Bürgermeister und Rat der Stadt Lemgo beurkunden, daß die Dechen der St. Katharinen-Gilde 9 1/2 Mark Lemgoer Pfennige empfangen haben von ihrer Mitbürgerin Ghese Lambracht als Rente, um dafür eine ewige Begängnis in der Marienkirche auf der Neustadt in Lemgo für sie, ihren Mann Johann Lambertinch, ihren Bruder Bartram Focke, ihre Kinder und Eltern und alle Verstorbenen ihrer beider Geschlechter und der Katharinengilde halten zu lassen. Es folgen die Vorschriften für die Feier und die Entschädigungen. Weiter Wachslichter für den von Ghese gestifteten Altar, für den vor dem Altar hängenden "Hartestwych" (Hirschgeweihkronleuchter) und eine ewige Lampe vor dem Altar. Die Dechen bekommen jährlich eine halbe Mark, der Rest zu Almosen für die Gilde. Die Rente wird wie anderes Bürgergut versteuert und nach Stadtrecht behandelt. Datum sub anno et nataivitate domini 1400 crastino beati Urbani pape et martiris. Original auf Pergament mit anhängendem Siegel.