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TZ in HAAB
NZfM 4 (Nr. 35, 29.4.1836), S. 147f. „Aubers »ehernes Pferd« war die letzte Opernneuigkeit, deren mein voriges Referat gedachte. Sein »Maskenball«, als Festoper, zum Geburtstage der Großherzogin (16. Febr.) gegeben, folgte bald nach. Man hat das Süjet mehren wesentlichen Veränderungen zu unterwerfen für gut befunden; nicht nur ist der Schauplatz der Handlung nach Siebenbürgen verlegt, die ganze Nomenclatur des Originals gestrichen und eine andere an deren Stelle gesetzt worden, sondern es hat auch die Katastrophe eine Umwandlung dahin erfahren, daß der Mord blos Attentat bleibt, der Herzog Bathori (König Gustav), vorher von dem Plane unterrrchtet, dem Juranicz (Ankarström) edelmüthig verzeiht und ihn obendrein zum Statthalter in Bulgarien ernennt. Ueber die Zweckmäßigkeit dieser Abänderung sind die Stimmen getheilt; wir unsrerseits halten sie nicht für beeinträchtigend, da ja bekanntlich der Dichter die Geschichte gewaltig verballhornt und die meisten Situationen erfunden hat, so daß also dem, an sich sehr relativen, Werthe des Gedichts Eintrag keineswegs geschehen ist. Auch die Musik mußte demnach einigen Aenderungen unterliegen, und so besitzen wir das letzte Finale von Hummel dazu componirt, tüchtig, wie sich von selbst versteht, und Auber mag sich bedanken, daß sein Werk, konnte es einmal nicht durchgehends in seiner Ursprünglichkeit bestehen, unter Meisterhände gekommen ist. Wir zählen die Musik unter Aubers schwächste Leistungen, ja, offen gestanden, wir setzen sie, mit Ausnahme des Terzetts und des Finale im 2ten, so wie theilweise des Finale im 4ten Act, allen uns bekannten Opern des fruchtbaren Komponisten nach. Außer den genannten Stücken sucht man vergebens dramatisches Leben, inneren Gehalt, Schwung, Originalität und tiefe, geistvolle Behandlung der Situationen in der Oper. Fast alle« haben wir besser, kräftiger, frischer in anderen Werken desselben gehört und selbst die leichteren, gefälligen, heiteren Pactiecn, fönst Aubers Element, ermangeln des Anziehenden, Pikanten. Wir halten etwas auf Auber, weil wir, wenn auch kein großes Genie, doch eins der liebenswürdigsten musikalischen Talente der neueren Zeit in ihm erblicken. Viele seiner Melodieen sind ins Volk gedrungen, haben gar Manchem Freude und Genuß bereitet; aber wo es der Bewältigung eines edleren dramatischen Stoffs gilt, da ist Auber nicht am Orte“ (Ebd., S. 147)