A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
A I 2
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 4 Abteilung IV: Kriegsarchiv >> 4.1 Alter Bestand >> 4.1.1 Organisation und Formation der Armee (A) >> 4.1.1.1 Die Armee allgemein (A I) >> 4.1.1.1.3 Statthalterschaften, Kommandantschaften ( A I 2)
1540-1868
Vorwort: BESTANDSGESCHICHTE Laut Dr. Oskar Bezzel (siehe unten bei "Bestandsgehalt") stammen die ältesten Akten des Kriegsarchivs mit geringen Ausnahmen aus dem Königlich Bayerischen Allgemeinen Reichsarchiv, dem heutigen Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Dort befanden sich anscheinend bis zur vorübergehenden Errichtung eines geheimen Kriegsarchivs im Jahr 1815 die meisten der beim Hofkriegsrat und seinen Nachfolgern Oberkriegskollegium bzw. Kriegsministerium erwachsenen Akten. Ursprüngliche Verwahrstelle der oben genannten geringen Ausnahmen – 126 Verzeichnungseinheiten – war das Kreisarchiv, ab 1921 Staatsarchiv Landshut. Die jüngeren Akten wurden der Registratur des Kriegsministeriums entnommen. Der Bestand "A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften" ist nach dem Pertinenzprinzip gebildet und liegt in Form von Aktenbunden (unterschiedlich dick verschnürte Faszikel) im Magazin. Als Findmittel dient unverändert ein Zettelrepertorium (handgeschriebene Karteikarten), das von Frau Valentinetti im Jahr 2020 retrokonvertiert wurde. BESTANDSGEHALT "A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften" umfasst die Laufzeit 1540-1868 bzw. insgesamt 84 Verzeichnungseinheiten bzw. die Bund-Nummern 1 bis 82, wobei jedoch 5 Archivalieneinheiten am Fach fehlen. Im Rahmen einer allgemeinen Übersicht der Bestände des Heeresarchivs München, der heutigen Abteilung IV Kriegsarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, hatte Oberst Dr. Oskar Bezzel im Jahr 1940 eine inhaltliche Übersicht über den Bestand "A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften" verfasst. Im Folgenden wird diese Übersicht wiedergegeben. Die meistens summarisch verwendeten Begriffe "Bund" bzw. "Bunde" bezeichnen die verschnürte Einheit einer unbestimmten Anzahl einzelner Aktenstücke. "Statthalterschaften, Gouvernements, Kommandantschaften, Kommandanturen a.) Statthalterschaften Vorbemerkung: Seit Mitte des 16. Jahrhunderts bestand in der Hauptfestung Ingolstadt eine Statthalterschaft als eine der höchsten und bestbezahlten Stellen im Heer. Die in Amberg seit 1419 nachweisbare Statthalterschaft besaß dagegen geringere Bedeutung; eine vorübergehende, nur einige Jahre währende Erscheinung war die Errichtung einer Statthalterschaft in Neuburg a.d.Donau. Neben den Statthalterschaften in Amberg und Ingolstadt bestanden dort noch Kommandoposten. Die Statthalterschaft in Amberg ging 1799, die in Ingolstadt, nach Schleifung der Festung 1800/1801 bedeutungslos geworden, 1811 mit dem Tode des letzten Statthalters ein. Übersicht: Statthalterschaft Amberg 1738-1799, Neuburg a.d.Donau 1776-1782 (zus. 1 Aktenbund), Statthalterschaft Ingolstadt: Aushebungslisten, Bauamt, Bausachen, Bauwesen, Beschwerden, Festungswerke, Garnisons- und Festungsangelegenheiten, Instruktionen und Installationen, Kasernierung, Militärspitäler, Medikamenten-Rechnungen, Personalien, Rechnungen, Rechtsverhältnisse, Zahlungslisten, Zeughaus. (in 13 Bunden nicht zusammenhängende und lückenhafte Akten), 1 Akt Gouvernements, Kommandanturen, Statthalterschaften 1688-1826, Allgemeines enthaltend. b.) Gouvernements Vorbemerkung: Germersheim, 1834 als Festung erbaut, besaß seit 1863 ein Gouvernement – vorher nur eine Festungskommandantschaft –, das 1882 fiel. Ingolstadt, seit 1832 wieder als Festung ausgebaut und mit einer Festungskommandantschaft versehen, hatte von 1869 bis 1912 ein Gouvernement, Landau, 1816 an Bayern gekommen und ebenfalls nur mit einer Kommandantschaft versehen, von 1860 bis 1869. In Kurbayern gebrauchte man seit 1773 öfters statt 'Statthalterschaft' die Bezeichnung 'Gouvernement'. Es bestanden auch in Kurpfalz und zwar in Düsseldorf, Jülich, Mannheim, vorübergehend auch in Heidelberg Gouvernements. Diese Festungen, nach dem Ersten Reichskrieg 1799 bedeutungslos geworden, kamen durch die Gebietsänderungen nach dem Frieden von Luneville 1801 für Bayern nicht mehr in Frage. Übersicht: Nur einige Aktenstücke und Akten haben sich in die Registratur des Kriegsministeriums verirrt und sind somit erhalten geblieben. Durch die Beschießung von Mannheim 1795 und dadurch entstandene Brände in Kasernen, die Kriegsläufte [=Kriegszeiten] und durch Vernachlässigung sind große Aktenbestände verloren gegangen. Das Staatsarchiv Düsseldorf und das General-Landesarchiv Karlsruhe bergen die meisten der für die Forschungen in der Heeresgeschichte von Kurpfalz wichtigen Akten. c.) Kommandantschaften Vorbemerkung: Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in allen Standorten mit eigenem Personal versehene, in dienstlicher Beziehung den Provinzial-Kommandos untergeordnete Platzkommandantschaften. Seit 1791 bestanden solche, von Festungen abgesehen, nur noch an solchen Standorten, die mit Abteilungen über Regimentsstärke belegt waren. 1803 wurden mit Ausnahme von München alle Kommandantschaften in offenen Städten aufgehoben. Bald darauf wurde in jeder Kreishauptstadt ein eigener Kommandant aufgestellt. Ab 1817 findet infolge der Sparmaßnahmen, später der politischen und kriegerischen Wirren ein häufiger Wechsel in der Zahl der Kommandantschaften an den ebenso häufig wechselnden Standorten statt. 1867 bestanden Kommandantschaften nur noch Augsburg, München, Nürnberg, Passau und Würzburg. Am 1. April 1872 gingen unter Umänderung der Benennung Kommandantschaft in Kommandantur deren Geschäfte in allen offenen Städten, in denen kein eigener Kommandant ernannt und die Kommandantur nicht ausdrücklich mit einer anderen Kommandostelle vereinigt war, an den Garnisonsältesten über. Seit 29.8.1903 Bezeichnung Kommandantur nur für solche Stellen, denen ein Allerhöchst ernannter Kommandant vorsteht, sonst Garnison-Kommando. In Kurpfalz bestanden Kommandantschaften in Kaub, Frankenthal, Lautern, Otzberg und Neustadt [an der Weinstraße], dann später in den Invalidenstationen. Übersicht: Organisation, Wirkungskreis, Geschäftsgang, Personalien, Gehaltsbezüge, Verwendung pensionierter Offiziere, Platzadjutanten 1799-1871 (insgesamt 12 Bunde). Unzusammenhängend und teilweise lückenhaft über Ordres, Personalien, Grundlisten, Bausachen, Streitigkeiten, Zahlungslisten usw. sind Aktenbunde vorhanden, meist nur 1-2, fast von allen Standorten. Es sind nur die Standorte aufgeführt, deren Aktenbunde umfangreicher sind oder Beachtenswertes enthalten: Dillingen, meist zusammenhängende 11 Bunde, hierbei Tagebuch des Standortes 1905-1911; Kempten 19 Bunde, hierbei viele Personalien, Heiratsakten, Kriegsgefangene 1870/1871; Landau 11 Bunde, hierbei viele Personalien; Landshut 8 Bunde, hierbei Ordrebände 1829-1837, 1850-1867, Befehle 1868-1912, Brand der Jesuiten-Kaserne 1897; Lindau 11 Bunde, hierbei viele gerichtliche Untersuchungsakten; München 47 Bunde, hierbei Durchmärsche fremder Truppen 1859-1867, Unruhen 1848, fremdländische Offiziere 1882-1914, Spionage 1882-1914, Personalakten; Neuburg [an der Weinstraße] 27 Bunde, hierbei Grundbücher und Nationallisten 1792-1874; Passau 26 Bunde, hierbei Ordrebände 1805-1871 und Garnisons-Lazarett (Tagebücher 1895-1912, Personalien)." Bestellweise bzw. Archivsignatur: BayHStA, A I 2 Bestellnummer / Unternummer (z.B. "BayHStA, A I 2 1" oder "BayHStA, A I 2 2/a") München, 6.2.2023 Heinz-Jürgen Weber
A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften
79
Bestand
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:04 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik)
- Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Tektonik)
- 4 Abteilung IV: Kriegsarchiv (Tektonik)
- 4.1 Alter Bestand (Tektonik)
- 4.1.1 Organisation und Formation der Armee (A) (Tektonik)
- 4.1.1.1 Die Armee allgemein (A I) (Tektonik)
- 4.1.1.1.3 Statthalterschaften, Kommandantschaften ( A I 2) (Tektonik)
- A I 2 Statthalterschaften, Kommandantschaften (Bestand)