Berthold [II. von Sternberg], Bischof von Würzburg, bekundet, dass der zwischen ihm und der Abtei Fulda schwelende Streit wegen der Unbilden, die ...
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1251-1300
1283 Juni 25
Ausfertigung, Pergament, abhängendes Siegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Actum in prato apud Gozelheim in crastino Iohannis Baptiste. Datum vero Karlstat proxima sequenti die anno Domini M° CC LXXX tercio pontificatus nostri anno nono
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Berthold [II. von Sternberg], Bischof von Würzburg, bekundet, dass der zwischen ihm und der Abtei Fulda schwelende Streit wegen der Unbilden, die seine Leute gegen die Einwohner von Hundsfeld verübt haben, durch die vier Schiedsrichter Graf Gerhard von Rieneck, Gottfried von Brauneck, Gottfried von Hohenlohe und Herden von Gründlach verglichen worden sei. So soll für einen getöteten Hörigen der Fuldaer Kirche ein nach dem Gutdünken des Dietrich von Hohenberg gleichwertiger Höriger aus dem Ort oder der Umgebung übergeben werden. Den Geschädigten und den Hinterbliebenen von Getöteten und Verletzten in Hundsfeld sollen 160 Pfund heller (haller) am Fest des heiligen Martin [November 11] gezahlt werden. Für die Zahlung an Gerhard von Rieneck, Dietrich von Hohenberg, Friedrich von Flache und Heinrich von Esselbach (Espelbach) bürgen gegenüber dem römischen König der Graf Eberhard von Katzenelnbogen und Berthold von Lisberg. Wird das Geld nicht bezahlt, dürfen sich die Fuldaer Bürgen so lange in Hammelburg versorgen lassen, bis das Geld bezahlt ist: Graf Eberhard von Katzenelnbogen und Dietrich von Hohenberg reiten jeweils mit drei Pferden ein; beide dürfen sich vertreten lassen; Eberhard durch einen Ritter, Dietrich durch einen Ritter oder einen Knappen. Notfalls darf die Schuld auch mit Waffengewalt eingeholt werden. Weiterhin verspricht Bischof Berthold, am Tag nach Mariä Himmelfahrt [August 16] an den römischen König zwei Kanoniker und zwei Ministerialen in die Stadt Gelnhausen (Geylenhusen) abzuordnen. Handlungsort: 1283 Juni 25 auf der Wiese bei Gössenheim. Ausstellungsort: Karlstadt. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite, Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Bischof Berthold
Vermerke (Urkunde): Druckangaben: Schannat, Historia Fuldensis, Nr. C; UB Hohenlohe 1, Nr. 427; Wilhelm Füsslein, Das Ringen um die bürgerliche Freiheit im mittelalterlichen Würzburg des 13. Jahrhunderts. Mit neuen Urkunden, in: Historische Zeitschrift 134 (1926), S. 267-318, hier S. 280, Nr. 2; Wilhelm Füsslein, Zwei Jahrzehnte würzburgischer Stifts-, Stadt- und Landesgeschichte 1254-1275, in: Neue Beiträge zur Geschichte deutschen Altertums 32 (1926), S. 127, Nr. 4; Regest: Regesta Thuringiae IV, Nr. 2206; Demandt, Katzenelnbogen III, Nr. 6300 [nach dem Druck von Schannat]
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Berthold [II. von Sternberg], Bischof von Würzburg, bekundet, dass der zwischen ihm und der Abtei Fulda schwelende Streit wegen der Unbilden, die seine Leute gegen die Einwohner von Hundsfeld verübt haben, durch die vier Schiedsrichter Graf Gerhard von Rieneck, Gottfried von Brauneck, Gottfried von Hohenlohe und Herden von Gründlach verglichen worden sei. So soll für einen getöteten Hörigen der Fuldaer Kirche ein nach dem Gutdünken des Dietrich von Hohenberg gleichwertiger Höriger aus dem Ort oder der Umgebung übergeben werden. Den Geschädigten und den Hinterbliebenen von Getöteten und Verletzten in Hundsfeld sollen 160 Pfund heller (haller) am Fest des heiligen Martin [November 11] gezahlt werden. Für die Zahlung an Gerhard von Rieneck, Dietrich von Hohenberg, Friedrich von Flache und Heinrich von Esselbach (Espelbach) bürgen gegenüber dem römischen König der Graf Eberhard von Katzenelnbogen und Berthold von Lisberg. Wird das Geld nicht bezahlt, dürfen sich die Fuldaer Bürgen so lange in Hammelburg versorgen lassen, bis das Geld bezahlt ist: Graf Eberhard von Katzenelnbogen und Dietrich von Hohenberg reiten jeweils mit drei Pferden ein; beide dürfen sich vertreten lassen; Eberhard durch einen Ritter, Dietrich durch einen Ritter oder einen Knappen. Notfalls darf die Schuld auch mit Waffengewalt eingeholt werden. Weiterhin verspricht Bischof Berthold, am Tag nach Mariä Himmelfahrt [August 16] an den römischen König zwei Kanoniker und zwei Ministerialen in die Stadt Gelnhausen (Geylenhusen) abzuordnen. Handlungsort: 1283 Juni 25 auf der Wiese bei Gössenheim. Ausstellungsort: Karlstadt. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite, Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Bischof Berthold
Vermerke (Urkunde): Druckangaben: Schannat, Historia Fuldensis, Nr. C; UB Hohenlohe 1, Nr. 427; Wilhelm Füsslein, Das Ringen um die bürgerliche Freiheit im mittelalterlichen Würzburg des 13. Jahrhunderts. Mit neuen Urkunden, in: Historische Zeitschrift 134 (1926), S. 267-318, hier S. 280, Nr. 2; Wilhelm Füsslein, Zwei Jahrzehnte würzburgischer Stifts-, Stadt- und Landesgeschichte 1254-1275, in: Neue Beiträge zur Geschichte deutschen Altertums 32 (1926), S. 127, Nr. 4; Regest: Regesta Thuringiae IV, Nr. 2206; Demandt, Katzenelnbogen III, Nr. 6300 [nach dem Druck von Schannat]
Flache [Wüstung bei Weickersgrüben nahe Gemünden, Lkr. Main-Spessart].
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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