Werden Medikamente billiger? Pillen vom Discounter
Vollständigen Titel anzeigen
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 R080008/202
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008
Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008 >> Unterlagen
13. März 2008
DocMorris, der Medikamentenhändler aus den Niederlanden, will schon bald die erste große Apothekenkette in Deutschland aufbauen. Zugleich planen Drogeriemärkte wie Schlecker und Rewe in das lukrative Geschäft mit den Pillen einsteigen. Gleichzeitig werden immer mehr Medikamente über das Internet verkauft.
Die kleinen Apotheker befürchten, dass sie schon bald nicht mehr mithalten können. Was aber bedeutet das für den Kunden? Werden Medikamente wirklich billiger, wie es die Großen versprechen? Viele Experten befürchten vielmehr, dass sich dann die "Beratung" verschlechtert.
Kommt das Apothekensterben?
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder ... Apotheker". Doch wie formuliert man den Hinweis, wenn in Zukunft auch Drogerie- und Supermärkte in das Geschäft mit Pillen und Fläschchen einsteigen? Ob der Apotheker vor Ort auch in Zukunft nach dem Arzt Ansprechpartner Nummer zwei sein wird, ist fraglich. Denn der Europäische Gerichtshof wird in diesem Jahr darüber entscheiden, ob der besondere Schutz, der hierzulande für die Apotheker gilt, weiterbestehen darf. Momentan dürfen nur studierte, selbstständige Pharmazeuten, keine Firmen, Apotheken betreiben. Und zwar höchstens vier gleichzeitig. Dieses sogenannte Mehr- und Fremdbesitzverbot ist der EU-Kommission ein Dorn im Auge. Sie möchte mehr Wettbewerb, auch im Handel mit Medikamenten. Davor fürchten sich die Apotheker und argumentieren mit ihrer flächendeckenden Vor-Ort-Präsenz, die sich dann nicht mehr lohnen würde.
Goldgräberstimmung auf dem Apothekenmarkt
Wie die Entscheidung aussehen wird, ist noch nicht gewiss. Drogerien, Kaufhäuser und Pharmagroßhändler bringen sich allerdings heute schon in Stellung, um für den Fall der Liberalisierung des Marktes gerüstet zu sein. Sie wollen in Zukunft auch am 35 Milliarden Euro schweren Pharmamarkt mitverdienen. Für die Kunden soll es auf jeden Fall billiger werden, wenn es Medikamente dann auch im Drogerie- und Supermarkt zu kaufen gibt. Oder wenn sie von Rabatten profitieren, die große Apothekenketten bieten können. Doch bereits heute ist durch Versandapotheken Bewegung in den Markt gekommen. Zwar ist der Umsatz über das Internet momentan noch gering. Doch lässt sich beim Kauf bei einer Online-Apotheke ordentlich Geld sparen. Die Stiftung Warentest spricht von Einsparmöglichkeiten von bis zu einem Drittel bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Aspirin. Auch die Beratung der Kunden über Telefon und Internet ist nach dieser Untersuchung ordentlich.
Medikamentenpreise im Vergleich
Medikamente sind in Deutschland oft teurer als in den anderen europäischen Ländern. In Frankreich erhebt der Staat zum Beispiel bei Arzneien nur eine reduzierte Mehrwertsteuer. Doch unabhängig von der Besteuerung haben in Deutschland die Pharmakonzerne gegen die Wünsche von Kassen und Beitragszahlern hohe Preise durchgesetzt. Die Politik hat sich noch nicht zu weitgehenden Regelungen durchringen können. Die Apotheken dürfen allerdings schon jetzt bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten die Preise selber gestalten. Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest haben jedoch nur wenige Apotheken davon Gebrauch gemacht und die Preise gesenkt.
Chancen und Risiken der Liberalisierung
Durch die Liberalisierung würden die Preise auf jeden Fall sinken - so argumentieren die Befürworter eines freien Apothekenmarktes. Außerdem werde die Beratung unter verstärktem Konkurrenzdruck besser, das hätten Beispiele aus dem Ausland gezeigt. Die Apotheker sehen das anders. Die richtige Beratung könne beim Internet-Versand und durch große Apothekenketten nicht gesichert werden. Der dumme wäre am Ende der Kunde. Aus wirtschaftlichen Gründen würde sich die kleine Apotheke vor Ort mit intensiver Beratung nicht mehr lohnen. Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen bliebe dann nur noch die Verkäuferin im Drogerie- oder Supermarkt. Live-Diskussion in einer Apotheke auf dem Stuttgarter Flughafen mit:
- Peter Friedrich (SPD), Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestags,
- Frank Eickmann,Vertreter des Apothekenverbandes Baden-Württemberg.
Die kleinen Apotheker befürchten, dass sie schon bald nicht mehr mithalten können. Was aber bedeutet das für den Kunden? Werden Medikamente wirklich billiger, wie es die Großen versprechen? Viele Experten befürchten vielmehr, dass sich dann die "Beratung" verschlechtert.
Kommt das Apothekensterben?
"Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder ... Apotheker". Doch wie formuliert man den Hinweis, wenn in Zukunft auch Drogerie- und Supermärkte in das Geschäft mit Pillen und Fläschchen einsteigen? Ob der Apotheker vor Ort auch in Zukunft nach dem Arzt Ansprechpartner Nummer zwei sein wird, ist fraglich. Denn der Europäische Gerichtshof wird in diesem Jahr darüber entscheiden, ob der besondere Schutz, der hierzulande für die Apotheker gilt, weiterbestehen darf. Momentan dürfen nur studierte, selbstständige Pharmazeuten, keine Firmen, Apotheken betreiben. Und zwar höchstens vier gleichzeitig. Dieses sogenannte Mehr- und Fremdbesitzverbot ist der EU-Kommission ein Dorn im Auge. Sie möchte mehr Wettbewerb, auch im Handel mit Medikamenten. Davor fürchten sich die Apotheker und argumentieren mit ihrer flächendeckenden Vor-Ort-Präsenz, die sich dann nicht mehr lohnen würde.
Goldgräberstimmung auf dem Apothekenmarkt
Wie die Entscheidung aussehen wird, ist noch nicht gewiss. Drogerien, Kaufhäuser und Pharmagroßhändler bringen sich allerdings heute schon in Stellung, um für den Fall der Liberalisierung des Marktes gerüstet zu sein. Sie wollen in Zukunft auch am 35 Milliarden Euro schweren Pharmamarkt mitverdienen. Für die Kunden soll es auf jeden Fall billiger werden, wenn es Medikamente dann auch im Drogerie- und Supermarkt zu kaufen gibt. Oder wenn sie von Rabatten profitieren, die große Apothekenketten bieten können. Doch bereits heute ist durch Versandapotheken Bewegung in den Markt gekommen. Zwar ist der Umsatz über das Internet momentan noch gering. Doch lässt sich beim Kauf bei einer Online-Apotheke ordentlich Geld sparen. Die Stiftung Warentest spricht von Einsparmöglichkeiten von bis zu einem Drittel bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Aspirin. Auch die Beratung der Kunden über Telefon und Internet ist nach dieser Untersuchung ordentlich.
Medikamentenpreise im Vergleich
Medikamente sind in Deutschland oft teurer als in den anderen europäischen Ländern. In Frankreich erhebt der Staat zum Beispiel bei Arzneien nur eine reduzierte Mehrwertsteuer. Doch unabhängig von der Besteuerung haben in Deutschland die Pharmakonzerne gegen die Wünsche von Kassen und Beitragszahlern hohe Preise durchgesetzt. Die Politik hat sich noch nicht zu weitgehenden Regelungen durchringen können. Die Apotheken dürfen allerdings schon jetzt bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten die Preise selber gestalten. Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest haben jedoch nur wenige Apotheken davon Gebrauch gemacht und die Preise gesenkt.
Chancen und Risiken der Liberalisierung
Durch die Liberalisierung würden die Preise auf jeden Fall sinken - so argumentieren die Befürworter eines freien Apothekenmarktes. Außerdem werde die Beratung unter verstärktem Konkurrenzdruck besser, das hätten Beispiele aus dem Ausland gezeigt. Die Apotheker sehen das anders. Die richtige Beratung könne beim Internet-Versand und durch große Apothekenketten nicht gesichert werden. Der dumme wäre am Ende der Kunde. Aus wirtschaftlichen Gründen würde sich die kleine Apotheke vor Ort mit intensiver Beratung nicht mehr lohnen. Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen bliebe dann nur noch die Verkäuferin im Drogerie- oder Supermarkt. Live-Diskussion in einer Apotheke auf dem Stuttgarter Flughafen mit:
- Peter Friedrich (SPD), Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestags,
- Frank Eickmann,Vertreter des Apothekenverbandes Baden-Württemberg.
0:19:00; 0'19
Audio-Visuelle Medien
Eickmann, Frank
Engelen, Lutz
Meister, Stefan
Oechsner, Matthias
Botnang : Stuttgart S
Apotheke
Medikament; Kauf
Verkauf
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:20 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
- Audiovisuelles Archiv (Tektonik)
- Mitgeschnittene Film- und Tondokumente (Tektonik)
- Mitgeschnittene Filmdokumente von Südwest 3 und SWR 3 Fernsehen (Tektonik)
- Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008 (Bestand)
- Unterlagen (Gliederung)