Gutsarchiv Lemsel (Bestand)
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H 139 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1516 - 1946
Findhilfsmittel: Findbuch von 1987 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Lemsel gehört zur Gemeinde Rackwitz, Lkr. Nordsachsen, Freistaat Sachsen.
Lemsel wird 1378 zum „castrum“ Delitzsch, dem späteren Amt Delitzsch gezählt. Es war 1485 albertinisch, 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1738 zum Herzogtum Sachsen-Merseburg und gelangte 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
1349/50 wird im Lehnbuch Friedrichs des Strengen ein Johannes von Zwochau („Johannes de Zcwachow“) als Besitzer und Bewohner eines Hofes zu Lemsel („Lomsil“) genannt. 1428 war der Rittersitz in der Hand der Familie von Krostewitz, die ihn bis zu ihrem Aussterben 1696 innehatte. 1696 fiel Lemsel an das Herzogtum Sachsen-Merseburg heim und wurde als Kammergut verwaltet.
1714 kaufte der Geheime Rat Wolf Dietrich Bose und 1720 Eustachius von Brösicke das Rittergut. Weitere Besitzer waren 1747–1765 die Ratsherrenfamilie Packbusch aus Halle, 1765–1789 Mitglieder der Familien von Brandenstein und von Wartensleben, 1791–1824 die von Könneritz, 1824–1850 der Leipziger Kaufmann Michael Anton Eckert und seit 1851 die aus Klostermansfeld stammende Familie Meyer. 1880 und noch 1937 wird Hedwig Meyer, seit 1902 verheiratete Scheibe, als Eigentümerin genannt. Zum Zeitpunkt der Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 war Hans Henning Grübner-Meyer, vorher schon Pächter von Brodau, auch Besitzer des Gutes Lemsel.
Das seit 1499 amtsässige Rittergut besaß schon 1442 das Erbgericht über das Dorf Lemsel, das nach Zschortau eingepfarrt blieb. Zum Gut gehörten schon 1497 Besitztitel in Pohritzsch, Krostitz, Wolteritz, Wiedemar und anderen Orten. 1559 bzw. 1667 hingen die Kirchenpatronate zu Wolteritz und Wiedemar am Gut. 1815/17 wurden Dorf und Gerichte zu Zschortau hinzuerworben. 1824–1850 und 1875–1945 befanden sich die Güter Brodau und Lemsel in gemeinsamem Besitz und wurden zeitweilig von Lemsel aus verwaltet.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Lemsel kam separat, sehr wahrscheinlich durch eine Abgabe des Kreismuseums Delitzsch, neben dem Gutsarchiv Brodau in das Landesarchiv.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Lemsel gehört zur Gemeinde Rackwitz, Lkr. Nordsachsen, Freistaat Sachsen.
Lemsel wird 1378 zum „castrum“ Delitzsch, dem späteren Amt Delitzsch gezählt. Es war 1485 albertinisch, 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1738 zum Herzogtum Sachsen-Merseburg und gelangte 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
1349/50 wird im Lehnbuch Friedrichs des Strengen ein Johannes von Zwochau („Johannes de Zcwachow“) als Besitzer und Bewohner eines Hofes zu Lemsel („Lomsil“) genannt. 1428 war der Rittersitz in der Hand der Familie von Krostewitz, die ihn bis zu ihrem Aussterben 1696 innehatte. 1696 fiel Lemsel an das Herzogtum Sachsen-Merseburg heim und wurde als Kammergut verwaltet.
1714 kaufte der Geheime Rat Wolf Dietrich Bose und 1720 Eustachius von Brösicke das Rittergut. Weitere Besitzer waren 1747–1765 die Ratsherrenfamilie Packbusch aus Halle, 1765–1789 Mitglieder der Familien von Brandenstein und von Wartensleben, 1791–1824 die von Könneritz, 1824–1850 der Leipziger Kaufmann Michael Anton Eckert und seit 1851 die aus Klostermansfeld stammende Familie Meyer. 1880 und noch 1937 wird Hedwig Meyer, seit 1902 verheiratete Scheibe, als Eigentümerin genannt. Zum Zeitpunkt der Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 war Hans Henning Grübner-Meyer, vorher schon Pächter von Brodau, auch Besitzer des Gutes Lemsel.
Das seit 1499 amtsässige Rittergut besaß schon 1442 das Erbgericht über das Dorf Lemsel, das nach Zschortau eingepfarrt blieb. Zum Gut gehörten schon 1497 Besitztitel in Pohritzsch, Krostitz, Wolteritz, Wiedemar und anderen Orten. 1559 bzw. 1667 hingen die Kirchenpatronate zu Wolteritz und Wiedemar am Gut. 1815/17 wurden Dorf und Gerichte zu Zschortau hinzuerworben. 1824–1850 und 1875–1945 befanden sich die Güter Brodau und Lemsel in gemeinsamem Besitz und wurden zeitweilig von Lemsel aus verwaltet.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Lemsel kam separat, sehr wahrscheinlich durch eine Abgabe des Kreismuseums Delitzsch, neben dem Gutsarchiv Brodau in das Landesarchiv.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 5.7
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ