Heinrich v. Ense, der von Erzbischof Dietrich1 das Amt Westernkotten [Anröchte, Erwitte]2 für eine Pfandschaft von 1.450 Gulden bekommen hatte, war von den Einwohnern des Amtes verklagt worden, u. A. Leute aus dem Amt vertrieben und verkauft zu haben sowie anderer Verfehlungen. Er bittet daher Dietrich gegen einzen Verzicht von 1.300 Gulden und einer Zahlung von 150 Gulden um Verzeihung und darum, das Amt ohne Verpfändung weiter zu behalten. Die zwischen dem Tag der Urkunde und dem nächsten Peterstag (wohl cathedra 22. Februar) anfallenden Erträge sollen zwischen Heinrich und dem Erzbischof hälftig geteilt werden, während Heinrich die Erträge des vergangenen Jahres für sich behält. Er wird alle Urkunden zur Einsetzung in das Amt dem Erzbischof übergeben. Weiterhin verzichtet er auf die Erstattung aller bisherigen Kosten sowie verlorener und verdorbener Pferde im Dienst des Erzbischofs. Siegelankündigung Heinrichs. Datum 14. Oktober 1457 (up den frydagh na sent Gereonis dage). Urkunde. Heinrichs von Ense über das durch Erzbischof Dietrich von ihm wieder abgelößte Amt Westernkotten. 1457. 14. Oct. Inhalt: Ich Henrich van Ense, Gerartz son, doin kunt, so als der eirwirdige furste, myn gnedige lieve here, here Diederich, ertzbusschoff zo Colne, hertoch zo Westfaln ind zo Enger etc., mir dat ampte zom Westerkotten hir bevoir amptz ind pandzgewyse verschreven hatte, vur vunfftziendehalffhundert gulden, na lude der brieve dar oever sprechen, ind so dan in desen neisten verleden jaire synre gnaden undersaissen zom Westerkotten synen gnaden vurbracht ind geclacht hant, wie dat ich sy ungeburlichen gedrongen ind ouch etzliche lude uyss dem selven ampte verwesselt ind verkaufft have, darumb ind umb anderer gebreche der vurg. myn gnedige here zo mir hatte die pantschafft, ich van synen gnaden han ind andere myne erve ind guet mit rechte hait kummeren laissen, die synen gnaden dan vort zo gewyst syn worden, so bekennen ich vur mich ind myne erven, dat ich den vurg. mynen gnedigen lieven heren flelichen gebeden han durch mich selffs ind myne frunde, dat syne gnade mir dat rechte genedentlichen oversten ind erlaissen, ind mich van synen gnaden fruntlichen scheyden laissen wille, suliche myne ind mynre frunde bede syne gnade angesten ind genedentlich up syn erwonnen rechte anspracke ind gebreche syne gnade an mir gefordert hatte, vertzegen ind den kummer aff gedain hait, ind byn dar durch mit synre gnaden guitlichen ind fruntlichen overkomen, dat ich synen gnaden an den vurg. vunfftziendehalffhundert gulden pantschafft gelaissen han druytzienhundert overlensche ryn- sche gulden, dat syne gnade umb mynre flelicher beden ind dienste willen ich synen gnaden gedain han, da by geneit- lichen gelaissen hait, ind han vort van synen gnaden entfangen anderhalffhundert gulden, dair mit syne gnade dat vurg. ampte zom Westerkotten van mir zo synen gnaden gefryhet ind geloist hait, so dat ich, noch myne erven, geyne verschryvonge, rechte vorderonge noch ansprachen an dem vurg. ampte langer behalden han, noch behalden ensullen in geyner wyse, ind sall der selve myn gnedige here die gulden ind renten des vurg. amptz, die nu in desem jare erschenen ind erfallen synt, ind vort erschynen ind erfallen werden, tusschen dit ind sent Peters dage neistkompt halff haven, ind ich die andere helffte, ind ich salt vort die renten ind gulden die vur desem neisten vurledenen jaire zom Westerkotten er- schenen ind erfallen waeren, alleyne haven ind behalden, ind han dar up alle die brieve, die myn vader selicher gedechte- nisse vur, ind ich na, up dat vurg. ampte sprechen hatten, dem vurg. myme gnedigen heren nu overgeven, die ich doit ind machtloiss sagen in crafft diss briefs. Ich han ouch hir durch vur mich ind myne erven gentzlichen ind luterlichen vertzegen ind vertzyen overmidz desen brieff up alle alsulche perde ind coste, die ich ind die myne in des vurg. myns gnedigen heren dienste biß an desen dagh, datum diss briefs, verloeren, verderfft ind gehait han. Ind hir mit sall ich mit myme gnedigen heren vurg. van allen gebrechen gentlichen vereyniget ind gentzlich gescheyden syn ind blyven, des ich mich van synen gnaden groisslich bedancken, ind synre gnaden dat truwelichen aff verdienen sall ind will, ind han des zo urkunde der wairheit myn segel vur mich ind alle myne erven an desen brieff gehangen. Gegeven in den jarn unss hern duysent vier- hundert sevenindvunfftych, up den frydagh na sent Gereonis dage. Rückseite: Hiein bekennet Heinrich von Enße, das er uff XIIIIVC a gulden dafür ime das Ampt Westernkotten verpfandt gewesen, quitiert und vertzihet. Dat. 1457. Original, Pergament, mnd., mit Plica, ca. 30 × 19 cm, mit anhängendem Siegel des Heinrich v. Ense, von dem Teile der Umschrift fehlen, das Siegelbild ist gut erkennbar. adas hier geschriebene Zeichen ”V“ steht für ein handschriftlichers Zeichen, das ein halbes hundert anzeigt - die römische Zahl soll 1.450 anzeigen. 1Dietrich II v. Moers, Erzbischof von Köln 1414 bis 1463, seit 1415 auch Administrator des Fürstbistums Paderborn. 2dieses Amt wird sowohl Amt Erwitt