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Geisberg-Bruns (Bestand)
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Form und Inhalt: Vorwort
zum Bestand 118 Geisberg-Bruns
Geschichte:
In den Jahren zwischen 1820 und 1880 immigrierten rund 5,5 Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten von Amerika. Darunter auch die Familie Bruns, die am 12.07.1836 auf dem Schiff "Ulysses" von Bremerhaven aus ihre Überfahrt begann.
1. Die Auswanderung der Familie Geisberg-Bruns
Der Bestand Geisberg-Bruns beinhaltet in erster Linie Briefe der Familien Bruns und Geisberg. Ein Großteil der rund 250 Briefe wurden von Henriette (Jette) Bruns, geborene Geisberg, verfasst. Sie wurde am 28. Oktober 1813 in Stromberg geboren und war die älteste Tochter des Bürgermeisters von Oelde Max Friedrich Geisberg und seiner Frau Johanna Geisberg, geborene Hüffer. Am 24.05.1832 heiratete sie den aus Oelde stammenden Arzt Dr. Bernhard Bruns.
Unzufrieden mit den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Oelde reiste er im Jahre 1835 in die Vereinigten Staaten von Amerika und kaufte in Westphalia Settlement in Missouri Land, auf das er ein kleines Haus für seine Familie baute. Diese holte er, wie eingangs erwähnt, am 12.07.1836 nach. Zu den Auswanderern zählten neben Dr. Bernhard Bruns und Henriette (Jette) Bruns, geborene Geisberg, auch ihr fast dreijähriger Sohn Hermann Bruns und Jettes jüngere Brüder Franz und Bernhard Geisberg.
2. Bestandsgeschichte und inhaltliche Schwerpunkte
Der Gesamtbestand gelangte am 21.01.1997 als Dauerleihgabe durch Carla Schulz-Geisberg in das Kreisarchiv Warendorf.
a) Briefe
Die Briefe fand Carla Schulz-Geisberg im Sommer 1958 auf dem Dachboden ihres Elternhauses in der Kleimannstraße 2 in Münster in einer alten Postkutschenkiste. Die gefundenen Briefe wurden von ihr abgeschrieben und liegen dem Bestand, bis auf wenige Ausnahmen, sowohl im Original als auch als Transkription bei.
Sie erstrecken sich über einen Zeitraum von 1814 bis 1899 und richten sich überwiegend an ihren Bruder Heinrich Geisberg, zu dem sie ein inniges Verhältnis pflegte. Einen weiteren großen Teil der dokumentierten Briefe schrieb ihr Ehemann Dr. Bernhard Bruns an den Archivar Caspar Geisberg aus Münster.
Inhaltlich handeln die Briefe in der Regel von persönlichen Schicksalen und Problemen der Familie sowie Beobachtungen gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und religiöser Art. Sie zeigen die Gründe für die Auswanderung auf, berichten von der ersten Amerikareise des Dr. Bernhard Bruns, der Überfahrt der Auswanderer, dem Aufbau der eigenen Farm, geben Auskunft über Nachbarschaftsbeziehungen und das gesellschaftliche Leben vor Ort, die politischen Interessen und Tätigkeiten des Dr. Bernhard Bruns, das Wachsen des Ortes Westphalia, auftretende Krankheiten, vom Militärdienst, dem Mormonenfeldzug, Franz Geisbergs Aufenthalt in Kalifornien im Zuges des Goldrausches sowie vom Sezessionskrieg und der damit einhergehenden Veränderungen in ihrem direkten Umfeld.
Neben jenen Briefen aus der Postkutschenkiste enthält der Bestand auch 20 weitere, die Carla Schulz-Geisberg durch die Hilfe von Frau Lynn Osvold in St. Louis erhielt. Unter anderem handelt es sich dabei um Briefe, die Auguste Geisberg (geb. Boner), Frau des Heinrich Geisberg, an amerikanische Verwandte zurückgeschickt hatte. Darüber hinaus dokumentieren sie die Korrespondenz der Töchter von Henriette (Jette) Bruns, geborene Geisberg, Effie und Ottilie Bruns mit Auguste Geisberg. Dieser Briefwechsel hielt bis zum Tod von Auguste Geisberg im Jahr 1924 an.
b) Edition des Briefwechsels
Angetrieben durch den Wunsch, die Briefe für die Zukunft zu erhalten und durch die Hilfe von Frau Lynn Osvold kam Carla Schulz-Geisberg mit Prof. Dr. Adolf E. Schroeder von der University of Missouri-Columbia in Kontakt. Nach einer Durchsicht der Briefe im Sommer 1976 stellte er eine Verbindung zu der University-Press in Columbia her, die als Verlag für ein Buch fungieren sollte, in dem die Geschichte der Familien Bruns und Geisberg anhand der Briefe aufgearbeitet und dokumentiert wird. Ein solches Buch wurde im Sommer 1988 unter dem Titel "Hold Dear, As Always. Jette an Immigrand Life in Letters" von Adolf E. Schroeder und Carla Schulz-Geisberg realisiert.
Eine deutsche Ausgabe wurde vom Kreis-Geschichtsverein Beckum-Warendorf umgesetzt und veröffentlicht. Sie trägt den Titel "Ein Auswandererschicksal in Briefen und Dokumenten: Ein Beitrag zur Geschichte der westfälischen Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert (1827-1899)" und liegt dem Bestand in einfacher Ausführung bei. Nr.[25]
Die Unterlagen für beide Bücher bilden einen weiteren Schwerpunkt des Bestandes. Dazu zählen: Werbung für das Buch in Form von Werbeblättern und Zeitungsartikeln, Korrespondenzen zur Besprechung des Buches und Rezensionen, Kopien von Karten des Staates Missouri, Zeitungsartikel, die sich mit der Familie Bruns und der mit ihr verbundenen Familien auseinandersetzen, vertragliche Regelungen sowie Korrespondenzen zwischen Carla Schulz-Geisberg und verschiedenen Institutionen und Personen, die in Verbindung mit der Veröffentlichung des Buches stehen.
c) Fotos und Literatur zur Familiengeschichte
Ebenfalls im Bestand enthalten sind, neben einigem Fotomaterial, umfangreiche Untersuchungen zur Geschichte der Familien Bruns und Geisberg in Form von genealogischen Informationen und zwei Übersichtstafeln "Der Familienkreis der Henriette Bruns geb. Geisberg zu ihrer Lebenszeit 1813-1899 in Amerika und Deutschland", die von Franz-Christoph Geisberg angefertigt wurden.
3. Bearbeitung des Bestandes
Die Klassifikation des 25 Einheiten und 5 Archivkartons umfassenden Bestandes bildet die inhaltlichen Schwerpunkte des Bestandes ab.
Die Unterlagen des Bestandes unterliegen keinen Nutzungsbeschränkungen und sind zu den Öffnungszeiten des Kreisarchivs im Lesesaal (Waldenburger Str. 2, Warendorf) einsehbar.
Er ist folgendermaßen zu zitieren:
KAW, N 118, Geisberg-Bruns Nr. [ ]
4. Literatur
Schroeder, Adolf E., Schulz-Geisberg, Carla (Hrsg.), Hold Dear, As Always. Jette an Immigrant Life in Letters, Columbia 1988.
Schütter, Silke (Hrsg.), unter Mitarbeit von Schulz-Geisberg, Carla, Ein Auswandererschicksal in Briefen und Dokumenten: Ein Beitrag zur Geschichte der westfälischen Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert (1827-1899) (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf, Band 21), Warendorf 1989.
März 2016
Marc-Andrej Martin
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Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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