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Kleinere Landesherrschaften: Herrschaft Westerburg und Schadeck (Bestand)
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Enthält: 329 Urkunden 879-1798 (1945 vernichtet), jetzt 42 Urkunden 1221-1748. Fast alle Urkunden aus der Zeit nach 1400 befinden sich noch in den Akten.
Akten (879 ff.) 14. Jh. bis 1841
Altes Westerburger Archiv, vorwiegend Ende 15. bis Anfang 18. Jh. (Nr. 1-995, 3586-3618). Der durch Verluste bei den Reichs- und Kreissachen, Haussachen, Korrespondenzen, Justizsachen, Rechnungssachen, Kirchen-, Schul- und Ortssachen und vor allem auch der Repertorien und Ausarbeitungen von J. L. Knoch stark geschädigte Bestand enthält eine immer noch reiche Überlieferung über Archivwesen, Haus- und Familiensachen, Grafentagssachen, Beziehungen zu anderen Reichsständen, Lehen, Adelssachen, Kriegssachen, Hofhaltung, Landesverwaltung, Korrespondenz, Zollsachen, Münzwesen, Schuldenwesen, Leibeigenschaftswesen, Herrschaften Westerburg, Schadeck, Schaumburg und Kleeberg, Rechtspflege, Hexenprozesse, Zunftsachen, Finanz-, Kirchen- und Schulwesen, Stadt Westerburg und Ortschaften, Herrschaft Schadeck, Weltersburg, Herrschaft Schaumburg, Mensfelden, Gemeinschaft Cleeberg, Auswärtige Besitzungen (Extranea).
Leiningen-Westerburg-Neuleininger Archiv, vorwiegend Mitte 18. bis Anfang 19. Jh. (Nr. 1901-2205):
A Haus- und Regierungssachen, B Gemeinde- und Kameralsachen, C Schulden- und Renteisachen.
Pertinenzbestand, 1413-1819, meist Ende 18. Jh. (Nr. 3480-3585): vorwiegend Finanz-, Domänen-, Schulden- und Kirchensachen.
Reste jüngerer Registraturen und Leininger Archive (1140-51) 1350 bis 1841, meist Ende 18. Jh. (Nr. 2206-3475)
Rechnungen 1350, 1645-1819: Rentei Westerburg (Altleininger Anteil) 1755-1781, (Neuleininger Anteil) 1728-1808
Kurtrierer Pfandschaftskellerei Schadeck 1350
Kellerei Schadeck 1792, 1807
Altleininger Rentei Grünstadt 1756 bis 1851
Neuleininger Rentei Grünstadt 1724-1754
Neuleininger Kommissionsverwaltung Grünstadt 1767-1793
Neuleininger Kreis- und Landkassenrechnung Grünstadt 1754-1797
Kirchspiel Willmenrod 1645-1666
Gemeinden 1801-1816 nur Westerburg 1700-1816
Kirchen und Almosen 1796-1819, Gartenrechnungen von Ilbenstadt 1808-1813.
Justizsachen: Freiwillige Gerichtsbarkeit, Zivilprozesse und Strafsachen. Daneben wenige Akten aus den linksrheinischen Teilen der Grafschaft Leiningen um Grünstadt, auch über Kloster Höningen.
Bestandsgeschichte: Das Urkunden- und Aktenarchiv der Herrschaft Westerburg mit umfangreichen Beständen auch für die veräußerten Landesteile und die Grafschaft Leiningen wurde auf der Westerburg verwahrt und dort 1756-60 von Johann Ludwig Knoch geordnet und verzeichnet. Der Bestand erlitt in der französischen Revolutionszeit und unter bergischer Herrschaft starke Einbußen, besonders bei den Justizsachen und Rechnungsbeständen. Einzelne Urkunden und Akten kamen über das Archiv der Grafen von Leiningen-Westerburg-Altleiningen zu Ilbenstadt 1923 ans Staatsarchiv Darmstadt und 1938 ebenso wie die von Chr. D. Vogel entnommenen Stücke zum Bestand zurück. Einzelstücke sind über J. G. Lehmann in die Universitätsbibliothek zu Heidelberg und zum Teil auch über Lehmann sowie durch O. Fuchs 1937 ins fürstl. Leiningische Archiv in Amorbach gelangt. Das in Westerburg erwachsene jüngere Archiv des Hauses Leiningen-Westerburg-Neuleiningen wurde dort 1830 von Pfarrer Joh. Georg Lehmann geordnet und verzeichnet. Die Grafen Gustav und August Reinhard, die letzten männlichen Glieder der Linie Altleiningen, schenkten 1928 dem preußischen Staat das Archiv, das 1933 nach Wiesbaden übernommen wurde. Dort wurden neben dem im 19. Jh., zum Teil aus fremden Provenienzen, gebildeten Pertinenzbestand Westerburg-Schadeck zunächst nur die Urkunden und Akten des Gesamthauses Leiningen-Westerburg und der Gebietsteile im Archivsprengel von Wiesbaden neu geordnet und verzeichnet. Dabei wurden alle Urkunden aus der Zeit nach 1400, auch die Pergamenturkunden, in den Akten belassen. Teile der Archivalien der Grafschaft Leiningen wurden an das Staatsarchiv Speyer abgegeben und Urkunden säkularisierter Stifte und Klöster zu den Abt. 24, 27 und 85 herausgenommen. Im Anschluß an die von J. G. Lehmann gebildeten Gruppen des Leiningen-Westerburg-Neuleininger Archivs wurden folgende weitere Gruppen gebildet: D Familienkorrespondenz und Verwaltungsaktenarchiv der Standes-Herrschaft Leiningen-Westerburg zu Westerburg 19. Jh., E Familienkorrespondenz und Verwaltungsaktenarchiv der Standesherrschaft Leiningen-Westerburg zu Ilbenstadt (1923 vom Staatsarchiv Darmstadt abgeliefert), F Akten und Urkunden der Grafschaft Leiningen-Westerburg, Angelegenheiten des linksrheinischen Gebiets, Grafschaft Leiningen, Herrschaften Oberbronn und Forbach, G Urkunden der Liebfrauenkirche bei Westerburg, H Urkunden der Wildgrafen zu Kyrburg (durch die Ehe Johanns von Westerburg mit Anastasia Gräfin von Leiningen, Witwe Wildgraf Friedrichs zu Kyrburg, um 1384 in das Westerburger Archiv gekommen), I Urkunden der Herrschaft Sierck in Lothringen (durch die Ehe des Grafen Reinhard I. mit Zymeria, Tochter der Grafen Gerhard von Sayn und der Else von Sierck, in das Westerburger Archiv gekommen). Auf dem Transport zu einem Auslagerungsort gerieten zu Beginn des Jahres 1945 329 Urkunden, meist aus der Zeit vor 1400, die Aktenbände Nr. 995-1425, von den noch ungeordneten und unverzeichneten Gruppen D-I sämtliche Urkunden und große Teile der Aktenbestände in Verlust. Mit dem Bestand wurden 1966 erneut die im 19. Jh. über das nassauische Amt Rennerod ins Archiv gelangten Justizsachen (aus der ehemaligen Abt. 192) wieder vereinigt.
Geschichte des Bestandsbildners: Die Herren von Westerburg aus dem Hause Runkel besaßen außer der Herrschaft Westerburg einen Restanteil der Herrschaft Runkel um die gegen Runkel erbaute Burg Schadeck, Burg und Herrschaft Schaumburg, einen Anteil an der Herrschaft Cleeberg sowie Westerburg. Dazu erbten die Westerburger 1470 einen Teil der Grafschaft Leiningen, nach dem sie sich seitdem Grafen von Leiningen-Westerburg nannten. Im Austausch gegen Streubesitz in der Herrschaft Diez erwarben sie 1611 das Kirchspiel Willmenrod, doch gingen durch Verkauf 1637 Seck, 1650 ein Anteil an Mensfelden, 1656 die Herrschaft Schaumburg und 1716 der Anteil an Cleeberg, durch Tausch 1667 Wilsenroth und Pottum verloren. Nach Verträgen von 1705 und 1713 waren die Herrschaften Westerburg und Schadeck ohne Rücksicht auf die Kirchspielszugehörigkeit der Orte auf die Linien Alt- und Neuleiningen aufgeteilt. Seitdem besaßen: Leiningen-Westerburg-Altleiningen: 1/3 Westerburg mit einem Hof in der Stadt Westerburg, Willmenrod, Berzhahn, Gershasen, Girkenroth (Anteil), 1/2 Schadeck, 1/2 Weltersburg (nur in den Ringmauern), Leiningen-Westerburg-Neuleiningen: Schloß und 2/3 Stadt Westerburg, das Oberkirchspiel mit Halbs, Hergenroth und Stahlhofen, Gemünden mit Wengenroth und Winnen, 1/2 Schadeck, 1/2 Weltersburg (nur in den Ringmauern). Die mit Ilbenstadt in der Wetterau entschädigte Linie Altleiningen behielt 1806 nur die Hälfte von Schadeck und verzichtete auf ihren Anteil an der Herrschaft Westerburg. Die 1806 mediatisierte Herrschaft Westerburg wurde zunächst dem Großherzogtum Berg, dann 1813 Nassau-Oranien zugeteilt und kam 1815 an das Herzogtum Nassau. Nach dem Erlöschen des nassauischen Astes der Neuleininger Linie kamen 1874 die Reste des Besitzes an die Altleininger Linie.
Findmittel: Pertinenzbestand Westerburg-Schadeck: Repertorium von Hagemann, 1887-1888 (hs.)
Findmittel: Altes Westerburger Archiv: Urkunden und Akten: Repertorium von Sponheimer, 1937-1941 (masch.)
Findmittel: Leiningen-Westerburg-Neuleininger Archiv: Repertorium von Lehmann, 1830 (hs.), mit Schlagwortindex
Findmittel: Akten: Online-Datenbank (Arcinsys) [Nr. 995-1903 sind Kriegsverluste]
Findmittel: Reste jüngerer Registraturen und Leininger Archive: Repertorium von Hellmuth Gensicke und B. Helfer, 1969/1970 (masch.)
Bearbeiter: Hellmuth Gensicke und B. Helfer, 1969/1970
Zusatzinformationen: Die mit "Dep." (Deperditum) bezeichnete Verzeichnung fehlt im Bestand und kann nicht vorgelegt werden.
61,5 m (42 Urkunden; 61 m Akten)
Bestand
Literatur: Hellmuth Gensicke: Das Oberkirchspiel Westerburg. In: Nassauische Annalen 74 (1963), S. 189-192.
Literatur: Oskar Fuchs: Das Gräflich Leiningische Archiv der Westerburg und andere Leiningische Archive. Iin: Nassovia 28 (1928), S. 61-65.
Literatur: Hellmuth Gensicke: Das Kirchspiel Willmenrod. In: Nassauische Annalen 70 (1959), S. 200-212.
Literatur: Walter Wagner, Kurt Strecker: Das Rhein-Main-Gebiet vor 150 Jahren (1787). Darmstadt 1957 (Karte und Erklärungsband).
Literatur: Johann Georg Lehmann: Geschichte und Genealogie der Dynasten von Westerburg, 1866.
Literatur: Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. Wiesbaden 1958 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, 13), S. 306-315, 353-357.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen der Staatsarchive in Hessen.