2.2.1. Nachlässe von Personen (alph.): Spiegel zum Desenberg, Franz Wilhelm (Bestand)
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SN 160
Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn (Archivtektonik) >> A STADTARCHIV >> 2. Nichtamtliche Überlieferung >> 2.2. Sammlungen und Nachlässe >> 2.2.1. Nachlässe von Personen (alph.)
1600-1700
Kurkölnischer Hofkammerpräsident und Kurator der kurfürstlichen Universität Bonn (1752-1815) Akten aus seiner amtlichen Tätigkeit betr. Universität und rheinische Schulsachen, Korrespondenzen, insbesondere mit dem Kölner Kurfürsten Max Franz verzeichnet/AUGIAS-Datenbank, Online-Findbuch
Form und Inhalt: Franz Wilhelm Freiherr von Spiegelzum Desenberg (1753-1815),kurkölnischer Hofkammerpräsidentund UniversitätskuratorVORWORTI. KURZBIOGRAFIEFranz Wilhelm von Spiegel entstammte einer der führenden adeligen Familien des Herzogtums Westfalen. Sein Vater Theodor Herrmann (1712-1779) war seit 1758 Landdrost und damit der höchste Vertreter des kölnischen Staates in dessen westfälischen Nebenland. Einer der Halbbrüder von Franz Wilhelm war Ferdinand-August (1764-1835), der spätere Erzbischof von Köln (ab 1825).Franz Wilhelm von Spiegel wurde am 8. Januar 1753 auf Schloss Canstein (bei Marsberg) geboren. Anfangs wurde er durch einen Hauslehrer unterrichtet. Im Alter von zehn Jahren wurde er in das Bonner Pageninstitut, einer Lehranstalt für den Adel des Kurstaates, aufgenommen. Neben zahlreichen unqualifizierten Lehrkräften wurden die wissenschaftlichen Fächer von gebildeten Jesuiten betreut. Er studierte anschließend in Löwen und Göttingen vor allem Jura. Zu seinen Studienfreunden in Göttingen zählte auch der spätere preußische Reformer Freiherr vom Stein.Während des Studiums wurde Franz Wilhelm von Spiegel mit den Ideen der Aufklärung vertraut und war sogar kurze Zeit unter dem Namen "Franciscus Eques ab Unione" aktives Mitglied einer Freimaurerloge.Nach dem Studium wurde er 1775 zunächst Hofrat der kurkölnischen Regierung in Bonn. Trotz Abneigung gegen den geistlichen Stand bewarb er sich aus finanziellen Gründen um eine Domherrenstelle. Zum Nachweis eines theologischen Studiums begab er sich 1776 nach Rom. Im Anschluss an seinen dortigen Aufenthalt erhielt er die niederen Weihen und bekam eine Domherrenstelle in Hildesheim, kurze Zeit später eine solche in Münster zugewiesen.Landdrost im Herzogtum WestfalenNach dem Tod seines Vaters (1779) bewarb er sich mit Erfolg um dessen Position als Landdrost und entwarf im Sinne des Josephinismus eine Denkschrift zur Reform des Herzogtums. Darin forderte er unter anderem eine gerechtere Steuerverteilung, staatliche Wirtschaftsförderungsmaßnahmen und die Einrichtung von Elementarschulen. Zur besseren Organisation des Schulwesens wurde 1781 eine Schulkommission für das Herzogtum eingerichtet.Außerdem widmete er sich der Reform von Justiz und Polizey in deren damaliger umfassender Bedeutung. Dazu gehörte auch der Bau eines Zuchthauses in Arnsberg. Viele seiner aufklärerischen Vorstöße waren wenig erfolgreich, da sie bei Adel, Klerus und Bürgertum gleichermaßen auf Ablehnung stießen. Einig war sich Spiegel mit den Ständen allerdings in dem Bestreben, die Eigenständigkeit des Herzogtums gegenüber den Ansprüchen Kurkölns zu wahren.Leitender kurkölnischer Beamter in BonnNach dem Amtsantritt von Kurfürst Max Franz (1784) wechselte Franz Wilhelm in die Regierung nach Bonn. In dieser Eigenschaft setzte er einen klaren Kurs zur Ausdehnung der kurfürstlichen Rechte auch im Herzogtum Westfalen. Als Minister erlangte er einen über den Kurstaat hinausgehenden Bekanntheitsgrad. Im Jahr 1786 wurde er zum Präsidenten der Hofkammer ernannt. In dieser Position bemühte er sich um die Neuordnung der Finanzverwaltung, des Zollwesens, der Forstverwaltung und schließlich um eine Reform der Verwaltung des Kurstaates insgesamt. Durch seine Bemühungen trat in Ansätzen die Einstellung von Hofräten nach Können und Bildung an die Stelle adeliger Günstlingswirtschaft.Durch die gleichzeitige Ernennung zum Hofakademierat wurde er außerdem zuständig für die Bildungs- und Kulturpolitik. Vor allem in diesem Amt konnte er seine aufklärerischen Ideen umsetzen. Dazu gehörte eine Reform des Elementarschulwesens (Schulpflicht, Verbesserung der Lehrerausbildung usw.). Im Herzogtum Westfalen wurde Friedrich Adolf Sauer mit der Reform der Lehrerbildung betraut und durch die Einführung der so genannten Normalschulen ein Standard für das Elementarschulwesen geschaffen. Außerdem wurde mit den Industrieschulen der Versuch unternommen, neben der normalen Schulbildung auch gewerbliche Kenntnisse zu vermitteln. Die Gymnasien in Arnsberg und Bonn erhielten neue Strukturen, und die Bonner Akademie wurde zu einer Universität (1786) ausgebaut.Als Universitätskurator (seit 1786) formulierte von Spiegel das Ziel der Gründung unmissverständlich: der neuen Anstalt das Ziel setzen, die Aufklärung in den rheinisch-westfälischen Landen zum Siege zu führen! Damit konnte sich von Spiegel zwar der Zustimmung in der aufklärerischen Öffentlichkeit sicher sein, stieß jedoch, trotz Unterstützung durch den Kurfürsten, auf erheblichen Widerstand im Kölner Domkapitel und der Kurie in Rom. Man warf Spiegel vor, Irrlehren und Unglauben an der Universität zuzulassen und warf ihm sogar demokratische Tendenzen vor, obwohl er sich eindeutig gegen die französische Revolution ausgesprochen hatte.Das Ende des Kurstaates und letzte LebensjahreMit dem Beginn der Revolutionskriege wurde in Bonn eine Militärkommission gegründet, deren Vorsitzender von Spiegel wurde. Zwar kühlte sich die Beziehung zwischen Max Franz und von Spiegel deutlich ab, aber dennoch blieb er im Dienst des Kurstaats. Nach der Besetzung des Rheinlandes im Jahr 1794 gingen große Teile des Staatsgebiets verloren. Es bestand nunmehr überwiegend aus den westfälischen Landesteilen. Das Domkapitel wich nach Arnsberg und die Hofkammer nach Brilon aus. Nach dem Tod von Max Franz hatte von Spiegel seinen Einfluss auch im Reststaat weitgehend eingebüßt. Letztlich ohnmächtig musste er den Übergang des Herzogtum Westfalen an Hessen-Darmstadt mit ansehen. Sein Versuch, sich den neuen Herren mit einer Denkschrift zur Säkularisation der Klöster als Beamter zu empfehlen, war letztlich erfolglos.Franz Wilhelm Spiegel zum Desenberg starb am 6. August 1815 auf Schloss Canstein.LITERATURMax Braubach, Die Lebenschronik des Freiherrn Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg, Münster 1952.Alexander Freiherr von Elverfeldt: Die Wirtschaftsförderung von Freiherr Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg in der Herrschaft Canstein, in: Jahrbuch Hochsauerlandkreis Jg. 1989. S.14f.Wolfram Köhler, Franz Wilhelm von Spiegel zum Diesenberg als kurkölnischer Hofkammerpräsident (1786-1802), Bonn 1953.[Johann Friedrich], in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 35; 1893, S.155f.Raban Spiegel von und zu Peckelsheim, Geschichte der Spiegel von Desenberg und von und zu Peckelsheim, 3 Bände, [ohne Ort] 1956-1958.Johannes Stemmer: Freiherr Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg, in: Vom kurkölnischen Krummstab über den hessischen Löwen zum preußischen Adler. Arnsberg, 2003. S.208-211.Manfred Wolf, Nachlässe aus Politik und Verwaltung, Münster 1982, S. 13-24.II. BESTANDSGESCHICHTEIm Stadtarchiv Bonn liegen zwei Teilbestände des schriftlichen Nachlasses von Franz Wilhelm von Spiegel. Der zuerst eingegangene Teil des Nachlasses (SN 160) gelangte durch eine Schenkung von Studienrat Zincken 1937 (Postkarte von Studienrat Zincken an Dr. Kobé vom 29.07.1937 in Pr 42/664 und Vorgang in Pr 42/999) an das Stadtarchiv und wurde 1951 geordnet (gedruckter Verwaltungsbericht 1950-1955, S. 42).Der zweite Teil wurde 1970/74 vom Staatsarchiv Münster aus dem dortigen Teilbestand ausgesondert und dem Stadtarchiv Bonn als Depositum übergeben. Er enthält die meisten der auf Bonn und das Rheinland bezogenen Schriftstücke, während alle westfälischen Angelegenheiten in Münster blieben. Im Gegenzug übergab das Stadtarchiv Bonn dem Staatsarchiv Münster die westfälischen Archivalien aus dem hier liegenden Teilnachlass. Diese Austauschaktion war am 24. Februar 1969 vom Stadtarchiv Bonn angeregt worden und wurde am 29. Juli 1970 in Münster durchgeführt.An das Staatsarchiv Münster wurden als Leihgabe abgegeben: 1-5, 26-32, 36-39, 59-64, 67-71, 73-76.Das Stadtarchiv Bonn erhielt von Münster als Depositum die folgenden Nummern: 40 und 41 (beide Stücke am 11.6.1977 wieder nach Münster zurückgegeben), 60, 63, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 78, 79, 80, 86, 92, 94, 99, 102, 104, 111, 113, 127, 146, 150, 152, 159, 173, 177, 222-292, 319-321, 347, 453-520, 529-533, 547-568, 585, 622-624, 627, 629, 643, 653, 655, 680.Unter der Signatur SN 160 wurden zwei Teilnachlässe gebildet: SN 160/1 (Bonner Teil) und SN 160/2 (Münsteraner Teil).Am 11. Juni 1974 wurden vom Staatsarchiv Münster noch folgende Schriftstücke betreffend Universitätsangelegenheiten an das Stadtarchiv Bonn abgegeben, die in entsprechende Akten eingeordnet wurden, ohne die exakte Einordnung zu notieren:1. Brief von Johann Georg Lenz aus Jena mit Diplom2. Brief von Professor Reinhold, 17943. Korrespondenz mit Dr. Crome (Gießen) betr. Buchkäufe4. Vier Briefe von Johann Friedrich Westrumb5. Briefe von Süßmann Moyses Kauffmann6. Edikt von Max Franz betr. Gymnasium Bonn7. Brief des Franziskaners Crescentius Heuts8. Brief des Professors Werner vom Bonner Gymnasium9. Besetzung des chemischen Lehrstuhls mit Prof. Wurzer10. Schreiben Forlivesi, 178411. Briefwechsel mit Braumann12. Spiegel an Kurfürst betr. Universität13. Briefe an Prof. Breuer14. Brief des Apothekers Wrede15. Festordnung16. Brief Adrien Heuck betr. Universität BonnBei einer Revision im April 1982 wurde festgestellt, dass folgende Stücke im Stadtarchiv Bonn fehlen: 71, 233, 241, 253, 264, 266, 287, 289, 321, 461, 473, 506, 547, 550, 551, 553, 554, 555, 556, 560, 561, 562, 563, 564, 565, 566, 567, 568, 623, 624 (nur Mappe ohne Inhalt vorhanden). Auf Anfrage teilte das Staatsarchiv Münster am 23. Oktober 1986 mit, dass von diesen Stücken dort nichts vorhanden sei und überhaupt rheinische Betreffe sich nicht mehr im Bestand befänden. Gebhard Aders, der die Stücke 1970 selbst in Münster übernommen hatte, teilte 1999 mit, dass er sich den Verbleib nicht erklären könne. Möglicherweise seien die Stücke anderen Akten zugeordnet worden, zu denen sie inhaltlich gehörten. Im Nachlass von Max Braubach, der den Bestand an das Universitätsarchiv Bonn entliehen hatte, liegen die Stücke nicht, wie eine Überprüfung des Findbuchs zu seinem Nachlass ergab.Im Oktober 2006 erfolgte die Übertragung der beiden Findbücher zu den in Bonn liegenden Teilbeständen in die Archivdatenbank AUGIAS. Dabei wurde der Bonner Bestand (SN 160/1) erstmals klassifiziert. Da viele Akten nach Münster abgegeben worden waren und bei der Datenbankübertragung der Aktentitel nicht eingesehen werden konnten, kann die Zuordnung der einen oder anderen Akte zu einer Klassifikationsgruppe falsch erfolgt sein. Welche Signaturen die Akten in Münster erhielten, ist bei der früheren Übergabe nicht vermerkt worden. Die bisher den Signaturen im Bonner Bestand (SN 160/1) zugefügten römischen Ziffern wurden jetzt weggelassen, da sie überflüssig waren, denn die Archivalien sind nach numerus currens durchnummeriert.Im Oktober 2013 wurden die beiden Teilnachlässe SN 160/1 und SN 160/2 zu einem einzigen Nachlass SN 160 zusammengelegt um eine bessere Benutzung des Bestandes zu ermöglichen. Dabei wurde auch die 2006 angelegte Klassifikation überarbeitet. Die Titelaufnahmen der nach Münster abgegebenen Akten wurden aus der Bestandserfassung herausgezogen. Sie sind nunmehr in einem eigenen Bestandsfindbuch "Nachlass Spiegel zum Desenberg (Münsteraner Teil)" als externes Findbuch ("Fremde Archive") im Stadtarchiv Bonn hinterlegt.Einige wenige doppelte Signaturen wurden umnummeriert um eine eindeutige Trennung des Bonner und Münsteraner Teils zu dokumentieren: aus Nr. 72 (ehemals Bonner Teil) wurde Nr. 67. Aus den Nrr. 44, 46, 49, 55, 56, 58 (jeweils ehemals Münsteraner Teil) wurden die Nrr. 68, 69, 71, 73-75.Die schriftliche Hinterlassenschaft des Franz Wilhelm von Spiegel findet sich nunmehr in den folgenden Teilnachlässen:1. Im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen (Standort Münster) Nachlass Franz Wilhelm von Spiegel, Laufzeit: 1682-1820, Findbuch A 506 II.2. Im Stadtarchiv Bonn Nachlass Franz Wilhelm von Spiegel, SN 160 (Nr. 1-67: Bonner Teil, Nr. 68-680: Münsteraner Teil).Außerdem befinden sich im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen (Standort Münster) noch folgende Bestände der Familie von Spiegel :1. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum) - Urkunden, Laufzeit 1303-1794, Umfang circa 500, Findbuch A 438 I und Kartei (Verzeichnung bis 1507).2. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum) - Akten, Laufzeit Anfang 16. Jahrhundert bis circa 1920, Umfang: 7937 Akten (807 Kartons), Findbuch A 438 II, 4 Bände. Familiensachen, Korrespondenzen, Verträge; Lehns- und Landessachen des Fürstbistums Paderborn (u. a. Judenschutz, Militaria, Schützengesellschaften, Eisenbahnen, Berg- und Hüttenwerke); Gerichts- und Brüchtenprotokolle, Prozesse (u. a. Erbschaftsstreit mit der Franckeschen Waisenhaus-Stiftung in Halle/S.); Gewerbe; Renteirechnungen, Hebe-, Forst- und Brüchtenregister; Meier und Eigenbehörige; Kirche; jeweils für Güter in den Herrschaften Canstein (bei Marsberg, Hochsauerlandkreis) und Desenberg, nämlich: Burg Bühne (mit Aldorpsen), Winterhof-Bühne, Ober- und Niederklingenburg, Rothenburg, Ober- und Niederübelngönne.3. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Ferdinand August von Spiegel, Laufzeit: (1533-) 1713-1857, Umfang: 684 Akten (46 Kartons), Findbuch A 506 I mit Index. Persönliche Papiere, Korrespondenzen, Vermögenssachen, Verschiedenes 1720-1837 (182); Domkapitel Münster (1553-) 1713-1832 (77); Münster'sche Landessachen 1780-1833 (65); Angelegenheiten des Bistums Münster, Armenkommission, Clemensstift 1793-1834 (93); Domkapitel Hildesheim, Domkapitel Osnabrück 1717-1835 (25); Angelegenheiten des Bistums Paderborn 1803-1827 (7); Wiener Kongress 1814-1817 (3); Staatsrat 1804-1834 (38); Provinziallandstände in Westfalen und Rheinland, Provinzialverwaltung 1813-1834 (22); Bistum Breslau 1816-1835 (6); Erzbistum Köln 1814-1835 (75); Erzbistum Freiburg 1827-1833 (13); Bistümer Trier, Mainz, Rottenburg und Limburg 1817-1835 (13); verschiedene kirchliche Angelegenheiten 1799-1841 (28); Bittschriften, Unterstützungssachen 1792-1837 (30); Vereine, Gesellschaften und Unterstützung von Kirchengemeinden 1818-1835 (27); Universitäts- Einrichtungs- Kommission Münster 1801-1832 (7). Literatur: Walter Lipgens, Ferdinand August Graf von Spiegel und das Verhältnis von Kirche und Staat 1789-1835, 2 Bde., Münster 1960/65; Manfred Wolf, Nachlässe aus Politik und Verwaltung, Münster 1982, S. 31-52; Wilhelm Kohl (Hrsg.), Briefe Ferdinand Augusts von Spiegel zum Desenberg, Domdechanten zu Münster und Erzbischofs von Köln, an Karl vom und zum Stein, 1802-1831, Münster 1989.4. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Friedrich Ernst von Spiegel, Laufzeit: 1770-1817, Umfang: 10 Akten (2 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliche Papiere 1770-1817.5. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Friedrich Wilhelm von Spiegel, Laufzeit: 1781-1811, Umfang: 35 Akten (5 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliches und berufliches Schriftgut, Tagebuch, Bergbauangelegenheiten 1781-1811 (35).6. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Goswin Anton von Spiegel, Laufzeit: 1686-1793, Umfang: 36 Akten (3 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliches 1746-1793 (21); amtliches Schriftgut (1430-) 1686-1791 (16).7. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Max Friedrich von Spiegel, Laufzeit: 1763-1815, Umfang: 11 Akten (1 Karton), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliche und Militärsachen 1763-1815.8. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Philipp von Spiegel, Laufzeit: 1776-1831, Umfang: 1 Akte (1 Karton), Findbuch A 506 III mit Index, Dompräbende zu Minden 1776-1831.9. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Theodor Hermann von Spiegel, Laufzeit: 1595-1827, Umfang: 92 Akten (12 Kartons), Findbuch A 506 IV mit Index.Weitere Akten von Spiegel zum Desenberg über die Universität Bonn befinden sich im Staatsarchiv Darmstadt: Finanzsachen, zu Wien stehende Kapitalien, auch Gymnasium zu Bonn, 1794-1801 mit hessischen Nachakten zu 1804 (fol. 1-265), Abt. I Verhältnis mit B..., Konvolut 31, fasc. 4.Ebenda fasc 5: zahlreiche Berichte von Spiegel betr. Einkünfte der Universität und des Gymansiums zu Bonn sowie Besoldung der Professoren und Lehrer, 1795-1804 (fol. 1-291).
Form und Inhalt: Franz Wilhelm Freiherr von Spiegelzum Desenberg (1753-1815),kurkölnischer Hofkammerpräsidentund UniversitätskuratorVORWORTI. KURZBIOGRAFIEFranz Wilhelm von Spiegel entstammte einer der führenden adeligen Familien des Herzogtums Westfalen. Sein Vater Theodor Herrmann (1712-1779) war seit 1758 Landdrost und damit der höchste Vertreter des kölnischen Staates in dessen westfälischen Nebenland. Einer der Halbbrüder von Franz Wilhelm war Ferdinand-August (1764-1835), der spätere Erzbischof von Köln (ab 1825).Franz Wilhelm von Spiegel wurde am 8. Januar 1753 auf Schloss Canstein (bei Marsberg) geboren. Anfangs wurde er durch einen Hauslehrer unterrichtet. Im Alter von zehn Jahren wurde er in das Bonner Pageninstitut, einer Lehranstalt für den Adel des Kurstaates, aufgenommen. Neben zahlreichen unqualifizierten Lehrkräften wurden die wissenschaftlichen Fächer von gebildeten Jesuiten betreut. Er studierte anschließend in Löwen und Göttingen vor allem Jura. Zu seinen Studienfreunden in Göttingen zählte auch der spätere preußische Reformer Freiherr vom Stein.Während des Studiums wurde Franz Wilhelm von Spiegel mit den Ideen der Aufklärung vertraut und war sogar kurze Zeit unter dem Namen "Franciscus Eques ab Unione" aktives Mitglied einer Freimaurerloge.Nach dem Studium wurde er 1775 zunächst Hofrat der kurkölnischen Regierung in Bonn. Trotz Abneigung gegen den geistlichen Stand bewarb er sich aus finanziellen Gründen um eine Domherrenstelle. Zum Nachweis eines theologischen Studiums begab er sich 1776 nach Rom. Im Anschluss an seinen dortigen Aufenthalt erhielt er die niederen Weihen und bekam eine Domherrenstelle in Hildesheim, kurze Zeit später eine solche in Münster zugewiesen.Landdrost im Herzogtum WestfalenNach dem Tod seines Vaters (1779) bewarb er sich mit Erfolg um dessen Position als Landdrost und entwarf im Sinne des Josephinismus eine Denkschrift zur Reform des Herzogtums. Darin forderte er unter anderem eine gerechtere Steuerverteilung, staatliche Wirtschaftsförderungsmaßnahmen und die Einrichtung von Elementarschulen. Zur besseren Organisation des Schulwesens wurde 1781 eine Schulkommission für das Herzogtum eingerichtet.Außerdem widmete er sich der Reform von Justiz und Polizey in deren damaliger umfassender Bedeutung. Dazu gehörte auch der Bau eines Zuchthauses in Arnsberg. Viele seiner aufklärerischen Vorstöße waren wenig erfolgreich, da sie bei Adel, Klerus und Bürgertum gleichermaßen auf Ablehnung stießen. Einig war sich Spiegel mit den Ständen allerdings in dem Bestreben, die Eigenständigkeit des Herzogtums gegenüber den Ansprüchen Kurkölns zu wahren.Leitender kurkölnischer Beamter in BonnNach dem Amtsantritt von Kurfürst Max Franz (1784) wechselte Franz Wilhelm in die Regierung nach Bonn. In dieser Eigenschaft setzte er einen klaren Kurs zur Ausdehnung der kurfürstlichen Rechte auch im Herzogtum Westfalen. Als Minister erlangte er einen über den Kurstaat hinausgehenden Bekanntheitsgrad. Im Jahr 1786 wurde er zum Präsidenten der Hofkammer ernannt. In dieser Position bemühte er sich um die Neuordnung der Finanzverwaltung, des Zollwesens, der Forstverwaltung und schließlich um eine Reform der Verwaltung des Kurstaates insgesamt. Durch seine Bemühungen trat in Ansätzen die Einstellung von Hofräten nach Können und Bildung an die Stelle adeliger Günstlingswirtschaft.Durch die gleichzeitige Ernennung zum Hofakademierat wurde er außerdem zuständig für die Bildungs- und Kulturpolitik. Vor allem in diesem Amt konnte er seine aufklärerischen Ideen umsetzen. Dazu gehörte eine Reform des Elementarschulwesens (Schulpflicht, Verbesserung der Lehrerausbildung usw.). Im Herzogtum Westfalen wurde Friedrich Adolf Sauer mit der Reform der Lehrerbildung betraut und durch die Einführung der so genannten Normalschulen ein Standard für das Elementarschulwesen geschaffen. Außerdem wurde mit den Industrieschulen der Versuch unternommen, neben der normalen Schulbildung auch gewerbliche Kenntnisse zu vermitteln. Die Gymnasien in Arnsberg und Bonn erhielten neue Strukturen, und die Bonner Akademie wurde zu einer Universität (1786) ausgebaut.Als Universitätskurator (seit 1786) formulierte von Spiegel das Ziel der Gründung unmissverständlich: der neuen Anstalt das Ziel setzen, die Aufklärung in den rheinisch-westfälischen Landen zum Siege zu führen! Damit konnte sich von Spiegel zwar der Zustimmung in der aufklärerischen Öffentlichkeit sicher sein, stieß jedoch, trotz Unterstützung durch den Kurfürsten, auf erheblichen Widerstand im Kölner Domkapitel und der Kurie in Rom. Man warf Spiegel vor, Irrlehren und Unglauben an der Universität zuzulassen und warf ihm sogar demokratische Tendenzen vor, obwohl er sich eindeutig gegen die französische Revolution ausgesprochen hatte.Das Ende des Kurstaates und letzte LebensjahreMit dem Beginn der Revolutionskriege wurde in Bonn eine Militärkommission gegründet, deren Vorsitzender von Spiegel wurde. Zwar kühlte sich die Beziehung zwischen Max Franz und von Spiegel deutlich ab, aber dennoch blieb er im Dienst des Kurstaats. Nach der Besetzung des Rheinlandes im Jahr 1794 gingen große Teile des Staatsgebiets verloren. Es bestand nunmehr überwiegend aus den westfälischen Landesteilen. Das Domkapitel wich nach Arnsberg und die Hofkammer nach Brilon aus. Nach dem Tod von Max Franz hatte von Spiegel seinen Einfluss auch im Reststaat weitgehend eingebüßt. Letztlich ohnmächtig musste er den Übergang des Herzogtum Westfalen an Hessen-Darmstadt mit ansehen. Sein Versuch, sich den neuen Herren mit einer Denkschrift zur Säkularisation der Klöster als Beamter zu empfehlen, war letztlich erfolglos.Franz Wilhelm Spiegel zum Desenberg starb am 6. August 1815 auf Schloss Canstein.LITERATURMax Braubach, Die Lebenschronik des Freiherrn Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg, Münster 1952.Alexander Freiherr von Elverfeldt: Die Wirtschaftsförderung von Freiherr Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg in der Herrschaft Canstein, in: Jahrbuch Hochsauerlandkreis Jg. 1989. S.14f.Wolfram Köhler, Franz Wilhelm von Spiegel zum Diesenberg als kurkölnischer Hofkammerpräsident (1786-1802), Bonn 1953.[Johann Friedrich], in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 35; 1893, S.155f.Raban Spiegel von und zu Peckelsheim, Geschichte der Spiegel von Desenberg und von und zu Peckelsheim, 3 Bände, [ohne Ort] 1956-1958.Johannes Stemmer: Freiherr Franz Wilhelm von Spiegel zum Desenberg, in: Vom kurkölnischen Krummstab über den hessischen Löwen zum preußischen Adler. Arnsberg, 2003. S.208-211.Manfred Wolf, Nachlässe aus Politik und Verwaltung, Münster 1982, S. 13-24.II. BESTANDSGESCHICHTEIm Stadtarchiv Bonn liegen zwei Teilbestände des schriftlichen Nachlasses von Franz Wilhelm von Spiegel. Der zuerst eingegangene Teil des Nachlasses (SN 160) gelangte durch eine Schenkung von Studienrat Zincken 1937 (Postkarte von Studienrat Zincken an Dr. Kobé vom 29.07.1937 in Pr 42/664 und Vorgang in Pr 42/999) an das Stadtarchiv und wurde 1951 geordnet (gedruckter Verwaltungsbericht 1950-1955, S. 42).Der zweite Teil wurde 1970/74 vom Staatsarchiv Münster aus dem dortigen Teilbestand ausgesondert und dem Stadtarchiv Bonn als Depositum übergeben. Er enthält die meisten der auf Bonn und das Rheinland bezogenen Schriftstücke, während alle westfälischen Angelegenheiten in Münster blieben. Im Gegenzug übergab das Stadtarchiv Bonn dem Staatsarchiv Münster die westfälischen Archivalien aus dem hier liegenden Teilnachlass. Diese Austauschaktion war am 24. Februar 1969 vom Stadtarchiv Bonn angeregt worden und wurde am 29. Juli 1970 in Münster durchgeführt.An das Staatsarchiv Münster wurden als Leihgabe abgegeben: 1-5, 26-32, 36-39, 59-64, 67-71, 73-76.Das Stadtarchiv Bonn erhielt von Münster als Depositum die folgenden Nummern: 40 und 41 (beide Stücke am 11.6.1977 wieder nach Münster zurückgegeben), 60, 63, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 78, 79, 80, 86, 92, 94, 99, 102, 104, 111, 113, 127, 146, 150, 152, 159, 173, 177, 222-292, 319-321, 347, 453-520, 529-533, 547-568, 585, 622-624, 627, 629, 643, 653, 655, 680.Unter der Signatur SN 160 wurden zwei Teilnachlässe gebildet: SN 160/1 (Bonner Teil) und SN 160/2 (Münsteraner Teil).Am 11. Juni 1974 wurden vom Staatsarchiv Münster noch folgende Schriftstücke betreffend Universitätsangelegenheiten an das Stadtarchiv Bonn abgegeben, die in entsprechende Akten eingeordnet wurden, ohne die exakte Einordnung zu notieren:1. Brief von Johann Georg Lenz aus Jena mit Diplom2. Brief von Professor Reinhold, 17943. Korrespondenz mit Dr. Crome (Gießen) betr. Buchkäufe4. Vier Briefe von Johann Friedrich Westrumb5. Briefe von Süßmann Moyses Kauffmann6. Edikt von Max Franz betr. Gymnasium Bonn7. Brief des Franziskaners Crescentius Heuts8. Brief des Professors Werner vom Bonner Gymnasium9. Besetzung des chemischen Lehrstuhls mit Prof. Wurzer10. Schreiben Forlivesi, 178411. Briefwechsel mit Braumann12. Spiegel an Kurfürst betr. Universität13. Briefe an Prof. Breuer14. Brief des Apothekers Wrede15. Festordnung16. Brief Adrien Heuck betr. Universität BonnBei einer Revision im April 1982 wurde festgestellt, dass folgende Stücke im Stadtarchiv Bonn fehlen: 71, 233, 241, 253, 264, 266, 287, 289, 321, 461, 473, 506, 547, 550, 551, 553, 554, 555, 556, 560, 561, 562, 563, 564, 565, 566, 567, 568, 623, 624 (nur Mappe ohne Inhalt vorhanden). Auf Anfrage teilte das Staatsarchiv Münster am 23. Oktober 1986 mit, dass von diesen Stücken dort nichts vorhanden sei und überhaupt rheinische Betreffe sich nicht mehr im Bestand befänden. Gebhard Aders, der die Stücke 1970 selbst in Münster übernommen hatte, teilte 1999 mit, dass er sich den Verbleib nicht erklären könne. Möglicherweise seien die Stücke anderen Akten zugeordnet worden, zu denen sie inhaltlich gehörten. Im Nachlass von Max Braubach, der den Bestand an das Universitätsarchiv Bonn entliehen hatte, liegen die Stücke nicht, wie eine Überprüfung des Findbuchs zu seinem Nachlass ergab.Im Oktober 2006 erfolgte die Übertragung der beiden Findbücher zu den in Bonn liegenden Teilbeständen in die Archivdatenbank AUGIAS. Dabei wurde der Bonner Bestand (SN 160/1) erstmals klassifiziert. Da viele Akten nach Münster abgegeben worden waren und bei der Datenbankübertragung der Aktentitel nicht eingesehen werden konnten, kann die Zuordnung der einen oder anderen Akte zu einer Klassifikationsgruppe falsch erfolgt sein. Welche Signaturen die Akten in Münster erhielten, ist bei der früheren Übergabe nicht vermerkt worden. Die bisher den Signaturen im Bonner Bestand (SN 160/1) zugefügten römischen Ziffern wurden jetzt weggelassen, da sie überflüssig waren, denn die Archivalien sind nach numerus currens durchnummeriert.Im Oktober 2013 wurden die beiden Teilnachlässe SN 160/1 und SN 160/2 zu einem einzigen Nachlass SN 160 zusammengelegt um eine bessere Benutzung des Bestandes zu ermöglichen. Dabei wurde auch die 2006 angelegte Klassifikation überarbeitet. Die Titelaufnahmen der nach Münster abgegebenen Akten wurden aus der Bestandserfassung herausgezogen. Sie sind nunmehr in einem eigenen Bestandsfindbuch "Nachlass Spiegel zum Desenberg (Münsteraner Teil)" als externes Findbuch ("Fremde Archive") im Stadtarchiv Bonn hinterlegt.Einige wenige doppelte Signaturen wurden umnummeriert um eine eindeutige Trennung des Bonner und Münsteraner Teils zu dokumentieren: aus Nr. 72 (ehemals Bonner Teil) wurde Nr. 67. Aus den Nrr. 44, 46, 49, 55, 56, 58 (jeweils ehemals Münsteraner Teil) wurden die Nrr. 68, 69, 71, 73-75.Die schriftliche Hinterlassenschaft des Franz Wilhelm von Spiegel findet sich nunmehr in den folgenden Teilnachlässen:1. Im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen (Standort Münster) Nachlass Franz Wilhelm von Spiegel, Laufzeit: 1682-1820, Findbuch A 506 II.2. Im Stadtarchiv Bonn Nachlass Franz Wilhelm von Spiegel, SN 160 (Nr. 1-67: Bonner Teil, Nr. 68-680: Münsteraner Teil).Außerdem befinden sich im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen (Standort Münster) noch folgende Bestände der Familie von Spiegel :1. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum) - Urkunden, Laufzeit 1303-1794, Umfang circa 500, Findbuch A 438 I und Kartei (Verzeichnung bis 1507).2. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum) - Akten, Laufzeit Anfang 16. Jahrhundert bis circa 1920, Umfang: 7937 Akten (807 Kartons), Findbuch A 438 II, 4 Bände. Familiensachen, Korrespondenzen, Verträge; Lehns- und Landessachen des Fürstbistums Paderborn (u. a. Judenschutz, Militaria, Schützengesellschaften, Eisenbahnen, Berg- und Hüttenwerke); Gerichts- und Brüchtenprotokolle, Prozesse (u. a. Erbschaftsstreit mit der Franckeschen Waisenhaus-Stiftung in Halle/S.); Gewerbe; Renteirechnungen, Hebe-, Forst- und Brüchtenregister; Meier und Eigenbehörige; Kirche; jeweils für Güter in den Herrschaften Canstein (bei Marsberg, Hochsauerlandkreis) und Desenberg, nämlich: Burg Bühne (mit Aldorpsen), Winterhof-Bühne, Ober- und Niederklingenburg, Rothenburg, Ober- und Niederübelngönne.3. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Ferdinand August von Spiegel, Laufzeit: (1533-) 1713-1857, Umfang: 684 Akten (46 Kartons), Findbuch A 506 I mit Index. Persönliche Papiere, Korrespondenzen, Vermögenssachen, Verschiedenes 1720-1837 (182); Domkapitel Münster (1553-) 1713-1832 (77); Münster'sche Landessachen 1780-1833 (65); Angelegenheiten des Bistums Münster, Armenkommission, Clemensstift 1793-1834 (93); Domkapitel Hildesheim, Domkapitel Osnabrück 1717-1835 (25); Angelegenheiten des Bistums Paderborn 1803-1827 (7); Wiener Kongress 1814-1817 (3); Staatsrat 1804-1834 (38); Provinziallandstände in Westfalen und Rheinland, Provinzialverwaltung 1813-1834 (22); Bistum Breslau 1816-1835 (6); Erzbistum Köln 1814-1835 (75); Erzbistum Freiburg 1827-1833 (13); Bistümer Trier, Mainz, Rottenburg und Limburg 1817-1835 (13); verschiedene kirchliche Angelegenheiten 1799-1841 (28); Bittschriften, Unterstützungssachen 1792-1837 (30); Vereine, Gesellschaften und Unterstützung von Kirchengemeinden 1818-1835 (27); Universitäts- Einrichtungs- Kommission Münster 1801-1832 (7). Literatur: Walter Lipgens, Ferdinand August Graf von Spiegel und das Verhältnis von Kirche und Staat 1789-1835, 2 Bde., Münster 1960/65; Manfred Wolf, Nachlässe aus Politik und Verwaltung, Münster 1982, S. 31-52; Wilhelm Kohl (Hrsg.), Briefe Ferdinand Augusts von Spiegel zum Desenberg, Domdechanten zu Münster und Erzbischofs von Köln, an Karl vom und zum Stein, 1802-1831, Münster 1989.4. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Friedrich Ernst von Spiegel, Laufzeit: 1770-1817, Umfang: 10 Akten (2 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliche Papiere 1770-1817.5. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Friedrich Wilhelm von Spiegel, Laufzeit: 1781-1811, Umfang: 35 Akten (5 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliches und berufliches Schriftgut, Tagebuch, Bergbauangelegenheiten 1781-1811 (35).6. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Goswin Anton von Spiegel, Laufzeit: 1686-1793, Umfang: 36 Akten (3 Kartons), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliches 1746-1793 (21); amtliches Schriftgut (1430-) 1686-1791 (16).7. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Max Friedrich von Spiegel, Laufzeit: 1763-1815, Umfang: 11 Akten (1 Karton), Findbuch A 506 III mit Index. Persönliche und Militärsachen 1763-1815.8. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Philipp von Spiegel, Laufzeit: 1776-1831, Umfang: 1 Akte (1 Karton), Findbuch A 506 III mit Index, Dompräbende zu Minden 1776-1831.9. Gesamtarchiv von Spiegel (Depositum), Nachlass Theodor Hermann von Spiegel, Laufzeit: 1595-1827, Umfang: 92 Akten (12 Kartons), Findbuch A 506 IV mit Index.Weitere Akten von Spiegel zum Desenberg über die Universität Bonn befinden sich im Staatsarchiv Darmstadt: Finanzsachen, zu Wien stehende Kapitalien, auch Gymnasium zu Bonn, 1794-1801 mit hessischen Nachakten zu 1804 (fol. 1-265), Abt. I Verhältnis mit B..., Konvolut 31, fasc. 4.Ebenda fasc 5: zahlreiche Berichte von Spiegel betr. Einkünfte der Universität und des Gymansiums zu Bonn sowie Besoldung der Professoren und Lehrer, 1795-1804 (fol. 1-291).
255 Verzeichnungseinheiten (3 lfd. Meter)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ