Landesvertretung beim Bund (3) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 9/103
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Ministerien und zentrale Dienststellen seit 1945 >> Vertretung des Landes beim Bund und bei den europäischen Institutionen
1972-1989
Vorbemerkung: Die Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund und in europäischen Angelegenheiten vertritt die Interessen des Landes beim Bund, im Europa und soweit landesspezifisch bedingt auch in Europa und im außereuropäischen Ausland. Folgerichtigerweise zählt zu ihren Hauptaufgaben die Vorbereitung der Abstimmung des Landes im Bundesrat (als der Vertretung der Interessen der Länder gegenüber dem Bund) sowie umgekehrt die Unterrichtung der Landesregierung bzw. ihrer Ministerien über Gesetzesvorhaben, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften auf Bundesebene; dies sowohl was die Ebene der legislativen Tätigkeit des Deutschen Bundestages bzw. seiner Ausschüsse betrifft als auch die der Ebene der Bundesministerien. Auch auf der Verwaltungsebene werden die Interessen des Landes Baden-Württemberg wahrgenommen gegenüber Bundesbehörden, ebenso wie die Landesvertretung als Ansprechpartner bei der Umsetzung/Vorbereitung bundesweiter Regelungen zur Verfügung steht. Auf diese Weise wird auf Bund-Landesebene ein Ausgleich der beteiligten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen angestrebt. Bis 1956 war die Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund dem Staatsministerium (Bestand EA 1 des Hauptstaatsarchivs Stuttgart) zugeordnet. Ab 1956 wurde eigenes Ministeramt geschaffen, das allerdings zeitweise in Personalunion mit anderen Ministerien ausgeübt wurde. Seit 1987 erstreckt sich die Zuständigkeit auch ausdrücklich auf die Vertretung bei der Europäischen Union. Dazu wurde ein eigenes Büro in Brüssel eingerichtet. 1988 - 1994 war die Landesvertretung Teil des Ministeriums für Justiz-, Bundes- und Europaangelegenheiten. Seit 1994 ressortiert sie wieder beim Staatsministerium. Seit 2000 ist die Landesvertretung nicht mehr in Bonn, sondern Berlin ansässig. Sie unterhält ein Büro in Stuttgart sowie ein Informationsbüro in Brüssel. Der hier vorliegende Teilbestand der Akten der Landesvertretung (vgl. bisherige Bestände EA 1/014, EA 1/015, EA 9/101, EA 9/102) beinhaltet in erster Linie Unterlagen zu den in den Jahren 1974 bis 1977 erfolgten Regionalbereisungen in Baden-Württemberg (Regionen Bodensee-Oberschwaben, Donau-Iller, Franken, Hochrhein-Bodensee, Unterer Neckar, Mittlerer Neckar, Neckar-Alb, Nordschwarzwald, Südlicher Oberrhein, Mittlerer Oberrhein, Ostwürttemberg, Schwarzwald-Baar-Heuberg). Er lässt insbesondere die Struktur- und Entwicklungslagen der Regionen deutlich werden. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Delegationsreisen, etwa in den Iran (1984), nach Brunei, Hongkong und in die Volksrepublik China (1985), in die Volksrepublik China und nach Korea (1987), nach Saudi-Arabien, Bahrain und Oman (1988) sowie nach Australien (1989). Der zur Bildung des Bestands EA 9/103 "Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund und in europäischen Angelegenheiten, Ministerium für Justiz-, Bundes- und Europaangelegenheiten" abgelieferte Registraturteil war anlässlich des im Jahr 2000 erfolgten Umzugs der Landesvertretung von Bonn nach Berlin recht kurzfristig dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart angeboten worden. Die Anfertigung eines Aussonderungsverzeichnisses war in der Eile des Umzugs nicht möglich, so dass der ungeordnete Bestand nach Augenschein vor Ort bewertet und erst hier im Hauptstaatsarchiv von Grund auf neu aufgenommen werden musste. Zur Kassation kamen dabei nur Doppelstücke bzw. (mehrfach vorhandene) Drucksachen. Ordnung und Verzeichnung übernahm im Rahmen ihrer Ausbildung Frau Archivreferendarin Kathrin Borrmann. Aufgabenstellung, Anleitung und Endredaktion besorgte der Unterzeichner. Der Bestand umfasst 39 Einheiten im Umfang von 1,9 lfd. Regalmetern. Stuttgart, November 2001 Franz Moegle-Hofacker
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ