Geheimer Rat I (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 31
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Geheimer Rat
1816 - 1884, Vorakten ab 1587
Überlieferungsgeschichte
Ende 19. Jh. vom Geheimen Rat abgegeben.
Inhalt und Bewertung
Enthält (Rubriken): Kgl. Haus und Hof; Geheimer Rat, Staatsministerium; Staatsgebiet, Verfassung, Landstände; Allgemeine Ämterorganisation und Staatsbeamte; Justizdepartement; Departement der äußeren Angelegenheiten; Departement des Innern; Departement des Kirchen- und Schulwesens; Departement des Kriegswesens; Departement der Finanzen; Altes Deutsches Reich; Verschiedenes.
Anhang: Kriminalkommissionen zur Aburteilung von Staatsverbrechern; Zentralkomitee in Marschsachen; Gratialien und Pensionen; Taxordnung und Stempelgeld; Besteuerung, Arrestierung und Sequestrierung von Kolonialwaren, besonders von Baumwolle; Kommission zur Rückberufung der in den österreichischen Staaten befindlichen Württemberger.
Vorwort: Mit der Annahme der Königswürde Ende 1805 löste Friedrich von Württemberg den Herzoglichen Geheimen Rat auf und setzte an seine Stelle das Königliche Staatsministerium. Dem Staatsministerium oblag die Beratung des Monarchen in allgemeinen Staatsangelegenheiten. Nach dem Regierungsantritt König Wilhelms I. wurde am 8. November 1816 der Geheime Rat als oberste, dem König unmittelbar unterstehende Staatsbehörde neu errichtet. Er setzte sich aus den Ministern bzw. Chefs der verschiedenen Departements und aus vom König ernannten Mitgliedern zusammen. Seine Tätigkeit bestand darin, die Anträge und Vorschläge der Ministerien zu prüfen und mit seinen gutachtlichen Stellungnahmen dem König zuzuleiten. Zu seinem Geschäftskreis als oberste beratende Behörde des Monarchen gehörten außerdem alle ständischen Angelegenheiten, die Anträge auf Entlassung oder Zurruhesetzung der Staatsdiener, Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Justiz- und Verwaltungsbehörden, die Verhältnisse von Kirche und Staat sowie ihm vom König besonders übertragene Angelegenheiten. In Verwaltungsstreitsachen fungierte der Geheime Rat als entscheidende und verfügende Behörde, so bei Rekursen von Verfügungen der Departementschefs und von Straferkenntnissen der Administrationsstellen. Er vermittelte den Verkehr zwischen dem König und den Landständen, wobei er selbständig entscheiden konnte, ob sich ständische Anträge zur Vorlage an den König eigneten oder nicht. Mit der Errichtung des Staatsministeriums 1876, des Verwaltungsgerichtshofs 1877 und des Kompetenzgerichtshofs 1879 verlor der Geheime Rat stark an Bedeutung. Er wurde durch Gesetz vom 15. Juni 1911 aufgehoben. Entsprechend der herausgehobenen Stellung des Geheimen Rats in der Staatsverwaltung des 19. Jahrhunderts kommt seinem Schriftgut ein hervorragender geschichtlicher Dokumentationswert zu. Der nach einem Rubrikenschema geordnete 32,5 lfd. m umfassende Teilbestand E 31 (Königlicher Geheimer Rat I), der als Teilablieferung dieser Institution wohl bald nach 1876 ins Staatsarchiv gelangte, wurde zwar sehr häufig benutzt, war aber bislang nur sehr unzureichend erschlossen. Eine wissenschaftliche Neuverzeichnung unter Beachtung der bestehenden inhaltlichen Gliederung des Bestands war daher eine dringende Notwendigkeit. Sie erfolgte zwischen Dezember 1969 und März 1974 durch die Archivinspektoranwärter Michael Kuthe, Eric Elwert, Walter Wannenwetsch und Magdalene Rüther sowie durch die Staatsarchivreferendare Dr. Wilfried Schöntag, Dr. Peter Eitel, Dr. Hermann Ehmer und Dr. Norbert Georg Hofmann. Die Schlussredaktion des Repertoriums übernahm Archivamtmännin Luise Pfeifle. Sie fertigte auch das Register. Stuttgart, 2. November 1978 Paul Sauer
Präsidenten des Geheimen Rats:
Hans Otto von der Lühe 18. November 1817 - 29. Juli 1821
Christian Friedrich von Otto 29. Juli 1821 - 15. November 1831
Eugen von Maucler 15. November 1831 - März 1848
Constantin von Neurath 8. Mai 1851 - 27. April 1867 (- 24. April 1855 nur amtierend)
Ludwig von Golther 27. April 1867 - 23. März 1870
Karl von Varnbüler 23. März 1870 - 31. August 1870
Hermann von Mittnacht 31. August 1870 - 10. November 1900
Max Schott von Schottenstein 10. November 1900 - 15. April 1901
Wilhelm August von Breitling 15. April 1901 - 3. Dezember 1906
Karl von Weizsäcker 4. Dezember 1906 - 15. Juni 1911
Ende 19. Jh. vom Geheimen Rat abgegeben.
Inhalt und Bewertung
Enthält (Rubriken): Kgl. Haus und Hof; Geheimer Rat, Staatsministerium; Staatsgebiet, Verfassung, Landstände; Allgemeine Ämterorganisation und Staatsbeamte; Justizdepartement; Departement der äußeren Angelegenheiten; Departement des Innern; Departement des Kirchen- und Schulwesens; Departement des Kriegswesens; Departement der Finanzen; Altes Deutsches Reich; Verschiedenes.
Anhang: Kriminalkommissionen zur Aburteilung von Staatsverbrechern; Zentralkomitee in Marschsachen; Gratialien und Pensionen; Taxordnung und Stempelgeld; Besteuerung, Arrestierung und Sequestrierung von Kolonialwaren, besonders von Baumwolle; Kommission zur Rückberufung der in den österreichischen Staaten befindlichen Württemberger.
Vorwort: Mit der Annahme der Königswürde Ende 1805 löste Friedrich von Württemberg den Herzoglichen Geheimen Rat auf und setzte an seine Stelle das Königliche Staatsministerium. Dem Staatsministerium oblag die Beratung des Monarchen in allgemeinen Staatsangelegenheiten. Nach dem Regierungsantritt König Wilhelms I. wurde am 8. November 1816 der Geheime Rat als oberste, dem König unmittelbar unterstehende Staatsbehörde neu errichtet. Er setzte sich aus den Ministern bzw. Chefs der verschiedenen Departements und aus vom König ernannten Mitgliedern zusammen. Seine Tätigkeit bestand darin, die Anträge und Vorschläge der Ministerien zu prüfen und mit seinen gutachtlichen Stellungnahmen dem König zuzuleiten. Zu seinem Geschäftskreis als oberste beratende Behörde des Monarchen gehörten außerdem alle ständischen Angelegenheiten, die Anträge auf Entlassung oder Zurruhesetzung der Staatsdiener, Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Justiz- und Verwaltungsbehörden, die Verhältnisse von Kirche und Staat sowie ihm vom König besonders übertragene Angelegenheiten. In Verwaltungsstreitsachen fungierte der Geheime Rat als entscheidende und verfügende Behörde, so bei Rekursen von Verfügungen der Departementschefs und von Straferkenntnissen der Administrationsstellen. Er vermittelte den Verkehr zwischen dem König und den Landständen, wobei er selbständig entscheiden konnte, ob sich ständische Anträge zur Vorlage an den König eigneten oder nicht. Mit der Errichtung des Staatsministeriums 1876, des Verwaltungsgerichtshofs 1877 und des Kompetenzgerichtshofs 1879 verlor der Geheime Rat stark an Bedeutung. Er wurde durch Gesetz vom 15. Juni 1911 aufgehoben. Entsprechend der herausgehobenen Stellung des Geheimen Rats in der Staatsverwaltung des 19. Jahrhunderts kommt seinem Schriftgut ein hervorragender geschichtlicher Dokumentationswert zu. Der nach einem Rubrikenschema geordnete 32,5 lfd. m umfassende Teilbestand E 31 (Königlicher Geheimer Rat I), der als Teilablieferung dieser Institution wohl bald nach 1876 ins Staatsarchiv gelangte, wurde zwar sehr häufig benutzt, war aber bislang nur sehr unzureichend erschlossen. Eine wissenschaftliche Neuverzeichnung unter Beachtung der bestehenden inhaltlichen Gliederung des Bestands war daher eine dringende Notwendigkeit. Sie erfolgte zwischen Dezember 1969 und März 1974 durch die Archivinspektoranwärter Michael Kuthe, Eric Elwert, Walter Wannenwetsch und Magdalene Rüther sowie durch die Staatsarchivreferendare Dr. Wilfried Schöntag, Dr. Peter Eitel, Dr. Hermann Ehmer und Dr. Norbert Georg Hofmann. Die Schlussredaktion des Repertoriums übernahm Archivamtmännin Luise Pfeifle. Sie fertigte auch das Register. Stuttgart, 2. November 1978 Paul Sauer
Präsidenten des Geheimen Rats:
Hans Otto von der Lühe 18. November 1817 - 29. Juli 1821
Christian Friedrich von Otto 29. Juli 1821 - 15. November 1831
Eugen von Maucler 15. November 1831 - März 1848
Constantin von Neurath 8. Mai 1851 - 27. April 1867 (- 24. April 1855 nur amtierend)
Ludwig von Golther 27. April 1867 - 23. März 1870
Karl von Varnbüler 23. März 1870 - 31. August 1870
Hermann von Mittnacht 31. August 1870 - 10. November 1900
Max Schott von Schottenstein 10. November 1900 - 15. April 1901
Wilhelm August von Breitling 15. April 1901 - 3. Dezember 1906
Karl von Weizsäcker 4. Dezember 1906 - 15. Juni 1911
1721 Büschel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ