Klage auf Restitution der entzogenen Territorialhoheit des Klägers über die Kate „die Hegge“ mit dem „abgesplißtem Thomassengut“, welche der Freiherr von Eerde usurpiert habe. Ferner Klage auf Restitution einer Jahresrente von 3 Maltern Roggen aus dem „alten Kirchhof“, welche das Kloster Kamp an sich gezogen habe. Es handelt sich bei der Kornrente um eine Stiftung der Eheleute Rutger von Vlodrop und Elske von Wachtendonk von 1422 für eine Kapelle zu Frohnenbruch, die nun zur reformierten evangelischen Pfarrkirche Hörstgen gehöre. Das mitbeklagte Kloster erwidert, daß gemäß dem Religionsfrieden von 1555 Stiftungen zur alten Religion bei der alten Religion bleiben sollen und gemäß dem osnabrückisch-westfälischen Friedensschluß Art. 5 § 45 der Kläger nur dann einen Anspruch auf die Stiftung habe, wenn er beweisen könne, daß die reformierte Kirche von Hörstgen gemäß einem vereinbarten Regulativ bereits 1624 im Besitz der Kornrente gewesen sei.
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Klage auf Restitution der entzogenen Territorialhoheit des Klägers über die Kate „die Hegge“ mit dem „abgesplißtem Thomassengut“, welche der Freiherr von Eerde usurpiert habe. Ferner Klage auf Restitution einer Jahresrente von 3 Maltern Roggen aus dem „alten Kirchhof“, welche das Kloster Kamp an sich gezogen habe. Es handelt sich bei der Kornrente um eine Stiftung der Eheleute Rutger von Vlodrop und Elske von Wachtendonk von 1422 für eine Kapelle zu Frohnenbruch, die nun zur reformierten evangelischen Pfarrkirche Hörstgen gehöre. Das mitbeklagte Kloster erwidert, daß gemäß dem Religionsfrieden von 1555 Stiftungen zur alten Religion bei der alten Religion bleiben sollen und gemäß dem osnabrückisch-westfälischen Friedensschluß Art. 5 § 45 der Kläger nur dann einen Anspruch auf die Stiftung habe, wenn er beweisen könne, daß die reformierte Kirche von Hörstgen gemäß einem vereinbarten Regulativ bereits 1624 im Besitz der Kornrente gewesen sei.
AA 0627, 3867 - M 1109/2888
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 1. Buchstabe M
1739 - 1747 (1238 - 1746)
Enthaeltvermerke: Kläger: Freiherr von Myllendonk zu Frohnenbruch und Hörstgen Beklagter: Erzbischof Clemens August von Köln und Konsorten: Abt und Konvent des Klosters Kamp (Altenkamp) und Freiherr von Eerde (Erden) zu Eyll Prokuratoren (Kl..): Dr. Johann Goy [1732] 1739 - Lic. Johann Albert Ruland 1746 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler 1740 - Subst.: Lic. Wilhelm Maximilian Brack - Lic. Johann Melchior Deuren [1739] 1740 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani Prozeßart: Citationis ad videndum vindicari respective iura territorialia et bona dotalia ad capellam Frohnenbruchensem destinata, nunc ad parochiam Horstiensem pertinentia ... Instanzen: RKG 1739 - 1747 (1238 - 1746) Beweismittel: Urkunde der Eheleute Rutger von Vlodrop (Flodorf) und Elske von Wachtendonk, Herrn und Frau zu Frohnenbruch, von 1422 betr. Stiftung von Gütern für die Kapelle zu Frohnenbruch in niederländischer Sprache (Q 4). Urkunde des Petrus Schalpipe (Scalpype), Dekans, Richters und Kommissars von St. Viktor zu Xanten, von 1432 betr. die Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweihte Kapelle zu Frohnenbruch mit inserierter Dotationsurkunde von 1422 (Q 12). Zeugenaussagen (Q 15). Auszug aus dem Register der Küsterei zu Kamp über Leibgewinngüter, Erbzinse und Grundpachten von 1425 - 1622 (Q 18). Auszug aus dem Lagerbuch des freiadeligen Hauses Eyll von 1555 und 1558 (Q 20). Auszug aus einem Lagerbuch von 1622 - 1695 (Q 35). Urkunden der Erzbischöfe Konrad und Siegfried von Köln für Kloster Kamp von 1238 und 1296 (Privileg), ferner Bestätigungsurkunde ErzbischofHermanns von Köln von 1508 (Q 44). Beschreibung: 2 Bde., 8,5 cm; Bd. I: 5 cm, 229 Bl, gebunden, Q 1 - 39; Bd. II: 3,5 cm, 181 Bl., gebunden, Q 40 - 57, 8 Beilagen von 1742 - 1746. Lit.: M. Dicks, Die Abtei Camp am Niederrhein. Geschichte des ersten Cistercienserklosters in Deutschland (1123-1802), Kempen 1913, S. 17, 19f. 493ff.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.05.2026, 9:42 AM CEST