes Joseph seine Güter in Essen und Rheinberg für 325 Rtlr. (Q 38). Testament des Rutger von Devens 1720, latein. (Q 54). Pachtbrief des Rutger von Devens für seine Schwester 1722 (Q 62). Weinvorräte des Johann Joseph von Devens 1724 (Q 64). Mehrere Aktenstücke zu einem Rechtsstreit des Rutger von Devens um das Gut Müllhoven 1708 - 1716 (Q 67 - 78). Donatio inter vivos: Joseph Anton von Devens tritt seine Ansprüche am Müllhovener Hof an seine Schwester Anna Catharina und ihren Mann Johann von der Borg ab, 1722 (Q 83). Attest der fürstl. Essener Kanzlei über Abstammung des Johann Theodor von Devens und die Lebensweise seines Vaters 1753 (Q 87). Taufdaten der Kinder des Dr. Petrus Wilhelm von Devens und seiner Frau Anna Elisabeth, bestätigt von Conrad Valwig SJ, Pastor von St. Johannes in Essen, 1753 (Q 94). Erbkaufvertrag wie Q 34 (Q 96). Bestätigung wie Q 35 (Q 97). Behandigungsbrief für Johann Joseph von Devens für das Müllhovener Gut nach dem Tode seines Bruders 1740 (Q 98). Auszug aus dem Taufregister von St. Laurentius in Steele: Johann Theodor von Devens, 1. Jan. 1726 (Q 102). Insinuationsgebühren 1753 (350a in Q 108); Bd. III: Vorakten (Q 17a und 17b); Bd. IV: Original des Testaments des Rutger von Devens 1720 mit Beilagen 1722 (Q 112b). Aufstellung des Besitzes des Dr. Peter Wilhelm von Devens und seiner Frau Anna Elisabeth bei der Erbteilung 1709 (zu Q 112 Bl. 386f.). Kopie des Testaments des Johann Joseph Wilhelm von Devens (393). Erbteilung wie oben Bl. 386f. (Q 118). Erbkaufbrief wie Q 38 (Q 119). Liste der Güter des Johann Joseph von Devens (Q 129). Auszug aus dem Kontributionsbuch betr. Müllhoven 1719 - 1754 (Littera B und C Q 138). Kopie einer Transaktion zwischen dem Prälaten und dem Kapitel von Werden und dem Freiherrn von Brempt einerseits und den Arenbögelschen Hofesleuten andererseits 1708 (Q 158); Bd. V: Bestätigung eines Urteils des Bürgermeisters und Rats der Stadt Essen durch die Juristenfakultät der Universität Gießen 1768 (Q 167). Erbteilung 1709 wie Bl. 386fund Q 118 (Q 169). Wie Q 167 mit Rationes decidendi (Q 176); Bd. VI: Urteil der württembergischen Juristenfakultät Tübingen 1755 (Littera J in Q 182). Erbteilung 1709 wie Q 118 und Q 169 (Q 185). Kontrakt von Devens-Borg 1709 (Q 186). Taufdaten wie Q 94 (Q 189). Akten des 1765 - 1768 in Essen verhandelten Prozesses Johann Theodor von Devens ./. (Anna Catharina Ignatia) Witwe des Johann von der Bourg mit Urteil und Rationes decidendi der Juristenfakultät der hessischen Universität Gießen (Q 190). Darin: Testament des Johann Joseph Wilhelm von Devens (189 - 204). Prozeßkosten seit 1754 (Q 225 - 231). Taufdaten wie Q 94 (Q 245). Armutszeugnis der Stadt Essen für die Witwe des Heinrich Theodor Bertram, Sophia von der Borg 1796 (Q 258). Armutszeugnis des Pfarrers von St. Johannes in Essen für Sophia (Q 264). Der Prozeß enthält außerdem zahlreiche, von beiden Seiten aufgestellte Rechnungen über verschiedene Forderungen, Steuerlisten, Beilagen aus früheren oder gleichzeitigen Prozessen der Beteiligten untereinander oder mit Dritten. Beschreibung: 6 Bde.; 31,5 cm, 1623 Bl.; Bd. I: Protokoll, 2,5 cm, 73 Bl.; Bd. II: 6 cm, 363 Bl., gebunden; Q 1 - 111 außer 17a und 17b; Bd. III: 4,5 cm, 189 Bl., in zwei Teilen gebunden: Q 17a und 17b; Bd. IV: 6 cm, 363 Bl. (364 - 708), gebunden; Q 112 - 164, Q 112b als Bl. 395 a - m eingefügt; Bd. V: 2,5 cm, 123 Bl. (709 - 832), gebunden; Q 165 - 180; Bd. VI: 10 cm, 512 Bl., lose; Q 181 - 266; 11 Beilagen 1766 - 1793. Große Teile des Prozesses bis 1984 unter RKG (B 1700/5346), weil die Eigenschaften der Parteien vertauscht worden waren.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:29 AM CEST
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- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 2. Buchstabe D (Classification)