Landfriedensbruchklage wegen des Überfalls des Beklagten auf Untertanen der Kläger zu Zievel und wegen ihrer gewaltsamen Wegführung und Gefangenhaltung zu Münstereifel. Streitig ist der Besitz und die Nutzung eines Waldes in der „Khoneberer“ (wohl Kommerner) Herrschaft. Als die Kläger dort Holz schlagen ließen, erhob der Beklagte vor dem Amtmann von Arenberg, Otto von Ahr, eine Spolienklage und verhaftete und bekümmerte, weil er dort nicht zu seinem Recht kam, mehrere Untertanen der Kläger zu Pesch (Kr. Euskirchen) und Zievel. Der Beklagte ist der Auffassung, daß der streitige Wald zu seiner und seiner Konsorten ausschließlichen Nutznießung wäre, da er ein Lehen der Grafschaft Arenberg sei, mit dem die Erben des Hauses Gertzen und Sinzenich belehnt seien. Die Kläger meinen ihrerseits, mit Teilen des Waldes belehnt worden zu sein.
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Landfriedensbruchklage wegen des Überfalls des Beklagten auf Untertanen der Kläger zu Zievel und wegen ihrer gewaltsamen Wegführung und Gefangenhaltung zu Münstereifel. Streitig ist der Besitz und die Nutzung eines Waldes in der „Khoneberer“ (wohl Kommerner) Herrschaft. Als die Kläger dort Holz schlagen ließen, erhob der Beklagte vor dem Amtmann von Arenberg, Otto von Ahr, eine Spolienklage und verhaftete und bekümmerte, weil er dort nicht zu seinem Recht kam, mehrere Untertanen der Kläger zu Pesch (Kr. Euskirchen) und Zievel. Der Beklagte ist der Auffassung, daß der streitige Wald zu seiner und seiner Konsorten ausschließlichen Nutznießung wäre, da er ein Lehen der Grafschaft Arenberg sei, mit dem die Erben des Hauses Gertzen und Sinzenich belehnt seien. Die Kläger meinen ihrerseits, mit Teilen des Waldes belehnt worden zu sein.
AA 0627, 3766 - M 895/2428
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 1. Buchstabe M
1550 - 1551 (1545 - 1555)
Enthaeltvermerke: Kläger: Wilhelm von Ketzgen, Amtmann zu Altenwied, und später auch Dr. Patroklus Gropper zu Köln als Vormünder der minderjährigen Kinder des verstorbenen Goddart von Metternich zu Zievel (Kr. Euskirchen) Beklagter: Wilhelm von Gertzen gen. Sintzig, Amtmann von Münstereifel, Tomburg, Euskirchen und der Grafschaft Neuenahr, und Konsorten Prokuratoren (Kl..): Dr. Michael von Kaden 1550 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Mauritius Breunle 1548 Prozeßart: Mandati Instanzen: RKG 1550 - 1551 (1545 - 1555) Beweismittel: Urkunde des Johann von Ligne, Graf von Arenberg, von 1550 betr. Belehnung der Kläger mit dem Hof zu Roetgen (wohl Röttgerhof) in der Herrschaft Zievel und 11 Hufen Busch, gelegen auf der Katzenburg in der Hoheit Kommern, und betr. Ladung der beiden Parteien vor das Lehnsgericht der Grafschaft Arenberg (Q 17). Beschreibung: 1,5 cm, 46 Bl., lose; Q 1 - 19, 3 Beilagen prod. 7. Jan. 1555.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:27 AM CEST