Spruchkammer 36 - Öhringen: Verwaltungsakten (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 900/19
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 >> Geschäftsbereich Ministerium für politische Befreiung >> Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten
1946-1948
Vorwort: In der Folge des Gesetzes zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5. März 1946 wurden in den Stadt- und Landkreisen Württemberg-Badens Spruchkammern gebildet[1]. Die Spruchkammer 36 - Öhringen nahm Mitte 1946 ihre Arbeit auf und wurde zum 30.9.1948 aufgelöst. Untergebracht war sie u.a. im Finanzamt Öhringen. Die Zahl der Mitarbeiter lag bei knapp 30 Personen. Mitte 1947 waren 26 Personen und darüber hinaus 21 Beisitzer für die Spruchkammer tätig. Ab 1. Juli 1948 wurde der Personalbestand auf 10 Mitarbeiter reduziert[2]. Der Zuständigkeitsbereich der Spruchkammer, der Landkreis Öhringen, hatte die Kennziffer 36 und erstreckte sich auf folgende 51 Orte (in Klammern nachgestellt die Ortskennziffern[3]): Öhringen (1) Neuenstein (26) Adolzfurt (2) Neuhütten (27) Baumerlenbach (3) Neureut (28) Bitzfeld (4) Obereppach (29) Bretzfeld (5) Oberohrn (30) Büttelbronn (6) Obersöllbach (31) Cappel (7) Obersteinbach (32) Dimbach (8) Ohrnberg (33) Eckartsweiler (9) Orendelsall (34) Ernsbach (10) Pfedelbach (35) Eschelbach (11) Rappach (36) Feßbach (12) Scheppach (37) Forchtenberg (13) Schwabbach (38) Gaisbach (14) Schwöllbronn (39) Geddelsbach (15) Siebeneich (40) Harsberg (16) Sindringen (41) Kesselfeld (17) Unterheimbach (42) Kirchensall (18) Untersteinbach (43) Kleinhirschbach (19) Verrenberg (44) Kupferzell (20) Waldbach (45) Langenbeutingen (21) Waldenburg (46) Maienfels (22) Westernach (47) Mangoldsall (23) Westernbach (48) Michelbach (24) Windischenbach (49) Möglingen (25) Wohlmuthausen (50) Zweiflingen (51) Die nachstehend verzeichneten Akten sind nach Auflösung der Spruchkammer in das "Archiv des Ministeriums für politische Befreiung" bzw. das "Zentralarchiv bei der Zentralspruchkammer Nordwürttemberg" gelangt. Dieses wurde ab dem 1. Oktober 1950 dem Staatsarchiv Ludwigsburg angegliedert. Im Zuge eines Beständeausgleichs vom Jahre 1976[4]" wurden die Verwaltungsakten aller Spruchkammern 1981 an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgegeben, 1992 jedoch aufgrund einer neuen Beständeabgrenzung ihrer Provenienz entsprechend als Akten nachgeordneter Dienststellen des Ministeriums für politische Befreiung in das Staatsarchiv Ludwigsburg zurückgeführt[5]. Dort hat sie die Assessorin des Archivwesens Dr. Ulrike Müller-Weil im Juli 1993 verzeichnet. Da für die Akten kein Aktenplan vorlag, wurde dem Findbuch eine archivische Klassifikation zugrundegelegt. Ein noch verbliebener größerer Restbestand wurde im September/Oktober 1993 nachträglich eingefügt. Kassiert wurden von der Unterzeichneten Unterlagen im Umfang von 1,8 lfd. m, bei denen es sich um Regierungsblätter der Regierung Württemberg-Baden, eine zweifach vorhandene Berufungsliste sowie einen doppelt überlieferten Bericht handelte. Den Großteil der Kassation nahmen die von der Spruchkammer vermutlich bewußt als Doppel angelegten Spruchkammerbescheide, Klageschriften, Sühnebescheide und Einstellungsbeschlüsse ein, die in den Verfahrensakten der Spruchkammer Öhringen (Bestand EL 902/19) überliefert sind. Kassiert wurden aus diesem Grund auch die Durchschläge der Protokolle. Die verbliebenen handschriftlichen Mitschriften der Vernehmungen wurden den Verfahrensakten der Spruchkammer sowie der Spruchkammern der Interniertenlager beigefügt. Die archivgerechte Verpackung besorgte Herr Achim Schwarz. Das Repertorium schrieb Frau Hildegard Aufderklamm. Der Bestand EL 900/19 umfaßt 46 Archivalieneinheiten in 0,9 Regalmetern. Ludwigsburg, Oktober 1993 Günter Cordes
Anmerkungen: [1] Einzelheiten bei Paul Sauer, Demokratischer Neubeginn in Not und Elend, Das Land Württemberg-Baden von 1945 bis 1952, Ulm 1978, S. 136ff., bes. S. 143f. [2] Zur Organisation und Arbeitsgliederung einer Spruchkammer siehe unten die Fotokopie S. 17. [3] Die Kennziffern wurden von den Spruchkammern für die Aktenzeichen gebraucht. [4] Das Hauptstaatsarchiv sollte dabei alle Unterlagen des Ministeriums und die Verwaltungsakten aus dessen Geschäftsbereich verwahren, das Staatsarchiv Ludwigsburg alle personenbezogenen Unterlagen (Meldebögen, Verfahrensakten, Gnadenakten). [5] Im Gegenzuge wurden die beim Ministerium entstandenen sog. "Gnadenakten" an das Hauptstaatsarchiv abgegeben.
Anmerkungen: [1] Einzelheiten bei Paul Sauer, Demokratischer Neubeginn in Not und Elend, Das Land Württemberg-Baden von 1945 bis 1952, Ulm 1978, S. 136ff., bes. S. 143f. [2] Zur Organisation und Arbeitsgliederung einer Spruchkammer siehe unten die Fotokopie S. 17. [3] Die Kennziffern wurden von den Spruchkammern für die Aktenzeichen gebraucht. [4] Das Hauptstaatsarchiv sollte dabei alle Unterlagen des Ministeriums und die Verwaltungsakten aus dessen Geschäftsbereich verwahren, das Staatsarchiv Ludwigsburg alle personenbezogenen Unterlagen (Meldebögen, Verfahrensakten, Gnadenakten). [5] Im Gegenzuge wurden die beim Ministerium entstandenen sog. "Gnadenakten" an das Hauptstaatsarchiv abgegeben.
46 Büschel (1,5 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ