Es wird bekundet: Zwischen den ehelichen Söhnen des verstorbenen Brun von Hornstein: Brun, Sigmund Friedrich und Balthasar von Hornstein, Brüdern, auch Jörg von Ow zu Hürlingen, Jakob Ernst von Hornstein zu Grüningen, Balthasar von Hornstein, wohnhaft zu Heudorf, und Friedrich Humpiß von Waltrambs zu Schonburg als Vormündern der vorgenannten Söhne von Hornstein einerseits und Schultheiß, Bürgerschaft und Gemeinde zu Jungnau andererseits bestand Streit über Trieb und Tratt, Wun und Weide an den nachgenannten Stellen. Die Söhne von Hornstein und deren Vormünder haben sich mit Einwilligung des Herzogs Christoph von Württemberg und Teck, Graf zu Mömpelgard etc., als Lehnsherrn des Schlosses Hornstein und die von Jungnau mit Einwilligung des Grafen Friedrich zu Fürstenberg, Heiligenberg und Werdenberg, Landgraf in der Baar, Herrn zu Hausach im Kinzigtal etc., als Herrn zu Jungnau auf 4 gleiche Zusätze geeinigt: auf Stephan Gengkhinger, Schultheiß zu Ebingen, Erasmus Eckhenfelder, Bürgermeister zu Balingen, (für die von Hornstein) und auf Josue Eglinger, Untervogt zu Trochtelfingen, und Matthias Nollhart, Schultheiß zu Melchingen, (für die von Jungnau). Diese 4 Zusätze haben nach Augenschein und Verhör der Parteien den Streit gütlich beigelegt: 1. Auf Gehölzen, Grund und Boden der Stadt Sigmaringen und anderer, die keiner der beiden Parteien gehören und auch nicht strittig waren, soll es mit gemeinsamem Trieb und Tratt, mit Wun und Weide wie bisher gehalten werden. 2. Die Gemeinde Jungnau soll mit ihrem gehörnten und ungehörnten Vieh auf Grund und Boden, Holz und Feld der Söhne von Hornstein nicht treiben, sondern auf dem Grund und Boden, Holz und Feld des Grafen zu Fürstenberg bleiben, soweit sich die zu Jungnau gehörenden Grund- und Holzmarken erstrecken. 3. Die Söhne von Hornstein haben als Inhaber des Schlosses Hornstein auch auf dem zu Jungnau gehörenden Grund und Boden, Holz und Feld des Grafen zu Fürstenberg mit ihrem und anderem Vieh, welches auf dem Berg Hornstein gehalten wird, auch mit ihren Schweinen und denen anderer Leute, die sie zur Eckernzeit nehmen, mit denen von Jungnau einen gemeinen und gleichen Zutrieb an allen nachgenannten Orten, die durch Marksteine und Bäume bezeichnet sind. Flurnamen: oberes und unteres Lengfeld; Acker des inzwischen verstorbenen Nikolaus Pfaff, den jetzt Balthassar Pfaff zu Jungnau bebaut; Bestandsacker Unserer Frau zu Bingen; Bestandsacker des verstorbenen Heinrich Vogt jetzt des Hans Beck zu Bingen; Acker Unserer Frau zu Bingen, den jetzt Marx Henne daselbst bebaut; Hentelatäle oder Haimentäle Beilagen: 1) Abschrift, Papier, beglaubigt am 4. August 1774 zu Hornstein von der dortigen Amtskanzlei durch Siegel mit Papierdecke; 2) Notiz über die geplante Beilegung der Streitigkeiten, Papier, 2 Blatt