Konrad [II.], Bischof von Meißen, und Jakob von Kunzendorf (Kunzcendorf), Kanoniker von Lebus, Offizial des bischöflichen Hofes zu Meißen, entscheiden schiedsrichterlich die Streitsache zwischen dem Zisterzienserinnenkloster Nimbschen (Nempschzen) in der Diözese Merseburg und Martin von Lucka[?] (Luckawe{e}){1}, Mönch des Klosters Pforta (Porta) in der Diözese Naumburg, der für sich beansprucht, Pfarrer in Höfgen (Hofechin) zu sein, einerseits sowie Nikolaus von Mügeln (Mogelin), Priester der Diözese Meißen, dem durch Präsentation von Äbtissin und Konvent des genannten Klosters die Pfarrkirche in Höfgen verliehen worden sei, andererseits um die genannte Pfarrkirche und deren Einkünfte. Die beiden Schiedsrichter sind von Heinrich Stange, Mönch des Klosters Pforta und Rechtsvertreter des genannten Klosters in dieser Sache, sowie von Nikolaus von Mügeln in eigener Sache um eine Entscheidung angerufen worden. Sie sprechen das Recht an der Pfarrkirche und deren Zubehör Nikolaus von Mügeln zu. Das Kloster wird in näher erläuterter Weise verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Pfarrer zuzüglich zu den anderen Besitzungen der Pfarrkirche in Höfgen{2} über den Hofmeister in Höfgen einen jährlichen Zins von einer Hufe in Höhe von zwei Malter Roggen (siliginis) und sechs Scheffel Hafer (avene) erhält, mit dessen Erhebung die Pfarrer zu Höfgen bisher häufig Probleme hatten. Von dieser Hufe bleiben jedoch ein jährlicher Zins in Höhe von sechs Schilling Groschen sowie einige in der Höhe nicht näher angegebene Zehnte von den Grundstücken und vom Vieh (de prediis seu pecudibus, pecoribus vel jumentis) dem Kloster vorbehalten. Den Pfarrern zu Höfgen wird das Recht zum Rückkauf des genannten Zinses in Höhe von sechs Schilling vom Kloster oder zum Kauf eines anderen Zinses eingeräumt. - Siegel der Aussteller angekündigt. 1 Möglicherweise nach einem der Orte mit dem Namen Lucka (nw. Altenburg oder sw. Bürgel). In Frage kommen aber auch das Niederlausitzer Luckau sowie die beiden Orte mit dem Namen Laucha (w. Gotha und w. Freyburg/Unstrut). Bei dem in Leisering, Regesten 1351-1365, Nr. 300 (1357 September 30) als Zeuge genannten "Martin von Laucha" scheint es sich um dieselbe Person zu handeln. Die dort vorgenommene Zuordnung zu Laucha erscheint nach der vergleichenden Betrachtung mit der hier regestierten Urkunde als unsicher. Während die Schreibweise Luchov von 1357 eher auf Laucha deuten könnte, spricht der Beleg als Luckawe{e} von 1374 eher für Lucka oder Luckau. 2 Holz, Äcker, Weiden, je neun Scheffel Roggen und Hafer und anderes (ligna, agros, pascua et novem modios siliginis et totidem avene et alia).