Auf Veranlassung des Erzbischofs Hermann von Köln wird im Beisein der Abgesandten des Domkapitels, der erzbischöflichen Räte und einiger Vertreter der Ritterschaft und Städte des Herzogtums Westfalen 1) zwischen den Sälzern zu Werle einerseits und den anderen Bürgern andrerseits, 2) zwischen Wichart von Ense gen. Snydewint, Amtmann zu Werle, einerseits und den Bürgern andrerseits, 3) zwischen den beiden alten Bürgermeistern Gotschalck Brandis und Johan Plettenbert einerseits und den Bürgern zu Werle andrerseits ein Kompromiss geschlossen dahingehend, dass die Parteien im März schriftlich ihre Klagen dem Kellner in Arnsberg einreichen, dieser davon Abschriften den Gegenparteien zustellen, und die Parteien ihre Antworten darauf im April, ihre Widerreden im Mai und Nachreden im Juni ebendorthin einreichen sollen, worauf der Erzbischof oder seine Räte zu Werle nach 2 oder 3 Monaten eine gütliche Einigung versuchen oder, wenn dies nicht möglich, einen Richtspruch fällen werden, dem dann von allen Parteien bei Strafandrohung nachgelebt werden solle.
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Auf Veranlassung des Erzbischofs Hermann von Köln wird im Beisein der Abgesandten des Domkapitels, der erzbischöflichen Räte und einiger Vertreter der Ritterschaft und Städte des Herzogtums Westfalen 1) zwischen den Sälzern zu Werle einerseits und den anderen Bürgern andrerseits, 2) zwischen Wichart von Ense gen. Snydewint, Amtmann zu Werle, einerseits und den Bürgern andrerseits, 3) zwischen den beiden alten Bürgermeistern Gotschalck Brandis und Johan Plettenbert einerseits und den Bürgern zu Werle andrerseits ein Kompromiss geschlossen dahingehend, dass die Parteien im März schriftlich ihre Klagen dem Kellner in Arnsberg einreichen, dieser davon Abschriften den Gegenparteien zustellen, und die Parteien ihre Antworten darauf im April, ihre Widerreden im Mai und Nachreden im Juni ebendorthin einreichen sollen, worauf der Erzbischof oder seine Räte zu Werle nach 2 oder 3 Monaten eine gütliche Einigung versuchen oder, wenn dies nicht möglich, einen Richtspruch fällen werden, dem dann von allen Parteien bei Strafandrohung nachgelebt werden solle.
Sa - Urkunden des Erbsälzerarchivs, Sa 051
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1482 Febr. 13 {gudistach na sent Scholastiken dage Werle}
Enthält: Die Sälzer, die Stadt Werl, Snydewint, Brandis und Plettenbert, ferner auf Ersuchen der vorgenannten Parteien Johan Haitzfelt, Ritter zu Wildenberg, Godert Wrede zu Reydern, Johan Fürstenberg, Wilhelm Vait von Elspe und Evert von dem Bramen seitens der Ritterschaft und die Städte Brilon, Ruden, Geseke und Attendornen kündigen ihre Siegel an. a) Erstes Or., Pgt. Ausser dem fehlenden Hatzfeldschen Siegel hängen die angekündigten Siegel an, bis auf die der Städte Werl und Attendorn alle Siegel in Blechkapseln. b) Zweites Or., Pgt. Ortographisch vielfach vom 1. Original abweichend. Daran fehlen das Brandissche, Hatzfeldische und Wredesche Siegel. Die meisten Siegel sind stark beschädigt. Sie befinden sich nicht in Kapseln. 1482 Feb 13 (uff gudenstach na sent Scholastiken dage) Regest: Vor dem Kölner Erzbischof Hermann1 hatten die Sälzer von Werl, der Rat der Stadt mit weiteren Bürgern, der Werler Amtmann Wichard v. Ense gen. Schneidewind, und die Alt-Bürgermeister Gottschalck Brandis (Gotzschalck Brandyss) und Johann Plettenberg ihre jeweils gegenseitigen Streitigkeiten vorgetragen. Hermann entscheidet, dass jede Partei bis Ende März des Jahres ihre Beschuldigungen schriftlich dem Kölner Verwalter (kelner) in Arnsberg zustellt, dieser Kopien davon den jeweiligen Gegnern zustellt, diese dann bis Ende April darauf antworten – wieder über den Arnsberger Verwalter –, Widerrede dazu bis Ende Mai in gleicher Weise zu erfolgen hat mit weiterer Nachrede bis Ende Juni und beilegen von Kopien geeigneter Beweis-Dokumente – alles auf Kosten der Parteien. Der Verwalter wird das anschließend an den Erzbischof schicken. Auf einem Gerichtstag etwa zwei oder drei Monate später, zu dem die Beteiligten und auch der Arnsberger Verwalter geladen werden, wird eine Entscheidung verkündet werden, an den sich die Beteiligten bei Strafe zu halten haben und sich auf mittlere Sicht (bynnen den middelen zyden) sich mit ihren Gegnern zu vertragen haben. Siegelankündigung der Sälzer mit ihrem Siegel, des Stadtrats mit dem Stadtsiegel, Wichard Schneidewind, Herman Brands, Johann Plettenberg. Siegelbitte auch an Ritter Johann v. Hatzfeld, Herr zu Wildenburg, Gotthard dem Wreden zu Reyderen, Johann Fürstenberg, Wilhelm Voigt v. Elspe und Evert von dem Broiche als Vertreter der Ritterschaft und die Bürgermeister der Städte von Brilon, Rüden, Geseke und Attendorn (Attendaern), die das bestätigen. Datum 13. Februar 1482 (uff gudenstach na sent Scholastiken dage) Inhalt:a Zo wissen so sich manichfeldige gebreche, zweytracht ind sware beschuldungen an lyff, ere ind gelymp treffen entstanden haven und belegen, die dan istz alhyr zo Werle vur dem hoichwirdigen in Got vater und durchluchtigen hoichgeboren fursten ind hern hern Herman, ertzbusschoff zo Colne, kurfurste, hertzogen zo Westfalen und zo Enger, unsen gnedichsten lievesten heren as dem lantfursten in bywesen des domcapittels, geschickte frunde ind siner furstlichen gnaden treffliche rede ind etzlicher frunde van ritterschaften und steden des landz zo Westfalen, zom styft Colne gehoren, offenborlich uffgedain ind in vertzeichnisse wyse van allen nageschreven parthien syner furstlichen gnaden overgewen synt, nemlich tusschen den seltern, burgeren van Werle mit yren anhange eyns, tgeen die andere burgere ind gemeynde dairselffs zo Werle anderteils, item tusschen Wychart van Ense genant Snydewint amptman zo Werle eyns tgeen die vurs. burger ind gemeynheit zo Werle anderteils, ind dan noch tusschen den zwen aldenburgermeistern Gotzschalck Brandyss ind Johann Plettenberg van Werle yrs teils tgeen die bemelte burgere und gemeynde zo Werle anderteils, wilche gebreche, zweydrachten ind beschuldon- gen vurs. die parthien zo allen delen vurs. mit guden willen an den bemelten unsen gnedigsten heren van Colne gestalt haven ind genßlichen verbleven sint in der gestalt, so wie syne furstliche gnade sy dairumb gutlichen mit wissen ader rechtlichen entscheiden wirt, das es da by blyven ind van allentelen gehalden ind vullentzogen werden sall, beheltlich unsem gnedichsten hern van Colne, syner gnaden nakomen ind stift aller hoicheit, obericheit, herlicheit, renten ind gerechticheiden des styftz, vort eyn icklichen syner pryvilegien, fryheit ind gerechticheit. Item sall eyn yeder parthie vurs. yre schulde ind sprache sy gegen die andern vermeynen zo haben, bynnen dem maende mertz nest volgen beschreven ind versiegelt an unsen gnedichsten hern van Colne kelner zo arnsberg schicken, der die sunderlichen ave copieren laissen ind den anderen parthien, die dat beroren were, die copie vurder zeschicken sall, dairuff yre antwort zo [mache]n ind die antwort bynnen dem maende apryll darna neestvolgen beschreven ind versiegelt an den selven kelner zo Arnsberg zo schicken, der die ouch furderlichen ave copieren laissen ind den anderen parthien, die dat beroren wirt, die copie zo schicken sall, yre wederrede dairuff zo machen ind die beschreven ind versiegelt bynnen dem maende meye dair na neestvolgen an den obgedachten kelner zo Arnsberg zo schicken, der die ouch furderlichen aveschryven laissen ind den anderen parthien, die dat beroren wirt, die copie zo schicken sall, yre narede dairuff zo machen ind die beschreben ind versiegelt bynnen dem maende junio dair na neestvolgen mit allen kuntschafften ind bewyss, es sy van pryvilegien ader ander bybrengen, wes eyme idern dele vurter zo syner gerechticheit dienen mach ind noitturftich were, an den selven kelner zo Arnsberg zo schicken, der kelner vurs. asdan die beschreven ver- siegelte schulde, antworde, wederrede, narede mit allen kuntschaften, bewyss ind bybrengen, wie yme die van allentelen zo geschickt weren, vurder unsem gnedichsten hern van Colne unvertzochlich overschicken sall, ind das alles uff cost der parthien vurs. So sall asdan syne furstliche gnade den parthien alle semptlich eynen dach bynnen den neesten zween ader dryn maenden dair nafolgen ungeverlich vur syne furstliche gnade ader syner furstlichen gnaden reede geen Werle, ind ouch den kelner vurs. da by bescheiden, da die parthien yn syns verleges vurs. zo vur an verrychten sullen. Ind sall syne furstliche gnade dan alsbalde die parthien gutlich mit wissen ader uff die gutlicheit myt zo treffen were, durch syner furstlichen gnaden beschreven ind versiegelte rechtspruchen entscheiden, ind yn die spruche beschreven ind versiegelt obergeven, den die parthien zo allen delen vurs. alse uffrechtlich ind vestentlichen na zo komen, ind yeder so vyll yn dat anlangen wurde halden ind vullentziehen sullen in alre maissen die entscheide, das bysswysen ind inhalden wurden, ouch dat geyne parthie bynnen den middelen zyden nyt args an die andere mit worden ader wercken legen ader keren sall in eynicherleie wyse, as die vurs. parthien alle sament sulchs alles wie in diesem anlaiss begryffen steit, unserm gnedichsten hern van Colne as yrme rechten lantfursten ind der kyrchen ind styft Colne by den eyden, sy synen gnaden gedain haven ind verplicht sint, ind dair zo by verluyss aller vurs. sachen geloft hant, vaste ind stede zo halden ind zo vullentzien sunder alle geverde, indracht ind argelist. Wer ouch sulchs van den parthien overfere, den off die zo straiffe wie sich dat gebueren sall. Ind dyss in urkunde der wairheit ind vaster stedicheit haven die selter vurs. yre gemeyne ingesigel ind die burger ind gemeyne zo Werle yre stede ingesigel, Snydewint amptman vurs. syn ingesigel ind Brantyss ind Plettenberg ider van yn syn ingesigel vur sy ind alle yre mit parthien, yder van yn syn ingesigel mit yrer alre wissen ind guden willen an diese compromiss gehangen, sy samen ind yeder van yn besunder aller vurs. sachen, so vyll eyn yeder dat beroren is ader werden mach, da mit zo overtzugen. Vurder so haven wir parthyen vurs. alle semptlichen gebeden, die fromen, vesten ind ersamen hern Johan van Haitzfelt ritter, hern zo Wildenburg, Godart den Wreden zo Reyderen, Johan Furstenberg, Wilhelm Voigt van Elspe ind Evert van dem Broche van der ritterschafften, dat die yre siegele, ind vort burgermeister ind raede der stede Brylon, Ruden, Geyseke ind Attendaern yre stede ingesigel zo merer getzuchnisse ind kuntschafft der wairheit mit an diese anlaisse gehangen haven, des wir Johan van Haitzfelt ritter, Godart die Wrede, Johan Furstenberg, Wilhelm Voigt und Evert van dem Broche und wir burgermeister ind rede der stede Brylon, Ruden, Geyseke ind Attendaern also under unsern siegeln zo merer getzuge ind kuntschaft der wairheit an diese an- laisse gehangen, bekennen wair zo syn ind zo beden der vurg. parthien alle semptlichen gerne gedain haven. Dieser anlaisse sint vier gelych ludende der ider parthie vurs. eynen overgeven ist. Gegeven zo Werle uff gudenstach na sent Scholastiken dage, in den jaern unses heren dusentvierhundert zweyindachtzich. Rückseite: Inhaltsvermerk, Signatur Ausf., Pergament, mnd., mit Plica, aIn der Urkunde heißt es, dass insgesamt vier Exemplare ausgefertigt werden für die jeweiligen Parteien. Im Archiv sind zwei dieser Ausfertigungen enthalten: die Nummenr 51a und 51b. Diese Transkription ist eine der Urkunde 51b, deren Handschrift klarer ist. Fehlender Text durch ein kleines Loch im oberen linken Bereich konnte aus 51a ergänzt werden. An der Urkunde 51a hängen diverse gekapselte Siegel, an der Urkunde 51b hängen einige Siegel am Pressel, einzelne sind abgefallen. 1Hermann IV von Hessen, Erzbischof von Köln 1480 bis 1508 (seit 1473 Administrator)
Darin: Transkription von Armin Scholz-Behlau – Stand 26. Februar 2021
Darin: Transkription von Armin Scholz-Behlau – Stand 26. Februar 2021
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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09.01.2026, 12:21 PM CET