Sammlung Velten: Künstlerpostkarten (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, J-S Velten
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Sonderbestände >> Abbildungen (Bilder, Fotos, Postkarten) >> Verlage und Ateliers >> Sammlung Velten
1897-1901
Überlieferungsgeschichte
Im Jahre 1892/93 hatte Carl Kellner die bereits 1820 gegründete Karlsruher Hofkunsthandlung Johann Velten am Rondellplatz (Erbprinzenstraße 1) erworben und unter dem bekannten Namen weitergeführt. Der renommierte Kunstverlag der Residenzstadt wandte sich nun mit großem Erfolg einem in den 1870er Jahren entstandenen neuen Massenmedium, der Künstler-Postkarte zu. Professoren und Absolventen der Großherzoglich Badischen Kunstgewerbeschule konnten für die Mitarbeit gewonnen werden. Ein großer Teil ihrer Original-Aquarelle wird im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe verwahrt.
Inhalt und Bewertung
Besonders viele Vorlagen für die im aufwendigen 13-Farben-Druck hergestellten und teilweise preisgekrönten Postkarten (A6-Format mit 8,7 x 13,4 cm) stammen von den Künstlern Heinrich Kley (1863-1945), Karl Mutter (1869-1956) und Manuel Wielandt (1863-1922). Lithographische Arbeiten wurden häufig von der Firma Ernst Nister in Nürnberg, der Druck von der Firma Wolfrum & Hauptmann ebendort erledigt. Öfters wurde mit dem verwandtschaftlich verbundenen Verlag Schmidt-Staub & Co, ebenfalls in Nürnberg, zusammengearbeitet. Im Mai 1897 wurde die Serie I "Vom Schwarzwald und Oberrhein" (25 Karten) ausgeliefert, rasch folgten weitere 22 geographisch gebundene Serien. Aufgrund der 1976 erfolgten Schenkung des Verlagsarchivs Rolf Kellner (vgl. GLA, F-S Kellner) und einer Erwerbung aus dem Jahre 1990 verfügt das Generallandesarchiv nunmehr über einen fast vollständigen Satz der 550 erschienenen Künstler-Postkarten.
Das zugehörige Repertorium wurde 1994 von Peter Kühne erstellt. Bereits 1992 hatte der Förderverein des Generallandesarchivs einen ersten Kalender mit ausgewählten Motiven herausgebracht. Die in diesem Findbuch online als Digitalisate präsentierte Auswahl von 90 Postkarten zeigt alle Motive von badischen Orten.
Karlsruhe, August 2001, Dr. Rainer Brüning
Vorwort: Bei Verzeichnungsarbeiten an der Fotosammlung Kellner, dem Verlagsarchiv des Karlsruher Fotografen und Ansichtskartenverlegers Rolf Kellner (vgl. das Vorwort zu dem Bestand F-S Kellner), fanden sich vereinzelt alte farbige Postkarten, eben die hier vorliegenden "Künstler-Postkarten" aus dem Verlag der "Hofkunsthandlung Johann Velten". Diese Karten erschienen kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert und wurden von Carl Kellner, dem Vater von Rolf Kellner verlegt. Er hatte im Jahre 1893 die Firma "Hofkunsthandlung Johann Velten", damals am Rondellplatz in der Erbprinzenstraße 1 gelegen, gekauft und unter dem bekannten Namen weitergeführt. Die 1820 gegründete "Hofkunsthandlung" -ehemals mit Lithographieanstalt, Druckerei und Verlag- war im 19. Jahrhundert der führende Kunstverlag in der Residenzstadt, zeitweilig sogar mit einer Niederlassung in St. Petersburg. Nachdem die sogenannte "Korrespondenzkarte" der deutschen Post seit 1872 auch in Gestalt einer gewerblichen Ansichtskarte versandt werden durfte, eröffnete sich den Verlagen ein ganz neuer Absatzmarkt. Fotografische Ansichten und "Künstler-Postkarten" standen beim Publikum in großem Ansehen; bereits im Jahre 1879 wurden ca. 123 Millionen Karten befördert. Carl Kellner ging als Verleger einen neuen Weg: Er beauftragte Professoren und Absolventen der "Großherzoglich Badischen Kunstgewerbeschule" in Karlsruhe mit der Lieferung von Entwürfen. Aus diesen Aquarellvorlagen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Verlag, Künstler und Lithographieanstalt im damals aufwendigen 13-Farben-Druck die publizierten Karten. Ein großer Teil dieser Aquarelle blieb im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe erhalten. Im Mai 1897 war die Serie I "Vom Schwarzwald und Oberrhein" mit 25 Karten ausgeliefert worden; später wurde diese Region noch durch drei weitere Folgen ergänzt. Ansichten mit Motiven aus Berlin (mit Potsdam), Nürnberg und München, den Hansestädten (mit Helgoland) waren ebenso vertreten wie das Elsaß, die Côte d'Azur, der Genfer See, die Italienische Riviera und Österreich. Unabhängig vom jeweiligen Objekt sind "Veltens Künstler-Postkarten" Zeugnisse einer Gebrauchskultur um die Jahrhundertwende. Da diese kunstgewerblichen Produkte sehr selten sind bzw. erst relativ spät systematisch gesammelt wurden, kommt diesen Karten heute -auch ihrer einheitlichen Herkunft wegen- ein ganz besonderer Quellenwert zu. Im Jahre 1990 erwarb das Generallandesarchiv Karlsruhe für seine Bildersammlung einen nahezu vollständigen Satz der "Künstler-Postkarten" (504 Exemplare). Für die ersten sechzehn Serien (bis Nr. 361) fanden sich Verlagsverzeichnisse, die letzte überlieferte Serie Nummer 23 endet mit der Nummer 550 und erschien 1900. Einige Postkarten tragen den Aufdruck "preisgekrönt": Der Verlag erhielt bei der großen "Internationalen Postkarten-Ausstellung" 1899 in Ostende (Belgien) eine Goldmedaille für seine Karten. Im Jahre 1992 gab der "Förderverein des Generallandesarchivs" einen Kalender "Künstlerpostkarten aus Baden - vom Bodensee bis zum Neckar" mit einigen Motiven aus diesem Bestand heraus. Die Original-Aquarelle (ca. 12 x 17 bis ca. 14 x 21 cm, einige auch im größeren Format) wurden dafür im Format A5, also etwa in der Größe der Vorlagen reproduziert. [...] Die Motive sind ausführlich beschrieben, Druck- und Lithographieanstalten sowie Verlage werden genannt, wenn sie von den folgenden Standardangaben abweichen; "Druck: Ernst Nister, Nürnberg" und "Verlag: Verlag Hofkunsthandlung Joh. Velten, Karlsruhe" (oder "Kunstverlag J. Velten, Karlsruhe") werden also nicht angegeben. Im Künstlerindex erscheinen dreißig Namen. Kley, Mutter und Wielandt waren die am häufigsten beauftragten Künstler. Der Unterzeichnete hat die "Künstler-Postkarten" nach der überlieferten Serien-Numerierung geordnet und verzeichnet. [...] Peter Kühne, Oktober 1994 (geringfügig überarbeitet)
Konversion: Das vorliegende Online-Findmittel ist ein Ergebnis des Projektes "Konversion von Findmittel-Altdaten" des Generallandesarchivs Karlsruhe, das in den Jahren 2006-2008 von Herrn Guido Fögler durchgeführt wurde. Die Betreuung des Projektes lag bei Alexander Hoffmann. Karlsruhe, im März 2010 Alexander Hoffmann Einige unverzeichnete bzw. nicht signierte Postkarten und Drucksachen, die am Ende des Bestands lagen, wurden im Januar 2025 nachträglich von Sara Diedrich erfasst. Sie erhielten die Nrn. 551 - 562 sowie 508 a, 509 a, 510 a und 512 a.
Im Jahre 1892/93 hatte Carl Kellner die bereits 1820 gegründete Karlsruher Hofkunsthandlung Johann Velten am Rondellplatz (Erbprinzenstraße 1) erworben und unter dem bekannten Namen weitergeführt. Der renommierte Kunstverlag der Residenzstadt wandte sich nun mit großem Erfolg einem in den 1870er Jahren entstandenen neuen Massenmedium, der Künstler-Postkarte zu. Professoren und Absolventen der Großherzoglich Badischen Kunstgewerbeschule konnten für die Mitarbeit gewonnen werden. Ein großer Teil ihrer Original-Aquarelle wird im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe verwahrt.
Inhalt und Bewertung
Besonders viele Vorlagen für die im aufwendigen 13-Farben-Druck hergestellten und teilweise preisgekrönten Postkarten (A6-Format mit 8,7 x 13,4 cm) stammen von den Künstlern Heinrich Kley (1863-1945), Karl Mutter (1869-1956) und Manuel Wielandt (1863-1922). Lithographische Arbeiten wurden häufig von der Firma Ernst Nister in Nürnberg, der Druck von der Firma Wolfrum & Hauptmann ebendort erledigt. Öfters wurde mit dem verwandtschaftlich verbundenen Verlag Schmidt-Staub & Co, ebenfalls in Nürnberg, zusammengearbeitet. Im Mai 1897 wurde die Serie I "Vom Schwarzwald und Oberrhein" (25 Karten) ausgeliefert, rasch folgten weitere 22 geographisch gebundene Serien. Aufgrund der 1976 erfolgten Schenkung des Verlagsarchivs Rolf Kellner (vgl. GLA, F-S Kellner) und einer Erwerbung aus dem Jahre 1990 verfügt das Generallandesarchiv nunmehr über einen fast vollständigen Satz der 550 erschienenen Künstler-Postkarten.
Das zugehörige Repertorium wurde 1994 von Peter Kühne erstellt. Bereits 1992 hatte der Förderverein des Generallandesarchivs einen ersten Kalender mit ausgewählten Motiven herausgebracht. Die in diesem Findbuch online als Digitalisate präsentierte Auswahl von 90 Postkarten zeigt alle Motive von badischen Orten.
Karlsruhe, August 2001, Dr. Rainer Brüning
Vorwort: Bei Verzeichnungsarbeiten an der Fotosammlung Kellner, dem Verlagsarchiv des Karlsruher Fotografen und Ansichtskartenverlegers Rolf Kellner (vgl. das Vorwort zu dem Bestand F-S Kellner), fanden sich vereinzelt alte farbige Postkarten, eben die hier vorliegenden "Künstler-Postkarten" aus dem Verlag der "Hofkunsthandlung Johann Velten". Diese Karten erschienen kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert und wurden von Carl Kellner, dem Vater von Rolf Kellner verlegt. Er hatte im Jahre 1893 die Firma "Hofkunsthandlung Johann Velten", damals am Rondellplatz in der Erbprinzenstraße 1 gelegen, gekauft und unter dem bekannten Namen weitergeführt. Die 1820 gegründete "Hofkunsthandlung" -ehemals mit Lithographieanstalt, Druckerei und Verlag- war im 19. Jahrhundert der führende Kunstverlag in der Residenzstadt, zeitweilig sogar mit einer Niederlassung in St. Petersburg. Nachdem die sogenannte "Korrespondenzkarte" der deutschen Post seit 1872 auch in Gestalt einer gewerblichen Ansichtskarte versandt werden durfte, eröffnete sich den Verlagen ein ganz neuer Absatzmarkt. Fotografische Ansichten und "Künstler-Postkarten" standen beim Publikum in großem Ansehen; bereits im Jahre 1879 wurden ca. 123 Millionen Karten befördert. Carl Kellner ging als Verleger einen neuen Weg: Er beauftragte Professoren und Absolventen der "Großherzoglich Badischen Kunstgewerbeschule" in Karlsruhe mit der Lieferung von Entwürfen. Aus diesen Aquarellvorlagen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Verlag, Künstler und Lithographieanstalt im damals aufwendigen 13-Farben-Druck die publizierten Karten. Ein großer Teil dieser Aquarelle blieb im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe erhalten. Im Mai 1897 war die Serie I "Vom Schwarzwald und Oberrhein" mit 25 Karten ausgeliefert worden; später wurde diese Region noch durch drei weitere Folgen ergänzt. Ansichten mit Motiven aus Berlin (mit Potsdam), Nürnberg und München, den Hansestädten (mit Helgoland) waren ebenso vertreten wie das Elsaß, die Côte d'Azur, der Genfer See, die Italienische Riviera und Österreich. Unabhängig vom jeweiligen Objekt sind "Veltens Künstler-Postkarten" Zeugnisse einer Gebrauchskultur um die Jahrhundertwende. Da diese kunstgewerblichen Produkte sehr selten sind bzw. erst relativ spät systematisch gesammelt wurden, kommt diesen Karten heute -auch ihrer einheitlichen Herkunft wegen- ein ganz besonderer Quellenwert zu. Im Jahre 1990 erwarb das Generallandesarchiv Karlsruhe für seine Bildersammlung einen nahezu vollständigen Satz der "Künstler-Postkarten" (504 Exemplare). Für die ersten sechzehn Serien (bis Nr. 361) fanden sich Verlagsverzeichnisse, die letzte überlieferte Serie Nummer 23 endet mit der Nummer 550 und erschien 1900. Einige Postkarten tragen den Aufdruck "preisgekrönt": Der Verlag erhielt bei der großen "Internationalen Postkarten-Ausstellung" 1899 in Ostende (Belgien) eine Goldmedaille für seine Karten. Im Jahre 1992 gab der "Förderverein des Generallandesarchivs" einen Kalender "Künstlerpostkarten aus Baden - vom Bodensee bis zum Neckar" mit einigen Motiven aus diesem Bestand heraus. Die Original-Aquarelle (ca. 12 x 17 bis ca. 14 x 21 cm, einige auch im größeren Format) wurden dafür im Format A5, also etwa in der Größe der Vorlagen reproduziert. [...] Die Motive sind ausführlich beschrieben, Druck- und Lithographieanstalten sowie Verlage werden genannt, wenn sie von den folgenden Standardangaben abweichen; "Druck: Ernst Nister, Nürnberg" und "Verlag: Verlag Hofkunsthandlung Joh. Velten, Karlsruhe" (oder "Kunstverlag J. Velten, Karlsruhe") werden also nicht angegeben. Im Künstlerindex erscheinen dreißig Namen. Kley, Mutter und Wielandt waren die am häufigsten beauftragten Künstler. Der Unterzeichnete hat die "Künstler-Postkarten" nach der überlieferten Serien-Numerierung geordnet und verzeichnet. [...] Peter Kühne, Oktober 1994 (geringfügig überarbeitet)
Konversion: Das vorliegende Online-Findmittel ist ein Ergebnis des Projektes "Konversion von Findmittel-Altdaten" des Generallandesarchivs Karlsruhe, das in den Jahren 2006-2008 von Herrn Guido Fögler durchgeführt wurde. Die Betreuung des Projektes lag bei Alexander Hoffmann. Karlsruhe, im März 2010 Alexander Hoffmann Einige unverzeichnete bzw. nicht signierte Postkarten und Drucksachen, die am Ende des Bestands lagen, wurden im Januar 2025 nachträglich von Sara Diedrich erfasst. Sie erhielten die Nrn. 551 - 562 sowie 508 a, 509 a, 510 a und 512 a.
496 Postkarten (ohne Mehrfachexemplare)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ