E Rep. 400-39 Nachlass Werner Schwenke (Bestand)
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E Rep. 400-39
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
Vorwort: Als das Landesarchiv Berlin im April 2013 auf der Tagung des "Runden Tisches der Berliner Theaterdokumentation" im Internationalen Theater Institut Berlin von einem Freund der Familie Schwenke die Kontaktadresse von Frau Gerti Schwenke aus Bad Steben bekam, da hatten wir nach der kurzen Beschreibung des Nachlasses des Bühnenbildners Werner Schwenke nur eine Vorahnung davon, was uns in diesem künstlerischen Nachlass erwarten würde. Nach dem ersten telefonischen Kontakt war uns recht bald klar, dass es sich nicht um den klassischen Nachlass mit Korrespondenz handeln würde. Als ich im Mai 2013 dann erstmals die Alben im Haus der Familie Schwenke in deren Wahlheimat einsehen durfte, stand fest, dass es sich um eine wunderbare Dokumentation einer künstlerischen Schaffensperiode eines Berliner Bühnenbildners handelte. Denn Werner Schwenke hatte eine gute Hand, um Bühnen, Feste, Festsäle und viele andere Dinge dekorativ und flink zu gestalten. Sein Wirken in der Berliner Kulturszene der 1970er und -90er Jahre waren äußerst vielfältig und viele Berliner, die "seine" Werke erleben durften, wussten damals nicht immer, wem sie die Ausgestaltung beispielsweise der Berliner Ballsäle zu verdanken hatten.
Werner Schwenke hatte das Glück, seine künstlerische Gabe in einer Zeit umzusetzen, als die moderne IT-Technik noch nicht verfügbar war. Er hatte einen Beruf ausgeübt, den es heute in dieser Form kaum noch gibt, ja der vielleicht bereits ausgestorben ist. Aus eigener Hand malte er ohne fremde Hilfe auf die Bühne der Deutschlandhalle für das Gastspiel der Arena di Verona eine Treppe in einer plastischen Form über die gesamte Bühne, dass der Zuschauer der Meinung war, es handelt sich um eine echte Treppe. Viele weitere Werke folgten.
Es ist die Darstellung des Lebenswerkes Werner Schwenkes, das den Nachlass so wertvoll macht und dem Forscher wie auch den interessierten Laien Einblick in eine bisher vernachlässigte Welt des Schaffens gibt.
Das Landesarchiv Berlin ist der Witwe Werner Schwenkes, Frau Gerti Schwenke, ganz besonders dankbar und verbunden, dass Sie sich entschieden hat, den künstlerischen Nachlass Ihres Mannes dem Landesarchiv Berlin als Schenkung zu übergeben. Die freundliche Aufnahme während meines Besuches in ihrem Haus und die Erläuterungen zum Inhalt der einzelnen Bände während der Einsichtnahme in die Sammelalben bestärkten mich um so mehr, dass diese Dokumentation zur künstlerischen Schaffenszeit in das Landesarchiv Berlin gehören. Wir werden sein Werk in Ehren bewahren.
Berlin, im April 2014
Klaus-Dieter Pett
Biographische Angaben
Werner Schwenke wurde 1925 in Zittau an der Lausitz geboren.
Nach dem 2. Weltkrieg studierte er Dekorative Malerei und Kostümdesign an der Kunstakademie in Dresden und beschäftigte sich darüber hinaus mit Grafik und Architektur.
Von 1954 bis 1959 war er zunächst als Schauspieler und Regisseur später dann hauptsächlich als Bühnebildner bei den Burgfestspielen in Polle, bei den Domfestspielen in Bad Gandersheim und in Greene tätig.
1959 holte die Deutschen Oper Berlin ihn als hauptberuflichen Bühnenbildner in ihr Team. 14 Jahre arbeitete Werner Schwenke für die Deutsche Oper Berlin und bereiste in deren Auftrag auch Japan und Korea. Insgesamt 4 Jahre lebte Schwenke insgesamt in Japan, da er neben dem 11-monatigen Gastspiel in Tokio auch noch japanische Bühnenmaler ausbildete. Während seines Japan-Aufenthalts entstanden viele Zeichnungen, die später Eingang in das Buch "Tokyo - Ein deutscher Zeichner sieht die Stadt" fanden, erschienen im Sohnrey Verlag. Im selben Verlag erschienen auch seine Publikation "Knigge im Walde" und "Romantisches Weserbergland".
Neben seinem Engagement für Oper ist er für die künstlerische Gestaltungen verschiedenster Berliner Bühnen und Veranstaltungen verantwortlich. Unter anderem für Inszenierungen im Naturtheater Volkspark Hasenheide, im Theater des Westens, im Theater am Kreuzberg, in der Urania Berlin, im Titania-Palast, in der Werkstatt des Schiller Theaters und im Theaterwissenschaftlichen Instituts der Freien Universität Berlin.
1974 macht er sich schließlich als freiberuflicher Bühnenbildner selbstständig und erweitert sein Repertoire und Portfolio an unterschiedlichem gestalterischem Schaffen noch einmal. 17 Jahre lang ist er Bühnenbildner und Ausstatter der Deutschlandhalle (Vgl. B Rep. 166-01 - Deutschlandhalle GmbH). Er ist somit mit verantwortlich für den großen Erfolg von Shows wie Menschen, Tiere Sensation, den Karl-Mayfestspielen oder auch den Gastspielen der Arena di Verona. Des Weiteren stattete Werner Schwenke Präsentationen von Konzernen im ICC Berlin künstlerisch aus und war 24 Jahre für den renommierten Presse- und Funkball in Berlin gestalterisch verantwortlich.
Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn stellte Werner Schwenke 2002 in Schwarzenbach am Wald und dann 2005 in Dresden erstmals Gemälde aus, unter dem Titel "Werner Schwenke Gedanken - von 2000 bis 2002" (Gedanken um Gustav Mahlers " Achte Symphonie"). Er illustrierte zudem das Buch "Der Weihnachtswanderer von Alt-Berlin. Auszüge aus Ludwig Rellstabs Weihnachtswanderungen in der Vossischen Zeitung 1826-1859".
Bis zu seinem Tode im Jahre 2010 war Werner Schwenke in seiner Wahlheimat Franken künstlerisch produktiv. So arbeitet er unter anderem an der Gestaltung des Prinzregenten-Luitpolds-Saal in Bad Steben und bemalte eine Löwenskulptur vor dem Rathaus Bad Steben.
Werner Schwenke hatte das Glück, seine künstlerische Gabe in einer Zeit umzusetzen, als die moderne IT-Technik noch nicht verfügbar war. Er hatte einen Beruf ausgeübt, den es heute in dieser Form kaum noch gibt, ja der vielleicht bereits ausgestorben ist. Aus eigener Hand malte er ohne fremde Hilfe auf die Bühne der Deutschlandhalle für das Gastspiel der Arena di Verona eine Treppe in einer plastischen Form über die gesamte Bühne, dass der Zuschauer der Meinung war, es handelt sich um eine echte Treppe. Viele weitere Werke folgten.
Es ist die Darstellung des Lebenswerkes Werner Schwenkes, das den Nachlass so wertvoll macht und dem Forscher wie auch den interessierten Laien Einblick in eine bisher vernachlässigte Welt des Schaffens gibt.
Das Landesarchiv Berlin ist der Witwe Werner Schwenkes, Frau Gerti Schwenke, ganz besonders dankbar und verbunden, dass Sie sich entschieden hat, den künstlerischen Nachlass Ihres Mannes dem Landesarchiv Berlin als Schenkung zu übergeben. Die freundliche Aufnahme während meines Besuches in ihrem Haus und die Erläuterungen zum Inhalt der einzelnen Bände während der Einsichtnahme in die Sammelalben bestärkten mich um so mehr, dass diese Dokumentation zur künstlerischen Schaffenszeit in das Landesarchiv Berlin gehören. Wir werden sein Werk in Ehren bewahren.
Berlin, im April 2014
Klaus-Dieter Pett
Biographische Angaben
Werner Schwenke wurde 1925 in Zittau an der Lausitz geboren.
Nach dem 2. Weltkrieg studierte er Dekorative Malerei und Kostümdesign an der Kunstakademie in Dresden und beschäftigte sich darüber hinaus mit Grafik und Architektur.
Von 1954 bis 1959 war er zunächst als Schauspieler und Regisseur später dann hauptsächlich als Bühnebildner bei den Burgfestspielen in Polle, bei den Domfestspielen in Bad Gandersheim und in Greene tätig.
1959 holte die Deutschen Oper Berlin ihn als hauptberuflichen Bühnenbildner in ihr Team. 14 Jahre arbeitete Werner Schwenke für die Deutsche Oper Berlin und bereiste in deren Auftrag auch Japan und Korea. Insgesamt 4 Jahre lebte Schwenke insgesamt in Japan, da er neben dem 11-monatigen Gastspiel in Tokio auch noch japanische Bühnenmaler ausbildete. Während seines Japan-Aufenthalts entstanden viele Zeichnungen, die später Eingang in das Buch "Tokyo - Ein deutscher Zeichner sieht die Stadt" fanden, erschienen im Sohnrey Verlag. Im selben Verlag erschienen auch seine Publikation "Knigge im Walde" und "Romantisches Weserbergland".
Neben seinem Engagement für Oper ist er für die künstlerische Gestaltungen verschiedenster Berliner Bühnen und Veranstaltungen verantwortlich. Unter anderem für Inszenierungen im Naturtheater Volkspark Hasenheide, im Theater des Westens, im Theater am Kreuzberg, in der Urania Berlin, im Titania-Palast, in der Werkstatt des Schiller Theaters und im Theaterwissenschaftlichen Instituts der Freien Universität Berlin.
1974 macht er sich schließlich als freiberuflicher Bühnenbildner selbstständig und erweitert sein Repertoire und Portfolio an unterschiedlichem gestalterischem Schaffen noch einmal. 17 Jahre lang ist er Bühnenbildner und Ausstatter der Deutschlandhalle (Vgl. B Rep. 166-01 - Deutschlandhalle GmbH). Er ist somit mit verantwortlich für den großen Erfolg von Shows wie Menschen, Tiere Sensation, den Karl-Mayfestspielen oder auch den Gastspielen der Arena di Verona. Des Weiteren stattete Werner Schwenke Präsentationen von Konzernen im ICC Berlin künstlerisch aus und war 24 Jahre für den renommierten Presse- und Funkball in Berlin gestalterisch verantwortlich.
Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn stellte Werner Schwenke 2002 in Schwarzenbach am Wald und dann 2005 in Dresden erstmals Gemälde aus, unter dem Titel "Werner Schwenke Gedanken - von 2000 bis 2002" (Gedanken um Gustav Mahlers " Achte Symphonie"). Er illustrierte zudem das Buch "Der Weihnachtswanderer von Alt-Berlin. Auszüge aus Ludwig Rellstabs Weihnachtswanderungen in der Vossischen Zeitung 1826-1859".
Bis zu seinem Tode im Jahre 2010 war Werner Schwenke in seiner Wahlheimat Franken künstlerisch produktiv. So arbeitet er unter anderem an der Gestaltung des Prinzregenten-Luitpolds-Saal in Bad Steben und bemalte eine Löwenskulptur vor dem Rathaus Bad Steben.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ