Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk - der Evangelischen Kirchen in der DDR - Direktorat (Bestand)
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DWDDR D
Archiv für Diakonie und Entwicklung (Archivtektonik) >> Zentrale und übergeordnete Organisationen >> Diakonisches Werk der Ev. Kirchen in der DDR
1952-1991
Dem Direktor des Diakonischen Werkes oblag die Leitung der Geschäftsstelle des Werkes, die Koordination und Repräsentation der Diakonie in der DDR, die Führung der Verhandlungen mit staatlichen Stellen und Ministerien der DDR sowie die Koordination von Auslandskontakten.
Weil die ev. Freikirchen und ihre Diakonie gleichberechtigt integriert waren, sollte der Name "ev." klein geschrieben bleiben (Hinweis von Ernst Petzold).
Vorwort: 1. Das Direktorat der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes in der DDR
Im Zusammenhang mit den durch die Währungsreform verursachten Devisenbestimmungen kam es in der SBZ am 20.5.1949 zur Registrierung einer Geschäftsstelle des Central-Ausschusses für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche in Berlin N 58, Schönhauser Allee 59. Die eigentliche Arbeit begann erst nach der Berufung des Direktors, Pastor Laudien, im Jahre 1952. Der Central-Ausschuss schloß sich 1957 mit dem Evangelischen Hilfswerk zusammen. Die formale organisatorische Trennung von der EKD kam zum Abschluss, in dem sich das Werk am 2.6.1969 unter der Bezeichnung "Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der DDR" eine eigene Ordnung gab. Es bildete eigne Organe (Hauptversammlung, Hauptausschuss) und wurde zur zentralen Leitstelle der Diakonie in der DDR. Die anfänglich gebildeten Dezernate reichten bald nicht mehr aus, die umfangreichen Aufgaben zu lösen. Es kam zur Bildung von 8 Fachabteilungen, dabei erhielten das Diakonische Qualifizierungszentrum und das Bauberatungs- und Planungsbüro besondere selbständige Strukturen.
Die Fachaufgaben wurden immer mehr den Fachabteilungen übertragen, so dass sich die Tätigkeit des Direktors auf die Aufgaben der Leitung, Koordination und Repräsentation konzentrierte.
Die Jahres- und Synodenberichte des Direktors lassen erkennen, wie sich die Zusammenarbeit der Geschäftsstelle mit den verschiedenen Ebenen der Landesverbände, Fachverbände und Einrichtungen vollzog. Dank großer finanzieller Zuwendungen des Diakonischen Werkes der EKD und ökumenischer Hilfsorganisationen war es möglich, umfassende Bauprogramme in den diakonischen Anstalten und Einrichtungen zu verwirklichen. Die dazu notwendigen Verhandlungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen und den Ministerien wurden in der Regel vom Direktor geführt. Zu dessen wichtigsten Aufgaben gehörte auch die Koordination und Organisation der Auslandskontakte.
Die Zeit nach der Wende 1989 wurde zu einer besonderen Herausforderung. Es mussten die Voraussetzungen für den Beitritt der ostdeutschen Landesverbände zum Diakonischen Werk der EKD geschaffen werden. Neue Möglichkeiten machten alte Strukturen zum Teil überflüssig. Mit der Vereinigung der beiden Diakonischen Werke im Frühjahr 1991 wurden die Aufgaben des Direktorats in die Verantwortung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland gegeben.
Amtszeiten der Direktoren:
1. Pastor Gerhard Laudien 1952 - 1968
Sekretärin: Hildegard Breitschwerdt.
2. Dr. Gerhard Bosinski 1968 - 1976
Sekretärinnen: Ingeborg Teske, Erika Meusel.
3. Oberkirchenrat Dr. Ernst Petzold 1976 - 1991
Sekretärinnen bzw. Leiter des Direktorats:
Erika Meusel, Vogt, Gerlinde Petri, Hedwig Sittner, Andrea Malek, Stephan Röger, Christel Flechtner.
2. Umfang des Bestandes
Beim Aufbau des Diakonischen Werkes in der DDR wurden vor allem in der Anfangsphase ab 1952 die meisten Aufgaben vom Direktor wahrgenommen. So entstanden viele Sachakten zu Aufgaben, die später von neu gebildeten Abteilungen übernommen werden konnten. Die Handakten des Direktors wurden in den Teilbestand des Direktorats eingegliedert. Der Bestand enthält 556 Verzeichniseinheiten. Kassiert wurden lediglich die Tageskopien.
Der Bestand ist ADW, DWDDR D zu zitieren.
3. Die Ordnung des Bestandes
Bei der Aktenbildung des Direktorats konnte nur in der Anfangsphase eine Anlehnung an den Aktenplan des Central-Ausschsses (West) erfolgen. Wegen der teilweise anders gearteten Aufgabenstellungen im Bereich der DDR wurden neue Aktentitel gebildet, die nicht oder nur in abgewandelter Form in den Aktenplan aufgenommen wurden. Viele Akten blieben ohne Signatur. Dies war vor allem bei den Handakten des Direktors der Fall. Der Teilbestand wurde 1994/95 von Herrn Johannes Hofmann verzeichnet und geordnet. Das Findbuch schrieb 1996 Frau Köppen nach Redaktion von Frau Annerose Schwittlinsky.
4. Abgrenzung des Bestandes
Die Akten des Direktorats wurden im wesentlichen nach der Vereinigung der beiden Diakonischen Werke im März 1991 geschlossen. Um inhaltliche Zusammenhänge nicht zu zerreißen, mussten in wenigen Fällen geringfügige Überschneidungen in Kauf genommen werden. Die später gebildeten Akten wurden dem Bestand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland zugeordnet.
Abkürzungen
AG Arbeitsgemeinschaft
AMD Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste
AVO Arbeitsvertragsordnung
BEK Bund Evangelischer Kirchen in der DDR
CA Central-Ausschuss
DEKT Deutscher Evangelischer Kirchentag
DIAKONIA Weltbund von Schwesternschaften und Verbänden der Diakonie
DQZ Diakonisches Qualifizierungszentrum
DW Diakonisches Werk
EDKE Ev. Diakoniewerk Königin Elisabeth
EKD Evangelische Kirche in Deutschland
EKU Evangelische Kirche der Union
epd Evangelischer Pressedienst
Ev. Evangelische/r
EVA Evangelische Verlagsanstalt
FDGB Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
FFU Fürsorgerischer Fernunterricht
GFK Geschäftsführerkonferenz
GFU Geriatrischer Fernunterricht
HEKS Hilfswerk der Evangelischen Kirche in der Schweiz
HFU Heilpädagogischer Fernunterricht
HGSt Hauptgeschäftsstelle
HW Hilfswerk
IM Innere Mission
IMHW Innere Mission und Hilfswerk
KKL Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR
LAFIM Landesausschuss für Innere Mission
LPG Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
Ns. Niederschrift
ÖRK Ökumenischer Rat der Kirchen
o.D. ohne Datum
o.J. ohne Jahresangabe
S. Seite
VELKD Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands
Wibu Wirtschaftsbund im Raum der DDR
Weil die ev. Freikirchen und ihre Diakonie gleichberechtigt integriert waren, sollte der Name "ev." klein geschrieben bleiben (Hinweis von Ernst Petzold).
Vorwort: 1. Das Direktorat der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes in der DDR
Im Zusammenhang mit den durch die Währungsreform verursachten Devisenbestimmungen kam es in der SBZ am 20.5.1949 zur Registrierung einer Geschäftsstelle des Central-Ausschusses für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche in Berlin N 58, Schönhauser Allee 59. Die eigentliche Arbeit begann erst nach der Berufung des Direktors, Pastor Laudien, im Jahre 1952. Der Central-Ausschuss schloß sich 1957 mit dem Evangelischen Hilfswerk zusammen. Die formale organisatorische Trennung von der EKD kam zum Abschluss, in dem sich das Werk am 2.6.1969 unter der Bezeichnung "Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der DDR" eine eigene Ordnung gab. Es bildete eigne Organe (Hauptversammlung, Hauptausschuss) und wurde zur zentralen Leitstelle der Diakonie in der DDR. Die anfänglich gebildeten Dezernate reichten bald nicht mehr aus, die umfangreichen Aufgaben zu lösen. Es kam zur Bildung von 8 Fachabteilungen, dabei erhielten das Diakonische Qualifizierungszentrum und das Bauberatungs- und Planungsbüro besondere selbständige Strukturen.
Die Fachaufgaben wurden immer mehr den Fachabteilungen übertragen, so dass sich die Tätigkeit des Direktors auf die Aufgaben der Leitung, Koordination und Repräsentation konzentrierte.
Die Jahres- und Synodenberichte des Direktors lassen erkennen, wie sich die Zusammenarbeit der Geschäftsstelle mit den verschiedenen Ebenen der Landesverbände, Fachverbände und Einrichtungen vollzog. Dank großer finanzieller Zuwendungen des Diakonischen Werkes der EKD und ökumenischer Hilfsorganisationen war es möglich, umfassende Bauprogramme in den diakonischen Anstalten und Einrichtungen zu verwirklichen. Die dazu notwendigen Verhandlungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen und den Ministerien wurden in der Regel vom Direktor geführt. Zu dessen wichtigsten Aufgaben gehörte auch die Koordination und Organisation der Auslandskontakte.
Die Zeit nach der Wende 1989 wurde zu einer besonderen Herausforderung. Es mussten die Voraussetzungen für den Beitritt der ostdeutschen Landesverbände zum Diakonischen Werk der EKD geschaffen werden. Neue Möglichkeiten machten alte Strukturen zum Teil überflüssig. Mit der Vereinigung der beiden Diakonischen Werke im Frühjahr 1991 wurden die Aufgaben des Direktorats in die Verantwortung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland gegeben.
Amtszeiten der Direktoren:
1. Pastor Gerhard Laudien 1952 - 1968
Sekretärin: Hildegard Breitschwerdt.
2. Dr. Gerhard Bosinski 1968 - 1976
Sekretärinnen: Ingeborg Teske, Erika Meusel.
3. Oberkirchenrat Dr. Ernst Petzold 1976 - 1991
Sekretärinnen bzw. Leiter des Direktorats:
Erika Meusel, Vogt, Gerlinde Petri, Hedwig Sittner, Andrea Malek, Stephan Röger, Christel Flechtner.
2. Umfang des Bestandes
Beim Aufbau des Diakonischen Werkes in der DDR wurden vor allem in der Anfangsphase ab 1952 die meisten Aufgaben vom Direktor wahrgenommen. So entstanden viele Sachakten zu Aufgaben, die später von neu gebildeten Abteilungen übernommen werden konnten. Die Handakten des Direktors wurden in den Teilbestand des Direktorats eingegliedert. Der Bestand enthält 556 Verzeichniseinheiten. Kassiert wurden lediglich die Tageskopien.
Der Bestand ist ADW, DWDDR D zu zitieren.
3. Die Ordnung des Bestandes
Bei der Aktenbildung des Direktorats konnte nur in der Anfangsphase eine Anlehnung an den Aktenplan des Central-Ausschsses (West) erfolgen. Wegen der teilweise anders gearteten Aufgabenstellungen im Bereich der DDR wurden neue Aktentitel gebildet, die nicht oder nur in abgewandelter Form in den Aktenplan aufgenommen wurden. Viele Akten blieben ohne Signatur. Dies war vor allem bei den Handakten des Direktors der Fall. Der Teilbestand wurde 1994/95 von Herrn Johannes Hofmann verzeichnet und geordnet. Das Findbuch schrieb 1996 Frau Köppen nach Redaktion von Frau Annerose Schwittlinsky.
4. Abgrenzung des Bestandes
Die Akten des Direktorats wurden im wesentlichen nach der Vereinigung der beiden Diakonischen Werke im März 1991 geschlossen. Um inhaltliche Zusammenhänge nicht zu zerreißen, mussten in wenigen Fällen geringfügige Überschneidungen in Kauf genommen werden. Die später gebildeten Akten wurden dem Bestand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland zugeordnet.
Abkürzungen
AG Arbeitsgemeinschaft
AMD Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste
AVO Arbeitsvertragsordnung
BEK Bund Evangelischer Kirchen in der DDR
CA Central-Ausschuss
DEKT Deutscher Evangelischer Kirchentag
DIAKONIA Weltbund von Schwesternschaften und Verbänden der Diakonie
DQZ Diakonisches Qualifizierungszentrum
DW Diakonisches Werk
EDKE Ev. Diakoniewerk Königin Elisabeth
EKD Evangelische Kirche in Deutschland
EKU Evangelische Kirche der Union
epd Evangelischer Pressedienst
Ev. Evangelische/r
EVA Evangelische Verlagsanstalt
FDGB Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
FFU Fürsorgerischer Fernunterricht
GFK Geschäftsführerkonferenz
GFU Geriatrischer Fernunterricht
HEKS Hilfswerk der Evangelischen Kirche in der Schweiz
HFU Heilpädagogischer Fernunterricht
HGSt Hauptgeschäftsstelle
HW Hilfswerk
IM Innere Mission
IMHW Innere Mission und Hilfswerk
KKL Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR
LAFIM Landesausschuss für Innere Mission
LPG Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
Ns. Niederschrift
ÖRK Ökumenischer Rat der Kirchen
o.D. ohne Datum
o.J. ohne Jahresangabe
S. Seite
VELKD Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands
Wibu Wirtschaftsbund im Raum der DDR
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ
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