Stille Helden. Zivilcourage im Dritten Reich.
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 V050044/101
V050044/101
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005 >> Januar 2005
22. Januar 2005
Wie halten wir die Erinnerung an die Nazi-Zeit lebendig? Einen neuen Zugang bieten die Menschen, die auf ihre Weise zu Hitlers Regime nein sagten. Über Widerstandskämpfer oder Menschen die Juden halfen, wurde jahrzehntelang nicht gesprochen. Heute gelten sie als "stille Helden".
Die Schüler und eine Lehrerin des Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasiums sind zu Gast bei der Tochter des letzten württembergischen Staatspräsidenten. Eugen Bolz - einer der wenigen bürgerlichen Politiker im Widerstand gegen Hitler. Die Schüler wollen von seiner Tochter Mechthild mehr über ihn erfahren. Eugen Bolz war ein sehr lieber Vater und völlig unmusikalisch. Eine Person der Zeitgeschichte wird so auch für Schüler wieder lebendig.
Spurensuche in Rottenburg. Hier wird Eugen Bolz 1881 als zwölftes Kind geboren. Es besucht die Lateinschule, die heute seinen Namen trägt und wird Jurist.
Der junge Eugen Bolz. In der Weimarer Republik macht der Zentrumspolitiker schnell Karriere: ist jüngster Reichstagsabgeordneter, württembergischer Justiz- und Innenminister. 1928 wird er Staatspräsident, das entspricht dem heutigen Ministerpräsidenten. Er kämpft selbst nach der Machtergreifung gegen Hitler. In der Stuttgarter Stadthalle schlägt Hitler zurück. Im Sommer 1933 wird der Staatspräsident abgesetzt. Im Juni 1933 wird Bolz verhaftet.
Es gab mehr Menschen im Widerstandskampf gegen Hitler als man lange glaubte. Sie hinterließen keine Zeugnisse. Auch nach dem Krieg sprachen sie nur selten darüber. Das macht es schwer sie heute aufzuspüren. Sie beschafften Verfolgten einen Pass, ein Versteck oder gaben ihnen Essen.
Dr. Gertrud Luckner, geboren 1900 in Liverpool, lebt seit 1932 in Freiburg. Sie promovierte und arbeitet bei der Caritas. Sie war eine Judenhelferin während der Nazi-Zeit. Die Nazis sind ihr tief verhasst. Im März 1943 schlägt die Gestapo zu. Die Spitzel in der Caritas haben Gertrud Luckner verraten. Kurz vor Karlsruhe wird sie im Nachtzug verhaftet. Sie kommt als politischer Häftling ins Norddeutsche Karzer Ravensbrück. Sie wird nach dem Krieg von Israel als Gerechte unter den Völkern geehrt. Sie stirbt 1995 als Freiburger Ehrenbürgerin.
Am Anfang von Christina Eckerts Examensarbeit über Judenretter in Freiburg, stand eine Wiedergutmachungsakte im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv. Sie spürte die Nachkommen auf und die Geschichte einer mutigen Rettung.
Herbst 1944: Eugen Bolz lebt zurückgezogen in seinem Stuttgarter Haus am Kriegsbergturm. Als das Attentat vom 20 Juli scheitert, wird Bolz verhaftet. Er kommt genau wie Gertrud Luckner nach Ravensbrück. Auch er wird dort gefoltert und gequält.
Berlin 1944: drei Tage vor Weihnachten steht Eugen Bolz vor dem Freilassvolksgerichtshof. Er wurde zum Tode verurteilt. Am 23. Januar 1945 wird Bolz enthauptet.
Die Schüler und eine Lehrerin des Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasiums sind zu Gast bei der Tochter des letzten württembergischen Staatspräsidenten. Eugen Bolz - einer der wenigen bürgerlichen Politiker im Widerstand gegen Hitler. Die Schüler wollen von seiner Tochter Mechthild mehr über ihn erfahren. Eugen Bolz war ein sehr lieber Vater und völlig unmusikalisch. Eine Person der Zeitgeschichte wird so auch für Schüler wieder lebendig.
Spurensuche in Rottenburg. Hier wird Eugen Bolz 1881 als zwölftes Kind geboren. Es besucht die Lateinschule, die heute seinen Namen trägt und wird Jurist.
Der junge Eugen Bolz. In der Weimarer Republik macht der Zentrumspolitiker schnell Karriere: ist jüngster Reichstagsabgeordneter, württembergischer Justiz- und Innenminister. 1928 wird er Staatspräsident, das entspricht dem heutigen Ministerpräsidenten. Er kämpft selbst nach der Machtergreifung gegen Hitler. In der Stuttgarter Stadthalle schlägt Hitler zurück. Im Sommer 1933 wird der Staatspräsident abgesetzt. Im Juni 1933 wird Bolz verhaftet.
Es gab mehr Menschen im Widerstandskampf gegen Hitler als man lange glaubte. Sie hinterließen keine Zeugnisse. Auch nach dem Krieg sprachen sie nur selten darüber. Das macht es schwer sie heute aufzuspüren. Sie beschafften Verfolgten einen Pass, ein Versteck oder gaben ihnen Essen.
Dr. Gertrud Luckner, geboren 1900 in Liverpool, lebt seit 1932 in Freiburg. Sie promovierte und arbeitet bei der Caritas. Sie war eine Judenhelferin während der Nazi-Zeit. Die Nazis sind ihr tief verhasst. Im März 1943 schlägt die Gestapo zu. Die Spitzel in der Caritas haben Gertrud Luckner verraten. Kurz vor Karlsruhe wird sie im Nachtzug verhaftet. Sie kommt als politischer Häftling ins Norddeutsche Karzer Ravensbrück. Sie wird nach dem Krieg von Israel als Gerechte unter den Völkern geehrt. Sie stirbt 1995 als Freiburger Ehrenbürgerin.
Am Anfang von Christina Eckerts Examensarbeit über Judenretter in Freiburg, stand eine Wiedergutmachungsakte im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv. Sie spürte die Nachkommen auf und die Geschichte einer mutigen Rettung.
Herbst 1944: Eugen Bolz lebt zurückgezogen in seinem Stuttgarter Haus am Kriegsbergturm. Als das Attentat vom 20 Juli scheitert, wird Bolz verhaftet. Er kommt genau wie Gertrud Luckner nach Ravensbrück. Auch er wird dort gefoltert und gequält.
Berlin 1944: drei Tage vor Weihnachten steht Eugen Bolz vor dem Freilassvolksgerichtshof. Er wurde zum Tode verurteilt. Am 23. Januar 1945 wird Bolz enthauptet.
0:29:30; 0'29
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Landesschau unterwegs
Borgmann, Grete
Burger, Hildegard
Giessler, Ursula
Haar, Oscar
Meckel, Marlies
Middendorf, Pater Heinrich
Rupf-Bolz, Mechthild; Tochter von Staatspräsident Eugen Bolz, 1922-2011
Schneider-Borgmann, Eva
Zwingmann, Eva
Freiburg im Breisgau FR
Rottenburg am Neckar TÜ; Eugen-Bolz-Gymnasium
Stuttgart S; Hauptstaatsarchiv
Juden; Judenverfolgung
Nationalsozialismus; Widerstand im Dritten Reich
Politiker; Staatspräsident
Porträt; Eugen Bolz
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
20.03.20252201, 12:29 MEZ
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