Nachlass Terhalle, Fritz (Bestand)
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NL Terhalle Fritz Nachlass Terhalle, Fritz
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe T - Z
1913-1972
Vorwort: Fritz Terhalle wurde am 20.10.1889 in Vreden geboren und wuchs in einem bürgerlichen Elternhaus auf. Krankheitsbedingt durch Tuberkulose eignete er sich die Grundlagen der Buchhaltung und des Rechnungswesens autodidaktisch an. 1910 konnte er sich mit diesen Kenntnissen bei der Handelshochschule Köln einschreiben. Er nahm an Lehrveranstaltungen von Adolf Weber und Eugen Schmalenbach teil. Sein Abschlussexamen 1912 bestand er mit Auszeichnung und promovierte 1915 summa cum laude zum Dr. rer. pol. in Breslau, wohin sein Lehrer Adolf Weber einen Ruf erhalten hatte. Als Assistent Adolf Webers habilitierte er sich drei Jahre später und wurde 1919 in Jena zum außerordentlichen Professor berufen. Ein Jahr später ging er als ordentlicher Professor nach Münster. Bereits 1922 erhielt er in Hamburg den neu errichteten Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft. Von Oktober 1929 bis zu seiner Amtsenthebung durch die NSDAP im April 1933 leitete er in Personalunion gleichzeitig das Weltwirtschaftsarchiv in Hamburg und unterstützte dessen Tätigkeit durch Vorträge und Schulungen. 1934 erhielt er einen Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er bis zu seiner Emeritierung am 1.10.1957 tätig war und 1948-1950 auch als Dekan wirkte.
Neben seiner akademischen Tätigkeit war der Zeit seines Lebens parteilose Terhalle auch politisch aktiv. Im Herbst 1945 wurde ihm als Fachminister das Bayerische Finanzministerium übertragen, das er bis zum Ende des darauf folgenden Jahres behielt. Auch nach seiner Ministerzeit stellte er sein umfangreiches Wissen ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit und bekleidete ab 1950 das Amt eines Vorsitzenden des Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. Diese Position musste er krankheitsbedingt im Dezember 1959 aufgeben. Er leistete verdienstvolle Arbeit bei der Neuordnung des Steuerwesens durch seine Gutachten z.B. zur organischen Steuerreform im November 1950, zur Konjunkturpolitik 1956 und zu Kapitalmarkt und Steuern 1958. Von längerem Leiden erlöst verstarb er am 8.9.1962 und wurde im Grünwalder Parkfriedhof beerdigt.
Zahlreiche gedruckte Veröffentlichungen hat Fritz Terhalle hinterlassen, doch hat der Nachlass eine wichtige Funktion betreffend der Persönlichkeit und der Frühzeit seiner Tätigkeit, die sich in der Korrespondenz niederschlägt. Ebenso sind Gutachten und Vorträge erhalten, bzw. auch Entwicklungsschritte von Gutachten, die nie an die Öffentlichkeit gelangt sind. Bei umfangreicher Forschung wäre in jedem Fall sein Personalakt mit einzubeziehen.
Die Abgabe des Nachlasses erfolgte im Jahre 1994 durch seinen Sohn Wilfried Terhalle. Der Umfang von bisher 18 Archivalieneinheiten entspricht 0,4 lfm. Bei der Intensivverzeichnung zwischen dem 19.7.2006 - 21.7.2006 wurden Sachakten gebildet und die Archivalien in 36 Akteneinheiten aufgeteilt. Das Kernstück des Nachlasses bilden zu gleichen Teilen seine politischen und akademischen Tätigkeiten. Die Bearbeitung erfolgte durch Ingrid Sauer und den Praktikanten Christian Petrzik. Allerdings wurden nicht alle Korrespondenzpartner aufgenommen, sondern nur die wichtigsten Personen, z.B. in einem "Enthält u.a." Vermerk einzeln erschlossen und ins Register aufgenommen.
Bestell- und Zitierweise des Bestandes:
NL Fritz Terhalle Nr.
Ingrid Sauer M.A.
21.7.2006
Inhalt:
Persönliche Unterlagen (Lebensläufe, Glückwünsche, Gehaltsmitteilungen, Mitgliedschaften, Nachrufe); Entlastungsschreiben ("Persilscheine", u.a. für Geheimrat Prof. Dr. Adolf Weber); Korrespondenz (u.a. Wilhelm Hoegner, Fritz Cahn-Garnier, Adolf Weber, Ludwig Erhard, Thomas Wimmer, Rudolf Eberhard, Konrad Adenauer, Hanns Seidel, Fritz Schäffer, Oswald von Nell-Breuning, Franz Etzel, Hans Ehard, Rudolf Esterer, Otto Schedl, Eugen Schmalenbach, Otto von Zwiedineck-Südenhorst); Reden und Vorträge (Liste der Veröffentlichungen, Zeitungsartikel, Rezensionen); wissenschaftliche Tätigkeit: Vorlesungsskripten in Stenographie (1947-1957), Weltwirtschaftsarchiv in Hamburg, Auflösung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 1935/36; Wissenschaftlicher Beirat im Bundesministerium der Finanzen; Ministertätigkeit: Aktennotizen, Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen, Protokolle verschiedener Gremien (u.a. Volkswirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Bayern, bizonale Finanzministertagung auf Herrenchiemsee, 9.-11.9.1947), Rechenschaftsbericht über das Finanzministerium (Mai 1945-Juni 1946)
Weitere Bestände:
Abt. V, NL Winfried Terhalle
Neben seiner akademischen Tätigkeit war der Zeit seines Lebens parteilose Terhalle auch politisch aktiv. Im Herbst 1945 wurde ihm als Fachminister das Bayerische Finanzministerium übertragen, das er bis zum Ende des darauf folgenden Jahres behielt. Auch nach seiner Ministerzeit stellte er sein umfangreiches Wissen ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit und bekleidete ab 1950 das Amt eines Vorsitzenden des Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. Diese Position musste er krankheitsbedingt im Dezember 1959 aufgeben. Er leistete verdienstvolle Arbeit bei der Neuordnung des Steuerwesens durch seine Gutachten z.B. zur organischen Steuerreform im November 1950, zur Konjunkturpolitik 1956 und zu Kapitalmarkt und Steuern 1958. Von längerem Leiden erlöst verstarb er am 8.9.1962 und wurde im Grünwalder Parkfriedhof beerdigt.
Zahlreiche gedruckte Veröffentlichungen hat Fritz Terhalle hinterlassen, doch hat der Nachlass eine wichtige Funktion betreffend der Persönlichkeit und der Frühzeit seiner Tätigkeit, die sich in der Korrespondenz niederschlägt. Ebenso sind Gutachten und Vorträge erhalten, bzw. auch Entwicklungsschritte von Gutachten, die nie an die Öffentlichkeit gelangt sind. Bei umfangreicher Forschung wäre in jedem Fall sein Personalakt mit einzubeziehen.
Die Abgabe des Nachlasses erfolgte im Jahre 1994 durch seinen Sohn Wilfried Terhalle. Der Umfang von bisher 18 Archivalieneinheiten entspricht 0,4 lfm. Bei der Intensivverzeichnung zwischen dem 19.7.2006 - 21.7.2006 wurden Sachakten gebildet und die Archivalien in 36 Akteneinheiten aufgeteilt. Das Kernstück des Nachlasses bilden zu gleichen Teilen seine politischen und akademischen Tätigkeiten. Die Bearbeitung erfolgte durch Ingrid Sauer und den Praktikanten Christian Petrzik. Allerdings wurden nicht alle Korrespondenzpartner aufgenommen, sondern nur die wichtigsten Personen, z.B. in einem "Enthält u.a." Vermerk einzeln erschlossen und ins Register aufgenommen.
Bestell- und Zitierweise des Bestandes:
NL Fritz Terhalle Nr.
Ingrid Sauer M.A.
21.7.2006
Inhalt:
Persönliche Unterlagen (Lebensläufe, Glückwünsche, Gehaltsmitteilungen, Mitgliedschaften, Nachrufe); Entlastungsschreiben ("Persilscheine", u.a. für Geheimrat Prof. Dr. Adolf Weber); Korrespondenz (u.a. Wilhelm Hoegner, Fritz Cahn-Garnier, Adolf Weber, Ludwig Erhard, Thomas Wimmer, Rudolf Eberhard, Konrad Adenauer, Hanns Seidel, Fritz Schäffer, Oswald von Nell-Breuning, Franz Etzel, Hans Ehard, Rudolf Esterer, Otto Schedl, Eugen Schmalenbach, Otto von Zwiedineck-Südenhorst); Reden und Vorträge (Liste der Veröffentlichungen, Zeitungsartikel, Rezensionen); wissenschaftliche Tätigkeit: Vorlesungsskripten in Stenographie (1947-1957), Weltwirtschaftsarchiv in Hamburg, Auflösung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 1935/36; Wissenschaftlicher Beirat im Bundesministerium der Finanzen; Ministertätigkeit: Aktennotizen, Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen, Protokolle verschiedener Gremien (u.a. Volkswirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Bayern, bizonale Finanzministertagung auf Herrenchiemsee, 9.-11.9.1947), Rechenschaftsbericht über das Finanzministerium (Mai 1945-Juni 1946)
Weitere Bestände:
Abt. V, NL Winfried Terhalle
39
Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:05 MESZ