Papst Gregor XIII. beklagt, daß das Aachener Stift, um einer gänzlichen Beraubung und Verwüstung zu entgehen, dem Fürsten von Oranien 4500 Dukaten habe zahlen und zur Deckung der deshalb gemachten Schulden viele seiner unbeweglichen Güter verpfänden müssen und weiterhin dem Fürsten von Oranien und dem König Philipp Kriegskontribution zum Belaufe von mehr als 40000 Gulden zu leisten gehabt habe, indes doch die Zahl der Benefiziaten und Kapellane, die ehemals 60 betragen und meistens durch die Opfergaben der Gläubigen unterhalten worden, jetzt bis auf 8 gesunken sei und sich nur noch Wenige dem geistlichen Stand widmen wollten, die Jugend der Stadt vielmehr an verschiedenen Orten Deutschlands studiere und ketzerischen Neuerungen huldige, unterdrückt, um die Bestellung eines Predigers, der dem Volk das Wort der H. Schrift recht verkündige, und die Einrichtung einer lateinischen Schule oder eines Gymnasiums zu ermöglichen, 8 Kanonikate (mit einem jährlichen Ertrag bis zu höchstens 24 Dukaten jedes einzelnen) und überweist der Mensa des Kapitels, bei welchem nach der bisherigen Verfassung außer den Dignitäten des Propstes, des Dechants und des Kantors und den Hauptoffizien des Scholasters und Archipresbyters 40 Kanonikate bestehen sollen, die Einkünfte der erstern mit der Maßgabe, daß daraus vorab die Beträge der Kongrua für mindestens 20 neu zu bestellende Vikare, die mit den noch übrigen 8 Benefiziaten gemeinsam den Gottesdienst und alle Messen halten sollen, und für den Prediger und die Lehrer der Schule sowie die Reparatur der von der Mensa des Stifts unterhaltenen Kirche und die sukzessive Schuldentilgung bestritten werde. Datum Rome apud s. Petrum, anno incarnationis dominice Millesimo quingentesimo septuagesimo sexto, Kal. Februarii, pontificatus nostri anno quinto.