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Rep. 056 Verein der Freunde der Universität Regensburg (Depositum) (Bestand)
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Universitätsarchiv Regensburg (Archivtektonik) >> Bestände UAR >> Privatarchive und Nachlässe >> Verbände und Vereine
Bemerkungen I. Geschichte des Registraturbildners: Gründerzeit des Vereins (1948-1952) Die Geburtsstunde des Vereins schlug am 20. Januar 1948 um 16 Uhr in der Philosophisch-Theologischen Hochschule am Ägidienplatz. Rektor Prof. Dr. Heinz Flecken-stein versuchte die Idee einer vierten Landesuniversität auf möglichst breite Basis zu stellen. So setzte auch zeitnah eine umfassende Werbung persönlicher wie institutioneller Mitglieder ein (Nr. 27, 67-77, 157, 214). Zu diesem Zeitpunkt übte die Philosophisch-Theologische Hochschule seit fast gut zwei Jahren einen stark erweiterten Lehrbetrieb aus und strebte die Etablierung einer vollwertigen Universität als Entlastung für die kriegsgeschädigten Universitäten in München, Nürnberg-Erlangen und Würzburg an. Josef Engert hatte am 11. November 1948 in einer Denkschrift eine "Hochschule für Geisteswissenschaften" gefordert. Im Juni 1949 erschien eine weitere Denkschrift "Für und Wider die Universität Regensburg"; diese Kampfschrift richtete sich v.a. an politische Mandatsträger in München. 1950 gab der Verein sich eine Satzung (Nr. 26, 38, 48). Fast tragisch anmutenden Umständen lehnte der Bayerische Landtag am 8. Oktober 1952 die Gründung einer vierten Landesuniversität ab. Durststrecke (1952-1960) Der Verein verlor danach kontinuierlich an Attraktivität und verlor zahlreiche Mitglieder. Die Vereinsvorsitzenden wechselten sich Anfang der 1950er Jahre häufig ab. Gründung der Universität Regensburg (1960 -1968) Nachdem der Wissenschaftsrat sich angesichts der dramatisch gestiegenen Studentenzahlen für den Ausbau der Universitätslandschaft ausgesprochen hatte, erkannten der neue Schriftführer Rudolf Schlichtinger, sozialdemokratischer Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, und der Universitätsbeauftragte der Stadt Dr. Franz Schmidl die günstige Situation. Der Verein der Freunde suchte in Abstimmung mit der Stadt sowohl die mediale Öffentlichkeit zu erreichen, als auch die Landtagsabge-ordneten gezielt anzusprechen. Der Verein fungierte damals "als überparteiliches Integrations-, Kommunikations- und Veranstaltungszentrum", wie der spätere Vorsitzende Karl Krampol es nannte. Schlichtinger wurde am 23. Juni 1960 zum ersten Vorsitzenden ernannt, Regierungspräsident Dr. Georg Zitzler wurde zweiter Vorsit-zender. Der Verein publizierte Denkschriften, Flugblätter, organisierte Vortragsveranstaltungen (Regensburger Universitätsgespräche), usw. Anfang 1962 traten so illustre Per-sönlichkeiten wie der Nobelpreisträger Prof. Domagk aus Freiburg, Prof. Fischer aus Zürich und Prof. Portmann aus Basel öffentlich für die Errichtung der Universität Regensburg ein. Prof. Dr. Karl Jaspers forderte in einem Interview mit der Süddeut-schen Zeitung (SZ Nr. 240 vom 7.10.1961) nachdrücklich die Gründung einer Univer-sität in Regensburg. Am 18. Juli 1962 beschloss der Bayerische Landtag die Gründung der Universität Regensburg. Am 20. November 1965 erfolgte die Grundsteinlegung für das Sammelgebäude, am 29. Juli 1966 wurde das Richtfest gefeiert und am 11. November 1967 - 19 Jahre nach Engerts Denkschrift - begann der Vorlesungsbetrieb. Förderung der Universität Regensburg (seit 1968/1977) Mit der Gründung der Universität Regensburg war der Vereinszweck erfüllt. Seit etwa 1968 wurde diskutiert, wie der Verein der Freunde sich selbst sozusagen neu erfinden könnte. Er tat dies durch den Vollzug eines Wandels vom "Kampfverein zum Förderverein", um im Vereinsduktus zu bleiben. Damit gewann die finanzielle Förderung einzelner Anliegen und Projekte der Universität an Bedeutung. Mit der Wahl von Prof. Dr. Ernst Emmerig zum 1. Vorsitzenden wurde zum ersten Mal ein Regierungspräsident in dieses Amt gewählt. Der Verein gewann in der Folge durch die Mitnutzung der staatlichen Organisation und der Etablierung von Geschäftsführern eine stärkere Stellung. Vereinszweck ist es gemäß Satzung von 1977, "die Universität Regensburg zu fördern, insbesondere a) für ihren kontinuierlichen Aufbau in allen Fachbereichen nachdrücklich einzutreten, b) Forschung und Lehre an der Universität fördern, c) die Verbindung der Universität mit den Bürgern der Stadt Regensburg und des ostbayerischen Raumes anzuregen, zu erhalten und zu stärken, d) das studentische Leben in der Stadt zu fördern, e) die Beziehungen zu anderen Universitäten, vor allem der ost- und südosteuropäischen Länder, zu unterstützen". So unterstützte der Verein seit 1979 die "Tage der Universität", mit denen die Universität ihre Präsenz in der Region anzeigte. Von 1974 bis 1998 wurden 1,7 Millionen DM an Fördermitteln ausgegeben, davon alleine 250.000 DM um Osteuropäern die Teilnahme an den Internationalen Sommerkursen für ausländische Studierende zu ermöglichen. Das Universitätsorchester bekam im gleichen Zeitraum ungefähr 45.500 DM, der Botanische Garten erfuhr von 1982 bis 1997 eine Förderung mit etwa 97.000 DM. Die Universitätsbibliothek bekam wiederholt größere Summen zur Anschaffung von Zeitschriften und Monographien. Der Verein half beim Haus der Begegnung (Nr. 215 und 220) Von 1975 bis 1982 und ab 1990 konzentrierte sich der Verein in seinem Lobbyismus für die Universität in herausragendem Maße für den Bau eines Universitätsklinikums (Nrn. 66, 77, 78, 91, 198, 206, 216). Seit 1992 wird der Habilitationspreis vergeben. Seit 1994 vermittelt der Verein Patenschaften und Sponsoren für wissenschaftliche Zeitschriften.1998 wurden die Förder-bereiche neustrukturiert und ergänzt. In enger Absprache mit den Rektoren bzw. Präsidenten der Universität Regensburg und in Abstimmung mit den Zielen der universitären Stiftungen fördert der Verein heute v.a. Reisekosten für Studierende, Promovierende und Habilitierende. Immer wieder entstehen auch aus dem Verein heraus Ideen, etwa die Förderung fachspezifischer Fremdsprachenausbildung. Die letzte Satzungsänderung stammt vom 9. Juli 2003. II. Bibliographie (Auswahl) a) Vereinspublikationen Verein der Freunde der Universität Regensburg, Regensburg, 1971, 10 Bl. Weg und Ziel : 30 Jahre Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V. 1948 - 1978 ; 10 Jahre Vorlesungen an der Universität Regensburg 1967 - 1977, bearb. v. Sig-frid Färber. Hrsg. vom Verein der Freunde der Universität Regensburg. Regensburg, 1977. 48 S. Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V., Regensburg, 1989, 49 S. Weg und Ziel : 50 Jahre Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V. 1948 - 1998, 3. Aufl., Regensburg, 1998, 47 S. Dietze, Rudolf F., Bibliographie von Arbeiten an der Universität Regensburg über ostbayerische Themen und Probleme, Bd. 1-3 (1985-1988). b) Publikationen über den Verein Anonym, 30 Jahre "Verein der Freunde der Universität Regensburg", in: Regensburger Universitätszeitung 1978, 1 u. 2, S. 2-3. Krampol, Karl, 40 Jahre Verein der Freunde der Universität Regensburg : vom Kampfverein zur Fördervereinigung, in: Regensburger Almanach 1988 (1987), S. 27-38. Emmerig, Ernst, Streiter für die Universität Ostbayerns : 30 Jahre Verein der Freunde der Universität Regensburg, in: Kulturlandschaft Oberpfalz, 1989, S. 182-184. Zorger, Hans-Hagen, Zum des Universitätsbeauftragten Dr. med. Franz Schmidl, in: Regensburger Universitätszeitung 15 (1990), 3, S. 5. Krampol, Karl, Der Verein der Freunde der Universität Regensburg und sein Beitrag zur Universitätsgründung, in: Kulturland Oberpfalz - Wege in die Zukunft, Kallmünz, 1996, S. 62-65. Anonym, Wachablösung beim Verein der Freunde der Universität : Regierungsprä-sident a. D. Karl Krampol und Schatzmeister Helmut Rhein zu Ehrenmitgliedern ernannt, in: Regensburger Universitätszeitung 21 (1996), 4, S. 1-3. Metzger, Alfons, Wegbereiter der Universität Regensburg : der "Verein der Freunde der Universität Regensburg" feiert 50. Geburtstag, in: Das war Regensburg, Regensburg 1998, S. 77-82. Laumer, August, Heinz Fleckenstein (1907 - 1995), Pastoral- und Moraltheologe in Regensburg und Würzburg : Leben und Werk. Würzburg: Echter, 2005. (Studien zur Theologie und Praxis der Seelsorge ; 59) Zugl.: Regensburg, Univ., Diss., 2004/2005. Dietze, Rudolf F., Freunde der Universität Regensburg e. V. feiern 60-jähriges Bestehen im Reichssaal, in: U-Mail 33 (2008), 4, S. 1-2.; Vorwort IV . Bestandsgeschichte a. Lebende Registratur Die Akten wanderten anfänglich stets mit dem jeweiligen Vereinsvorsitzenden mit, wodurch sie seit 1974 in der Regierung der Oberpfalz untergebracht waren. Seit etwa 1982 professionalisierte sich die Aktenführung durch die Etablierung eines Geschäftsführers in Person von Joachim Merk, Abteilungsleiter in der Regierung der Oberpfalz. Die Aktenführung erfolgte uneinheitlich. Es existierte kein Aktenplan, sondern nur teilweise recht grobe Anlagestrukturen. Erst im Zuge der Professionalisierung des Vereins wurde die Aktenführung systematischer. Stärker geordnet waren die Berei-che, die der Aufsicht des Finanzamtes unterlagen, nämlich die Haushaltsunterlagen, für die bereits u.a. durch die Abgabenordnung verschiedene Vorgaben existierten. b. Archivische Bearbeitung Relativ bald nach der Einrichtung des Universitätsarchivs im Februar 2004 unterzeichnete der Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V. einen Archivierungsvertrag mit der Universität Regensburg. Der Archivierungsvertrag vom 25. Oktober 2004 sieht in § 1 eine Auftragsarchivierung vor (Depositum), das sich bei Nichtkündigung automatisch um jeweils zehn Jahre verlängert. Das im Vertrag genannte Übernahmeprotokoll wurde am 7. Juni 2005 durch Mitarbeiter der Regierung der Oberpfalz erstellt; danach erfolgten drei Teilabgaben ins Universitätsarchiv (u.a. durch Geschäftsführer Dr. Merk). Die Unterlagen wurden in neun großen Kisten mit den Nummern 1 bis 101 übergeben. Für das Universitätsjubiläum 2007 wurde eine größere Anzahl von Dokumenten im Rahmen einer Ausstellung verwendet. Die Bearbeitung erfolgte teilweise im Fürstlichen Schloss durch Dr. Dallmeier, teilweise durch Archivkraft Falka Meerheim im Universitätsarchiv. Beide nahmen sich einen Teil des Bestandes zur Bearbeitung vor, wodurch es durch unzureichende Absprachen zu einigen Verwirrungen im Bestand kam. Die in der Ausstellung verwendeten Objekte wurden mit einem Blatt Umschlagspapier reponiert. Mutmaßlich in diesem Zusammenhang nahmen die Bearbeiter neben einer (weitgehenden) Entmetallisierung eine Umlagerung in säurefreie Mappen vor, die jedoch nur unvollständig vollzogen wurden; es blieben Lücken bestehen, da nun kein funktionelles Findmittel mehr vorhanden war. Die Erschließungsmaßnahme wurde abgebrochen, als das Jubiläum beendet war. Ungefähr die Hälfte des Bestandes blieb unbearbeitet, insbesondere die 30 Ordner mit den Fördermaßnahmen nach Fakultäten (V1 bis V30). Eine Kassationsentscheidung wurde für Rechnungsbelege aus der Zeit um 1950 und für die Zeit nach 1992 getroffen, jedoch nicht umgesetzt. Erst einige Zeit nach dem doppelten Leitungswechsel 2011 und 2012 erfuhr der neue Archivleiter von dem Vorhandensein des Bestandes. Bei der Beständerevision von 2016 erfolgte zunächst der Abgleich mit dem provisorischen Findmittel von 2005, wodurch die Lücken ermittelt wurden. Kleinere Kassationen wurden durchgeführt (bisher nicht weggeworfene Trennpappen, leere Mappen, zigfache Kopien, usw.). Es wurden kleinere, leichter handhabbare Verzeichnungseinheiten gebildet, die in säu-refreie Mappen und Kartons umgelagert wurden. Die Entmetallisierung wurde fort-geführt. Hauptproblem waren und blieben die Korrespondenzen, die bereits im Verein nur halbherzig geordnet waren und 2005/07 ebenfalls nur rudimentär sortiert wurden. Jetzt wurden Korrespondenzpartner aufgenommen, aus arbeitsökonomischen Gründen jedoch ohne die 2007 auf der Ordnung von 2005 erstellte Struktur grundsätzlich zu ändern. Die Ordner mit den Fördermaßnahmen wurden aufgelöst und, da sie über 30 Jahre hinweg die gleiche Struktur aufweisen, gemäß den geförderten Gruppen (Fakultäten, Rektor/Präsidenten, Ablehnungen usw.) geordnet. Eine Konkordanz wurde erstellt und dem Findbuch angefügt. Zum Schluss wurde ein neues Findbuch erstellt; dieses wird gemäß Archivierungsvertrag dem Verein der Freunde der Universität Regensburg e.V. unentgeltlich zur Verfügung gestellt und wird, wie ebenfalls vertraglich festgelegt, die künftige Bestandsordnung bleiben, die nur im Benehmen zwischen Verein und Archiv geändert werden darf (§ 8). Es wurden zwei Ordner als Fremdprovenienzen der IHK Regensburg festgestellt (308, 309). Einige Springnummern (84, 85, 86, 104) wurden mit später aufgefundenem Material gefüllt. Nur Nr. 102 bleibt Springnummer.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.