E Rep. 200-60 Nachlass Albert C. Grzesinski (Bestand)
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E Rep. 200-60
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
Vorwort: 1. Biographie
Albert Lehmann wurde am 28. Juli 1879 in Treptow/Tollense (Pommern) geboren. Er wuchs zunächst bei den Großeltern in Pommern auf und kam 1884 nach Berlin. Hier lernte er nach dem Besuch der Gemeindeschule das Metalldrückerhandwerk. 1892 nahm Albert den Namen seines Stiefvaters, Grzesinski, an.
1897 Mitglied im freigewerkschaftlichen Deutschen Metallarbeiter-Verband geworden, begann Grzesinski bald als Funktionär sich für die Interessen von Arbeitern einzusetzen. Im Ersten Weltkrieg organisierte er in Kassel den Zusammenschluss verschiedener Verbraucherverbände zur Kriegsfürsorge. Nach Kriegsende wurde er dort an die Spitze des Arbeiter- und Soldatenrats gewählt.
Von 1919 bis 1933 war er für die SPD Abgeordneter im Preußischen Landtag.
Mitte 1919 wurde er Unterstaatssekretär im preußischen Kriegsministerium. 1920 lehnte er den angetragenen Posten des Reichswehrministers ab. Am 26. Mai 1925 übernahm er zum ersten Male das Amt des Berliner Polizeipräsidenten, bevor er am 7. Oktober 1926 preußischer Innenminister wurde. Am 28. Februar 1930 musste er wegen einer persönlichen Affäre von diesem Amt zurücktreten, wurde aber am 6. November 1930 erneut zum Berliner Polizeipräsidenten ernannt. Er hatte diese Funktion bis zum 20. Juli 1932 inne.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte Grzesinski zuerst nach Frankreich und dann in die USA, wo er in verschiedenen Exilorganisationen aktiv war. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich im Exil als Metalldrücker.
Grzesinski starb 1947 in New York.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass wurde im Landesarchiv Berlin durch Bestandsabtrennungen aus anderen Nachlässen gebildet. Im NL Johannes Stumm (E Rep. 200-25) befanden sich Fotoalben aus der Dienstzeit Grzesinskis als Berliner Polizeipräsident und als preußischer Innenminister, im NL Hans E. Hirschfeld (E Rep. 200-18) der Schriftwechsel mit emigrierten sozialdemokratischen Politikern. Diese Unterlagen stammen eindeutig aus dem NL Grzesinski und sich auf nicht erklärbare Weise in den Besitz von Stumm und Hirschfeld gelangt.
Der Nachlass umfasst 19 Archivalieneinheiten von 1927-1948 und enthält: Mitwirkung in Emigrantenorganisationen (1933-1947).- Korrespondenz mit Genossen der SPD (1936-1947).- Artikel und Aufsätze (1947).- Korrespondenz A-Z.- Nachrufe und Kondolenzen.- Fotoalben, u.a. zur Polizeiarbeit (Dienstreisen, Besuch Charlie Chaplins im Berliner Polizeipräsidium 1931, Polizei-Institut für Technik und Verkehr, Einweihungsfeiern, Beisetzungen) und zur Tätigkeit als Abgeordneter (Verfassungsfeiern, Wahlkundgebungen Kraftwerk Rummelsburg, Preußischer Landtag).
Dieter Stein, ein Urenkel Grzesinskis, hat freundlicherweise einige Kopien von Originalen aus dem Familienbesitz zur Verfügung gestellt.
Verweise:
-> Internationales Archiv für Sozialgeschichte, Amsterdam
-> Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Exilarchiv, Nachlass EB 86/124 Albert Grzesinski
-> Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 169 D Preußischer Landtag
Literatur:
-> Grzesinski, Albert: Im Kampf um die deutsche Republik. Erinnerungen eines Sozialdemokraten, hrsg. von Eberhard Kolb, München 2001.
-> Albrecht, Thomas: Für eine wehrhafte Demokratie. Albert Grzesinski und die preußische Politik in der Weimarer Republik, Bonn 1999.
-> Glees, Anthony: Albert C. Grzesinski and the Politics of Prussia, 1926-1930. In: English Historical Review, Bd. 89, 1974, S. 814-834.
-> Bahne, Siegfried: Albert Carl Wilhelm Grzesinski, in: NDB, Bd. 7, 1966, S. 246f.
Berlin, Februar 2019 Dr. Susanne Knoblich
Albert Lehmann wurde am 28. Juli 1879 in Treptow/Tollense (Pommern) geboren. Er wuchs zunächst bei den Großeltern in Pommern auf und kam 1884 nach Berlin. Hier lernte er nach dem Besuch der Gemeindeschule das Metalldrückerhandwerk. 1892 nahm Albert den Namen seines Stiefvaters, Grzesinski, an.
1897 Mitglied im freigewerkschaftlichen Deutschen Metallarbeiter-Verband geworden, begann Grzesinski bald als Funktionär sich für die Interessen von Arbeitern einzusetzen. Im Ersten Weltkrieg organisierte er in Kassel den Zusammenschluss verschiedener Verbraucherverbände zur Kriegsfürsorge. Nach Kriegsende wurde er dort an die Spitze des Arbeiter- und Soldatenrats gewählt.
Von 1919 bis 1933 war er für die SPD Abgeordneter im Preußischen Landtag.
Mitte 1919 wurde er Unterstaatssekretär im preußischen Kriegsministerium. 1920 lehnte er den angetragenen Posten des Reichswehrministers ab. Am 26. Mai 1925 übernahm er zum ersten Male das Amt des Berliner Polizeipräsidenten, bevor er am 7. Oktober 1926 preußischer Innenminister wurde. Am 28. Februar 1930 musste er wegen einer persönlichen Affäre von diesem Amt zurücktreten, wurde aber am 6. November 1930 erneut zum Berliner Polizeipräsidenten ernannt. Er hatte diese Funktion bis zum 20. Juli 1932 inne.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte Grzesinski zuerst nach Frankreich und dann in die USA, wo er in verschiedenen Exilorganisationen aktiv war. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich im Exil als Metalldrücker.
Grzesinski starb 1947 in New York.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass wurde im Landesarchiv Berlin durch Bestandsabtrennungen aus anderen Nachlässen gebildet. Im NL Johannes Stumm (E Rep. 200-25) befanden sich Fotoalben aus der Dienstzeit Grzesinskis als Berliner Polizeipräsident und als preußischer Innenminister, im NL Hans E. Hirschfeld (E Rep. 200-18) der Schriftwechsel mit emigrierten sozialdemokratischen Politikern. Diese Unterlagen stammen eindeutig aus dem NL Grzesinski und sich auf nicht erklärbare Weise in den Besitz von Stumm und Hirschfeld gelangt.
Der Nachlass umfasst 19 Archivalieneinheiten von 1927-1948 und enthält: Mitwirkung in Emigrantenorganisationen (1933-1947).- Korrespondenz mit Genossen der SPD (1936-1947).- Artikel und Aufsätze (1947).- Korrespondenz A-Z.- Nachrufe und Kondolenzen.- Fotoalben, u.a. zur Polizeiarbeit (Dienstreisen, Besuch Charlie Chaplins im Berliner Polizeipräsidium 1931, Polizei-Institut für Technik und Verkehr, Einweihungsfeiern, Beisetzungen) und zur Tätigkeit als Abgeordneter (Verfassungsfeiern, Wahlkundgebungen Kraftwerk Rummelsburg, Preußischer Landtag).
Dieter Stein, ein Urenkel Grzesinskis, hat freundlicherweise einige Kopien von Originalen aus dem Familienbesitz zur Verfügung gestellt.
Verweise:
-> Internationales Archiv für Sozialgeschichte, Amsterdam
-> Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Exilarchiv, Nachlass EB 86/124 Albert Grzesinski
-> Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 169 D Preußischer Landtag
Literatur:
-> Grzesinski, Albert: Im Kampf um die deutsche Republik. Erinnerungen eines Sozialdemokraten, hrsg. von Eberhard Kolb, München 2001.
-> Albrecht, Thomas: Für eine wehrhafte Demokratie. Albert Grzesinski und die preußische Politik in der Weimarer Republik, Bonn 1999.
-> Glees, Anthony: Albert C. Grzesinski and the Politics of Prussia, 1926-1930. In: English Historical Review, Bd. 89, 1974, S. 814-834.
-> Bahne, Siegfried: Albert Carl Wilhelm Grzesinski, in: NDB, Bd. 7, 1966, S. 246f.
Berlin, Februar 2019 Dr. Susanne Knoblich
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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22.08.2025, 11:21 MESZ