Streit um die Entrichtung des Wittums der Appellatin gemäß ihrem Ehevertrag mit dem Vater des Appellanten. Die Vorinstanz hatte den Appellanten zur Entrichtung der im Ehevertrag vereinbarten 6000 Gulden, zu verzinsen mit den reichsüblichen 5 % verurteilt. Der Appellant fordert Gegenrechnung der Einnahmen, die sie - seiner Ansicht nach unberechtigt - in den letzten 18 Jahren aus dem kurköln. Lehen Haus Raedt (Kr. Kempen- Krefeld) gezogen habe, die er auf 17451 Rtlr. beziffert. Er bestreitet einen Wittumsanspruch seiner Mutter, da sie ihrerseits nicht ehevertragsgemäß alle ihr zufallenden Güter als Gegenlage in die Ehe eingebracht habe und da mit ihrer Wiederverheiratung ihr Nießbrauchrecht an Haus Raedt erloschen sei. Er bestreitet einen üblichen Zinssatz von 5 %; vielmehr würden im köln. Niederstift nicht mehr als 3,5 % Zinsen gezahlt. Zudem machten die aus Haus Raedt zu erzielenden Einnahmen höchstens 3-3,5 % von 6000 Gulden aus. Die Acta priora gingen erst nach Ulteriores compulsoriales (4. Okt. 1776) ein und wurden vom kurkölnischen Prokurator vorgelegt.
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Streit um die Entrichtung des Wittums der Appellatin gemäß ihrem Ehevertrag mit dem Vater des Appellanten. Die Vorinstanz hatte den Appellanten zur Entrichtung der im Ehevertrag vereinbarten 6000 Gulden, zu verzinsen mit den reichsüblichen 5 % verurteilt. Der Appellant fordert Gegenrechnung der Einnahmen, die sie - seiner Ansicht nach unberechtigt - in den letzten 18 Jahren aus dem kurköln. Lehen Haus Raedt (Kr. Kempen- Krefeld) gezogen habe, die er auf 17451 Rtlr. beziffert. Er bestreitet einen Wittumsanspruch seiner Mutter, da sie ihrerseits nicht ehevertragsgemäß alle ihr zufallenden Güter als Gegenlage in die Ehe eingebracht habe und da mit ihrer Wiederverheiratung ihr Nießbrauchrecht an Haus Raedt erloschen sei. Er bestreitet einen üblichen Zinssatz von 5 %; vielmehr würden im köln. Niederstift nicht mehr als 3,5 % Zinsen gezahlt. Zudem machten die aus Haus Raedt zu erzielenden Einnahmen höchstens 3-3,5 % von 6000 Gulden aus. Die Acta priora gingen erst nach Ulteriores compulsoriales (4. Okt. 1776) ein und wurden vom kurkölnischen Prokurator vorgelegt.
AA 0627, 779 - B 2115/6310
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1775-1778 (1653-1778)
Enthaeltvermerke: Kläger: Karl Frhr. von Büllingen zu Raedt, (Bekl.) Beklagter: Seine Mutter Johanna Josepha, verwitwete von Büllingen, geb. Freiin von Bergh, und ihr Ehemann, C(arl) J. Frhr. von Bolandt, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1775 - Subst.: Dr. F. C. von Sachs Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jacob Losskant 1776 - Subst.: Lic. Gabriel Niderer - für Kurköln: Dr. Greß (1776) Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kommissare des Erzbischofs von Köln 1769-1772 - 2. Kurköln. Hofrat (Präsident, Direktor und Hofräte) zu Bonn 1772- 1774 - 3. Kurköln. Revisorium zu Bonn 1774 - 4. RKG 1775-1778 (1653-1778) Beweismittel: Acta priora (Q 21a, b). Bd. 2: “Kurzgefaste An- und Ausführung Der Erzstifft- Cöllnischen Gerechtsamen Puncto Privilegii de non Appellando; Und wie dagegen das Erzstifft und Churfürstenthum Cölln Vom Kayserl. und Reichs Cammer-Gericht Successive beschwert worden seye.”, Druck von 1768, 19 Bl. (61-80). Bd. 3: Pachtbriefe und Quittungen, 1748-1767 (17-43). Erzbischof Joseph Clemens von Köln gewährt Eleonora von Nievenheim, die zum Eintritt in den geistl. Stand eine Jahrrente von 15 Rtlr. benötigt und diese aus den stark belasteten nievenheimschen Gütern im Amt Kempen nicht erhalten kann, diese Summe aus seinem Lehensgut Raedt, 1701 (71-73). Bd. 4: Einkünfte und Ausgaben des Hauses Raedt, 1749-1767 (47-53). Reparaturbedürftigkeit des Hauses Raedt samt Unterhof, 1769 (53-55). Nachtragsverzeichnis von Quittungen und Reparationen (84-86). Maximilian Wilhelm Anton Frhr. von Nievenheim verkauft an Maria Anna Bourel, Witwe des Hermann Joseph von Büllingen, mit Konsens des Lehensherrn den Rittersitz und das landtagsfähige Lehensgut Haus Raedt samt Kerner-, Weiners- und Bongartz-Hof (182-184). Erbvergleich des Maximilian Wilhelm Anton von Nievenheim mit seiner Schwester Maria Katharina Franziska, 1712 (186-188). Inventar der für Frhr. von Bolandt den Kommissaren übergebenen Briefschaften (30 Nrn.) (206-211). Zeugnis des Godefridus Heinen, 1770, daß er auf Haus Raedt schon vor 25 Jahren eine Hauskapelle gekannt hat, wo in der Mitte ein großes Bild des hl. Nepomuk gehangen hat, und daß er dort öfters die hl. Messe gelesen hat (226). Beschreibung: 4 Bde., 9,5 cm; Bd. 1: 14 Bl., geb.; Protokoll; Bd. 2: 2,5 cm, 121 Bl., geb.; Q 1-20, 22-28, es fehlt Q 20* (Vollmacht Gress); Bd. 3: 2 cm, 94 Bl., geb.; Q 21a; Bd. 4: 4 cm, 250 Bl., geb.; Q 21b.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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11.05.2026, 9:20 AM CEST
Hierarchy
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
- 2. Buchstabe B (Classification)