Denkmäler und Ehrentafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 746
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Sammlungen >> Schriftgutsammlungen
1923-1931
Inhalt und Bewertung
Der Bestand, der 1942 ins Heeresarchiv Stuttgart gelangte, enthält von General Flaischlen in den Jahren 1925-1929 auf Grund einer Fragebogenaktion gesammelte Unterlagen (Fotografien, Zeitungs-artikel und dgl.) über Gefallenendenkmäler in Württemberg (geordnet nach Oberämtern).
1. Zur Geschichte des Bestandes: Schon bald nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte man sich in Württemberg Gedanken über die Gestaltung von Kriegs- und Kriegererinnerungsdenkmälern. Davon zeugen die 1916 vom Württ. Landesausschuss für Natur- und Heimatschutz herausgegebenen gedruckten "Richtlinien für die Erstellung von Kriegserinnerungszeichen". Auch das Landesamt für Denkmalpflege, das nach dem Kriege mit der Mitarbeit bei der Erstellung solcher Denkmäler beauftragt war, befasste sich mit diesen Fragen und legte in Zusammenarbeit mit den Oberämtern Unterlagen darüber an. Nach einer Notiz des Generalmajors Flaischlen war dieses Material aber noch 1925 sehr unvollständig und nicht übersichtlich geordnet. Generalmajor a.D. Hugo Flaischlen (geb.11.6.1868, gest. 12.9.1942), der u.a. als Kommandeur der Infanterie-Regimenter Nr. 414 und Nr. 125 am Krieg teilgenommen hatte und 1920 Kommandeur der Festung Ulm gewesen war, widmete sich nach seiner Verabschiedung (1.10.1920) der Herausgabe der Reihe "Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914-1918" und der Mitarbeit bei kriegsgeschichtlichen Werken, vor allem als Zeichner topographischer Karten und Skizzen. Unabhängig vom Landesamt für Denkmalpflege und wohl nur mit gelegentlicher Unterstützung durch dieses Amt, begann er Ende 1925 mit der Sammlung schriftlicher und bildlicher Unterlagen über Denkmäler, Ehrentafeln und sonstige Erinnerungszeichen für die Teilnehmer, Insbesondere die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Württemberg. Im Vordergrund seines Interesses standen dabei die in württembergischen Gemeinden errichteten Kriegerdenkmäler, während er die Unterlagen über Denkmäler für einzelne württembergische Truppen und über Denkmäler außerhalb Württembergs eher zur Ergänzung sammelte. Durch seine umfangreiche Korrespondenz und durch die Versendung von Fragebogen (besonders in den Jahren 1925/26 und 1928/29) gelang ihm die Sammlung eines beachtlichen Materials, das über Entstehung, Stifter, Künstler, Standort und Aussehen solcher Denkmäler Auskunft geben kann. Dabei fand er die Unterstützung zahlreicher staatlicher, kommunaler, kirchlicher und privater Stellen. Flaischlen hatte die Sammlung begonnen in der Absicht, die Ergebnisse, vor allem das Bildmaterial, "in einem volkstümlichen Werk ... als ein Ausdruck des Dankes der Heimat" zu veröffentlichen. Dazu kam es - vielleicht aus finanziellen Gründen - nicht. Er übergab deshalb seine Sammlung ohne Eigentumsvorbehalte am 2.4.1942 dem Heeresarchiv Stuttgart, das nach Flaischlens Tod seit April 1943 auch dessen schriftlichen Nachlass in mehreren Lieferungen erhielt. Mit den übrigen Beständen des Heeresarchivs kam dieses Schriftgut nach 1945 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
2. Zur Ordnung des Bestandes: Der Bestand kann als Teil des Nachlasses des Generals Hugo Flaischlen angesehen werden. Da er aber unabhängig davon schon durch Flaischlen selbst dem Heeresarchiv Stuttgart übergeben und dort stets als besonderer Bestand behandelt worden ist, erhielt er bei der Gliederung der M-Bestände der Abteilung Militärarchiv eine eigene Bestandsnummer innerhalb der Sammlungen. Teile des Bestandes (Büschel Nr. 68-70 und Teile der Büschel Nr. 3-5) wurden zur Ergänzung und zur sinnvollen Abgrenzung beider Bestände dem Nachlass Flaischlen entnommen; andere Teile konnten im Bestand M 400/1 (Heeresarchiv Stuttgart) ermittelt und den Büscheln Nr. 3-5 eingeordnet werden. Der unverzeichnete Bestand umfasste bei seiner Übergabe ans Archiv vier nach den (1923 aufgehobenen) württembergischen Kreisen gegliederte Serien mit insgesamt 64 Mappen, von denen jede das Material für ein Oberamt enthielt. Diese Ordnung blieb im wesentlichen erhalten. Allerdings wurde der Neuordnung und Verzeichnung das während der Entstehungszeit des Bestandes gültige Staatshandbuch für Württemberg 1928 zugrundegelegt; deshalb folgen sich nun die Mappen der Oberämter in alphabetischer Reihenfolge. Abweichend vom Staatshandbuch erscheint der Stadtbezirk Stuttgart beim Buchstabe 3. Orte, für die der Bestand Bildmaterial enthält, werden in den Darin-Vermerken der Titelaufnahmen mit der Anzahl der jeweils vorhandenen Abbildungen aufgeführt. Dabei er- scheinen Teilgemeinden und einzelne Wohnplätze bei der Gemeinde, der sie 1928 zugehörten. Dass der Bestand schriftliche Unterlagen auch für andere als nur die in den Darin- Vermerken genannten Orte eines Oberamtes enthält, sei ausdrücklich vermerkt. Der Bestand, der im März 1973 vom Vertragsangestellten Westenfelder verpackt wurde, umfasst 1,1 lfd. m in 70 Büscheln. Er wurde im Herbst 1972 vom Angestellten Sautter verzeichnet; das Repertorium fertigte der aufsichtsführende Oberstaatsarchivrat Dr. Fischer. Das Ortsregister gibt die Kreis- und Gemeindeangaben nach dem Stand vom 1. Januar 1973 an. Stuttgart, im März 1973 (Fischer)
1,1 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ