Tübinger Universitätspflege Brackenheim: Rechnungen (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 1/517
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Untere Verwaltungsbehörden 1806-um 1945 >> Rechnungen der unteren Verwaltungsbehörden >> Geschäftsbereich Kultministerium >> Universitätspflegen
1806-1825
Vorbemerkung: Die im Jahre 1477 von Graf Eberhard im Bart gegründete Universität Tübingen wurde als kirchliche Anstalt mit einem festen Grundstock von Gütern und Einkünften, vor allem durch Übertragung der Pfründe des Chorherrenstifts in Sindelfingen ausgestattet. Zwölf Kirchen wurden mit ihren Einkünften Tübingen überschrieben, sieben Pfarreien davon förmlich inkorporiert: Feuerbach, Botnang, Weilimdorf, Leonberg, Darmsheim, Dagersheim und Neckartailfingen. Fünf weitere, darunter auch reiche Kaplaneien, wurden hinzugefügt: Stetten am Heuchelberg, Brackenheim, Eningen unter Achalm, Asch und Ringingen. Da die Hochschule vor allem durch den Verkauf der Naturalien finanziert wurde, hatte Graf Eberhard die Erstausstattung, in Anbetracht eventueller Mißernten, bewußt aus verschiedenen Regionen des Landes gewählt. Verantwortlich für das gesamte Ökonomiewesen der Universität waren vier aus den Reihen des Senats gewählte Deputierte ("Wirtschaftsprofessoren"). Die Verwaltung der weitverstreuten, in Pflegen (Bezirke) eingeteilten Güter leitete der Syndikus. Als Rechnungsführer dieser Universitätspflegen waren Universitätshelfer oder Universitätspfleger eingesetzt, die häufig aus den Reihen der Tübinger Gelehrtenfamilien kamen. Im 19. Jahrhundert wurde diese Aufgabe meist im Nebenamt von Amtmännern oder Amtsschreibern des entsprechenden Oberamts wahrgenommen. Um 1477 hatte die Universitätspflege in Asch (F 1/516), außer der Pfarrei mit Widemhof, den Großen Zehnt und einzelne zinspflichtige Grundstücke; In Brackenheim (F 1/517) gehörten zur Universitätspflege die Pfarrei und die Kaplanei mit Widemhof, Zehntanteile und zinspflichtige Grundstücke. Neben der inkorporierten Pfarrkirche besaß die Universitätspflege in Feuerbach (F 1/518) den Widemhof, den Großen Zehnt und sonstige Zehnten. In Neckartailfingen (F 1/519) hatte die Pflege die inkorporierte Pfarrkirche, den halben Großen, den Kleinen und sonstige Zehnten. Die Universitätspflege in Sindelfingen (F 1/520) besaß neben den Einkünften des Chorherrenstifts noch etliche Höfe und Huben, zinspflichtige Grundstücke und Zehntanteile. Durch Erlaß des Innenministeriums und des Ministeriums für Kirchen- und Schulwesen vom 15. August 1825 (Reyscher XI) an den akademischen Senat wurde aufgrund eines Pachtvertrags vom 15. Juni 1825 die Verwaltung des Universitäts-Fonds, sofern er in Grundeigentum und Gefällen bestand, von der Staatsfinanzverwaltung in unmittelbare Administration übernommen und denjenigen Kameral- und Forstämtern unterstellt, zu deren Bezirk die Besitzungen der Landesuniversität gehörten. Für den Ertrag des Stiftungsfonds mußte zunächst auf 18 Jahre von den Kameralämtern jährlich 20 000 Gulden an die Universitätskasse abgeliefert werden. Die Rechnungsbestände der Pflegamtsregistraturen gelangten über die Kameralämter als Nachfolgebehörden in die Staatlichen Archive; die Rechnungen ab 1806/07 waren Teil des aus dem Finanzarchiv stammenden und summarisch verzeichneten Bestands E 225/226 (Neuere Rechnungen). Die älteren Rechnungen der Universitätspflegen von 1534 bis 1807 befinden sich unter der Bestandssignatur A 303, Geistliche Ämterrechnungen, im Hauptstaatsarchiv Stuttgart; Amtsgrundbücher der Universitätspflegen werden unter der Signatur F 98, Amtsgrundbücher der Kameralämter, im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrt. Die vorliegenden Bestände wurden im März 1993 durch die Zeitangestellte Ursula Seufer unter Anleitung von Dr. Peter Müller neu verzeichnet, die Abschlußarbeiten erledigte die Unterzeichnete. Die computergestützte Reinschrift des Repertoriums fertigte Frau Hildegard Aufderklamm. Ludwigsburg, August 1994 Dorothea Bader
Literatur: Hansmartin Decker-Hauff und Wilfried Setzle (Hrsg.): Die Universität Tübingen von 1477 bis 1977 in Bildern und Dokumenten Alfred Dehlinger: Württembergs Staatswesen
Literatur: Hansmartin Decker-Hauff und Wilfried Setzle (Hrsg.): Die Universität Tübingen von 1477 bis 1977 in Bildern und Dokumenten Alfred Dehlinger: Württembergs Staatswesen
38 Bände (1,0 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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