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C Rep. 101 Der Oberbürgermeister von Berlin (Bestand)
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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 2 Magistrat von Berlin und nachgeordnete Einrichtungen >> C 2.1 Magistratsverwaltungen
Vorwort: C Rep. 101 Magistrat von Berlin, Oberbürgermeister
1. Behördengeschichte
Am 17. Mai 1945 wurde der von der sowjetischen Besatzungsmacht eingesetzte Magistrat von Groß-Berlin in seine Ämter eingeführt. An seiner Spitze stand als Oberbürgermeister der parteilose Arthur Werner. Zu den Funktionen des Oberbürgermeisters gehörte die Dienstaufsicht über die Magistratsmitglieder und Bezirksbürgermeister, ihm oblag die Vertretung des Magistrats gegenüber den Alliierten sowie der Stadtverordnetenversammlung. Direkt unterstanden ihm Polizei, Presseamt, das Hauptamt für Planungen und das Hauptprüfungsamt.
Nach den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung am 20. Oktober 1946 bestimmte diese Otto Ostrowski zum Oberbürgermeister, der jedoch aufgrund von innerparteilichen Differenzen in der SPD am 17. April 1947 sein Amt niederlegte. Bis zur Neuwahl des Oberbürgermeisters wurde Louise Schröder vom 17. April 1947 bis zum 7. Dezember 1948 mit der Wahrnehmung des Amtes betraut. Der am 24. Juni 1947 von der Stadtverordnetenversammlung zum Oberbürgermeister gewählte Ernst Reuter erhielt nicht die Zustimmung der Alliierten Kommandantur, so dass weiterhin Louise Schröder amtierte, die ab dem 14. August 1948 von ihrem Stellvertreter Ferdinand Friedensburg abgelöst wurde.
Im Zuge der administrativen Spaltung Berlins wurde für Ost-Berlin am 30. November 1948 Friedrich Ebert als Oberbürgermeister eingesetzt, während die Stadtverordnetenversammlung in den Westsektoren am 7. Dezember 1948 erneut Ernst Reuter zum Oberbürgermeister wählte. Nachfolger Friedrich Eberts waren Herbert Fechner (5. Juli 1967 - 11. Februar 1974) und Erhard Krack (11. Februar 1974 - 15. Februar 1990).
Gewählt wurde der Oberbürgermeister durch die Stadtverordnetenversammlung. Er war ihr hinsichtlich des Wirkens des Magistrats rechenschaftspflichtig. Neben der Gesamtleitung des Magistrats und der obersten Repräsentanz Ost-Berlins oblag ihm auch die Dienstaufsicht über die Magistratsmitglieder und die Bezirksbürgermeister. Außerdem stand er in engem Kontakt zu den Alliierten Behörden und zur Regierung der DDR, der Erhard Krack von 1976 bis 1989 zugleich als Mitglied des Ministerrates angehörte, und zu den politischen Parteien und Massenorganisationen, v. a. zur SED. Um diesen Aufgaben entsprechen zu können, waren dem Oberbürgermeister bis zur Bildung des selbständigen "Bereiches Erster Stellvertreter" mehrere Stellvertreter mit wechselnder Anzahl und Amtsbezeichnung zugeordnet, die bestimmte Tätigkeitsbereiche eigenverantwortlich wahrnahmen. Außerdem gab es mehrere dem Oberbürgermeister direkt unterstellte Magistratsbereiche und nachgeordnete Behörden wie die Polizei von Groß-Berlin (bis 1953), die Ämter für Reparationen, für Kirchenfragen, für Plankontrolle (die spätere Plankommission), das Rechtsamt (dann Rechtsstelle des Magistrats), die Kommission für Staatliche Kontrolle (die spätere Arbeiter- und Bauern-Inspektion), das Referat Presse (dann Pressestelle des Magistrats), der Bevollmächtigte für die III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1951, das Amt für Jugendfragen und Leibesübungen, die Verbindungsstelle zur Förderung der Kultur und Intelligenz (dann Förderungsstelle für die Berliner Intelligenz), die Beschwerdestelle sowie die Kaderabteilung des Magistrats.
Erhard Krack trat im Februar 1990 vom Amt des Oberbürgermeisters zurück. Kurzzeitig nahm Ingrid Pankratz die Aufgaben im Februar 1990 wahr, bis mit Christian Hartenhauer am 23. Februar 1990 ein neuer Oberbürgermeister gewählt wurde. Die am 30. Mai 1990 beginnende letzte Wahlperiode mit Tino Schwierzina als Oberbürgermeister war geprägt von der demokratischen Wiedervereinigung der Stadt und gekennzeichnet von einer engen Zusammenarbeit mit dem Senat von Berlin (West) und dem Regierenden Bürgermeister bis zum Januar 1991.
Die Akten des Oberbürgermeisters von Berlin wurden seit 1960 kontinuierlich dem Verwaltungsarchiv angeboten und gelangten von dort in das Stadtarchiv Berlin.
2. Bestandbeschreibung
Der Bestand umfasst 2761 Akten (47,50 lfm) mit der Laufzeit 1945 - 1990.
Er enthält Akten zur:
Zusammenarbeit mit der Alliierten Kommandantur Berlin, mit der Amerikanischen, Britischen und Französischen Militärregierung und der Sowjetischen Militäradministration.- Beratungsprotokolle.- Zusammenarbeit mit dem Deutschen Volkskongress, dem Deutschen Volksrat, den Landtagen, dem Städte- und Gemeindetag, der Volkskammer der DDR, der Stadtverordnetenversammlung von Berlin, Bezirksverordnetenversammlungen.- Zusammenarbeit mit den Regierungen der Länder der DDR sowie den Räten der Bezirke, dem Präsidenten der DDR, dem Staatsrat, dem Ministerrat und einzelnen Ministerien.- Aufsicht über die Berliner Polizei.- Zusammenarbeit mit dem Generalstaatsanwalt von Berlin.- Aufsicht über die Rechtsstelle des Magistrats (Stiftungsaufsicht mit Stiftungen A-Z).- Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen (Kirchenfragen, Synoden, Kirchenbau, Grundstücksangelegenheiten).- Reparationsfragen (Weisungen, Berichte, Demontageunterlagen).- Förderung der Berliner Intelligenz.- Mitwirkung beim Nationalen Aufbauwerk (NAW).- Jugendförderung, Sportanlagenverwaltung und Feriengestaltung.- Berliner Volkswirtschaftsplanung.- Zusammenarbeit mit Presse und Rundfunk.- Geschäftsverkehr mit den Fachabteilungen des Magistrats und den Räten der Stadtbezirke.- Zusammenarbeit mit Parteien und Massenorganisationen, Gesellschaften, Verbänden und Vereinen.- Reden und Empfänge des Oberbürgermeisters.- Internationale Verbindungen auf kommunalem Gebiet.- Unterlagen über die Entwicklung wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen.- Berliner Verfassung und Wahlen.- Rat der Bürgermeister (Juni bis November 1990).
Fotoalben (Geschenke aus Berliner Betrieben an die Oberbürgermeister): Jubiläen des Magistrats, Betriebsjubiläen und Geburtstage der Oberbürgermeister.- Fest- und Feiertage.
Der Bestand wurde von den Archivangestellten Elly Tumuscheit und Hilde Voigt im Stadtarchiv Berlin sowie von den Archivarinnen Kerstin Bötticher (1990-1998) und Annette Thomas (2008-2018) im Landesarchiv Berlin verzeichnet. Die Retrokonvertierung der Findkartei übernahm Herr Reppin 2005.
Der Bestand ist über die Findmittel Datenbank und Findbuch nutzbar.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: LAB C Rep. 101 Nr. xxx .
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 124 Magistrat von Berlin, Erster/Ständiger Stellvertreter
LAB E Rep. 300-09 Nachlass Arthur Werner
4. Literatur
Fieber, Hans-Joachim und Rockmann, Thomas: An der Spitze Berlins 1871 bis zur Gegenwart, Bd. 2. Berlin 1995. Signatur: 00/0163 (2).
Ribbe, Wolfgang: Stadtoberhäupter : Biographien Berliner Bürgermeister im 19. und 20. Jahrhundert.- Berlin 1992. Signatur: Ser 50(60,7) (3).
Arthur Werner
Werner, Arthur; Maron, Karl: Ein halbes Jahr Berliner Magistrat : der Magistrat gibt Rechenschaft. Die Reden des Oberbürgermeisters Dr. Arthur Werner und des ersten stellvertretenden Oberbürgermeisters Karl Maron auf der Kundgebung in der Deutschen Staatsoper am 19.11.1945. Berichte der Stadträte.- Berlin 1946. Signatur: Zs 12(1945) (1).
Hanauske, Dieter: "Ein ehrlicher Mann, aber etwas naiv" : Arthur Werner - Berliner Oberbürgermeister von 1945/46.- In: Der Bär von Berlin, Berlin 2002. Signatur: Zs 97(2002) (1).
Friedrich Ebert
Ebert, Friedrich: Rede auf der außerordentlichen Magistratssitzung am 4. April 1949.- Berlin 1949. Signatur: 06418 (1).
Ebert, Friedrich: Rechenschaftsbericht und Arbeitsprogramm des demokratischen Magistrats von Groß-Berlin.- Berlin 1949. Signatur: 03026 (1).
Ebert, Friedrich: Die demokratische Entwicklung in der Verwaltung Berlins .- In: Demokratischer Aufbau. Berlin 1951. Signatur: 00953(1951)
Ebert, Friedrich: Ein neues, schöneres Berlin entsteht! : Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters Friedrich Ebert auf der Festsitzung zum dreijährigen Bestehens des Magistrats.- Berlin 1951. Signatur: 03572 (2).
Ebert, Friedrich: Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters [Friedrich Ebert] zum vierjährigen Bestehen des demokratischen Magistrats von Groß-Berlin.- Berlin 1952. Signatur: 08465 (1).
Ebert, Friedrich: Demokratische Staatsmacht für Berlin : Rede des Oberbürgermeisters Friedrich Ebert auf der ausserordentlichen, öffentlichen Magistratssitzung am 19.01.1953 .- Berlin 1953. Signatur: 05901 (2).
Ebert, Friedrich: Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters Friedrich Ebert : zum 5. Jahrestag des Magistrats von Groß-Berlin gehalten in der Festsitzung der Volksvertretung Groß-Berlin am 30.11.1953.- Berlin 1953.- Signatur: 08466; Soz 961 (1).
Ebert, Friedrich: Rechenschaftsbericht des Magistrats von Groß-Berlin : gegeben vom Oberbürgermeister Friedrich Ebert auf der 12. Tagung der Volksvertretung Groß-Berlin am 30.11.1956.- Berlin 1956. Signatur: 04445; 08467 (1).
Ebert, Friedrich: Die ersten Ergebnisse der Auswertung der Erklärung des Staatsrates durch die örtlichen Organe der Staatsmacht in Berlin : aus der Rede des Oberbürgermeisters vor der 17. Tagung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1960.- Berlin 1960.- Signatur: 04890 (1).
Gerlach, Karlheinz: Zum 90. Geburtstag von Friedrich Ebert : Aus den Reden des Oberbürgermeisters von Berlin 1948-1952.- Berlin 1985. Signatur: Zs 805(5)
Herbert Fechner
Fechner, Herbert: "Die Ergebnisse der Volksaussprache über den Entwurf des Beschlusses der 19. Tagung des Staatsrates sowie der Stand und die weiteren Aufgaben bei der Verwirklichung des Modells der staatlichen Leitung der Hauptstadt Berlin" : Rede des Oberbürgermeisters Herbert Fechner zur 13. Tagung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin am 20.05.1970 ; Material für Abgeordnete.- Berlin 1970. Signatur: 11442 (1).
Erhard Krack
Krack, Erhard: Hauptstadt Berlin und ihre Bürger.- Berlin 1987. Signatur: 08894 (1).
Krack, Erhard: Politik für den Frieden und das Wohl der Menschen : Ansprache des Oberbürgermeisters von Berlin zur Plenartagung des "Internationalen Treffens der Bürgermeister" am 02.06.1987.- Berlin 1987. Signatur: 10779 (1).
Tino Schwierzina
Schwierzina, Tino: Ganz Berlin im Aufbruch : Richtlinien der Magistratspolitik : Erklärung des Oberbürgermeisters von Berlin, Tino Schwierzina vor der Stadtverordnetenversammlung von Berlin, Mitwoch, 13.06.1990.- Berlin 1990. Signatur: 10684 (3).
Berlin, September 2023 Annette Thomas und Kerstin Bötticher
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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