Adolph Sigismund von Burman, Dekan zu Bonn, bekundet: Sein + Bruder Johannes Petrus von Burman, Bischof von Thermopylae (Thermopolensis), Weihbischof zu Köln, Propst bzw. Kapitularkanoniker der Kathedralkirche bzw. der Kollegiatkirche St. Martin zu Lüttich, hat seinen Getreidezehnten in Meckenheim, genannt Münsterischer oder Pallandischer Sackzehnt, den einst des Ausstellers Großoheim (proavunculus) Quirin von Pallandt, Propst des Kollegiatklosters Münstereifel (Monasterii Eiffliae) und Kapitularkanoniker der hiesigen Archidiakonalkirche zu Bonn, vom Kapitel des Klosters Münstereifel erworben hatte, für fromme Zwecke nach Wahl des Ausstellers bestimmt. In Kenntnis der Verehrung, die sein + Bruder der Schmerzhaften Muttergottes entgegenbrachte, hat er - der Aussteller - diesen Zehnten der Archidiakonal-Kollegiatkirche der heiligen Märtyrer Cassius und Florentius in Bonn für das Wochenamt auf ewig geschenkt und übertragen, und er überträgt ihn hiermit unter folgenden Bedingungen: Jährlich an Compassio Mariä soll unter der Hochmesse in St. Cassius die Memorie seines Bruders durch die Kollekte für einen verstorbenen Bischof mit Sekret und Postcommunio begangen werden, und nach der Messe sollen den Psalmen Miserere und De profundis folgende Kollekten, die erste für einen verstorbenen Bischof, die zweite Deus veniae largitor und die dritte Fidelium deus, durch den zelebrierenden Priester angeschlossen werden. Damit dies um so feierlicher geschieht, sollen jedesmal 8 Reichstaler unter den in Vespern und Messe anwesenden Propst, Dekan und Kanonikern ausgeteilt werden, wie auch unter den Vikaren, die gemäß Intention des Stifters die Messe vom Fest mit der Kollekte für den verstorbenen [Bischof] zelebrieren, eingeschlossen die Vikare, die die Stiftsmessen dieses Tages, die Matutin- und Singmesse, halten. Was danach von den Zehntgefällen übrigbleibt, soll dem Wochenamt zufallen. - Er kündigt seine eigenhändige Unterschrift und sein Siegel an. Bonnae vigesima mensis Aprilis 1698.