Streit um den Hardter Busch im Hzm. Jülich, Amt Gladbach, zwischen den Kirchspielen Gladbach, Dahlen und Waldniel. Die Appellanten bezeichnen den Busch als ihr Eigentum, und wenn bisher jemand anders dort Holz gesammelt oder die Weide benutzt habe, so sei das ohne rechtlichen Anspruch und nur „aus nachbarlichen mittleiden“ geschehen. 1537 hatte es bereits eine Auseinandersetzung zwischen den streitenden Parteien und ihren Nieler Nachbarn gegeben, in der man sich verglichen hatte. 1557 klagten dann die Appellaten unter Berufung auf diesen Vergleich gegen das „plackhauen“ (Abschälen der Grasnarbe) im Hardter Busch, das die Appellanten „zu nottwendiger mistung und besserey irer harten wilden Acker“ durchführten. Die Appellanten behaupten, dieses Recht sei durch den Vergleich nicht berührt. Die Schöffen von Düren wiesen die Angelegenheit an den Herzog, der Heinrich von Hochsteden und Jakob Coppertz, die Amtleute von Grevenbroich und Gladbach, als Kommissare einsetzte. Später verhandelte auch noch eine aus mehreren Mitgliedern, u. a. den Amtleuten von Angermund und Düsseldorf bestehende Kommission.
Show full title
Streit um den Hardter Busch im Hzm. Jülich, Amt Gladbach, zwischen den Kirchspielen Gladbach, Dahlen und Waldniel. Die Appellanten bezeichnen den Busch als ihr Eigentum, und wenn bisher jemand anders dort Holz gesammelt oder die Weide benutzt habe, so sei das ohne rechtlichen Anspruch und nur „aus nachbarlichen mittleiden“ geschehen. 1537 hatte es bereits eine Auseinandersetzung zwischen den streitenden Parteien und ihren Nieler Nachbarn gegeben, in der man sich verglichen hatte. 1557 klagten dann die Appellaten unter Berufung auf diesen Vergleich gegen das „plackhauen“ (Abschälen der Grasnarbe) im Hardter Busch, das die Appellanten „zu nottwendiger mistung und besserey irer harten wilden Acker“ durchführten. Die Appellanten behaupten, dieses Recht sei durch den Vergleich nicht berührt. Die Schöffen von Düren wiesen die Angelegenheit an den Herzog, der Heinrich von Hochsteden und Jakob Coppertz, die Amtleute von Grevenbroich und Gladbach, als Kommissare einsetzte. Später verhandelte auch noch eine aus mehreren Mitgliedern, u. a. den Amtleuten von Angermund und Düsseldorf bestehende Kommission.
AA 0627, 2280 - H 326/1405
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1575 - 1597
Enthaeltvermerke: Kläger: Schöffen, Geschworene und gemeine Nachbarn zur Hardt (Hzm. Jülich, Amt Grevenbroich; Mönchengladbach), (Bekl.) Beklagter: Bürgermeister, Schöffen und Eingesessene des Kirchspiels Gladbach gen. die Obergebure (Overgepürder, Hzm. Jülich, Amt Grevenbroich; Mönchengladbach), (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Lorenz Wilthelm 1575 - Dr. Ludwig Staell 1575 - Lic. Philipp Siblein (sic) 1575 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wilthelm 1575 - Dr. Bernhard Kuehorn 1575 - Dr. Julius Marth 1575 - Dr. Paul Havener 1575 - Dr. Malachias Ramminger 1575 - Dr. Christopherus Reifsteck 1575 - Dr. Ludwig Staell 1575 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich (1557) - 2. Jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1562 - 3. RKG 1575 - 1597 Beweismittel: Vollmacht der Appellaten mit zahlreichen Namen der Einwohner des Kirchspiels Gladbach (Q 3). Beschreibung: 10 cm, 530 Bl., lose; Q 1 - 9, Q 4 = Q 8 (Vorakten, gebunden), Q 8 zweifach vergeben.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.05.2026, 9:16 AM CEST