Die Kläger beklagen, daß im Zuge der Pflasterung der Landstraße von Aachen ins Herzogtum Limburg der Verlauf verändert und die Straße erhöht wurde, so daß der alte Fahrweg von Burtscheid zu dieser Straße abgeschnitten und gesperrt wurde. Sie sehen darin einen ungerechtfertigten und nicht besprochenen Eingriff in ihre althergebrachten Besitzrechte als Reichsunmittelbare. Die Sperrung dieses in der Aachener Heide nahe der “Kuhescheiß” in den Aachener Busch eintretenden und dort auf die gemeine Aachener Landstraße treffenden Weges mache einen Umweg von mehr als einer Stunde bei Fahrten ins Limburgische notwendig. Die Beklagten bestreiten dagegen die Zulässigkeit des Mandates als eines von Untertanen gegen ihre Obrigkeit ohne vorgängiges Schreiben um Bericht erwirkten Mandates. Als Untertanen seien die Kläger anzusehen, nachdem die Abtei 1351 die jurisdictio und superioritas territorialis an die Reichsstadt Aachen abgetreten habe.
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Die Kläger beklagen, daß im Zuge der Pflasterung der Landstraße von Aachen ins Herzogtum Limburg der Verlauf verändert und die Straße erhöht wurde, so daß der alte Fahrweg von Burtscheid zu dieser Straße abgeschnitten und gesperrt wurde. Sie sehen darin einen ungerechtfertigten und nicht besprochenen Eingriff in ihre althergebrachten Besitzrechte als Reichsunmittelbare. Die Sperrung dieses in der Aachener Heide nahe der “Kuhescheiß” in den Aachener Busch eintretenden und dort auf die gemeine Aachener Landstraße treffenden Weges mache einen Umweg von mehr als einer Stunde bei Fahrten ins Limburgische notwendig. Die Beklagten bestreiten dagegen die Zulässigkeit des Mandates als eines von Untertanen gegen ihre Obrigkeit ohne vorgängiges Schreiben um Bericht erwirkten Mandates. Als Untertanen seien die Kläger anzusehen, nachdem die Abtei 1351 die jurisdictio und superioritas territorialis an die Reichsstadt Aachen abgetreten habe.
AA 0627, 681 - Kurköln, Hofrat I B 71
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1753 - 1756 (1351 - 1807)
Enthaeltvermerke: Kläger: Äbtissin des Reichsstiftes Burtscheid für sich und namens des dortigen Gerichtes und sämtlicher Gemeinden Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen Prokuratoren (Kl.): für die Schöffenmeister: Lic. Wilhelm Anthon Helffrich [1751] 1753 - Subst.: Lic. Werner - für die Schöffen: - Lic. Ferd. Wilh. Anth. Helffrich 1753 - Subst.: Lic. F. W. Brandt Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach [1738] 1753 Prozeßart: Mandati novi operis inhibitorii et restitutorii sine clausula Instanzen: RKG 1753 - 1756 (1351 - 1807) Beweismittel: Äbtissin Mechthild, Priorin und Konvent des Klosters Burtscheid geben und tragen der Stadt Aachen ihr Gericht und ihr Dorf von Burtscheid samt allen dazugehörigen Leuten - die Rechte des Vogts ausgenommen - auf, so daß gen. Leute der Stadt Aachen wie deren eigene Bürger untertänig sein sollen. Davon ausgenommen wird das Kloster selbst mit all seinem Grundbesitz (Aufzählung), Mühlen, Zinsen usw., 23. Okt. (St. Severinstag) 1351 (39-44). Bestätigung dieser Übertragung durch Abt Bernhard von Clairvaux, 4. Jan. 1352 (44f.). Approbation und Bestätigung dieser Donation von Villikation und Jurisdiktion des Dorfes Burtscheid durch Kaiser Karl IV., 1354 (46f.). Bereinigung einiger Streitfragen bezügl. des Baus der Chaussee von Herve (Herzogtum Limburg) bis an das Aachener Territorium zwischen dem dazu eingesetzten Kommittee der Stände des Herzogtums Limburg und der 3 Länder von Overmaas (d’Outre Meuse) und Bürgermeister und Deputierten der Stadt Aachen, 1750- 1753 (55-58). Inaugenscheinnahme des bereits fast unbefahrbar gemachten Weges durch den Burtscheider päpstl. und kaiserl. Notar Joannes Frantzen, 1753 (91f., 264f.). Von I. I. Couven 1753 angefertigte kolorierte Karte (Remvoye) der Aachener Heide und des Aachener Buschs, begrenzt im Norden von der Stadt Aachen, im Osten vom Aachener und Burtscheider Territorium, mit Höfen, Wegen, neuer Chaussee, Maßstab in Aachener Schuh und in Ruten (100), kommentiert (100-103). Schiedsspruch des von Erzherzogin Margarethe von Österreich beauftragten Sekretärs Andries Daems in dem Streit zwischen der Abtei Burtscheid und der Stadt Aachen wegen der Meierei, 1510 (178-185). Fragen, mit denen der Statthalter der Vogtei auf gewöhnlichen vogteigedingl. Tagen die Herren Schöffen mahnt und so folglich der alten Observanz gemäß erkannt wird (8 Fragen) (198f.). Zeugenbefragung (212-250). Inaugenscheinnahme des durch Wasserschaden immer mehr verdorbenen Weges durch Notar Johann Stephan Frantzen, 1755 (349f.). Beschreibung: 7,5 cm, 352 Bl., lose; Q 1* - 50, Q 19 dopp., 3 Beilagen, Q 5, 10 synoptisch französisch-deutsch, Q 21 niederländisch- deutsch. Der Prozeß liegt im hiesigen Bestand Kurköln, Hofrat I B 71. Lit.: Johann Ulrich Freiherr von Cramer, Von Einschränckung des Weeg-Regals auf eigenem Grund und Boden, in: Wetzlarische Nebenstunden, Bd. 2, Ulm 1755, S. 1-20.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:58 AM CEST
Hierarchy
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
- 2. Buchstabe B (Classification)