G 7 - Evangelisches Pfarramt Oberkochen (Bestand)
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G 7
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit O
1583-1993
Einleitung: ===== Orts- und Kirchengeschichte =====
Zwischen Albuch und Härtsfeld und in nächster Nachbarschaft zur ehemaligen Reichsstadt Aalen gelegen wird Oberkochen um 1140/50 erstmals erwähnt. Die Gründung dürfte jedoch in der Merowingerzeit erfolgt sein. Allerdings kann die Unterscheidung zu Unterkochen bis ins 14. Jahrhundert nicht immer sicher getroffen werden. Im Spätmittelalter kam der Ort durch Kauf, Schenkung und Erbschaft zu etwa einem Drittel an das Kloster Königsbronn und zu etwa zwei Dritteln an das Kloster Ellwangen. Im 15. Jahrhundert wurde Königsbronn und damit ein Teil Oberkochens württembergisch. Nun war das Klosteramt Königsbronn mit seinem Klostervogt für die Verwaltung und die Ausübung der württembergischen Rechte zuständig. Gegen den Widerstand Ellwangens wurde im württembergischen Teil des Ortes ab 1553 die Reformation durchgeführt. Zunächst mußten die evangelischen Einwohner jedoch von Königsbronn aus versorgt werden. Der erste evangelische Pfarrer Ulrich Nicolai zog 1582 in Oberkochen auf. Oberkochen war ein paritätischer Ort. Es gab zwei Konfessionen, zwei Kirchen, zwei Schulen[1], zwei Schultheißen. Ein Vertrag zwischen der Herrschaft Württemberg und der Fürstpropstei Ellwangen regelte 1749 die ständig schwelenden Konflikte zwischen den Konfessionen[2]. Allerdings kam es auch danach immer wieder zu Auseinandersetzungen. 1803 wurden die geistlichen Territorien säkularisiert und Ellwangen mit seinen Besitzungen Württemberg zugeschlagen. Das Kurfürstentum war somit die alleinige Herrschaft in Oberkochen. 1807 wurde die Klosterverwaltung Königsbronn aufgehoben. Oberkochen gehörte zum Oberamt (später Landkreis) Aalen, kirchlich zum Dekanat Aalen. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs der Ort explosionsartig an, begünstigt auch durch die Ansiedlung der Carl-Zeiss-Werke.
Die ev. Pfarrkirche wurde 1582/83 erbaut. Größere Umbauarbeiten fanden 1875 statt. 1938/39 wurde der bereits 1909 geplante Anbau eines Gemeindesaales an die Kirche durchgeführt. 1953 ließ die Kirchengemeinde den Innenraum renovieren und den einsturzgefährdeten Turm neu erbauen. 1967 schließlich baute man eine neue Kirche mit Gemeindezentrum, um für die angewachsene ev. Bevölkerung ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Die alte Kirche wurde 1973 an die Stadt verkauft.
===== Bestandsgeschichte =====
Das Archiv des Pfarramts war bis 1998 in Einbauschränken auf der Empore der Versöhnungskirche untergebracht. Ein Teil der Kirchenbücher befand sich im Pfarrbüro. Da die Unterbringung in der Kirche nicht sachgerecht war, beschloss der Kirchengemeinderat die Abgabe an das Landeskirchliche Sprengelarchiv Ulm. Von der Abgabe ausgenommen sind die Kirchenbücher und ein Großteil der Bände, die weiterhin vor Ort verwahrt werden. Da die Kirchenpflegrechnungen inzwischen stark angewachsen waren, umfasste die Abgabe auch die Rechnungen bis einschließlich 1981.
Um das Archiv zugänglich und benutzbar zu machen, wurde es im Winter 1999/2000 geordnet und verzeichnet. Kassiert wurde nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs (allg. Erlasse und Rundschreiben des Oberkirchenrats, Prospekte, Rechnungsbeilagen etc.).
Als Besonderheit des Archivs seien an erster Stelle die Armenkasten- und Heiligenrechnungen genannt (1583-1633, 1706-1835)[3]. Die Kirchenbücher setzen 1643 ein, die Protokolle 1695[4]. Vermutlich sind ältere Kirchenbücher verloren gegangen.
Bei den Kirchenpflegrechnungen fehlen die Hauptbücher der Rechnungsperioden 1923/24 und 1925/26 aus einem kuriosen Grund. In einem Schreiben des Rechnungsprüfamt vom 25. November 1927 wird berichtet, daß der damalige Pfarrer Karl Stöckle „die Führung des Hauptbuches unterlassen habe, da ihm dies bei seinem Augenleiden nicht gut möglich [...] sei.“ Zudem waren die Beilagen ungeordnet und nicht nummeriert. Pfarrer Stöckle wurde dieses Vorgehen nachträglich genehmigt mit der Maßgabe, daß künftig vom neu aufgezogenen Pfarrer Huber die Kirchenpflegrechnungen ordentlich und nach Vorschrift geführt werden[5].
Ulm, im März 2000 Dorothea Reuter
[1] Nr. 231.
[2] Nr. 72. Vgl. hierzu auch: Volkmar Schrenk, Die Grenze verlief mitten durch das Dorf. In: Ev. Gemeindeblatt für Württemberg vom 2. Januar 2000, S. 17.
[3] Kap. Ill.1.
[4] Die ältesten Protokolle (1695-1710) haben sich im ersten Taufbuch (vgl. Nr. 1) erhalten.
[5] Nr. 103
Einleitung: Zwischen Albuch und Härtsfeld und in nächster Nachbarschaft zur ehemaligen Reichsstadt Aalen gelegen wird Oberkochen um 1140/50 erstmals erwähnt. Die Gründung dürfte jedoch in der Merowingerzeit erfolgt sein. Allerdings kann die Unterscheidung zu Unterkochen bis ins 14. Jahrhundert nicht immer sicher getroffen werden. Im Spätmittelalter kam der Ort durch Kauf, Schenkung und Erbschaft zu etwa einem Drittel an das Kloster Königsbronn und zu etwa zwei Dritteln an das Kloster Ellwangen. Im 15. Jahrhundert wurde Königsbronn und damit ein Teil Oberkochens württembergisch. Nun war das Klosteramt Königsbronn mit seinem Klostervogt für die Verwaltung und die Ausübung der württembergischen Rechte zuständig. Gegen den Widerstand Ellwangens wurde im württembergischen Teil des Ortes ab 1553 die Reformation durchgeführt. Zunächst mußten die evangelischen Einwohner jedoch von Königsbronn aus versorgt werden. Der erste evangelische Pfarrer Ulrich Nicolai zog 1582 in Oberkochen auf. Oberkochen war ein paritätischer Ort. Es gab zwei Konfessionen, zwei Kirchen, zwei Schulen[1], zwei Schultheißen. Ein Vertrag zwischen der Herrschaft Württemberg und der Fürstpropstei Ellwangen regelte 1749 die ständig schwelenden Konflikte zwischen den Konfessionen[2]. Allerdings kam es auch danach immer wieder zu Auseinandersetzungen. 1803 wurden die geistlichen Territorien säkularisiert und Ellwangen mit seinen Besitzungen Württemberg zugeschlagen. Das Kurfürstentum war somit die alleinige Herrschaft in Oberkochen. 1807 wurde die Klosterverwaltung Königsbronn aufgehoben. Oberkochen gehörte zum Oberamt (später Landkreis) Aalen, kirchlich zum Dekanat Aalen. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs der Ort explosionsartig an, begünstigt auch durch die Ansiedlung der Carl-Zeiss-Werke.
Die ev. Pfarrkirche wurde 1582/83 erbaut. Größere Umbauarbeiten fanden 1875 statt. 1938/39 wurde der bereits 1909 geplante Anbau eines Gemeindesaales an die Kirche durchgeführt. 1953 ließ die Kirchengemeinde den Innenraum renovieren und den einsturzgefährdeten Turm neu erbauen. 1967 schließlich baute man eine neue Kirche mit Gemeindezentrum, um für die angewachsene ev. Bevölkerung ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Die alte Kirche wurde 1973 an die Stadt verkauft.
Das Archiv des Pfarramts war bis 1998 in Einbauschränken auf der Empore der Versöhnungskirche untergebracht. Ein Teil der Kirchenbücher befand sich im Pfarrbüro. Da die Unterbringung in der Kirche nicht sachgerecht war, beschloss der Kirchengemeinderat die Abgabe an das Landeskirchliche Sprengelarchiv Ulm. Von der Abgabe ausgenommen sind die Kirchenbücher und ein Großteil der Bände, die weiterhin vor Ort verwahrt werden. Da die Kirchenpflegrechnungen inzwischen stark angewachsen waren, umfasste die Abgabe auch die Rechnungen bis einschließlich 1981.
Um das Archiv zugänglich und benutzbar zu machen, wurde es im Winter 1999/2000 geordnet und verzeichnet. Kassiert wurde nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs (allg. Erlasse und Rundschreiben des Oberkirchenrats, Prospekte, Rechnungsbeilagen etc.).
Als Besonderheit des Archivs seien an erster Stelle die Armenkasten- und Heiligenrechnungen genannt (1583-1633, 1706-1835)[3]. Die Kirchenbücher setzen 1643 ein, die Protokolle 1695[4]. Vermutlich sind ältere Kirchenbücher verloren gegangen.
Bei den Kirchenpflegrechnungen fehlen die Hauptbücher der Rechnungsperioden 1923/24 und 1925/26 aus einem kuriosen Grund. In einem Schreiben des Rechnungsprüfamt vom 25. November 1927 wird berichtet, daß der damalige Pfarrer Karl Stöckle ”die Führung des Hauptbuches unterlassen habe, da ihm dies bei seinem Augenleiden nicht gut möglich [...] sei.“ Zudem waren die Beilagen ungeordnet und nicht nummeriert. Pfarrer Stöckle wurde dieses Vorgehen nachträglich genehmigt mit der Maßgabe, daß künftig vom neu aufgezogenen Pfarrer Huber die Kirchenpflegrechnungen ordentlich und nach Vorschrift geführt werden[5].
Ulm, im März 2000 Dorothea Reuter
[1] Nr. 231.
[2] Nr. 72. Vgl. hierzu auch: Volkmar Schrenk, Die Grenze verlief mitten durch das Dorf. In: Ev. Gemeindeblatt für Württemberg vom 2. Januar 2000, S. 17.
[3] Kap. Ill.1.
[4] Die ältesten Protokolle (1695-1710) haben sich im ersten Taufbuch (vgl. Nr. 1) erhalten.
[5] Nr. 103
Zwischen Albuch und Härtsfeld und in nächster Nachbarschaft zur ehemaligen Reichsstadt Aalen gelegen wird Oberkochen um 1140/50 erstmals erwähnt. Die Gründung dürfte jedoch in der Merowingerzeit erfolgt sein. Allerdings kann die Unterscheidung zu Unterkochen bis ins 14. Jahrhundert nicht immer sicher getroffen werden. Im Spätmittelalter kam der Ort durch Kauf, Schenkung und Erbschaft zu etwa einem Drittel an das Kloster Königsbronn und zu etwa zwei Dritteln an das Kloster Ellwangen. Im 15. Jahrhundert wurde Königsbronn und damit ein Teil Oberkochens württembergisch. Nun war das Klosteramt Königsbronn mit seinem Klostervogt für die Verwaltung und die Ausübung der württembergischen Rechte zuständig. Gegen den Widerstand Ellwangens wurde im württembergischen Teil des Ortes ab 1553 die Reformation durchgeführt. Zunächst mußten die evangelischen Einwohner jedoch von Königsbronn aus versorgt werden. Der erste evangelische Pfarrer Ulrich Nicolai zog 1582 in Oberkochen auf. Oberkochen war ein paritätischer Ort. Es gab zwei Konfessionen, zwei Kirchen, zwei Schulen[1], zwei Schultheißen. Ein Vertrag zwischen der Herrschaft Württemberg und der Fürstpropstei Ellwangen regelte 1749 die ständig schwelenden Konflikte zwischen den Konfessionen[2]. Allerdings kam es auch danach immer wieder zu Auseinandersetzungen. 1803 wurden die geistlichen Territorien säkularisiert und Ellwangen mit seinen Besitzungen Württemberg zugeschlagen. Das Kurfürstentum war somit die alleinige Herrschaft in Oberkochen. 1807 wurde die Klosterverwaltung Königsbronn aufgehoben. Oberkochen gehörte zum Oberamt (später Landkreis) Aalen, kirchlich zum Dekanat Aalen. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs der Ort explosionsartig an, begünstigt auch durch die Ansiedlung der Carl-Zeiss-Werke.
Die ev. Pfarrkirche wurde 1582/83 erbaut. Größere Umbauarbeiten fanden 1875 statt. 1938/39 wurde der bereits 1909 geplante Anbau eines Gemeindesaales an die Kirche durchgeführt. 1953 ließ die Kirchengemeinde den Innenraum renovieren und den einsturzgefährdeten Turm neu erbauen. 1967 schließlich baute man eine neue Kirche mit Gemeindezentrum, um für die angewachsene ev. Bevölkerung ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Die alte Kirche wurde 1973 an die Stadt verkauft.
===== Bestandsgeschichte =====
Das Archiv des Pfarramts war bis 1998 in Einbauschränken auf der Empore der Versöhnungskirche untergebracht. Ein Teil der Kirchenbücher befand sich im Pfarrbüro. Da die Unterbringung in der Kirche nicht sachgerecht war, beschloss der Kirchengemeinderat die Abgabe an das Landeskirchliche Sprengelarchiv Ulm. Von der Abgabe ausgenommen sind die Kirchenbücher und ein Großteil der Bände, die weiterhin vor Ort verwahrt werden. Da die Kirchenpflegrechnungen inzwischen stark angewachsen waren, umfasste die Abgabe auch die Rechnungen bis einschließlich 1981.
Um das Archiv zugänglich und benutzbar zu machen, wurde es im Winter 1999/2000 geordnet und verzeichnet. Kassiert wurde nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs (allg. Erlasse und Rundschreiben des Oberkirchenrats, Prospekte, Rechnungsbeilagen etc.).
Als Besonderheit des Archivs seien an erster Stelle die Armenkasten- und Heiligenrechnungen genannt (1583-1633, 1706-1835)[3]. Die Kirchenbücher setzen 1643 ein, die Protokolle 1695[4]. Vermutlich sind ältere Kirchenbücher verloren gegangen.
Bei den Kirchenpflegrechnungen fehlen die Hauptbücher der Rechnungsperioden 1923/24 und 1925/26 aus einem kuriosen Grund. In einem Schreiben des Rechnungsprüfamt vom 25. November 1927 wird berichtet, daß der damalige Pfarrer Karl Stöckle „die Führung des Hauptbuches unterlassen habe, da ihm dies bei seinem Augenleiden nicht gut möglich [...] sei.“ Zudem waren die Beilagen ungeordnet und nicht nummeriert. Pfarrer Stöckle wurde dieses Vorgehen nachträglich genehmigt mit der Maßgabe, daß künftig vom neu aufgezogenen Pfarrer Huber die Kirchenpflegrechnungen ordentlich und nach Vorschrift geführt werden[5].
Ulm, im März 2000 Dorothea Reuter
[1] Nr. 231.
[2] Nr. 72. Vgl. hierzu auch: Volkmar Schrenk, Die Grenze verlief mitten durch das Dorf. In: Ev. Gemeindeblatt für Württemberg vom 2. Januar 2000, S. 17.
[3] Kap. Ill.1.
[4] Die ältesten Protokolle (1695-1710) haben sich im ersten Taufbuch (vgl. Nr. 1) erhalten.
[5] Nr. 103
Einleitung: Zwischen Albuch und Härtsfeld und in nächster Nachbarschaft zur ehemaligen Reichsstadt Aalen gelegen wird Oberkochen um 1140/50 erstmals erwähnt. Die Gründung dürfte jedoch in der Merowingerzeit erfolgt sein. Allerdings kann die Unterscheidung zu Unterkochen bis ins 14. Jahrhundert nicht immer sicher getroffen werden. Im Spätmittelalter kam der Ort durch Kauf, Schenkung und Erbschaft zu etwa einem Drittel an das Kloster Königsbronn und zu etwa zwei Dritteln an das Kloster Ellwangen. Im 15. Jahrhundert wurde Königsbronn und damit ein Teil Oberkochens württembergisch. Nun war das Klosteramt Königsbronn mit seinem Klostervogt für die Verwaltung und die Ausübung der württembergischen Rechte zuständig. Gegen den Widerstand Ellwangens wurde im württembergischen Teil des Ortes ab 1553 die Reformation durchgeführt. Zunächst mußten die evangelischen Einwohner jedoch von Königsbronn aus versorgt werden. Der erste evangelische Pfarrer Ulrich Nicolai zog 1582 in Oberkochen auf. Oberkochen war ein paritätischer Ort. Es gab zwei Konfessionen, zwei Kirchen, zwei Schulen[1], zwei Schultheißen. Ein Vertrag zwischen der Herrschaft Württemberg und der Fürstpropstei Ellwangen regelte 1749 die ständig schwelenden Konflikte zwischen den Konfessionen[2]. Allerdings kam es auch danach immer wieder zu Auseinandersetzungen. 1803 wurden die geistlichen Territorien säkularisiert und Ellwangen mit seinen Besitzungen Württemberg zugeschlagen. Das Kurfürstentum war somit die alleinige Herrschaft in Oberkochen. 1807 wurde die Klosterverwaltung Königsbronn aufgehoben. Oberkochen gehörte zum Oberamt (später Landkreis) Aalen, kirchlich zum Dekanat Aalen. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs der Ort explosionsartig an, begünstigt auch durch die Ansiedlung der Carl-Zeiss-Werke.
Die ev. Pfarrkirche wurde 1582/83 erbaut. Größere Umbauarbeiten fanden 1875 statt. 1938/39 wurde der bereits 1909 geplante Anbau eines Gemeindesaales an die Kirche durchgeführt. 1953 ließ die Kirchengemeinde den Innenraum renovieren und den einsturzgefährdeten Turm neu erbauen. 1967 schließlich baute man eine neue Kirche mit Gemeindezentrum, um für die angewachsene ev. Bevölkerung ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Die alte Kirche wurde 1973 an die Stadt verkauft.
Das Archiv des Pfarramts war bis 1998 in Einbauschränken auf der Empore der Versöhnungskirche untergebracht. Ein Teil der Kirchenbücher befand sich im Pfarrbüro. Da die Unterbringung in der Kirche nicht sachgerecht war, beschloss der Kirchengemeinderat die Abgabe an das Landeskirchliche Sprengelarchiv Ulm. Von der Abgabe ausgenommen sind die Kirchenbücher und ein Großteil der Bände, die weiterhin vor Ort verwahrt werden. Da die Kirchenpflegrechnungen inzwischen stark angewachsen waren, umfasste die Abgabe auch die Rechnungen bis einschließlich 1981.
Um das Archiv zugänglich und benutzbar zu machen, wurde es im Winter 1999/2000 geordnet und verzeichnet. Kassiert wurde nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs (allg. Erlasse und Rundschreiben des Oberkirchenrats, Prospekte, Rechnungsbeilagen etc.).
Als Besonderheit des Archivs seien an erster Stelle die Armenkasten- und Heiligenrechnungen genannt (1583-1633, 1706-1835)[3]. Die Kirchenbücher setzen 1643 ein, die Protokolle 1695[4]. Vermutlich sind ältere Kirchenbücher verloren gegangen.
Bei den Kirchenpflegrechnungen fehlen die Hauptbücher der Rechnungsperioden 1923/24 und 1925/26 aus einem kuriosen Grund. In einem Schreiben des Rechnungsprüfamt vom 25. November 1927 wird berichtet, daß der damalige Pfarrer Karl Stöckle ”die Führung des Hauptbuches unterlassen habe, da ihm dies bei seinem Augenleiden nicht gut möglich [...] sei.“ Zudem waren die Beilagen ungeordnet und nicht nummeriert. Pfarrer Stöckle wurde dieses Vorgehen nachträglich genehmigt mit der Maßgabe, daß künftig vom neu aufgezogenen Pfarrer Huber die Kirchenpflegrechnungen ordentlich und nach Vorschrift geführt werden[5].
Ulm, im März 2000 Dorothea Reuter
[1] Nr. 231.
[2] Nr. 72. Vgl. hierzu auch: Volkmar Schrenk, Die Grenze verlief mitten durch das Dorf. In: Ev. Gemeindeblatt für Württemberg vom 2. Januar 2000, S. 17.
[3] Kap. Ill.1.
[4] Die ältesten Protokolle (1695-1710) haben sich im ersten Taufbuch (vgl. Nr. 1) erhalten.
[5] Nr. 103
Evangelisches Pfarramt Oberkochen
6,5 lfd. m
Bestand
Oberkochen, Ostalbkreis
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.08.2025, 11:05 AM CEST